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btr. 176.
Marburg, Mittwoch, 30. Juli 1879
xiv. Jahrgang
m N- Dietrich & Co. in
M und Hannover; Th. Ulrich in Frankfiirt a.M.; «senftein & Vogler in »«Ifurt a M., Berlin, Miig, Köln:c.; Rudolf tofe in Berlin, Frank
furt a. M- re.
<giri«n nimmt emgegen: ^Expedition d.Blatte», «itd-Annoncen-Bureauk
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ObttlicMe jritmiii.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie d- Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; JSger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin: W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JSuftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition («och'fche Buchdrucker er) bezogen U «art, durch dre Postämter deS Dmtfchen Reiche» 2 Mark 50 Pf,, (exrl. Bestellgebühr). — JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.
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Dberhesstsche Zeitung
mit deren Gratisbeilage
WustrirteS Sonntagsblatt
«genommen.
Anfang August beginnt im erzählenden Theile « „Oberhessischen Zeitung" die höchst spannende Erzählung: „Die Prinzessin von Zwei-Brücken," er dann die Novelle: „Der schwarze Bettler" einen wird.
Die Ex-ed. d. vberh. Zeitung.
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Napoleon s verheirakhuug.
Als Napoleon III. an's Heirathen denken mnßte, er«
Wn, konnte er also noch jung genannt werden. Die Re
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Der landwirthschaftliche Minister Dr. Lucius wird ^sangs August einen vierwöchentlichen Urlaub antreten denselben zur Regelung seiner häuslichen Verhältnisse
Mg eines unverehelichten Fürsten konnte wohl den >voir - Jntrignenschmieden willkommen sein, aber die nen Sitten protestirten gegen die häuslichen Tradi- der Valois und der Bourbons, und auch die per- lichen Gefühle des Kaisers waren dem entgegen. Der eine Wunsch verlangte deshalb im Jahre 1853 nach jungen Kaiserin, um deren Salon zu einem allge- «en Sammelpunkt aller Kreise zu gestalten und um ihrem Herzen eine Stätte wohlthätiger Handlungen zu Man hoffte vom Geschmack des Kaisers, daß die Er- schön und geistreich sein werde, da der öffentliche inkt zu glauben schien, daß die Verpflichtungen mit Aange wachsen, und daß daö sichtbare und strahlende Mal der Souverainetät bei der Frau in Schönheit ’ nn Geiste bestehe, wie bei dem Manne in der Schärfe ürtheils und in dem Muthe. Besonders aber er- tr man, daß die neue Kaiserin katholisch sein werde. Irrste Gedanke der politischen Welt bestand darin, die ge Kaiserin in den souverainen Familien zu suchen, war dies die in Frankreich blos einmal unterbrochene Litton, selbst seitdem die Revolution von 1789 dasselbe frisch von dm alten Staaten Europas getrennt hatte. * General Bonaparte hatte die schöne, liebenswürdige Ntte Josefine Lascher de la Pagerir, Wittwe des Eugen v. Bourbarnais, geheirachet; der Kaiser
mch fr L., VVHt,vlvvlIV AU- UH V lyMVUVyVU VVHUH UUipi^ U' cht h« M Gramer de Cassagnac der Aeltere in seinen Auf- chunzWH«ungen, war er 44 Jahre alt, da er 1808 geboren
TtgeSberichl.
Gegenüber dm von mehreren Blättern über den Runtiu8 Masella in München und seine angebliche Fahrt vch Kisstngen gebrachten mannigfachen Variationen schreibt die W Mdd. Allg. Ztg.": In der sogenannten stillen Zeit Bögen solche Zeitungsscherze bis zu einem gewissen Grad Mrlich erscheinen; der Tendenz gegenüber, welche hinter fejei Spielerei stecken könnte, wollen wir aber doch noch- Bslr bemerken, daß Masella nicht in Kisstngen war und Wh vertrauenswerthm Jnformattonen auch in diesem Kemmer nicht dahin zu gehen beabsichtigt.
i Die Aufstellung de« Waaren-VerzeichuisseS nach dem ,r toen Zolltarif durch di« dazu bestellte Kommission dürste i iö Ende dieses Monvts vollendet sein. Dasselbe wird em zunächst den Regierungen der BundeLstaatm zuge- j tobt, da nach einem Beschlüsse deS BundeSratheS die Lünsche der Bundesregierungen bezüglich einzelner Positionen w Abschluß des Ganzen gehört und berücksichtigt werden __Len. Einzelne Industriezweige, welche besttmmte zu «m Vertriebe gehörige Waaren in das Verzeichniß anf- . .L toommeit zu sehen wünschen, haben daher Gelegenheit, bei si i lMren Landesregierungen bezügliche Anträge zu stellen und . , «sm so Gehör zu verschaffm. Im Reichsschatzamte selbst, s20vi « welchem die Redaktion deS Schriftstückes für dm Bundes- uh vollzogen wird, gibt man sich sogar der Hoffnung «___ in, daß die Wünsche der Betheiligtm möglichst vollständig
" tot Ausdruck kommen roerbeit, damit spätere mit großen dchwierigketten verbundene Aeuderungen vermieden werden.
und vollständigen Uebersiedelung nach Berlin benutzen. BiS nach der Rückkehr des Ministers- ist auch die Entscheidung darüber vertagt, welche von den vom Amtsvor- gänger de« neuen Ministers ausgearbeiteten und zurückgelassenen Gesetzentwürfen zur Vorlegung vor die gesetzgebenden Körperschaften gelangen sollen. „Im Ganzen genommen scheint" — so berichten berliner Zeitungen — „der neue Minister nicht gewillt zu sein, die Reformbestrebungen seines Amtsvorgängers mit demselben Eifer fortzusetzen, sondern er gedenkt erst im Wesentlichen die Erfahrungen der Geschgebung auf landwirthschaftlichem Gebiet während der letzten Jahre abzuwarten und nur allmählich gesetzgeberisch weiter vorzugehen." — Das wird man nur in der Ordnung finden können.
Das für den Staatsminister Dr. Friedenthal bereits ausgefertigte Adelsdiplom ist, wie die „Nat.-Ztg." berichtet, nunmehr seinem Ansuchen gemäß definittv zurückgenommen worden. Die Publication der Erhebung des Sohnes vom Staatsminister Dr. Falk in den Adelstand, welche sich durch den Friedenthal'schen Zwischenfall verzögerte, könne daher in allernächster Zeit erwartet werden.
Die „Kreuzztg." schreibt: „In der letzten Sitzung de« Staatsministeriums ist auch die Frage wegen Auflösung und Einberufung des Landtags, sowie der Wahltermin zur Berachung gelangt. Obgleich hierbei noch keine festen Zeitbestimmungen für die genannten Akte festgesetzt worden sind, da eine endgülttge Entscheidung hierüber von den vorbereitenden Arbeiten im Ministerium des Innern wesentlich abhängt, so hat man sich doch über die einzelnen Termine im Ganzen verständigt. Der.Tag der Auflösung ist noch offen gelassen, und es bleibt dem Minister des Innern Vorbehalten, den geeigneten Vorschlag zu machen; dagegen ist als Haupt- wahltag bereits der 9. October angenommen worden, wonach der Landtag im letzten Drittel des Octobers einberufen werden dürste. Auch dem Landtag wird der Gesetzesvorschlag auf Verlängerung der Etats- und Legislatur-Perioden zugehen. (S. jedoch unten Artikel * ** Berlin, nach demselben dürste vorstehende Mittheilung mehr al« zweifelhaft fein.)
Der Landesdirector v. Bennigsen will von der parlamentarischen Thätigkeit ganz zurücktreten, wie solgende Nachricht de« „Hann. Courters" beweist: „Wir erfahren »uS sicherer Quelle, daß der Präsident deS Abgeordnetenhauses, Herr Landesdirector v. Bennigsen sich entschlossen hat, ein Mandat für daS nächste Abgeordnetenhaus nicht wieder zu übernehmen und überhaupt von der Parlamentär i- schen Thätigkeit sich zurückzuziehen." Die Führerschaft der nationalliberalen Partei wird nunmehr Herrn Abg. Laöker allein verbleiben. — Auch von dem Abg. Dr. Bähr,
Napoleon aber Maria Louise, Erzherzogin von Oesterreich. Man hörte also auf die Traditionen.
Der Kaiser hatte als Tante die Großherzogin von Baden, Stephanie Louise Adrienne v. Beaubarnais, seitens Napoleons L 1806 mit Karl Ludwig Friedrich vermählt, dessen Großvater Karl Friedrich von Baden-Durlach den Titel eines Großherzogs erhalten hatte. Die Großherzogin, damals Wittwe, blieb ihrem Gefft und Heiden nach Französin. Die älteste der beiden Töchter aus dieser Ehe hatte den Prinzen Gustav Wasa, Sohn Gustav's IV., geheirathet, des letzten König« von Schweden aus der Dynastie Hol- stein-Gottorp, welche durch den Marschall Bernadotte unter dem Namen Karl XIV. ersetzt worden war.
Bon dieser ältesten Tochter der Großherzogin Stephanie wurde eine Prinzeffin, Karoline Wasa, geboren, welche damals eben in heirathsfähigem Alter stand. Die Famllien- bande und der große Name der Wasa, den Gustav Adoph und die Königin Christine trugen, legten der Tante Napoleon'« natürlich den Gedanken nahe, dem letzten Nachkommen dieser vertriebenen Dynastie einen Thron zuzuwenden. Es ist ganz sicher, daß in diesem Sinne Schritte eingeleitet wurden, doch war die junge Prinzessin seitens chrer Ellern bereits dem Kronprinzen von Sachsen, Friedrich August Albert, Oberst-Inhaber de« 2. russischen Jägerregiments, versprochen, und fand auch bereit Vermählung am 10. Juni 1853 statt.
Sei es nun, baß gewiffe Vorfälle, welche bamalS in frischer Erinnerung stanben, das Zaubern ins Gebächtniß zurückriefen, mit welchem bie alten Dynastien den jungen ihre Reihen öffnen; sei e« baß bie Lage Napoleon'S HL al« Repräsentanten einer Dynastie,/ welche zweimal durch den Wunsch des Volkes zur Herrschaft berufen worben,
welcher bekanntlich aus bet nationalliberalen Partei ausgetreten ist, verlautet, baß er weber zum Abgeorbneten- hause noch zum Reichstage, für welch' letzteren er in Folge seiner Ernennung zum Reichsgerichtsrath sein Manbat nieberlegen muß, eine Wahl wieber annehmen werbe.
Am Sonntag trat im Gebäude bes Abgeordnetenhauses in Berlin ber dritte Blindenlehrer Congreß zusammen, an welchem Vertreter aus England, Frankreich, Oesterreich, Holland, Belgien, Schweben, Norwegen und Dänemark theilnehmen. Cultusminister von Puttkammer begrüßte bie Versammelten int Namen der preußischen Staat«- regierung. ____________
Meldung ber „Polit Corresp." au« Konstantinopel. Samstag Abenb fanb ein längerer Minister-Conseil statt, an bem ber Großvezir Kherebdin nicht theilnahm. Au« bem Umstanbe, baß letzterer auch gestern nicht auf ber Pforte erschien, glaubt man schließen zu dürfen, baß bie Entscheibung be« Sultan» bezüglich ber Krisi« noch nicht erfolgt ist. Der rumänische Gesanbte bei ber Pforte ist in Konstantinopel eingetroffen.
Deutsches Reich.
** Berlin, 28. Juli. Verschiedentlich werden schon bestimmte Angaben gemacht über den Termin zu den Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause und über den Termin bet Einberufung des Landtags. Demgegenüber hören wir, daß übet diese Angelegenheit an maßgebender Stelle Beschlüsse noch nicht gefaßt sind, e« sind daher alle desfallsigen Angaben einstweilen nur als Muthmaßungen zu bezeichnen. — Der Meldung gegenüber, daß die erste ordentliche Generalsynode auf den 4. Oktober einberufen fei, haben wir schon darauf hiugewiesen, daß dieselbe ihren Ursprung nur bet Thatsache verdankt, daß in dem Ein- berufungsschreiben au die Seitens des Königs ernannten Mitglieder dieser Termin als der wahrscheinliche bezeichnet ist. Eine feste Bestimmung ist aber bisher noch nicht getroffen. — Es werden Mittheilungen verbreitet über die Kompetenz des seit dem 22. d. Mts. in Wirksamkeit getretenen Reichsschatzamts. Diese Angaben find theils überflüssig, theils unnöthig; die Grenzen ber Thätigkeit ber neuen Institution werden genau angegeben in ber Denkschrift, welche bem Reichshaushalt resp. bem Spezialetat bes Reichsschatzarnts beigegeben ist. — Verschiedene Blätter melden, eS sei beschlossen, für 5 Millionen 20- Pfennigstücke außer Cours zu fetzen und die eingezogenen Münzen in 1 und 2 Markstücke umprägen zu lassen. Demgegenüber hören wir, daß zur Zeit über diesen Gegenstand Verhandlungen schweben, baß dieselben aber noch nicht abgeschlossen sind und daß bis zur Erledigung dieser Angelegenheit noch verschiedene Stadien zu durchlaufen sein
ihm ein anderes Vorgehen zweckmäßiger Dynastien beobacht tete, genug, er faßte den kühnen Gedanken, sich, wie er selbst sagte, als „Parvenü"-Fürst zu verheirathen.
Seine Wahl fiel auf eine junge und edle Fremde, welche die drei aristokrattschen Eigenschaften der Schönheit, des Geistes und de« Reichthums besaß. Sie war eine Spanierin, in Granada geboren, und nannte sich Fräulein v. Montijo. Alle Jene, welche sie gesehen hatten, waren einstimmig in dem Urtheil, daß der Adel ihrer Schönheit ,sie zum Tragen einer Krone berechtigte. Jene, welche ihre Familie kannten, wußten, ^ß auch der Adel ihrer Herkunft einem Throne nur zur Zierde gereichen würde.
Unsere moderne, arbeitsame, Börsengeschäfte und Handel treibende Gesellschaft zählt nur wenig echte Edelmänner, jedoch um so mehr Millivnaire. Sie urcheilt daher besser über Vermögen, als über Titel und versteht ganz inSbe- sonder« blutwenig von den speziellen Traditionen be« spanischen Adels. In ben Augen ber meisten Franzosen ist ein Graf ober ein Fürst so viel, wie ein anberer, welche Standrskanzlei auch seine Krone registrirt haben mag. In Spanien hingegen tragt ein Edelmann, selbst wenn fein Hau« mehrere Titel zu führen berechtigt ist, nur ben ältesten; bie Mutter bes Fräulein« v. Monttjo befaß, obwohl fie blos ben Titel einer Gräfin führte, nicht«- bestoweniger jenen einer Herzogin von Pegnaranda.
Die Gelehrten, welche, einer allgemeinen Strömung folgend, bem Stammbaum be« Fräuleins von Montijo nachforschten, hatten in ben Memorien Saint-SimonS, ber in heraldischen Dingen so erfahren war, von ber langen unb iffuftren Reihe ihrer Vorfahren gelesen, welche bis zu ben alten Königen von Leon, Asturien unb Galicien hinanreichte unb auch jenen epischen TellekY-Giron in sich