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«eigen nimmt emgcgen: .Expedition b.Blatte», -je d.Annoncen-Bureaur s xh, Dietrich & Co. in •tun: tfiel und Hannover; Th. j strich in Frankfurt a.M.;
ufenftein & Vogler in gitffnrt - M., Berlin, jniig, Cöiu re.; Rudolf X in Lerliu, Frankfurt a. M. rc.
JJIarÖurg, Dimastg, 12. August 1879
XIV. Jahrgang
OIinWscht jritmig.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedittort d. Blatte» sowied. Annoncen-Bureaux Den @. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung das elbst;
Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen-
WkEMeint täglich außer an den Werktagen nach «sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonnt agSblatt durch die Expedttton (K o ch sche —' Buchdruckerei) bezogen 3k Wort, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 3 Wart 50 Pf,, (exel. Bestellgebühr). - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf,, berechnet.
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Die Prinzessin von Zwei-Brücken.
Novelle von Rud. Wellnau- (Fottsetzung.)
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Wer unbefangen und ohne Vorurtheil die Gesetzgebung er letzten 20 Jahre betrachtet, der muß sagen, vaß die »entliche Ursache der Unhaltbarkeit der modernen Gesetze i dem Parlamentarismus liegt. Politische Parteien lügen nicht zu Gesetzgebern. Möchte man immerhin rm Rath hören; aber die eigentliche Gesetzgebung sollte mit nach Anhörung des Parlaments in den Händen von ^verständigen, über den politischen und Jnteressen-Parteien jchenden Staatsmännern liegen, oder möchte man den [18 Ramenten die fertigen Gesetze zu einfacher Annahme * ttr Ablehnung vorlegen. Aber für die Berathung und jischlußfassung über die Gesetze sind die auS politischen knieten zusammengesetzten Parlamente nicht geeignet.
Mlui Bit wissen sehr wohl, daß die öffentliche Meinung jetzt rieb $u sehr unter dem Banne der liberalen constitutionellen k “ Ebeorie steht, als daß diese unsere Ueberzeugung in ' roheren Kreisen auf Beifall rechnen könnte; aber eben ' ! fest steht es uns auch, daß die Macht der Erfahrung «ich den Bann dieser liberalen Theorie noch brechen wird, tichts wird mehr dazu beitragen, als gerade die Ueber- lark touug und Uebersättigung mit Parlamentarismus, an reichem wir in Deutschland leiden. Wenn der Reichs- , itijiet jetzt dem Bundesrath eine Vorlage gemacht hat, rorin er diesem allgemein empfundenen Uebel einigeren naßen zu steuern sucht, indem er zweijährige Budgetperioden o*si mb vierjährige Wahlperioden einzuführen wünscht, so sollte jgentlich jeder Freund des Parlamentarismus diesem Bor- Mage schon aus Interesse für denselben zustimmen; denn
I ^firbe, und Ihr Euch die Ungnade des gestrengen Herrn
1 Erzbischofs zuzöget. Von welcher Seite auch Nachforschungen a geschehen mögen, gleichviel, Euer Mund bleibt geschlossen, ’ i i Und Eure Treue seiner Zeit nicht unbelohnt. — Jetzt lebt
i wohl, Frau Claudia; ich habe Elle, der Markgraf mag ! >»it seinem Hofe wohl schon eine Tagereise voraus sein Wittib wird meiner sehnlichst harren; lebt wohl! Auf baldiges Wiedersehen! Und vergeßt nicht, der Jungfrau noch den Scheidegruß vom Marschall Konrad von Raven zu 83, f überbringen."
Die Priorin gab durch oftmaliges Kopfnicken ihrVer- ^ändniß zu erkennen, geleitete den Marschall bis auf den [ großen Klosterhof und machte der Pförtnerin durch ein
,5 ts ist doch zweifellos, daß der Parlamentarismus in innigen Jahren völlig bankerott werden muß, wenn es in ith« der bisherigen Weise fortgeht. Manche haben deshalb sich, kürzlich dem Reichskanzler nachgesagt, seine Absicht gehe ib i bchin, das parlamentarische Roß durch die Überhäufung
Nit Parlamentssessionen und Wahlen zu Tode zu teilen, j Aber unsere liberalen Theoretiker sind in ihre parlamen- tmsche Theorie so verbissen, daß sie kein Jota von ihrem mannten parlamentarischen Recht aufgeben und also ks Budget für 2 Jahre, statt wie bisher für 1 Jahr sestsetzen lassen. Sie machen jetzt in der liberalen Presse inen Lärm darüber, als sei das Vaterland in der größten fahr, während die wirkliche Gefahr für das Vaterland io der Ueberlastung mit Parlamentarismus liegt. Alle ändigeu, nüchternen Leute, welchen das Wohl des Vaterlandes mehr gilt als Die parlamentarische Theorie, den die vorgeschlagene parlamentarische Entlastung mit reuden begrüßen; aber die liberale Presse wird fortfahren, ie Gefahr zu schildern, welche den Volksrechten durch diese neue Vorlage drohe. Allein es scheint doch, daß auch in den Volks- Nässen dieses Geschrei nicht mehr recht verfangen will.
Parlamentarische Reform. II.
„Frau Priorin," sprach er dann weiter, „Ihr bedürft dessen nicht mehr! Mir ward der Auftrag, nach vorher »on Euch geschehener Einsicht dies Schreiben dem Abte Nieder zu überbringen, der dies Dokument seiner besonderen Dichtigkeit halber in dem Archiv des Domstifts zu Magdeburg verwahren muß. Ihr wißt nun Alles und seid über den Zweck, zu welchem die Jungfrau in Eure Hand gegeben, wohl unterrichtet. Vergeßt jedoch nicht das unverbrüchlichste Stillschweigen, das Euch zur heiligsten Pflicht gemacht ist, zu beobachten und mit besonderer Strenge über ,u 2 Jungfrau zu wachen. Habt Acht, daß dieselbe nicht in ' Berührung komme mit anderen Nonnen, sei es auf dem Gange zur Kapelle oder im Kranzgarten, damit nicht durch ein leichtlich hingeworfenes Wort dem Vorhaben geschadet
Es haben sich in dem letzten Jahrzehnt der liberalen Aera in den Parlamenten zu viele Interessen geltend gemacht, welche keineswegs mit den allgemeinen Volksinteressen zusammenfallen. Das Volk hat eS vielfach begriffen, daß es den Bock zum Gärtner machte, als es den Liberalismus zum Hüter seiner Interessen in den Parlamenten erwählte. Möchte sich der Reichskanzler deshalb durch dieses Geschrei nicht beirren lassen, sondern fortfahren, das Wohl des Volkes von dem Bann jener Theorien zu befreien und ihm wieder zu frischem Aufschwung zu verhelfen.
Tagesbericht.
In letzter Zeit sind von verschiedenen Zeitungen specielle Angaben über den Plan einer Neuorganisation der preußischen Staatseisenbahn-Verwaltung gebracht worden. Nach den Informationen der „Nordd. Allg. Ztg." befindet sich die Angelegenheit noch im Stadium der Berathung; mithin können diese Angaben auf irgend welche Zuverlässigkeit keinen Anspruch machen.
Die auf Grund des §. 68 des Gesetzes vom 24. April 1878 von dem Justizminister unter« 3 d. M. erlassenen Geschäftsordnungen für die Gerichtsschreibereien der Amtsund der Landgerichte wie für die Secretariate der Staatsanwaltschaften bei den Landgerichten sind nun auch erschienen. Die zur Ausführung dieser Geschäftsordnungen erforderlichen Anordnungen werden von den Vorständ en bet Gerichte und der Staatsanwaltschaften getroffen. Die ersterwähnte Geschäftsordnung hat fünf Abschnitte mit folgenden Ueberschristen: Allgemeine Bestimmungen (§§. 1—20), Civilsachen (U. 21—27), Concurssachen CSS 28—32), Strafsachen CSS 33—39), Schlußbestimmungen (§. 40). Bei jedem Amtsgerichte wird eine Gerichtsschreiberei errichtet, welche, wo e< das Bedürfniß erfordert, in Abteilungen zerfällt. Alle Geschäftsräume des Gerichts sind mit Nummern und der Aufschrift ihrer Bestimmung zu versehen, bei größeren Gerichten ist ein Verzeichnis der Geschäftsräume im Hausflur anzubringen. Die Specialen find Überall auf das eingehendste geordnet, unter Benutzung der früher gesammelten Erfahrungen und bewährten Einrichtungen.
Mit dem Inkrafttreten der deutschen Civilprozeßordnung am 1. October d. I. werden einige Aenderungen im Geld- verpflegungs-Reglement für das preußische Heer im Frieden Platz greifen. Danach sind dem Abzüge im Wege der Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen nicht unterworfen das Diensteinkommen der Offiziere, Militärärzte und Beamten, fowie da« nach ihrem Tode den Hinterbliebenen zu gewährende Sterbe- oder Gnadengehalt, lieber« steigt indessen das Diensteinkommen oder Sterbe- bezw. Gnadengehalt die Summe von 1500 Mark jährlich, so ist der dritte Theil des Mehrbetrages dem Abzüge unter«
Zeichen verständlich, das Thor zu öffnen, worauf dieser durch dasselbe verschwand.
In einsamer Klosterzelle, mit rothgeweinten Augen, saß Sabine. Sie hatte geweint und wieder geweint, bis der Quell ihrer Thränen versiegt und ausgetrocknet war; sie hatte keine Thräne mehr, die letzten waren dem greifen Vater iu der Heimath geflossen, von dem sie für diese Welt tausend Mal schon Abschied genommen hatte! Welch ein Heer trübseliger Gedanken durchkreuzten ihren armen Kopf und machten die Wallungen ihres jungfräulichen BufenS nur ungestümer! Die 'liebliche Rothe ihrer sonst so frischen Wangen war der feinsten schneeigsten Lilienbläsie gewichen! Ach sie glich jetzt der trauernden Rose beim Abschied von der schönen Jahreszeit, deren letzte Blätter der rauhe Herbstwind mit sich genommen! — Aber das stille Leid, das ihrem zarten Gesicht einen leisen Anflug von Schwermuth gegeben, machte sie nur noch schöner und reizender. Und durste sie fragen, wer all dies Leid über sie gebracht? — Niemand war, der ihr Antwort gab! Sie ward gehalten wie eine Gefangene, der man aus Gnaden das Tageslicht noch beläßt. Ihr einziger Trost war da« Gebet, und gestärkt erhob sie sich au8 der tiefen Trübsal, wenn sie es verrichtet. Oftmals war sie von frohen Hoffnungen erfüllt, wenn der Kummer in ihrer Brust gewaltsam zurückgedräugt und verschlossen war; dann malte sie sich mit den schönsten Farben die Freude der Rückkehr in das Vaterhaus, die Wonne des Wiedersehens mit dem guten alten Vater. —
So waren einige Tage über zwei Monate verflossen, seitdem sich Sabine in den Räumen des Klosters befand. Kein menschliches Wesen hatte bis jetzt den Fuß über ihre Schwelle gesetzt, nur allein die dienende Nonne, welche ihr
toorfen. Ohne Rücksicht auf den Betrag ist die Einbehaltung des ganzen Diensteinkommens zulässig, wenn sie zur Befriedigung der Ehefrau und der ehelichen Kinder des Schuldners wegen solcher Alimente beantragt wird, welche für die Zeit nach Erhebung der gerichtlichen Klage und für das diesem Zeitpunkte vorausgehende letzte Vierteljahr zu entrichten sind. Laufende öffentliche Abgaben sind ohne Rücksicht auf die Höhe des Diensteinkommens einzuziehen. Die Einkünfte, welche zur Bestreitung eines Dienstaufwandes bestimmt sind, und der Servis der Offiziere, Militärärzte und Militärbeamten sind weder dem Abzüge unterworfen, noch bei der Ermittelung, ob und zu welchem Betrage ein Diensteinkommen dem Abzüge unterliege, zu berechnen. Der Wittwenkassenbeitrag kommt bei Berechnung des Diensteinkommens vorweg in Abzug. Für die Abzüge von den Pensionen der vorgenannten Personen nach bereit Versetzung in den einstweiligen oder dauernden Ruhestand gelten die gleichen Bestimmungen. Die vor dem 1. Oktober anhängig gewordenen Abzüge sind nach den bisherigen Bestimmungen des Reglements zu erledigen, sofern nicht die betreffende LandeSgesetzgebung in Gemäßheit des
21 des Einführungsgesetzes zur Civilprozeßordnung Anderes bestimmt.
Trotz aller trüben Erfahrungen soll im Herbst ein nochmaliger Versuch mit dem Städtetag gemacht werden. Wie nämlich dem „Rh. C." geschrieben wird, würden die Vorbereitungen zu dem im September einzuberufenden Städtetag sehr eifrig betrieben. Derselbe werde zuverlässigen Nachrichten zufolge, die „von allen Seiten" ein« laufen, weit stärker besucht sein, als im Mai d. I. Die eigentliche Politik werde vom Städtetag allerdings fern- gehalten werden. „Das Programm desselben wird eben nur in der Stellungnahme der deutschen Städte zu dem Zollprogramm des Fürsten Bismarck, insbesondere zu den Fleisch- und Getreidezöllen bestehen. Es wird auch Anregung zur Bildung eines deutschen Städtebundes gegeben werden, der sich das Streben nach Beseitigung der Zölle auf Lebensmittel zur Aufgabe stellen wird." — Die „Stellungnahme zu dem Zollprogramm des Fürsten Bismarck" ist also nicht „eigentliche Politik" ? Nein, gewiß nicht. Es ist nichts weniger, als „eigentliche Politik", wenn im Städtetage ein Ausschuß von Gemeindevertretungen über die verfassungsmäßigen Gewalten im Reich und im Staat zu Gericht zu sitzen sich anmaßt. Das ist einfach „eigentlich revolutionär".
Dem sehr fortgeschrittenen liberalen Berliner Börsen- courier scheint doch die von Herrn Eugen Richter ausgegebene Parole „wider Bismarck" unter den obwaltenden Verhältnissen wenig praktisch zu sein, wie sich schon in dem Verhalten der „offiziösen" Presse zeige, die die Parole
Speise und Trank brachte; diese aber kam und ging ohne ein Wort auf die Fragen und Bitten der Jungfrau zu antworten, stumm wieder von bannen. —
Zu ganz ungewöhnlicher Zeit wurde eines Abends in der Dämmerstunde die Thür ihrer Zelle geschlossen, und herein trat int bürgerlichen Gewände der Marschall Conrad von Raven, den Sabine auf den ersten Blick erkannte.
„Erschreckt nicht, holde Jungfrau," sprach er mit einnehmender, sanfter Stimme, „ich bin gekommen, Euer Loos, das Ihr selbst Euch bereitet, zu mildern, ja selbst, wenn Ihr Euch fügen lernt, ganz aufzuheben! Euer einstiger Wunsch, den Schleier zu nehmen, ist erfüllt; Ihr gelobtet dem Abte AnselmuS durch Wort und Handschlag nicht zu weichen vom Pfade der Tugend, wie weit Ihr diesem Versprechen nachgekommen, legt die Hand aufs Herz und fragt Euch selbst. — Monate noch habt Ihr zu bestehen, ehe die Probezeit zurückgelegt ist, und wahrlich, es gehört eine eiserne Festigkeit dazu, abgeschlossen von der Welt, hinter büftern Mauern die rosige Zeit der Jugend zu vertrauern. Noch ist eS Zeit, noch trat bas Gift nicht über Eure Lippen! Ein Wort von Euch, — und die Schranke ist gebrochen, die Euch der Welt und ihrer Freuden entzog! Fern von hier im gesegneten reichen Lande liegt die stolze Burg meiner Ahnen, die ich mein eigen nenne. Eine liebende Mutter erwartet mit Sehnsucht den Sohn, der von ihr zog, um Kriegshandwerk und Hofleben sattsam kennen zu lernen; mit welcher Freude würde sie den Sohn empfangen, wenn er zurückkehrte und Euch, holde Jungfrau, als den schönsten Preis seiner Irrfahrten mitbrächte? Eine zweite Mutter würde sie Euch fein und mit inniger Siebt die Tochter empfangen! — Trefft daher eine Wahl zwischei buntelen Klostermauern unb einer golden glänzenden Zu