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Marburg, Mittwoch, 6. August 1879
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Zusammen f.Reichsst.v. 198,081,130 TZ. zu 16,323,520 TZ.
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29,327,480 TZ,
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er Wen für Erhebung der Zölle und gemeiuschastlichen ' LechrauchSstcuern als auch von den bestehenden ZolOEin-
ilchlungen entwirft.
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Hoffentlich nehmen nach dieser aus fachkundiger Feder herrührenden Darstellung das „TZarb. Tagebl." und andere „fortschrittliche Wätter" Veranlassung, den selbst abgedruckten Satz: „in dem Decemberbrief des Kanzler- war sogar auseinandergesetzt, daß das bisherige Personal mit der Vermehrung und Erhöhung der Zölle nutzbar gemacht, also mit dem neuen Zolltarif der Procentsatz der Erhebungskosten ermäßigt werden könne" — als baare Münze an und benutzen ihn nicht zur Täuschung des Publikums.
Eine Vermehrung des Personals an ErhebungS-Be- ten und Exekutoren wird jedoch in geringem Maße aus
sichte. Der stolze, muthige SchweißfuchS bW»te sich stand auf den Hinterfüßen, seine Rüstern standen weit und das Thier zitterte an allen Glieder», jede MuSkel in krampfhafter Bewegung. Der Marschall, rin ge= ^dter Reiter, suchte vergebens seinen Fuß in den Steig- zu setzen, die raschen Wendungen des LhiereS ließen ? nicht dazu kommen, doch hielt er sich mit gewandter ^rlegcnheit im Sattel und setzte dem Pferde die ner- *$cit Schenkel in die Weiche», daß ihm der Athem zu schien. Konrad von Ravens Gesicht war mit /Hmblässe überzogen und um diese nicht zur Schau zu ?8en, ließ er das Visir seines Helmes fallen. Nicht so war das edle Thier wieder zur Ruhe zu bringen;
drohte eS, mit seinen Vorderfüßen bi seiner gebäumten in den Wagen der Markgräfin zu stürzen, all ** bereits abgestiegene Ritter von Buch die herabhängen-
Die Prinzessin von Zwei-Brücke«
Novelle von Rud. Wellnau.
(Fortsetzung.)
den Zügel ergriff und eS zttternd wie Espenlaub zum Stehen brachte. L>cheu war dir Menge ringsumher bei Seite gewichen und hatte Platz gemacht. Sabine aber, die dem Pferde zunächst gestanden, sah man von einer Ohnmacht befallen, in den Armen ihrer Freundinnen, die sich vergeblich bemühten, sie wieder zu sich bringen; ein jäher Schrecken hatte sie ersaßt. Die Markgräfin raunte der Frau von Steinmetz einige Worte in's Ohr, worauf diese den Wagen verließ, sich durch die Menge Bahn brach und dir todeSmatte Jungfrau mit Hülfe ihrer Freundinnen auf ihren Platz im Wagen niedcrsetzte; die Freifrau stieg ein und der Zug bewegte sich in ungestörter Ordnung weiter; all derselbe dal Thor passtrt war schloß die Geisllichkeit stcb ihm au. — Der Abt Anselmus erkundigte sich ange- legenüich nach der Ursache des bewußtlosen Zustande- Sa- hinrns; diese war jedoch bald wieder durch daS ftohe Jauchzen der Menge aus ihrer Ohnmacht erwacht und erstaunte nicht wenig, da sie sich in dem Wagen der Markgräfin sah.
DqS laute Getümmel aus der Straße, machte die Worte der Freifrau, an Sabine gerichtet, unverständlich, und so ließ sie es denn bei den ihr zugeworfenen Blicken bewenden. Als Sabine sich vollkommen erholt, war es ihr gar nicht unangenehm sich im Wagen zu befinden; war es chr doch nun vergönnt, wenngleich auf eine für sie bis jetzt unerklärliche Weise, die veranstalteten Empfangsfeierlichketten mit Muße in Augenschein zu nehmen, herzliche Theilnahme der Markgräfin Hedwig an der Freude der guten Magdeburger aul ihren Blicken zu lesen. Angekommen auf dem Marktplatze, ritt der Marschall Konrad von Raven an den Wagen und sprach mit cheilnehmender sanfter Stimme:
„Verzeiht, edle Jungfrau, d-ß ich die Ursache Enni
hinzu, so ergiebt sich eine Gesammte Einnahme an indirecten Steuern in
zur Controle
454 Ober-Grenz- und Ober-Steuer-Controleure
5532 Grenz- und Steuerauffcher und
168 Schiffer, Bootsleute rc. .
außerdem
370 Amtsdiener, Gewichtssetzer und andere Unterbeamte.
-.»eigen nimmt entgegen: zir Expedition d.vlattes, d.Slnnvncen-Bureouk jsn Th. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; LH. rietrich in Frankfurt a.M.; baisenstein & Bögler in xrrnkftrrt a M., Berlin, ikchW. G8(n rc.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank- furt M. ic.
Tagesbericht.
Der „Reichsanzeiger" schreibt: Se. Maj. der König hat, um Seiner Anerkennung der treuen Dienste, welche Ihm und der Monarchie der Staatsminister Falk in seinem bisherigen Amte mit aufopfernder Hingebung unter schwierigen Verhältnissen geleistet hat in der Familie forte erbende Erinnerung zu geben, dem einzigen Sohne des Ministers Falk den Adel verliehen.
Der „Rcichsanzeiger" publicirt die Ernennung de- Feldmarschalls v. Manteuffel zum Statthatter von Elsaß- Lothringen, und de- seitherigen UnterstaatSsecretärS Herzog zum Staatssecretär des Ministerium- für Elsaß-Lothringen mit dem Range eine- Staatsministers und dem Prädikate „Excellenz". Zu Unterstaatssecretärrn und AbtheilungS- Vorständen sind ernannt: der Geh. Oberregierungsrath v. Pommer-Esche für Innere-, Kultus und Unterricht, General-Aevokat v. Puttkamer (Kollmar) für Justiz und der bayerische Ministerialrath Mayr für Finanzen und Domänen.
oder auf 8,24 pCt. Rechnet man den obigen Einnahmen Preußen- aus den Reichssteuern den Antheil deffelben an der deutschen Wechselstempelsteuer, sowie die übrigen für alleinige Rechnung Preußen» zur Erhebung kommenden (Steuern im Ge- sammtbetrage von 29,327,480 TZ.
Den Hauptämtern sind untergeordnet
a. zur Erhebung: . . ..
810 Neben-Zoll-Aernter I. Klaffe, Unter-Steuer- und Salzsteucr-Aemter,
275 Neben-Zoll-Aernter II. Klaffe und ©teuer« Recepturen;
Rübenzuckerst. von 48,361'170
Salzst. von
unerwartet trauriges Ende nehmen können. Ebm hatte L jar Marschall sein Roß wieder bestiegen, al» ein donnern- Tusch von sämmtlichen Musikchören ertönte und dem - Marschalls einen ungewöhnlichen Schreck ver-
Preußen von 227,408,610 TZ.
welchen an den Verwaltungskosten zusammen 21,478,300 M oder 9,45 pCt. gegenüberstehen.
Obige Zahlen beweisen die Unrichtigkeit der Behauptung, daß die Branntwein- und Brausteuer sowie andere Steuerarten im Verhältniß zum Ertrage nicht entfernt soviel Erhebungskosten erfordern als die Zollerhebung; ja es wird bei Verdoppelung der Zolleinnahme gerade das Gegentheil eintreten, da wegen der Zollerhöhungen eine Vermehrung des Abfertigungspersonals höchstens an einzelnen Haupthandelsplätzen mit der Zeit sich al- noth- wendig erweisen möchte, weil die staffelsörmigr Eintheilung gewisser Tarifpositionen z. B. bei Garnen und Geweben einen größeren Zeitaufwand bei Classificirung der Maaren erfordern.
Was nun die in dem fraglichen Arttkel ganz unrichtig dargestellte Eintheilung der Behörden und Beamten der indirecten Steuerverwaltung betrifft so wollen wir solche nachstehend in richtiger Form aufführen.
In Preußen sind vorhanden, incl. der zum größten Theile mit preußischen Beamten besetzten zollvereinsländischeil H-mptzollämter in Hamburg, Lübeck und Bremen, zusammen 128 Haupt-Zoll- und Steuer-Aemter, an welchen als Mitglieder:
128 Ober-Zoll- resp. Ober-Stener-Jnspektorrn,
128 Hauptamts-Rendanten,
16 PackhofS-Vorsteher, , '
128 Hauptamts-Controleure
und als Hülfsbeamte:
78 Revisions-Ober-Controlenre und ; >.- --
666 Hauptamts-Assistenten
fungiren.
In dem StaMhaushaltSetat für 1879 80 sind die Erhebungs- und Verwaltungskosten in Preußen veranschlagt: 1. für Zölle von 68,330,700 TZ. ---------
2. ‘
3. 4.
5. „ Branntweins!, von 46,428/220
6. „ Braust, von
7. „ Spielkartenstempelst. v. 706(000
zuv« t bei
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte» f owie d. Annoncen-Bureauk von G L. Daube & Co. in I Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Belin; SB. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in i Bremen.
lr & Der ganze festliche Akt erregte große Sensation bei den hkirch ""Gcburgern und bildete neben dem Einzüge des Mark- —j ^en wochenlang das Gespräch des Tages. Sabine aber, lvB ^einfache Fischermaid, nannte man von Stunde ab, so Mi» Mr gedacht und erwähnt wurde: „Die Prinzessin von d, -Ndei-Lrücken."
u ™ » Wie aber fetten eine Freude rein und ungetrübt uns [21Prgebolen wird, so hätte auch diel harmlose Spiel bald
Ersckemt täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlicken Beilaae tliifteirM ZZ* m.
«uchdruckerei) bezogen 2k »ar» durch die Post-rn^r °deS Deutsches Reiches 2 Mar» SOgefSe«^® 10 «f» 5ftr tn der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet. ” ■
t i «derem Grunde. und zwar deshalb nothwendig werden, andell »ach einem neuerdings gefaßten Beschluß mit dem . mt»6 Eintreten der neuen Gerichtsorganisation vom 1. Octbr. »erfaui 3- an die Erhebung der Gerichtskosten auf die Kaffen : indirecten Steuerverwaltung übergehen soll. Daß das .Kpn iieherige Zollpersonal auch bei Vermehrung und Erhöhung Zölle meist als ausreichend anzusehen ist, läßt sich __Hon dadurch nachweisen, daß die in dem Tarif vom 15, xf,i M d. I. neu eingeführten Zölle auf Gegenständen ruhen, U|U ^Ilhe fast ausnahmslos bereits nach den Zolltarifen von , wi< Wo resp. 1865 mit einem, wenn auch theilwcise niederen, mciiii Me belastet waren. Das seitdem nicht vermiitderte . Jii Personal, wird somit auch künftig ausreichend sein, denn rtsve« * beruht nach Einführung der Goldwährung auf Ein- [214! «Ibung, wenn man vermeint, die Erhebung eines höheren -7—7: Mes z. B. auf Rohtaback nach dem Satze von 85 TZ. tn « ^rf^che erheblich mehr Mühe als die nach dem bis- Origen Satze von 24 TZ.
Die „Nord. Allg. Ztg." hat, wie mitgetheitt, dem fortschrittlichen Rufe „Fort mit Bismarck"gegenüber die Frage aufgeworfen, wen dann die Fortschrittsmänner an Bismarck'» Stelle haben wollen, dazu bemerkt die „Poft": Wir wollen dem Fortschritt unsererseits dieselbe Ehre erweisen und unS mit der Antwort beschäftigen, die er der öffentlichen Meinung schuldig ist. Treffen wir das Richtige, so braucht der Fortschritt bloS ja zu sagen. Also: Wir glauben, der Fortschritt wird antworten, daß er einen neuen Kanzler Schreckens war: ich rechne den Augenblick, wo Ihr wieder zu Euch gekommen seid, zu den schönsten meine« Leben-!*
Sabine dankte mit anmuth-voller, graziöser Bewegung ihre- schönen Köpfchens und wollte eben antworten, alber Marschall seinem Pferde die Sporen gab und umlenkte zu seinen Genossen.
Nach Verlauf einer guten Stunde war endlich der Zug in der Bischos-burg angelangt, wo der Erzbischof Erich das hohe Paar mit wahrhaft brüderlicher Liebe empfing und in die bereit gehaltenen Gemächer führte. Der Abt Anselmus drängte sich durch die Menge, sein funkelndes Auge suchte Sabine; diese aber war schon unter der Obhut der Freifrau von Steinmetz verschwunden und mit in die Zimmer derselben abgesttegen. Die Volksmenge zerftreute sich alttnälig nach allen Punkten, Jeder den Eindruck del Genossenen mit sich nehmend. Die Fahnen und Standarten der verschiedenen Gewerke wurden an ihren Aufbewahrungsort zurückgebracht und man sah es bald nur noch den geschmückten Häusern an, daß heute ein Festtag sei.
Ich aber muß meine Leser, bevor ich diesen Abschnitt schließe, noch in das Zimmer eines ManneS-führen, der unS bereit- an» dem Vorhergehendem bekannt ist, und dessen frömmelndes Wesen wir näher beleuchten müssen.
El war um die Mittagsstunde, gerade um die Zeit, da Sabine zu der Markgräfin berufen worden, als der Abt Anselmus in seinem Zimmer mit heftigen Schritten auf- und abging; sein wilder Blick verrieth die Leidenschaften, die sein unreines Innere durchtobten, und das unstäte Auge war durch da- halboffene Fenster nach der Bischofsburg gerichtet, als schien er von dort die Befriedigung seiner leidenschaftlichen Wünsche zu erwarten. Ost stand er auf Augenblicke still, gleichsam überlegend, und
Zur Berichtigung dieser, offenbar in der Absicht einer änltd^K^un9 beS unkundigen Publikums zu Gunsten jener "tl A Falle gekommenen Partei, in die Oeffentlichkeit ge» ttaut Mten Uebertreibungen und Entstellungen, können wir Mem MB gutunterrichteter Seite die Mittheilung bringen, daß höri«> Ä6er im Reichskanzler-Amt ein bedeutender Zuwach- an ; " Mpersonal beabsichtigt, noch daß ein solcher für die Durch- Hrung des neuen Zolltarifs erforderlich wird.
*ür die Monate August und September ö werden von allen Postanstalten Bestellungen auf die
Dderhessische Zeitung
mit deren Gratisbeilage
ZllustrirteS Sonntagsblatt
angenommen.
__________Die Sxpeb. d. vberh. Zeitung.
Die «oste» der neue» Zollerhebung.
Unter dieser Ueberschrist brachte das „Marburger Tageblatt" in seiner Sonntags-Nummer einen der „H. Ztg." entnommenen, unverkennbar der Feder eines Anhängers der Laskerschen Aera entflossenen Artikel, welcher anläßlich irr Durchführung des neuen Zolltarif- einen Zuwachs an Zollbeamten - Personal in der Kopfzahl eines Armee- bnps (!) als erforderlich bezeichnet und ein unrichtiges SiU sowohl von dem auf Preußen entfallenden Thett der