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Sr. 183.

Marburg, Donnerstag, 7. August 1879

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«yeigen nimmt entgegen: ^Srpedition d.vlattes, iMi dÄnnoncen-Bureau; Mi Lb. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Mrich in Frankfurt a.M.; N^senstein & Bögler in Ditfurt a- M., Berlin, Leipzig, Löln ic.; Rudolf Asffe in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

(Olicrljeffifflic jcitmig.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d.vlattes sowie b. Annoncen-Bureaur von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hennann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

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tlflh^ au^ w ben ®onn- Feiertagen. PrerS für das Quartal m,t der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'fche

Buchdruckerer) bezogen 2, Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 «so

M in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

Mr die Monate August und September u werden von allen Postanstalten BesteKrmge« mf die

Bberhessische Zeitung

mit deren Gratisbeilage

MustrirteS Sonntagsblatt

(«genommen.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

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. zy>, A großen nußbaurnholzenm Lehnsessel und gab sich seinen r85,N ^Nken hin.

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irr Eingangszölle für die darin betroffenen Artikel gefaßt smi mußten und hiernach ihre Versendungen und Bezüge ewrichten könnten, so daß besondere Billigkeitsgründe für Xe Gewährung des nachgesuchten Zugeständnisses nicht an* Mrkennen seien.

so. — etour- preise mpfer igiere. 4 gellt a/RL ag'-l keii* iller

3.

Der Abend des folgenden Tages war hereingebrochen.

Tage-dericht.

Auf einige Gesuche wegen Gestattung der Wiederaus- ichr resp. Rückerstattung deS bereits erlegten Zolles von Aaren, welcke noch nach dem alten Zolltarif verzollt, Mr über die Grenze gebracht worden waren, während die Atze des Tarifs bereits in vorläufige Hebung gesetzt ,i waren, hat, wie die „Kiel. Ztg." berichtet, der Finanz- nmister dahin eine Entscheidung getroffen, daß er Bedenken tragen müsse, die Wiederausfuhr von solchen Maaren, velche nach dem Zeitpunkte des Inkrafttretens der durch die Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 5. und 6. Zull d. I. vorläufig in Hebung gesetzten Tarifsätze noch nach den Sätzen des Zolltarifs vom 1. Oktober 1873 ' abgefertigt und in den freien Verkehr gesetzt worden sind, «it der Wirkung zu gestatten, daß vou der nachträglichen Anzahlung der nach den jetzt gültigen Tarifsätzen sich be- rrchnenden Zollbeträge abgesehen und die Erstattung der nach den früheren Tarifsätzen erlegten Zollbeträge gewährt

Rom, 1. August. Der neuernannte Nuntius für «nirni, Roncetti, wird die Bestimmungen bezüglich eines vivendi zwischen dem Vatican und Deutschland

»nde. Durch ein Zugeständniß, heißt eS in dem Erlaß °“ne der Finanzministers, würden die Wirkungen des Sperr- zesches wesentlich abgeschwächt werden. Auch komme in Lcttacht, daß die Betheiligten seit der Publikatton der sherrgesetzes auf den alsbaldigen Eintritt anders normir-

Die Priuzeffi« vo« Zwei-Brücke«. ..';!i.

Novelle von Rud. Wellnan.

(Fortsetzung.) , ‘4?

A , Der Marschall war aufgestanden; nach kurzer Pause sagte er:

„Meine Zeit ist gemessen; heut Abend beim festlichen j ^age wird sich wohl ein Stündchen finden, wo wir mit- ^»nen plaudern und das Nähere besprechen können. — । noch eins, Herr Abt, wie weit rechnet man von hier l61* ^Halberstadt? Wird'S wohl in einem Tage zu erreichen —, „Der Schnelligkeit Eures RoffeS habt Jhr's zu danken, ld > Ihr'« vor Tagesanbruch erreichen wollt," erwiderte NN P ^selmus.

. „Schon gut, und nun hochwürdiger Herr, gehabt Euch M! Auf Wiedersehen, heut Abend! —Morgen wird das ver» ^gestück ausgeführt!" sprach der. Marschall, dem Abte s-A Hand bietend, die dieser mit sichtlichem Wohlbehagen [21? > Augenblick festhielt und dem Marschall einige Worte ins Ohr flüsterte, dann setzte er laut hinzu: , „Nehmt die Mahnung zur Vorsicht, Herr Marschall, V~*> 186 des unverbrüchlichsten Stillschweigens mit Euch!"

. „Bedurfte kaum der Erinnerung, Herr Abt," erwiderte Marschall im Abgehen, „unter diesem Koller liegt [220* Inches Geheimniß schon begraben!"

^.Als Konrad von Raven sich entfernt, schloß der Abt AAnius abermals die Thür des Zimmers, warf sich in

Die von einem belgischen Blatte gemeldete Nachricht J-2^ die in Aussicht stehende Beilegung des Culturkampfes Ärd in ähnlicher Weise auch von mehreren anderen Stellen j Fracht, und zwar vom österreichischen „Correspondenz- 2 Bureau" und von der französischen „Agence-Havas", ohne Xirum an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Die Meldung fts „Correspondenz-Bureaus" lautet:

überbringen. Bevor sich derselbe nach München begiebt, oder bald nach seiner Ankunft dortselbst, wird er eine Zu­sammenkunft mit dem Fürsten Bismarck haben. Man versichert, der fragliche modus vivendi sei mit dem Fürsten Bismarck vereinbart worden, und es handle sich mehr um die Auswechslung der Unterschriften. Als Grundlagen des modus vivendi bezeichnet man: 1) Das Aufgeben der Anwendung der Disciplinargesetze unter Annahme des Status quo seitens des Vatikans bis zur Revision der Maigesetze. 2) Die Rückkehr der Bischöfe und des Klerus auf ihre Sitze, nachdem dieselben versprochen haben werden, sich den rein bürgerlichen Vorschriften zu unterwerfen, welche nicht den canonischen Gesetzen zuwiderlaufen. 3) Die unbehinderte Ausübung ihres geistlichen Amtes seitens der Bischöfe und des Klerus gegen das Versprechen derselben, die Ruhe bes Staates nicht stören zu wollen. Die beiden Theile willigen ein, die Maigesetze zu revidiren, sobald der geeignete Zeitpunkt gekommen sein wird. Die Frage der gegenseitigen diplomatischen Vertretung wird für den Mo­ment bei Seite gelassen. Außer Ledochowski haben noch mehrere andere verbannte Bischöfe, nachdem sie den Rath des Vatikans eingeholt, um die Erlaubniß nachgesucht, auf ihre Sitze zurückkehren zu dürfen. *

Das katholische Blatt „Germania" spricht diesen Nach­richten alle Richtigkeit ab und äußert sich darüber wie folgt: „Wenn wir einerseits schon in den angeblichen Grundlagen der Verständigung Widersprüche entdecken, können wir andererseits auch nicht glauben, daß der heft. Stuhl sich mit einer Revision der Maigesetze begnügen werde, deren Zeitpunkt auch nicht einmal annähernd be­zeichnet wird; eine bloße Außercours^etzung der Maigesetz­gebung — angenommen, daß der Staat sie zugesteht — würde die Gefahr künftiger Conflicte stets involviren [und es vollständig in die Hand der Regierung geben, die Kirche wiederum in Fesseln zu legen, sobald maßgebende Einflüsse dies verlangen sollten. Der heil. Vater will aber bekannt­lich einen wahren, dauerhaften Frieden der Kirche sichern, und nicht einen vorübergehenden Augenblick der Ruhe."

Die „Agence HavaS" läßt den französischen Blättern folgendes Telegramm zugehen: „Herr Ledochowski hat von dem deutschen Kaiser die Genehmigung erbeten, nach Posen zurückzukehrcn." Ebenso meldet eine Depesche deS „Standard" aus Rom, der Cardinal Ledochowski habe auf Vorschlag des Papstes die preußische Negierung um Erlaubniß zur Rückkehr in seine Diöcese ersucht und sich in der betreffenden Eingabe als treuer Unterthau des Kai­sers erklärt. Von den übrigen Bischöfen stehe derselbe Schritt zu erwarten. — Alle diese Nachrichten sind zwar mit großer Vorsicht aufzunehmen, zeigen aber doch, daß bereits überall eine friedlichere Stimmung einzukehren beginnt. _______

Sabine, die nunmehrige, durch die Stimme des Volks er­höhte Prinzessin von Zwei-Brücken, hatte sehnlichst die nächtliche Stille herbeigewünscht, um noch einmal das Ge­schaute und Genosiene an ihrer Phantasie vorübergehen zu lassen und die ernsten und heiteren Klänge des schnell ver­rauschten festlichen Tage« noch einmal zu empfinden. — Sie hatte dem Vater vom gestrigen Tage Alles mitgetheilt, was er noch zu wissen bedurfte, um ihre Freude theilen zu können. Sie hatte ihm nichts verschwiegen, jedes an sie gerichtete Wort wiederholend. Eins aber schien sie doch vergessen zu haben, nämlich, daß auch sie in die Reihen der Tanzenden sich gemischt und daß ihr erster Tänzer ein galanter, seiner junger Herr in glänzendem Kostüm gewesen sei, dessen flammendem Blicke sie mit Gewatt sich habe ent­ziehen müssen! — Nun ja, Sabine hatte es vergeffen, und wir wollen es ihr nicht verargen.

Nachdem das Abendgebet verrichtet war, wünschte sie dem Vater eine gute Nacht und begab sich dann auf ihr Kämmerlein; sie hatte heute noch ein besonderes wichtiges Geschäft zu verrichten, sie mußte für die begangenen Sünden den Vater droben um Vergebung bitten.

Eben wollte sie niederknieen,als plötzlich die melodischen Töne einer Laute an ihr Ohr drangen, sie trat zum Fenster nachdem sie das Licht gelöscht, und ihr scharfes Auge ge­wahrte einen kleinen Nachen, ans welchem jene Töne kamen. — Eine schöne, sanfte Männerstimme sang das folgende Lied:

„Deffne, Herzensmaid, die Pforte, Laß mich in Dein Kämmerlein; Es bedarf ja nur zwei Worte, Und ich will Dein Sllave sein! Redlich mein' ich es mit Dir, Komm, mein Liebchen, öffne mir!

Die „Deutsche volkswirthschaftliche Correspondenz" er­örtert die Frage, ob nicht auf weitere Steuerquellen zu­rückzugreifen sei, und schreibt u. A. Folgendes: „Die so schwer belasteten Besitzer von Immobilien haben vollstän­dig Recht, wenn sie ausmersam darauf machen, daß das mobile Vermögen sich bisher der Besteuerung vielfach ent­zogen hat. Die Einführung einer Coupons- und Börsen­steuer ist einerseits ein Erforderniß ausgleichender Gerech­tigkeit, andererseits wird sie den soliden Jmmobilienrredit heben gegenüber dem vielen int Actiengeschäfte vorkommenden Schwindel. Wenn beim Verkauf von Immobilien eine «Ltempelabgabe von 1 Procent des WertheS und bei der hypothekarischen Belastung eine solche von 3/10 Procent des Darlehens erhoben wird, wenn ferner bei jeder Session eine Stempelabgabe nothwcndig ist, so begreift man in der Thal nicht, weßhalb jährlich an der Börse ein Besitzwechsel von vielen Milliarden vorgenommen wird ohne Abgabe an den Staat." — Die „Börsen - Zeitung" und auch andere Blätter halten eS für ziemlich sicher, daß dem Reichstage in seiner nächsten Session ein Gesetzentwurf, betreffend Einführung einer Börsensteuer, zugehen werde. Nach dem zur Börsensteuer-Vorlage von 1878 aufgestellten Berech­nungen würde diese Steuer etwa 5 0z Millionen Mark einbringen. — Die „Vossische Zeitung", die natürlicher­weise für die Steuerlosigkeit des Börsenhandels ist, meint, daß die Einführung außer aus andern Gründen sich auch darum nicht empfehle, weil sich die Steuer leicht umgehen lasse. Es würde sich, sagt das Blatt, gar nicht oder nur schwer bewerkstelligen lassen, von den ausländi­schen Werthpapieren eine Couponsteuer zu erheben, ohne jedes einzelne Bankgeschäft einer beständigen Controle zu unterwerfen, und die Erhebung einer Steuer von Coupons, welche von Bankgeschäften zum Wechselcourse eingelöst und gegen Wechsel ins Ausland zur Einziehung abgegeben werden, würde mit großen Schwierigkeiten verbunden fein. — Wie die angedeuteten Schwierigkeiten zu heben sind, das können wir wohl ruhig unseren Finanz- und Steuer- Beamten überlassen.

Die „Tribüne" giebt nachstehender Verdächtigung des Kultusministers Raum: Es wird für wahrscheinlich ge­halten, daß der Abg. Dr. Wehrenpfennig seine Mandate aufgiebt. Als vortragender Rath im Unterrichtsministerium dürste es ihm schwer werden, seine volle Freiheit und Un­abhängigkeit als Abgeordneter zu wahren. Herr v. Putt­kammer scheint nicht der Mann dazu, das Beispiel des verstorbenen Grafen Schwerin-Putzar zu befolgen, bet als liberaler Minister des Innern die konservativen Beamten seines Vorgängers, des Herrn v. Westphalen, ruhig fort- wirthschaften ließ. Herr Geheimrath Dr. Wehrenpfennig wird dem nationalliberalen Blatte wenig erkenntlich dafür sein, von demselben in dieser Form zum Angriffe wider ..... - - । ।

In des weiten Schlaffes Hallen Führ' ich Dich als Herrin ein;

, Komm, laß Dir's bei mir gefallen, Stille meines Herzens Pein!

Deffne, horch — im wilden Sturm Tönt die Glocke Elf vom Thurm!" —

Es trat eine Pause ein, während welcher Sabine dem Fenster näher getreten war. — Der Mond mit seinem Silberschimmer beleuchtete magisch die Scene. Schüchtern und fast als ob sie eS nicht wagen durste, hatte daö Mäd­chen den weißen Linnen-Vorhang gelüstet, und gewahrte zu ihrem Schrecken, daß der nächtliche Sänger unter ihrem Fenster, der Marschall Konrad von Raven, der Schenk des Markgrafen, ihr erster galanter Tänzer bei dem Gelage in der Bischofsburg war. Eben hatte er wieder mit kundiger Hand den kleinen Nachen, den die brausenden Wellen zu toeit entfernt hatten,, unter das Fenster zurückgebracht, als er die Laute, die während dem an einem Bande hängend, aus seinem Rücken geruht hatte, wiederum ergriff und mit bezaubernder Stimme die noch folgenden Verse sang:

„Liebchen, komm, mach auf die Pforte, Höre, wie der Nachtwind tobt;

Und vernimm die süßen Worte, Die mein Mund Dir angelobt: Höre nicht des Vaters Wort Komm und eile mit mir fort.

Markgraf Otto auch läßt grüßen, Bat auch lieb die Fischermaid! tänd er noch auf Freiersfüßen, Hätt er selbst um sie gefreit!

Komm, fein’« Liebchen, öffne bald — Grausig ist die Nacht und kalt!" —

Die letzten Töne deS Gesanges waren verklungen; Sa­bine zitterte am ganzen.Körper und war auch bereits beim