*9-1 Ar. 167.
Marburg, Sonnabend, 19. Juli 1879.
xiv. Jahrgang
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«Hingen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte«, sovie d-Annoncen-Bureaux von Tb- Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Dierrich in Frankfurt a.M.; hoafenftrin & Bögler in Frankfurt a. M., Berlin, U, Cöln ic.; Rudolf Molle in Berlin, Arant- furt a. M- re.
ObttWHt Zitmis.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blahel s owie d. Annoneen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für dos Quartal mit der wächentkichen Beilage „JkluftxirteS EonntagSSlatt" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 24 Wart, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Wart 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf«.
Für in der Expedition zu «theilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pf«, berechnet.
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8i der Vorrath reicht die erschienenen Nummern nach-
Es scheint außer Zweifel zu stehen, daß die Einrich-
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Historische Novelle von A. v. T- lFortsehung.) 19.
wiesen worden. Diese Artikel lauten in ihrer gegenwärtige» Fassung wie folgt: Art. 13. „Die Berufung des Bundesraths und deS Reichstags findet alljährlich Statt und kann der BundeSrath zur Vorbereitung der Arbeiten ohne den Reichstag, letzterer aber nicht ohne den Bundes-
JlttttAAtt für das dritte O«art«l M lkUUMkU auf die Oberhessische Zeitung u und deren Gratisbeilage wer-
ben von allen Postanstalten (auf dem Lande von dm Landpostboten) noch angenommen und soweit
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f Drei Tage waren den Reuvermähüm in dem süßesten — । Glücke der Liebe vergangen. Suffolk wurde es nicht mehr schwer, sich in die Gemächer der Königin zu schleichen, da seit der Abwesenheit der Gräfin d'Aumont jeder Zwang von ihr entfernt und sic nicht mehr, wie bisher, mit Spähern umgeben wurde. Franz der Erste behandelte fie wit ausgezeichneter Höflichkeit, schien Anna zuwellen, trotz M Anwesenheit Chateaubriant den Hof zu machen und selbst die Herzogin von Angouleme war gegen Maria freundlicher als je. Auch gegen Suffolk, welcher zuweilen Hofe erschien, war der König äußerst gnädig und zeigte ihm bei jeder Gelegenheit, wie sehr er wünsche mit Eng- wnd in gutem Vernehmen zu bleiben.
Nach einigen Tagen ließ ihn der König zu fich ent= Men. Suffolk, wohl ahnend, weßhalb es geschähe, «affnete Nch. mit Muth und eilte nach dem Palaste, wo er auf dem Hofe alles zur Jagd bereit, Franz den Erstm aber in Mer Jagdkleidung an einem Tisch gelehnt, ihn erwartend, sand. Auf den ersten Blick, sah der gewandte Suffolk, daß 6tr König sich bestrebe, ernster zu erscheinen, als er es 8,ar- und dies stärkte seinen Muth.
„Herzog von Suffolk1" redete ihn der König an. Ich Mte viel Vertrauen auf Euren ritterlichm Sinn, und habe ^uch getäuscht. Ich habe Eurem Wort vertraut, und Ihr habt es gebrochen. Wegen dem, was ihr in jener Nacht W<m, sollte ich vergessen, daß Ihr der Abgesandte des Königs von England seid, ich sollte Euch den Kopf vor
tag zweijähriger Budgetperioden als eins der nächsten Ziele angesehen werden muß. In der letzten Sitzung deL 8 BundesrathS ist eine Vorlage bett, den Entwurf eines 26 Gesetzes wegen Abänderung der Artikel 13, 24, 69 und 11172 der Reichsverfassung an die bezüglichen Ausschüsse ver
lach berufen werden." Art. 24. „Die Legislaturperiode des Reichstags dauert drei Jahre. Zur Auflösung des Reichstags während derselben ist ein Beschluß des BundeS- rachs unter Zustimmung des Kaisers erforderlich." Art. 69. „Alle Einnahmen und Ausgabm des Reichs müssen _ ilfür jedes Jahr veranschlagt und auf den Reichshaushalts- — K Etat gebracht werden. Letzterer wird vor Beginn des
Etatsjahres nach folgenden Grundsätzen durch ein Gesetz festgestellt." Art. 72. „lieber die Verwendung aller Einnahmen des Reichs ist durch den Reichskanzler dem Bun- deSrath und dem Reichstag zur Entlastung jährlich Rech- mmg zu legen." Sieht man sich diese Besümmungen der Verfassung etwas genauer an, so erhellt, daß eine Aen- bctung des Art. 69 eine Aenderung auch der übrigen Artikel mit logischer Rothwendigkeit nach sich ziehen muß. Das heißt, wie die „Hamb. Nachr." hervorheben, mit andern Worten: Die Einrichtung zweijähriger Budgetperioden muß die Festsetzung einer durch 2 theilbaren Zahl von Zähren für die künftigen Legislaturperioden voraufgehen. Da die Idee einer Herabsetzung der jetzigen Dauer der Legislaturperiode auf zwei Jahre aus verschiedenen Grün-
* geliefert.
7» Die Exped. d. Oberh. Zeitung.
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- im Tagesbericht.
- Mi Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht einen allerhöchsten
' Erlaß aus Bad EmS, 14. Juli, betreffend die Trennung es. Gk! der bisher mit dem Reichskanzleramte verbundenen Finanz- -' - Verwaltung deS Reiches von demselben und die Führung 1 va hstsir Finanzverwaltung von einer besonderen, dem ReichS- ' 1:’* tarier unmittelbar unterstellten Centralbehörde unter der Benennung „Reichsschatzamt."
den praktisch gar nicht in Betracht kommt, so bleibt mithin im Falle der Institution zweijähriger Budgetperioden gar nichts anderes übrig, als der Uebergang zu vier- oder sechsjährigen Legislaturperioden.
Wie die „Franks. Ztg." erfährt, wird dir Regierung in der nächsten Session dem Reichstage eine Novelle zum Strafgesetzbuche, die Bestrafung des Wuchers betreffend, vorlegen, und zwar nach denselben Grundsätzen, wie fie die Kommission des Reichstags in ihrem vom Abgeordneten v. Schwarze verfaßten Berichte niedergelegt hat.
Es ist zur Sprache gekommen, daß das vorgeschriebene Verfahren, wonach die an Reisende gerichteten Telegramme dem Wirthen deS Gasthofs bezw. dem Portier erst dann auSgehändigt werden dürfen, wenn dieser die bestimmte Erklärung von der wirklich dort erfolgten Einkehr deS Adressaten abgegeben, schon mehrfach Unzuträglichkeiten herbeigeführt hat. Zur Vermeidung dieses UebelstandeS sollen von jetzt ab, und zwar bis auf Weiteres, versuchsweise die hier in Rede stehenden Telegramme an den Wirth bezw. den Portier des in der Telegramme-Aufschrift bezeichneten Gasthofs u. s. w. zur Aushändigung an den später eintreffenden Reisendm übergeben werden. Der Bote hat, wenn der Gast noch nicht eingetroffen, dm Wirth u. s. w. des Gasthofs zu ersuchen, das Telegramm vorläufig zu verwahren und dem Adressaten bei dessen Eintreffen auszuhändigen. Am Tage nach erfolgter Uebergabe ist ein Bote spätestens bis 10 Uhr Vormittags zu beauftragen, in dem Gasthofe nachzufragen, ob das Telegramm inzwischen dem Adressaten wirklich auSgehändigt worden ist. Im Verneinungsfalle hat dieser Bote dasselbe zurück- zunehmm und unter Zurücklassung eines Benachrichtigungs- Zettels zur Verkehrsanstalt zurückzubringen, von welcher nunmehr die Meldung der Unbestellbarkeit an die Aufgabe- Anstalt abzulassen ist.
Der erste Wahlaufruf für die Landtagswahlen ist, wie wir auS der „Magdeb. Ztg." ersehen, vom geschäftS- führmden Ausschuß des CentralwahlcomitöS der deutschen Fortschrittspartei, unterzeichnet br. LangerhanS, Hugo Hermes, Paristus, Eugen Richter, erlassen und lautet: „Mit Beginn deS Herbstes stehen Neuwahlen für dapreußische Abgeordnetenhaus bevor. Der Verlauf der heute gefchlosfenen, von dem ultramontan - conservativm Bündniß beherrschten Reichstagssession beweist allen ent« schieden freisinnigen Wählern die Nothwendigkeit, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß nicht auch im preußischen Abgeordnetenhause das kleine uns noch verbliebene Maß konstitutioneller Rechte und volksrhümlicher Freiheiten verkümmert werde. Es gilt, der Reaktion, welche auch die preußische Gesetzgebung und Verwaltung bedroht, bei Zeiten
einen Damm entgegenzustellen. Der soeben erfolgte Ministerwechsel sollte auch dem unentschlossen Schwankenden die Augen geöffnet haben. Die Folgen werden nicht auf sich warten lassen. Auf kirchlichem Gebiete rüstet sich der starrste Konfessionalismus allenthalben, um in Schule und Kirche die ausschließliche Herrschaft zu gewinnen. Die Büreaukratie feindet die kaum ins Leben getretenen Gesetze der Selbstverwaltung an, während dieselben weiter entwickelt und von den ihnen noch anhaftenden Mängeln gereinigt werden sollten. Schon haben die Beschlüsse des Reichstages auf das Volk und insbesondere auf dessen minder wohlhabende Klassen eine große neue Steuerlast gewälzt; weitere Steuerprojekte sind in Sicht. Trotzdem werden die Finanzen Preußens auf eine immer mehr unsichere Grundlage gestellt, denn man sucht nach einer willigen Majorität, um durch Ankauf der Privatbahnen zum ausschließlichen Staatsbahnsystem zu gelangen. Damit würde zugleich eine Macht des Staates und feiner jeweiligen Regierung begründet werden, welche der natülichen wirth- schaftlichen Entwicklung wie der politischen Freiheit verderblich werden muß. So wenden wir uns denn schon jetzt an unsere Parteigenossen mit der dringenden Aufforderung, die Wahlen vorzubereiten und die entschieden freisinnigen Elemente zu neuer Arbeit zu sammeln." Diese Kundgebung an und für sich würde eine kritische Erörterung derselben kaum rechtfertigen; vielleicht wird aber die Art ihrer Ausnutzung in der Presse immerhin Veranlassung bieten, eingehender darauf zurückzukommen.
Trotz der erhöhten deutschen Zölle auf Verzehrungs- gegenstände haben die Nachrichten von der erhöhten Regsamkeit, welche in Amerika zu Gunsten eines Exportes von Consumttbilien nach Europa bemerkbar geworden ist, auch für Deutschland namhaftes Interesse. Die Fleisch- Einsuhr aus Amerika verspricht einen solchen Aufschwung zu nehmen, daß eine englische DampfschifffahrtSgefellfchaft sich entschlossen hat, drei sehr geräumige Dampfschiffe eigens zum Fleisch-Transport bauen zu lassen. Die Schiffe sind allein zur Beförderung von Fleisch und ähnlichen Lebensmitteln bestimmt und werden besonders dazu hergerichtet. An Raumgehalt sollen sie alle bisher zu solchen Zwecken verwandten Schiffe erheblich übertreffen. Sie sollen die Reise zwischen Newyork und Liverpool in 12 Tagen zurücklegen. Es interessirm sich in Europa ansässige Amerikaner lebhaft für die Sache, auch ist von der Einrichtung einer eigenen Börse für amerikanische Lebensmittel in London die Rede.
Die „Politische Korrespondenz" meldet über die Vorgänge von Rasgrad nach eingezogenen Informationen Folgendes: Da eine geringe Truppenzahl, nämlich 350 Mann der bulgarischen Druzina von Rustschuk zur Be-
die Füße legen lassen, da Ihr es gewagt habt, die Wittwe des Königs von Frankreich ohne meine Erlaubniß zu ehelichen. Könnt Ihr es leugnen? Könnt Ihr diejenigen Lügen strafen, die mir es berichteten? Welche Entschuldigung kann ein Ritter haben, sein Wort zu brechen?"
„Sirr!" erwiderte Suffolk, „ich erkenne mein Unrecht. Vor dem Richterstuhle des Königs von Frankreich darf ich keine Verzeihung erwarten, denn für einen strengen Richter habe ich keine Entschuldigung; aber vor dem Richterstuhle des Herzens wage ich mich zu entschuldigen, und der ritterliche König, welcher die Gewalt der Liebe kennen gelernt, wird mir gewiß verzeihen. Seit Jahren schon liebte ich Maria von Lancaster. Der König, mein Herr, von der Reinheit unserer Liebe überzeugt, schien sie zu dulden. Da störte die Staatskunst unser Glück, Maria wurde da- Opfer, und wie sie, wie ich seitvern gehandelt, weiß Ew. Majestät selbst. Sollte ich noch einmal mein Glück auf« Spiel setzen? Soll ich vielleicht auch Karl von Spanien die Geliebte zuführen? Ich weiß, daß ich mein Leben dadurch verwirkt, aber welches Opfer wäre der Liebe zu groß? Auch Ihr, Sirr könnt mir nicht zürnen. Es wird Euch nicht entgangen fein, daß meine Heirath mit Lancaster wahrscheinlich ein Band zerrissen hat, welche« England mit Spanien oder einer anderen feindlichen Macht verbunden hätte. Ihr werbet mir huldreich mein Wort zurückgeben und unser Beschützer sein. Für Frankreichs Wohl ist es besser, daß die Wittwe seines Königs Herzogin von Snffolk geworden, als wenn sie dereinst Königin von Spanien würde.
Der König lächelte bei diesen Worten. „Die Fehler der Liebe", sagte er besänftigt scheinend, „straf' ich nicht gern, und deshalb möchte ich Euch wohl verzeihen, nut
wünschte ich nicht, daß dies die Ursache eines Zwistes zwischen mir und Eurem König würde. Mir liegt im Augenblick zu viel an der Freundschaft Englands, als daß ich sie Euretwegen opfern möchte. Rechnet deshalb nicht auf meinen Schutz, ich übergebe Euer und Eurer Gemahlin Schicksal ganz in die Hände Eures Königs. Die Beleidigung, welche dem Könige von Frankreich durch diese unüberlegte Handlung zugefügt wurde, will ich Euch vergeben. Was ich thun tarnt, den König,' Euren Herrn, zu versöhnen, soll geschehen, doch verlang' ich von Euch bis zu dessen Entscheidung von meinem Hofe, selbst von Eurer Gemahlin entfernt zu bleiben. Man ahnet das Geschehene und mir liegt ob den äußeren Anstand zu beobachten und dadurch dem Könige von England zu zeigen, wie unangenehm auch mir dieser Vorfall ist. Meldet Eurem Herrn Eure Vermählung mit der Prinzessin selbst. Morgen geht ein Gesandter nach London, er kann der Ueberbringer Eures Schreibens sein."
„Rur warne ich Euch ernstlich, Herzog von Suffolk," fuhr der König fort und sein Gesicht umbfifterte sich, „meine Langmuth nicht noch einmal auf die Probe zu stellen, und bis zur Entscheidung Eures Herrn nicht am Hofe zu erscheinen, noch Eure Gemahlin zu sehen ober zu sprechen, sonst würd' ich Eure Kühnheit streng ahnden müssen. Ich enttaffe Euch in Gnaden und bewillige da« der Königin Maria ausgesetzte Witthum auch der Herzogin von Suffolk. Nun gehabt Euch> wohl und benehmt Euch klug."
Der Herzog verneigte sich und wollte eben da« Zimmer verlassen, al« ihn der König zurückrief. „Suffolk", sagte er freundlich, „ich bin es der Königin, deren Ritter ich einst war, schuldig, sie zu schützen, soviel ich es vermag. Für den Fall, daß mein Bruder von England Eure Verhaftung