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Marburg, Sonntag, 3. August 1879

xiv. Jahrgang

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welche sich bereits

Meldung der Di« Bqiehungen

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und sprach: Verzaget nicht! Gott hat Euch schwer i, indem er das liebende Weib von Euch genommen;

Präsident Simson will die feierliche Eröffnung des Reichsgerichts zu einer großen nationalen Feier gestalten. Es sollen sich daran die Justizminister der größeren Bun­desstaaten, Deputationen von Gerichten, die Leipziger Uni­versität in corpore rc. betheiligen. — Von den beim Ober­tribunal in Berlin beschäftigten Anwälten gehen alle bis auf den Justizrath Simson an das Reichsgericht nach Leipzig.

Herr v. Bennigsen hat, wie das „Berliner Tageblatt" erfahren hat, dem Centralcomite der nationalliberalen Partei brieflich angezeigt, daß er kein Mandat für das Abgeord­netenhaus annehmen werde. Von einem gänzlichen Ver­zicht auf seine parlamentarische Thättgkeit ist in dem Schreiben Bennigsens nicht die Rede, speciell auch davon nicht, daß er sein Mandat für den Reichstag niederzulegen beabsich­tige. Nun werden die Zeitungen doch zufrieden sein, die jetzt schon acht Tage darüber gejammert haben, daß Herr v. Bennigsen der parlamentarischen Thätigkeit entsagen und di« nationalliberale Partei sprengen oder vielmehr ihre Führung dem fortschrittlichen Theile derselben überlasten Wolle.

n & »oder in a- M., Berlin, ; Rudolf

älteren Landestheilen Verwendung finden, in der Verwaltung bewährt haben."

er wird auch wiederum die Wunde, die er Euch geschlagen, zu heilen wissen. Sehet da, Euer Kind, ist'S nicht der Mutter Abglanz, ist'S nicht ihr Ebenbild, das sie Euch zurückgelassen? Und Ihr wolltet schier verzagen? — Blickt hin auf den Gekreuzigten, er allein kann Trost Euch durch sein Vorbild verleihen! — Da hob Dein Vater zu sprechen an: Ach Nachbarin, gern würde ich mich getrösten und beruhigter in dem Willen GotteS sein, wenn nur das Kind, mein einzig Kleinod, um einige Jahre älter wäre! Wer soll daö Mägdlein warten, pflegen und erziehen? Wer soll sie warnen und in der Furcht deS Herm wandeln heißen? Ach, nur eine Mutter, wie die dieses Engels, konnte ein« solche Aufgabe lösen. — Nicht doch Gevatter, tröstete ich. Eure Sabine soll an mir eine zweite Mutter finden, an meinem Herzen, in meiner Liebe soll sie emporblühen, ich will sie unterweisen in der heiligen Schrift und nach meinen schwachen Kräften belehren, und wenn die Stürme des Erdenlebens mit allgewaltiger Kraft zu toben beginnen, will ich ihr mtt meiner Liebe ein sicherer Port sein, da­rinnen sie getrosten MutheS Anker werfen kann. Und, fuhr die Kranke leiser fort, ob und wie ich'S gehalten, frage Dein eigenes Herz; erfülle nun die Bitte Deiner zweiten sterbenden Mutter und gieb mir Antwort auf meine Frage. Hat Dein Herz schon eine Wahl getroffen, oder willst Du unfern Basttan, der Dir mit Leib und Seele ergeben, folgen zum Altäre, und mit ihm Hand in Hand daS Gelübde ewiger Treue und Liebe vor Gott abzulegen?"

Die Kranke schwieg erschöpft und es trat eine Panse tiefen Stillschweigen« ein, während welcher die Kranke sich begnügte, ihr mattes Auge bedeutsam ans Sabine ruhen zu lassen, welche aufgestanden und einige Schritte zurückgetreten war und während der letzten Worte ihre kleine Lilienhand

Tsge-bericht.

Die „Post" schreibt: „Die Wiederwahl des Staats-

Die Prinzessin von Zwei-Brücke«.

Novelle von Rud. Wellnau.

(Fortsetzung.)

Ueber die Einrichtung der Statthalterschaft in Elsaß- Lothringen veröffentlicht die „Straßburger Ztg.": „Die Uebernahme der Statthalterschaft von Elsaß - Lothringen feiten« General - Feldmarschalls Freiherrn v. Manteuffel wird, wie wir erfahren, nunmehr definitiv zum 1. Sept, d. I. erfolgen. In dem Reichskanzler - Amt für Elsaß- Lothringen werden jetzt mit aller Energie alle Vorberei­tungen für diese Eventualität getroffen, und obgleich die definitive Ernennung des Marschalls für diesen hohen Posten noch nicht erfolgt ist, so finden doch schon jetzt Be­sprechungen und Verständigungen zwischen diesem und dem UnterstaatSsecretär Herzog statt, welche sich, wie wir hören, namentlich auf die innere Organisation der neu zu schaffen­den Unterbehördeu und auf das Personal beziehen, welches bei demselben Verwendung finden soll. Wie wir hören, dürfte eine ganz erhebliche Zahl von solchen Personen An­stellung finden, welche aus den Reichslanden selbst gebürtig sind, und nur in den hervorragenden Stellungen dürften Personen aus den älteren Landestheilen Verwendung finden,

Erscheint tä^ich außer Anden Wecktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrtrteS SonntagSdlatt" durch die Expedition ltkoch'fche Buchdruckerei) bergen «art, bur* He Postämter deS Deutschen Reiche- 2 «art 50 Pfg texcl. Bestellgebühr, -^sertionsgebchhr für He gespaltene ZeUe lO Pf, 5ttr in der Expedition zu eckhellende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

Die Kranke hatte mit Sabinens Hülfe «ine sitzende = Bette angenommen, und nachdem sie zu ver-

x'Site nen in das Veilchenauge Sabinen« geblickt, sie mit matter, aber vernehmbarer Stimmme zu

£kür die Monate 21 u g u ft und September u werden von allen Postanstalten Bestellungen Ms die

Dberhefsische Zeitung

mit deren Gratisbeilage

rli, 2163 pprs. *■

„Polit. Corresp." aus Konstantinopel.

, . „ zwischen der Pforte und Aleko Pascha sind gespannt. Die Verstimmung ist zurückzuführen auf die Weigerung der Pforte, die Ernennung mehrerer ost- rumelischer Funttionäre zu bestätigen. Andererseits soll Aleko durch sein Verhalten in Angelegenheiten der Re- patriirung der ostrumelischen Mvhamedaner der Pforte Anlaß zu Unzufriedenheiten gegeben haben. Der Verkehr

. »Doch höre weiter; einst, als Deine gute Mutter da« gesegnet hatte, al« ihre letzten irdischen Ueberreste st, " ttk Achter Erde eint Ruhestatt gefunden hatten und wir [T^enben heimkehrten , um Deinen trauernden Vater kosten^ da trug ich Dich auf meinen Armen ihm ent-

»Sabine, gute«, beste« Kind, e« sind vielleicht noch ^ige bange Stunden, di« ich im irdischen Thränenthal zu Itlll 3 habe! Darum reiche mir Deine lieb« Hand und . hiimm die letzte Bitte einer sterbenden Mutter: Einst, r F - Du noch ein Kind, am Gängelbande geleitet wurdest, ^mmte Elternliebe schon über Dein derrinstigr« Schicksal, 1116 ^tian, unser einzig geliebte« Kind, wurde ans dm Lineamrnten Deiner Hand Dir als Gatte prophezeit. —" find darüber verrauscht; Du stchst heute al«

ßt, d Jwibe Jungfrau an dem Krankenbette Deiner für Dich tt O Aden Pathe, die so gern Dein Versprechen, daß Bastian mein 2* Dein Gatte, Dich in die« HauSwesm als Gattin mit hinüber nehmen möchte in die Achtgefilde

7 —- ach neunjähriger parlamentarischer Thätigkeit in da« Ul " kasidium des Reichstags gewählt wurde, welcher bei allen ®n kiteien des Hause« in hoher Achtung steht und jetzt durch ’ Ml llerhöchstes Vertrauen in den ersten Rath der Kron«

, trafen worden ist, wird sich unsere« ErachtmS enthalten iejcbqj Men, Lügen zu berichtigen und hämische Angriffe abzrr- «seu; wir wenigstens glauben, toenn wir so handeln, ö an tmen Intentionen zu folgen."

| MrrstrirteS Sonntagsblatt

«genommen.

Die Exprd. d. Oberh. Zeitung.

Anzeigen nimmt entgegen die Spedition b. Blatte* sowie b. Annoncen-Bureaux Den G. L- Daube &. Co. in Frankfurt a. M; Jägecksche Buchhandlung das elbst;

Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; SB. Thiene« in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.

fnckt .

meifit 3« Betreff der JunungSbUdung ist kürzlich eine Re-

[213 tnmgs-Entscheidung ergangen, der gemäß eine Bereinigung --amtlicher Handwerksmeister keine Innung in dem ge- «• glichen Sinne, sondern nur ein Verein ist, dessen Statuten | ttoch nicht als Jnnungsstatuteu die gewünschte Bestätigung So» warten können, wodurch sie nach dem Gesetze die Rechte . (iat n Corporation erhalten würden. Nach §. 97 der Reichs- [159 Werbeordnung, welcher chnen diese Rechte einräumt, können —r nur diejenigen zu einer neuen Innung zusammentreten,

E'kj «eiche gleiche ober verwandte Gewerbe betreiben. Aller-

*8« kann der Begriff der verwandten Gewerbe möglichst won tu aufgefaßt werden und beispielsweise alle Bau-, ", ” chnuigs-, Bekleidungs- u. s. w. Gewerke und eine Vrr- «igung dieser einzelnen Kategorien zu einer Innung ge- Ä werden; doch schließt das Gesetz eine Innung aus, [21® Äche sämmtliche Handwerker ohne Unterschied in sich auf-

* tbuien möchte. Auch ist für die Erlangung der Bestä- Mg der §. 84 der Reichsgewerbeordnung wohl zu Wen.

der türkischen Delegirten in der ostrumelischen Commission ist auf das Nothwendigste rebucirt. — Gerüchttveise ver­lautet, daß Osman, Kabri unb Said aus dem Cabinet austreten sollen.

Deutsches Reich.

Berlin, 1. August. Zu dem Unglücksfall auf dem Artillerie-Schiff „Renown" erfährt die N. Pr. Z., daß das Geschütz, ein Kruppsches 24 (Zentimeter - Geschütz, bei einer Schießübung sprang, nachdem bereits mehrere Hunderte Schuß aus demselben abgefeuert waren; da« Rohr sprang mitten hindurch und so, daß der eine Theil desselben nach vorn, der andere nach rückwärts flog. „Der Unfall hat, fährt das Blatt fort, abgesehen von den Opfern, die er gefordert hat, noch eine besondere Tragweite, da Anfang« August gerade die großen Schießübungen in Meppen mit anderen großen Geschützen beginnen sollen, zu denen eng­lische Marine-Offiziere entsendet worden sind zur Prüfung und Erwägung der Frage, ,b nicht die Kruppschen Hin­terlader den auf englischen Kriegsschiffen eingeführten Vor­derladern vorzuziehen sein dürften. Der Unglücksfall er- innert übrigens an den auf dem englischen Thurmschiffe „Thunderer", an dessen Bord im vorigen Jahre, als das Schiff in der Bestka-Bay lag, eines jener englischen Riesen­geschütze, ein Vorderlader, sprang, mehrere Personen töbtete unb verwunbete und das Fahrzeug selbst schwer schädigte, so daß es sich noch jetzt auf der Schiffswerft zu Malta in Reparatur befindet. Wenn wir nicht irren, ist der Fall auf dem „Renown" der zweite dieser Art." Die hier von der -Kreuz-Zeitung aufgefteöte Analogie der Wilhelmshavener Katastrophe mit der Explosion auf dem genannten englischen Schiffe erscheint wohl nicht ganz zu­treffend. Da« Zerspringen deö Sieben-TonS-Geschützes auf dem „Thunderer" ist, wie die Untersuchung ergab, darauf zurückzuführen, daß sich das Rohr füe die ange­wendete Doppelladung als zu schwach erwies. Dieses Moment kann aber, wie auch die Elberfelder Zeitung ganz richtig bemerkt, bei dem Unfall auf der Renown gar nicht in Betracht kommen, weil die Konstruktion der deutschen Marineschütze die Anwendung einer Doppelladung über­haupt ausschließt. — Die Wilhelmshavener Zeitung meldet über den Unglücksfall noch Folgendes: „Die Mannschaft des „Renown" hielt am Dienstag von IV? Uhr an auf der Rhede bei Schilling Schießübungen ab, und es ereignete sich hierbei, daß ein 24-Cenlimeter-Geschütz anfangs ver­sagte, plötzlich aber unter furchtbarem Getöse von einander platzte und nach allen Seiten hin unter der Bedienungs­mannschaft entsetzliches Unglück anrichtete. DaS Vorder- theil des Rohres flog zur Geschützpforte hinaus, während der Hintere Thell entgegengesetzt seinen Lauf durch da« Schiff nahm und dieses beschädigte, jedoch nicht so, daß es außer Dienst gestellt werden müßte. Sofort nach der an die Stirne gelegt hatte, gleichsam, als wolle sie sich's überlegen; doch sah man zur Genüge, wie es in ihrem Innern stürmte und tobte, denn das Mieder ließ deutlich daS schnellere Heben und Senken des jungfräulichen Busens erkennen, unb verriech so bie tiefe Bewegung. — Endlich hatte sie sich wieder gesammelt, setzte sich wieder und rückte dem Bette der kranken Pathe wieder näher, die wiederum ihre losgelassene Hand erfaßte. —

„Verzeiht, liebe Pathe," sprach Sabine mit leiser un­sicherer «Stimme, „Ihr wollt auf Eure Frage eine Ant­wort, — ach, leider kommt Ihr zu spät, denn wißt, der Abt Anselmus hat mich dem Himmel verlobt. — Im Burchardi-Kloster zu Halberstadt hat derselbe eine Freistatt für mich erwirkt, dorthin werde ich nach dem Tode meines Vaters gehen. Habt Dank für Eure Liebe und Güte, die Ihr mir in so reichem Maaße erwiesen habt; doch die Gattin Eures Sohne« kann ich nicht werden, weil ein heiliges Gelübde mich bindet. — O, sagt es dem Bastian, wie auch ich sein Bild in meinem Herzen trage und ver­wahre, und wie ich nimmer aufhören werde, mit Achtung seinen Namen zu nennen, bis einst der letzte leise Hauch den blassen Lippen entflieht!"

Eine Thräne au« «Sabinen’« Auge war auf die kalte Hand der Kranken gefallen, noch einmal blickte sie Sabine stumm in’« Antlitz, dann sank sie in ihre Kissen zurück und kehrte ihr Gesicht der Wand zu.

Sabine aber war aufgestanden unb wußte vor Erregung sich kaum zu fassen; gern hätte sie ben Knoten zu ihren unb ber Pathe Gunsten gelöst, wußte aber nicht, wie sie bie« anfangen sollte und erging sich in rathlosem Mühen und «Sinnen; sie suchte vergeblich den Schlüssel zur Pforte de« Himmelreich«, ihr Herz zagte und bangte zwischen Furcht

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,jx Rinifter« Dr. Lucius zum Reichstags - Abgeordneten ist, 9 ■ lie wir hören, trotz der unerhört gehässigen Gegenagitation,

ollständig gesichert. — Verschiedene Berliner und Provinzial- ftihmgen gefallen sich darin, über den neuen lanbwirth- b aul schlichen Minister, Herrn Dr. Lucius, über seine Familie, nn s» kr seine politische Vergangenheit und seine künftigen Jn- mtionen alle möglichen unrichtigen und meist nicht wohl- *70. i »llenben Nachrichten zu verbreiten. Ein Mann, welcher

torigen nimmt entgegen: H Expedition b.Blatte«, i-MiedAnnoncen-Bureaux y,n xh, Dietrich & So. in laben, jtaffd unb Hannover; Th.