Kk. 168
Marburg, Sonntag, 20. Juli 1879.
xiv. Jahrgang
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Dankschreiben hat nachstehenden Wortlaut:
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Ritt.1 „Madam," sprach er dann, „schon einmal
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von fast 45,000 Mark gesammelt worden ist, um aus diesem Fonds die K«sten der Figur des Krieges am National- denrmal zu bestreiten. Indem Wir für die in der Adresse ausgesprochenen Glückwünsche zu unserem Ehejubiläum freundlich danken, nehmen wir dieselben mit dem Wunsche an, daß es Deutschland für alle Zeiten erspart bleiben möge, nochmals eine Verwirklichung des in jener Figur sich darstellenden symbolischen Gedankens zu erfahren.
Bad Ems, den 3. Juli 1879.
. Suffolk küßte die dargereichte Hand, und dankte dem Migen Monarchen, der so viel Anmuth und Herablasiung ®*t königlicher Würde zu verbinden wußte. Auch theilte n ch® den Auftrag des Königs, seines Herrn, mit ,
Indem er noch sprach, öffnete sich die Thür und Maria ein. Die Verlegenheit der beiden Liebenden war groß, eilte ihr Franz ver Erste schnell entgegen, ergriff, Schmeicheleien sagmd, ihre Hand und führte sie dem
Augusta."
In mehreren französischen Blättern zirkulirte vor einigen Tagen da« Gerücht, der Minister des Innern hätte dem Ministerrath die ihm zugezangenen Berichte über die Ernte- AuSsichten vorgelegt und gleichzeitig erklärt, daß Frankreich
im nächsten Jahre für ungefähr 500 Millionen Franken Getreide-Einkäufe im Auslande zu machen haben werde. Hiergegen wird nun officiöS geschrieben, es sei gar keine Betrachtung dieser Art im Mnisterrathe angestellt worden, und das Publikum solle sich nicht durch die darauf bezüglichen falschen Nachrichten täuschen lassen. — Die „France" glaubt, unter Bezugnahme auf die von den Präfekten der Regierung erstatteten Berichte, eine mittlere Ernte in Aussicht stellen zu können.
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Historische Novelle von A. v. X.
(Schluß.)
Deutsches Reich.
Berlin, 18. Juli. Die neueste Nummer des Justiz-Mi- nisterial-BlattS publizirt eine Allerhöchste Verordnung vom 4. d. M. über die Einführung einer Amtstracht für die Richter, StaatSanwalte und Gerichtsschreiber, sowie für die in den öffentlichen Sitzungen der Ober-LandeSgerichte und Landgerichte auftretenden Rechtsanwälte. Im Anschluß daran wird in Ausführung des §. 89 des Ausführungsgesetzes zum Deutschen Gerichtsverfassungs-Gesetze die allgemeine Verfügung des Justizministers vom 12. d. MtS. mitgetheilt, welche als Amtstracht ein schwarzes Gewand, weiße Halsbinde und schwarzes Baret mit den für die einzelnen Beamtenkategorien, resp. Rangklassen vorgeschriebenen Abzeichen bestimmt. Zeichnungen zur Veranschaulichung des Schnitts sollen den Gerichtsbehörden zugehen. Vorschriftsmäßig nach den Normalzeichnungen und Modellen gearbeitete Amtsgewänder können von der Firma Berger, Collani u. Co. in Berlin, Lindenstraße 28, bezogen werden. — Gestern in den Mittagsstunden hat, wie die National-Zeitung berichtet, Herr von Puttkammer die Leitung des Kultusministeriums definitiv übernommen. Da Herr Dr. Falk sich bereits am Montag von dm Beamten verabschiedet hatte, so vollzog sich diese Feier in dem Nahmen einer Sitzung sämmtlicher Mitglieder des Ministerium«. Der neue Minister hielt an die versammetten Beamtm eine kurze Ansprache, in welcher er in rein sachlicher Form, ohne irgend welche kirchliche oder politische Gesichtspunkte, einen den Verhältnissen angemessenen Abriß seiner bisherigen amtlichen Thätigkeit gab und die Beamten schließlich seine« Wohlwollen versicherte. Nach Beendigung der Einführungsrede dankte Unterstaatssccretär Sydow Namens der Beamten für die ausgesprochme Gesinnung de« Ministers; es folgte die Vorstellung und dann wurde die Sitzung in gewöhnlicher Weise abgehalten. — UebrigenS wird der Unterstaats- fecretär Sydow laut derselben Quelle nicht, wie man bisher annahm, sofort aus seiner Stellung scheiden, sondern wenigsten- bi« zum 1. Oktober auf den Wunsch des Minister- in seiner Stellung bleibm. Die Verhandlungen darüber, ob Herr Sydow sodann die Leitung der StaatS- schulden-Verwaltung übernimmt, sind noch nicht abgeschlossen, doch nehmm sie einen günstigen Verlauf. — Aus Anlaß der Klage über zunehmende Sittenlosigkeit unter den
Maria dankte ihm und war er gern überzeugt, daß er in diesem Augenblick die Wahrheit gesprochm habe.
„Nun aber", nahm die Herzogin von Angouleme daö Wort, „rath ich Euch, so werth mir auch Eure Gegenwart ist, Paris noch heute zu verlassen, und unfern Palast in Meaux zu beziehen, da die verwittwete Königin von Frankreich füglich nicht am Hofe als Herzogin von Suffolk erscheinen könnte. Ihr werdet dort alle Bequemlichkeiten finden und Alles, wa« zu Eurer Abreise nach England nöchig ist, soll indessen besorgt werden."
„Madam", erwiderte Maria, „ich danke Euch für Eure Fürsorge; ich würde, wäret Ihr mir nicht mit Eurer Güte zuvorgekommen, diese Bitte selbst an Euch gethan haben; da Ihr aber so freundlich mir bei der einen entgegen gekommen seid, so wag ich auch mit desto größerer Zuversicht eine zweite Bitte an Euch, mein König. Erlaubt, daß Anna von Boleyn, sich künftig dem Dienste der Königin Klaudia, Eurer Gemahlin, widmen darf."
„Anna von Boleyn!" rief der König erstaunt.
„Ja, sie selbst," erwiderte Maria. „Mein königlicher Bruder wünscht, ich wage nicht den Grund zu errathen weshalb, daß sie in Frarckreich zurückbleibe."
Der König schüttelle bedenklich den Kopf. „Sonderbar, räthselhafl!" sagte er dann, „doch da Ihr e- wünscht, so sei eS. Meine Gemahlin, sowie meine Mutter werden für da« liebliche Mädchen sorgen."
Maria dankte dem Könige für den neuen Beweis seiner Huld und man trennte sich nicht ohne Rührung. Maria und Suffolk versprachen Franz dem Ersten noch alle- Mögliche zu thun, da- gute Vernehmen zwischen ihm und Heinrich dem Achten stet- zu erhalten.
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Anzeigen nimmt entgegen die Spedition d. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hennann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thiene« in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
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—Lf- gemacht. Ein von den Majestäten hierauf ergangene«
Ein hübsche« und originelle« Geschenk hat, wie der „A. A. Ztg." aus Honolulu, 7. Juli, geschrieben wird, der König Kalakaua von Hawaii zur Goldenen Hochzeit de« Deutschen Kaiserpaares für die Kaiserin Augusta nach Berlin gesandt, nämlich ein Halsband von KUkuinüssen. Die sehr harte ölreiche Nuß des Kukui (Lichtnußbaum, Aleurites triloba) der Südsee-Jnseln nimmt eine dunkle, mahagoniartige Politur an; sie wird von den KanakaS vielfach als Schmuck benützt und liefert auch, auf Stäbchen gespießt und der Reihe nach abbrennend, denselben ihr Licht. Das kaiserliche Halsband besteht auö 21 durch Goldringe verbundenen Nüssen; die größte derselben in der Mitte trägt das königliche Monogramm in Gold, während die anderen abwechselnd mit dem Kreuz des Rothen Adler- Ordens, deffen Inhaber König Kalakaua ist, und mit gekreuzten Schwertern, Szeptern und Kronen in Gold geschmückt sind. Das Geschenk, dessen Anfertigung in Honolulu stattfand, wurde schon-mit dem letzten Postdampfer nach Deutschland geschickt.
Die „Königsberger Hart. Ztg." befürchtet aus der Annahme eines für alle deutschen Eisenbahnen vorgeschlagenen und in der letzten Generalkonferenz derselben nach vorheriger Zustimmung des Ausschusses der VerkehrS-Jn- tereffenten angenommenen gleichmäßigen Tarifschemas für die Transporte von Vieh und Fahrzeugen wesentliche Ver- theuerungen de« lebhaften Viehverkehrs der Provinz Preußen nach Berlin. Dem gegenüber braucht nut darauf hinge- wiefen zu werden, daß das gedachte Schema Tarifsätze überhaupt nicht vorschreibt, daß dasselbe die Annahme einer dem jetzigen Verfahren entsprechenden fallenden Skala für die Frachtberechnung auf der Ostbahn daher durchaus nicht ausschließt, und daß das Schema den bisherigen Bestimmungen der norddeutschen Eisenbahnen in den wesentlichsten Punkten entspricht, also erhebliche Aenderungen Überall nicht zu erwarten sind.
21.
Als Maria mit Suffolk in ihre Gemächer zurückge- kehrt war, fanden sie die Glyfford, durch chre Gebieterin von der Güte ihre« königlichen Bruders unterrichtet fchon mit Einpacken beschäftigt; sie empfing sie mit jauchzender Freude; ihr sehnlichster Wunsch war erfüllt, sie kehrte nach ihrem Vaterlande zurück und sah ihre geliebte Maria glücklich an der Seite Charle« Brandons.
Trauernd, doch thränenlos saß Anna Boleyn auf ihrem Zimmer. Der Befehl des Königs hatte ihre ganzen Hoffnungen zertrümmert; eine leise Andeutung ließ sie ver- mnthen, daß der unglückliche Vorfall, wo Suffolk um Mitternacht ihr Gemach verlaffen, die Ursache der königlichen Ungnade und ihrer Entfernung von London sei, und sie hatte nicht Unrecht. Das verleumderische Gerücht, daß Bonnivet Anna den Hof mache und der Oberhofmeisterin begegnet sei, als er eben um Mitternacht ihr Schlafzimmer verlassen habe, »ar bis zu den Ohren des Königs gedrungen. Dies hatte Heinrichs frühere Neigung schnell verwischt und chn zu diesem Befehle vermocht. Kein tröstend Wort drang in Anna'« Herz, sie überließ sich ihrem stillen Gram und selbst, als Maria ihr versprach, den König von ihrer Unschuld zu Überzeugen und alles mögliche zu thun, ihn zum Widerruf seines Befehles zu vermögen, blieb sie ernst und in sich gekehrt. Endlich brach sie in laute Klagen au«. „Ich soll in die Dienste der Königin Klaudia treten?" sagte sie mit dem Trotz der Verzweiflung. „Nun wohl, so will ich an dem Hofe Franz des Ersten bleiben, und keine Gewalt der Erde, das schwör' ich, soll mich in den ersten Jahren nach London zu ihm zurückführen. Kann Er mich, kann auch ich ihn vergessen!"
Suffolk hielt Wort. Heinrich der Achte, durch ihn und
„Wir haben aus der Adresse des deutschen Krieger- d aui deremskomits mit Interesse ersehen, daß im Hinblick auf ist l Fest Unserer goldenen Hochzeit die ansehnliche Summe
für das dritte vaartal JIllllUUUUlll auf die Oberhessische Zeitung ö und deren Gratisbeilage wer
den von allen Postanstalten (auf dem Lande von sden Landpostboten) noch angenommen und soweit !tzer Vorrath reicht die erschienenen Nummern nach- Miefert.
Die Exprd. d. Oberh. Zeitung. Xagetbericht.
Vor einigen Monaten hatte der BundeSrath verschiedene Beschlüsse gefaßt, um den Mißständen, welche durch die Danderlager und Waaren - Aucttonen verursacht werden, Ntgegenzutreten. Dieselben gingen dahin, daß die Wander- kger als ein Gewerbebetrieb im Umherziehen zu betrachten pes, daß, soweit thunlich, Polizei-Verordnungen herbei- Nsühren seien, uach welchen Inhaber von Wanderlagern Mtliche Ankündigungen ihrer Waaren nur unter dem hi ihrem Legitimationsschein abgeführten Namen mit Hin- pfügung des Wohnortes erlassen dürften und verpflichtet Bären, einen ihren Namen und Wohnort in deutlicher Schüft enthaltenden AuShang vor ihrem Geschäftslokale an suer für Jedermann sichtbaren Stelle anzubringen und daß der §. 8 deS Gesetzes über die Freizügigkeit vom 1. Rooember 1877 die Gemeindebehörden nicht hindere, die Unternehmer von Wanderlagern vom Beginn ihres Be- ßiebrS an zu solchen Abgaben heranzuziehen, welche aus hie in der Gemeinde vorhandenen gewerblichen Betriebe jdegt sind, insoweit dieselben nach dem Umfange, der Pauer des Betriebes, ober nach anderen aus der Natur tes letzteren und nicht aus der Person des UnternchmerS ^geleiteten sachlichen Momenten veranlagt werden. Dem Kmchmen der „N. Pr. Z." nach sind neuerdings die pnmtlichen Regierungen seitens der Ressortminister mit mlfprcchender Anweisung behufs Ausführung dieser Beschlüsse des BundeSrathes versehen worden.
■I ES wurde bereits mitgetheilt, daß unter den deutschen --- Kriegervereinen, besonders m den Reihen der „Allgemeinen deutschen Kriegerkameradschaft" gesammelt wurde, um am tllFt diativnaldenkrnal auf dem Niederwald die Figur des Krieges f M stiften. Die Sammlung ergab über 44,000 M., und und wurde Ihren Majestäten zum 11. Juni durch Ber- ^""«utlung deS Herrn Ministers Grafen zu Eulenburg in
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„ .In feiner Freude umarmte der Herzog Montmorency, :__l" Md)e ihm nun sagte, daß sie den Auftrag habe, ihn nach
Palast, wo der König ihn erwarte, zu begleiten.
sirthst Freudigen Herzens folgte ihr Suffolk nach den Tour- iheres veilen, wo er in den Gemächern der Herzogin von Anzou-
[2 *®e nur sie und den König fand. „Ich wünsche Euch dsück, geliebter Vetter," sagte Franz, ihm huldvoll die Hand wchmd, „hätte ich doch kaum geglaubt, daß mein Bruder Zim« .".England solche Achtung für Galanterie habe. Ihr ast. £ sehr bei ihm in Gnade stehm und er seine Schwester 2 in Pfanders lieben, denn wahrlich! so gern ich auch die Thor-
[2 ytot der Liebe verzeihe, so weiß ich doch nicht, ob ich in —AHem Falle so nachsichtig gegen meine Schwester von «kn^cn gewesen wäre."
Erscheint täglich außer an den Wecktagen nach Sann, und Feiertagen. Preis für da- Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllnstrirteS SonntagSdlatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2d Mark, durch bte Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 ffg. (excl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Bf«.
Mr in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet.