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ZIkarburg, Dienstag, 22. Juli 1879

XIV. Jahrgang

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Die liberale Wirthschaftspolilik

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Dem deutschen Volke versprach man von diesen libe-

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Der Trompeter ans der Schlotzbrücke.

Humoreske von Arnold Schröder.

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ging bisher lediglich von den Gesichtspunkten des freien Handels, des Geheulasiens, aus und ordnete diesen Alles

Die beiden zurückgetretenen Minister Falk und Frieden­thal werden ihrer parlamentarischen Thätigkeit nicht eut- im Reichstage beibehalten und auch eine auf sie fallende Wahl zum Abgeordneten- hause annehmen. Im Abgeordnetenhause vertritt Herr vr. Falk letzt den Wahlkreis Meseritz-Bomst.

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L tn- £ r. v. — ia8‘e «« ourcy seine spatz- n,a£ 7nfQöe beliebter Amtsauditor — „meine Herren, vs-e, 'le mir wohl Aufschluß darüber geben, warum das [u,rS unseres Husaren-Regiments beim Passiren der a.^° üor dem Palais des Füchen, niemals

Kkstellilllgell auf die Oberhessische Zeitung und deren Gratisbeilage wer­den von allen Postanstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) noch angenommen und soweit der Vorrath reicht die erschienenen Nummern nach­geliefert.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

nu'“' »r redliche Handel ist in der liberalen Äera eben so schwer MM “60n ^warzem =» •“ E«-

Nach einer langen Grübelpause wobei natürlich immer getrunken wurde, sagte der Auditor: „Ihr seid wieder mal schon reingefallen.« — „Wieso?" — „Wieso?" wieder­holte er — „Lacherbar, die Kerle blasen doch nicht auf der Schloßbrücke, die blasen ja auf der Tromvete'"

Au! Au! Au! Au! Au! Au!

»Ja Ihr mit Eurem ewigen Au; macht doch mal 'nen besseren Kalauer." Damit war diese Angelegenheit absolvirt. Es erzählte auch ein anderer und fing mit den Worten an: Da fällt mir eine Geschichte ein. Ein Wein- reisender kam eine« Nachts einmal in ein Hotel u s w — Ich brauche diese Geschichte nicht weiter zu mahlen'

wer diesen Anfang hört, kennt auch den Schluß. Der Redakteur schroff, welcher sich auch in unserer Gesell­schaft befand, hörte aber diese weinreisende Anekdote nicht mit an, sondern machte sich einige Notizen. Ueber welchen Gegenstand — weiß ich nicht. Wir saßen noch ein Stünd­chen zusammen; unser gemüthlicher Wirth holte seine Stock- flote und pfiff uns 'was, bis wir endlich aufstanden, noch einen Stehseivel im Sitzen tranken, dann die Schlafmütze darauf setzten und jeder seinen Heimweg antrat. schlief bss 12 Uhr, versäumte die Probe, mußte bei unserem Kassirer Altmuller drei Thaler Strafe bezahlen und hatte schließlich einen fürchterlichen Brummschädel, daß jedes Haar einzeln schmerzte. So etwas kann den Menschen doch ärgern? An dem Morgen hat sich aber noch Jemand ge­ärgert. Und dieser Jemand war der Oberst und Regi­mentskommandeur der Husaren.

Der Oberst hatte auch gekneipt, aber nicht Bier, son­dern Sekt in vorschriftsmäßigen weißen Beinkleidern auf dem Hofballe. Der Oberst war glücklich als er erwachte; er hatte ritten guten Traum gehabt. Ans dem Hofballe

I m ®ie ?us einem Bericht der „Franks. Ztg." über eine Versammlung des dortigen liberalen Vereins hcrvorgcht hatte Se. kgl. Hoheit mindestens sechs Minuten mit ihm sich unterhalten, und von Ihrer kgl. Hoheit hatte er einen gnädigen Blick erwischt.

Als der Oberst erwachte, fand er vor seinem Bette die Zeitung, welche sein Bursche Jean, auf Strümpfen schlei­chend, heremgebracht hatte.

Der Oberst las Auf einmal schnellte derselbe in die " sich auf einen Nagel gesetzt. „Himnrel- schockfchwerenoth!"

Weiter konnte er nichts über die Lippen bringen. Warum? ^n der Zeitung ftaio Folgendes: „Anfrage: Kann Jemand Aufschluß darüber geben, wamm das Musik­korps unseres Husaren-Regiments beim Passiren der Schloß- brucke niemals auf derselben zu blasen pflegt? Antwort folgt in nächster Nummer dieses Blattes "

Der Oberst schellte. Jean kam herein.

„sofort Stabstrompeter holen! Kehtt! Marsch!« 2U S^efeljl, Herr Oberst." Jean verschwand.

Der Oberst stieg in die Stiefel und zog sich vollends h°^en Stunde war der Stabstrompeter da: vorschriftsmäßig mit Helm nnd Säbel, natürlich trat er ws Zimmer ohne anzuklopfm.

Zwei Männer standen einander gegenüber — einer, der vor Muth zitterte, und einer, der vor Furcht dasselbe ,V- o. ^an9e dause. Endlich ging das Donnerwetter los Jean horchte an der Thür, und wie er später er- Alt hat, war in dieser Sturmfluth von Titulatiouen die Benennung: „alter Esel" eine Schmeichelei.

»Lese Er das, wenn Er überhaupt noch lesen kann " herrschte der Oberst den armen Stabstrompeter an Er las Grün und gelb wurde e« ihm vor den Augen.

Störenfried der freihändlerischen Sache angefeindet. Der reie Handel sollte Alles beleben. — Thatsächlich hat er deutschen Produktion die Concurrenz des billiger pro- »wenden Auslandes auf den Hals geladen, welche sie JH Grunde richtet. Der Handel kennt nur ein Ziel: Möglichst viel an Kauf und Verkauf zu verdienen — derlei, ob die Waare ein deutscher oder englischer Arbeiter Macht hat. Für ihn sind diese Rücksichten gar nicht vor- ««den. Sie müssen aber für die Wirthschaftspolitik der Mion vorhanden fein.

ekrsst. Selbst der Produktion hatte man diesen Gcfichtspuntt dü Handels aufgehalst. Durch die unbeschränkte Gewerbe- Aktienfreiheit wurde der kleine wie große Geschäfts- ttneb zum Handelsartikel gemacht, mit welchem an der Me so gut gespielt wurde wie mit Getreide und Staats- »Pleren. Capitalisten, die nie ein Geschäft gelernt, che- n An- Rügten sich der Handwerke und Fabriken und nölhigten -rucke- Nenbe von gelernten Handwerkern, Lohnarbeiter zu

anwalte bestimmt, tote bereits mitgetheilt, daß dieselbe aus nnem schwarzen Gewände, weißer Halsbinde und schwarzem «»i^bestehen soll. Das bis über die Mitte des Unterschenkels herabreichende faltenreiche, mit weiten offenen Aermeln versehene und vor der Bntst zu schließende Ge­wand wird aus Wollstoff gefertigt. Um den Hals läuft eilts.16«<?1rt,rciter 'n Form eines flach anlie­

genden UeberschkagkragenS, welcher sich an den Vorderseiten des Gewandes bis zum unteren Rande desselben in 11 cm Breite fortsetzt. Die Aermel zeigen am unteren Rande -M-LLTSL-1 -------- ber Gerichtsschreiber hat einen schmalen Umschlagkragen und is ohne Besatz. Das Baret besteht aus einem rund ^chnlttenen und leicht gefalteten Kopftheile von schwarzem

Ma 4 ’ yuiut» oes tfuqien, niemals

£)agter Brücke zu blasen pflegt? Ich habe bereits seit " Zeit diese Beobachtung gemacht und finde, daß darin 'N. 14' Dj ^ftale Rücksichtslosigkeit gegen unseren Fürsten liegt.« M-81* nt et?anb wußte Antwort zu geben. Besagter Amts- fc seinen Satz mit einem solchen überzengenden sgesprochen, daß wir alle au die Wahrheit'dieser

talten, S --------Ir-W --------- llvt.

ungen, «n Einrichtungen Belebung des Verkehrs und billige chleise- mse — und dadurch ließen sich Viele bethören. That- talten, chltch ist aber das Gegentheil eingetreten, Geschäfte und eleuch- «kehr liegen darnieder, alle Preise sind ganz enorm ge- [1215 »tflat — und unsere deutsche Industrie hat ihre Con- lwenzfähigkeit im Auslande in hohem Grade verloren g. J inseitige Handels-Gesichtspunkt, dem man Alles unter» , Aik ' !ete' ^at Alles verdorben. — Gewonnen haben dabei cessisii fc, i>le, welche die nöthige Portion Gewiffenlosigkeit be-

M, um die Verhältnisse in ihrem Interesse ohne Rück- li still. ? 8U^ bic' welche dabei zu Grunde gingen, auszubeuten.

n redliche Handel ist in der liberalen Aera eben so schwer

Sohl« [2055 . !ark an

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Duchhandl.

Anzeigen nimmt entgegen: Me Expedition d.vlatteS, sowie d-Annoncen-Bureaux von Th, Dietrich & Co. in jiaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in zrrnkftlrt a M., Berlin, Leipzig, CSln rc.; Rudolf iltoffe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

ch L B“! Au! Au!---Wer kennt diesen Ruf nicht?!

L & weine, welches Kneipgenie kennt diesen Ruf nicht? JL‘~ Na, kurz und gut, dieses „Au" ertönte aus aller TT ' benn, — es war ein Kalauer gerissen von der Waffeften Sorte. „Welches weiße Säugethier kann b°rn noch, hinten sehen?« Antwort: „Ein blinder TA, , ?t[-* Deßwegen das 2lu=unisono. Trotzdem war Kneiperei an diesem Abend ober vielmehr — Morgen ' wll, gemüthlich. Bier war genug vorhanden, trotz-

V , $ 1 Nachts war; Geld brauchten wir nicht, -k o0 »ahlten am Gagetage —, also was brauchten wir mehr, to8e-' bwckliche Schminklappengesellen oder dramatische Ver- Reto< * des Hoftheaters zu Höhenranchheim zu sein. ;sprs zuerst hatten wir geknobelt, natürlich ums Bier, später ,am.P* ^kunststücke losgelassen, Schwefechölzchen-Räthsel auf- und schließlich waren wir bei den unvermeidlichen l-A$ angelangt, nebst obligater Kalauerbegleitung.

> Herren« — sagte jetzt ein durch seine spaß-

daselbst; Hnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfelds C. Schlotte in

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deutsche Bauer, Handwerker Arbeiter Beamte bnhnn Präsidenten der Ober-LandeSgerichte

will Arbeit und der deutsche Baun will ni&Hum^S 5 .^udgertchten mit einer silbernen Schnur von derselben ball eines jeden Wucherers wndm s°nder?will NeÄtt Staatsanwalt ober Rechtsanwalt, welcher

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wenn das Volk durch Verarmung und sttt- —---

iche Verlotterung herunter kömmt, wenn der Bauer und Die Nordd Alla Lta« f

Handwerker bald bei diesem bald bei ienem (Si’iIFk fuA»« I t.c. • •»' • ® ,<0 9* weidet, in den letzten Tagen

muß, damit er seinen Hunaer stillt ,,nd sei»» o: .suchen habe ttn Ministerium des Innern eine umfassende Bera-

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der Wahrheit zu stellen, wo der Wohlstand und die wahre Freiheit der Nation blüht. y

Auf Grund höherer Anordnung werden die Behörden ___gegenwärtig veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß das Neichs- Tage-berichl. I ^öcsctzbnch das Fcilhalten und Tragen von in Stöcken

Die bereits erwähnte Verordnung 'über die 9rnitat™Ät ft. a^n t^ir Deise verborgenen Stoß- Hieb-

der Richter, Staatsanwälte, Gerichtsschreiber und Reckts- Panbe^h^hfo6aIb e6 durch antoälte bestimmt, wie berei s mitaetb H S! ßÄ™ ift d°s Ober-

tribunal ui einer neueren Entscheidung angenommen hat, daß ui Preußen aus Grund des früheren Strafgesetzbuches von 1851 eine solche Verbotsbestimmung als vorhanden zu betrachten sei, so wird das Tragen und Feilhalten ver- botener Waffen innerhalb des preußischen Staates strafbar und die Weisung ergehen, das Publikum zur Vermeidnna von Zuwiderhandlungen ausdrücklich aufmerksam zu

unter. Man stellte den Grundsatz auf: Der freie Handel 'ihii $bie Duelle des Wohlstandes der Völker — und besei- 'yun tigte alle Schranken, welche ihm im Wege standen. Die HUI. schützende Rücksicht auf die deutsche Produktion galt als niaei Höricht. Wer darum sorgte, wurde verlacht ober als

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