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XIV. Ja-W«!

Marburg, Donnerstag, 17. Jnli 1879

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für das -ritte Quartal

il llUUUUlU auf die Oberhessische Zeitung ® v und deren Gratisbeilage wer-

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efreti dm von allen Postanstalten (auf dem Lande von

den Landpostboten) noch angenommen und soweit

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sein, auf seine parlamentarische Wirksamkeit zu verzichten. Femer soll Herr vr. Wehrenpfennig sein Reichstagsmandat niedergelegt haben.

b Wie die Kreuz-Zeitung erfahrt, hat der zum Ober» rästdent von Schlesien an Stelle des CultuSminiftcrS

N dem 1. April d. I. durchgeführte Trennung de» Mi­nisteriums für Handel und Gewerbe, welches der StaatS-

!tg, tiom ic.; stuDoiT t in Berlin, Frank­furt a. M. re.

Deutsches Reich.

•• Berlin, 15. Juli. Dem Bundesrath ist vom Reichskanzler der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abänderung der Artikel 13, 24, 69 und 72 der Reichs­verfassung nebst Motiven übergeben. Durch dies Gesetz wird bestimmt, daß die Berufung des Bundesraths und deS Reichstags mindestens alle 2 Jahre stattfinden soll. Die Legislaturperiode des Reichstags ist auf 4 Jahre fest­gesetzt. Die Einnahmen und Ausgaben müssen für jedes Jahr veranschlagt und auf den Reichshaushaltsetat gebracht werden; der letztere wird auf einen Zeitraum von 2 Jahren festgestellt. In den Motiven wird auf die Schwierigkeiten hingewiesen, welche durch das gleichzeitige Tagen deS Reichs­tages und der Landtage hervorgerufen werden und die be­reits mehrfach den Reichstag veranlaßt haben, den Reichs­kanzler zu ersuchen, ein solches gleichzeitiges Tagen zu ver­meiden. DaS sei aber in vielen Fällen nicht möglich, da mit Rücksicht auf die Feststellungen des Etats die Berufungen der parlamentarischen Körperschaften möglichst kurz vor Beginn des neuen Etatsjahres stattzufinden pflegen. .Der Versuch dieses Zusammentreffen dadurch zu umgehen, daß der Beginn des Etatsjahres vom 1. Januar auf den 1. Ilpril hinausgeschoben worden, hat deshalb keine wirkliche Abhülfe geboten, well die meisten Bundesstaaten auch den Beginn des Landesetatsjahres dem des Reichsetatsjahres conform gemacht haben. In Rücksicht darauf also sei diese Vorlage gemacht worden. Denn wenn eine zweijährige Dauer des Etats stattfände, so würde ein gleichzeitiges

Tagen der parlamentarischen Körperschaften kaum mehr erforderlich sein; eine gleiche Zurichtung würde auch für die Landtage, soweit dieselben nicht bereits mehrjährige Etatsperioden hätten, getroffen werden, so daß Reichstag und Landtag dann nur mit den Etatöberathungen zu alterniren haben würden. — Zur Feststellung der durch die Oder-Uebrrschwemmungen angerichteten Schäden sind Namens der Centralbehörden Kommissare eingesetzt worden, welche die betreffenden Untersuchungen in Gemeinschaft mit den Centralbehörden führen und zwar seitens des Mi­nisteriums des Innern der Geh. Ober-Reg.-Rath Illing, seitens des Finanzministeriums der Geh. Ober-Reg.-Rath Dannemann. — Die Bearbeitung der Etatsangelegenheiten im Finanzministerium wird in Folge der Ernennung des Geh. Finanzrath Scholz zum Schatzsekretär, dem Geh. Ober- Finanzrath Böttcher übertragen. — Die Berufung des Ober-Verwaltungs-Gerichts-Rath v. Goßler zum Unter- staatssekretär im Kultusministerium wird als feststehend betrachtet.

Pose«, 12. Juli. Gegen den früheren Erzbischof Grafen Ledochowski, war, wie die „P. Z." mittheilt, zum 15. d. M. von dem Kreisgericht zu Deutsch-Krone wegen Exkomunizirung des Pfarrers Lizak in Schrotz wiederum Termin angesetzt; derselbe wurde jedoch aufgehoben und die Akten an das Justizministerium gesandt.

Stuttgart, 13. Juli. Die Vorbereitungen, welche für den hier im September d. I. stattfindenden 21. Kon­greß für innere Mission gemacht werden, find sehr um- faffende. Das Programm liegt nunmehr auch vor, und sollen eine Reihe von hochwichttgen kirchlich-sozialen Fragen zur Besprechung gelangen. Es ist deshalb auch heute schon sicher, daß aus dem ganzen evangelischen Deutschland Abgesandte zum Kongreß kommen werden, und bei dem gastfreundlichen Sinn unserer Einwohnerschaft wird es gelingen, ihnen Allen Privatquattiere offeriren zu können in den besten Familien der Stadt. — Stuttgart ist nicht so ausgestattet mit Einrichtungen, welche die Hebung der Kunst im Auge haben, als manche kleinere Residenz in Deutschland. So hat sich das Bedürfniß nach dem Bau einer Kunstschule schon lange fühlbar gemacht. Wir hatten allerdings schon ein ähnliches Institut, aber doch nur in sehr beschränktem Maßstabe. Die Kommission der Kammer der Abgeordneten, welche diese Sache in der Hand hatte hat die Summe von circa 560,000 M. für diesen Zweck zu bewilligen beantragt, und wenn sich auch manche (Stimmen schon gegen diese Ausgabe erhoben habm, es steht zu erwarten, daß das Plenum den Bau sanktionirt. — In diesen Tagen verläßt uns wieder ein Diplomat, der sich ebenso, wie Der ehemalige preußische Gesandte Baron v. Magnus, hier lebhafte Sympathien erworben hat. ES ist der österreichische Gesandte Baron v. Pfuster- schmid, und auch er geht, ebenso wie Herr v. Magnus, in

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Historische Novelle von R. v. T. (Fortsetzung.) 15.

Der „Schwäbische Merkur" bringt einen Arttkel über „das Ende der nationalliberalen Partei." Das verbrei­tetste Blatt Württembergs sagt in demselben: „Die natto- nalliberale Partei ist künftig etwas andere«, als sie bisher war; sie steht jetzt ausschließlich unter der Leitung des linken Flügels, der bei den Reden im zoologischen Garten und aus Anlaß der Agitation des Städtetages sein neues Programm verkündigt hat. Vergebens wird sich nun Bennigsen's staatsmännische Besonnenheit nach einem Gegen­gewicht gegen die staatsmännischen Tendenzen seiner links stehenden Freunde umsehen; es ist vorauSzusehen, daß der Auflösungsprozeß der Partei noch nicht an seinem Ende angekommen ist. Ja, man wird hoffen dürfen, daß alle diejenigen, welche entschlossen sind, nicht der von Forckcn- beck und LaSker geleiteten Richtung sich anzuschließen, sich mit den ausgetretenen Abgeordneten vereinigen werden. Bereits haben unmittelbar nach Schluß beS Reichstags bezügliche Besprechungen stattgefunden, welche sich aber vorläufig der Oeffentlichkeit entziehen."

liche Gestalt gewonnen, und fern sei eS von mir, die Ga­lanterien meiner Ritter mit meiner Ungnade zu bestrafen. Ich weiß zu gut, daß Frauenliebe den wahren Muth noch erhöht, und nur durch Galanterie der ächte Ritterstnn ge­nährt wird."

Die Herzogin von Angouleme schien gegen diese Grund­sätze nichts einwenden zu wollen. Sie selbst war den ga­lanten Abenteuern nicht abhold und ihre Liebe zu Karl von Bourbon, welche der König nur zu gut kannte, und die späterhin für Frankreich so unhellbringend wurde, hätte ihre guten Lehren überdies nutzlos gemacht. Sie freute sich, daß die Gräfin d'Aumont durch ihre abentheuerliche Tugend ihr einen großen Dienst erwiesen, da sie selbst die längst gewünschte Gelegenheit gegeben hatte, sie von der Person der Königin zu entfernen, damit diese in Hinsicht Suffolks ungebunden war.

Auch die Königin Maria war nicht ungehaüen, als die Gräfin d'Aumont nicht ohne Verlegenheit zu ihr trat und, sie wegen des Vorgefallenen um Verzeihung bittend, ihr bekannt machte, daß sie von dem Könige ihre« Dienstes entlasten fei. Die Königin, obwohl sie ein Recht hatte, der Oberhofmeisterin ihre Ungnade fühlen zu lasten, be­handelte sie fteundlich; nie konnte sie der Mattone ihre Achtung versagen, obgleich ihre strengen Grundsätze, welche sie überall äußerte, ihren Umgang nicht angenehm gemacht hatten; sie entließ sie gnädig und überreichte ihr zum An­denken chr Bildniß. MS sie sich entfernt, athmete Maria tief auf und es «ar, als ob eine drückende Last von ihr genommen und sie nun erst frei sei.

Niemand war jedoch glücklicher als Emmy Glifford, niemand, zwar aus andern Gründen, trauriger, als Anna Boleyn, welche es tief schmerzte, daß sie die unschuldige

em Montag erfolgte die Einführung der drei neuen Mi­nister. Die Uebernahme der Ministerien durch die Neu- emannten hat bereits stattgesunden.

deren Reichsamtes für die Verwaltung der Reichseisen- bahncn und die Uebertragung seiner Leitung an den preußi- schen Arbeitsminister als Nebenamt besprechend, hebt Her­dor, daß eine nähere Anlehnung der Verwaltungen der elsaß-lothringischen Bahnen an die preußischen StaatS- bahuen, die sich an mehreren Punkten an der Mosel und Saar berühren, im Interesse des Verkehrs und der Oeko- nomie schon früher ins Auge gefaßt wurde nach der Ein­setzung einer besonderen Landesverwaltung für Elsaß-

Mem großm Jrrthume; Ihr glaubt den Admiral au» den Zimmern de» HoffräuleinS Anna von Boleyn kommend Achen zu haben. Ihr irrt, Bonnivet war gestern bis 'M nach Mitternacht um meine Person und hat sich keinen Algenblick von mir entfernt. Daß dem so ist, gebe ich Euch mein Wort und ihr wistet, Franz von Angouleme berpfändete eS nur für die Wahrheit, der König wird eS M weniger. Es thut mir leid, daß dieser Jrtthum eine J® würdige Frau vom Hofe entfernen soll, allein da eS Euer Wunsch ist und überdies Euer übereiltes betragen hegen die Königin Maria eS erforbert, daß Ihr Euch von chrer Person entfernt, so fei Euch Euer Gesuch gewährt. ’3bt seid jedoch in Gnaden EureS Amtes enllasien und eS ?>ütbe mich freuen, wenn Ihr dem Hofe Eure Gegenwatt ^ftner schenktet. Zugleich aber fordere ich und Befehle ^rch, diesen Vorfall Jedermann zu verschweigen; waS ge­schehen fein könnte, geschah mit meiner Bewilligung."

Als sie sich dem König empfohlen und daS Zimmer klaffen hatte, konnte der junge Monarch kaum das Lachen

—„Mich dauert die gute alte Dame", sprach ft, welche als Märtyrettn ihrer Tugend und der alten Men Hofsitte den Kampfplatz verlassen muß. Gute Frau! W et lächelnd fort, „die ernsten Zeiten der stolzen Anna Wb vorüber, das Leben sowie der Hof haben eine jngend-

Am Nachmittag erhiett die Gräfin den Befehl vor dem Einige zu erscheinen. Sie fand chn mit feiner Mutter : er sie an, „Ihr seid in

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte» sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendaick in Berlin; SB. Thiene» in Elberfeld; E. Schlotte in Bremen.

änderung in der letzten Landtagssession znm Ausdruck ge- kvmmenen (KesilbtSvunkte.

ift11«!”- Puttkammer in Aussicht genommene ReichStagS-Präst-

2ii b v. Seydewitz sich zur Annahme des Postens bereit

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•meinen nimmt emgegen: «e Expedition d.BlatteS, tapie d.Annoncen-Bureaux Mn Th, Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Wenftein & Bögler in

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Ouattal mit der wöchenüichen Beilage „JlluftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2fc Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — JnsettionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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—- Gleichzeitig ist nunmehr die gesetzlich ausgesprochene und

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r H der Vorrath reicht die erschienenen Nummern nach- Bel geliefert.

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Walz Tagesbericht.

Häl ber Sitzung des preußischen Staatsministeriums

Ursache gewesen' war, daß diese von ihr hochgeschätzte Frau den Hof verlassen sollte. Auch war ihr der Gedanke, daß die Gräfin nicht die Ueberzeugung ihrer Unschuld mit sich nehmen sollte, peinlich. Es trieb sie daher zu ihr hin.

„Gräfin d'Aumont," sprach sie, ehrerbiettg die würdige Frau begrüßend, „ich bin die unschuldige Ursache, daß Ihr aus unserer Mitte scheidet. Ihr glaubt mich strafbar, aber in diesem Augenblicke, wo ich aus aller Verbindung mit Euch trete, und mir nur noch an Eurer persönlichen Ach­tung gelegen sein kann, versichere ich Euch, daß ich schuldlos bin, die Zell wird mich rechtfertigen. Ich komme deshalb noch hierher," fuhr sie fort, die Hand der Matrone küssend, „Euch um Verzeihung zu bitten, da ich vielleicht im Ge­fühle meiner Unschuld Euch nicht die Achtung bewies, die ich Eurer Würde schuldig bin, und welche Eure gute Ab­sicht wohl verdiente."

Die Gräfin, durch Anna's Benehmen überrascht, sah lange mit theilnehmenden Blicken auf das liebliche Mädchen, ehe sie die Antwort finden konnte. Dann sagte sie, ihr fteundlich zunickend: „Ich will Euch glauben, Fräulein, Euer Blick zeigt Wahrheit, und es wäre auch wahrlich schade, wenn eine solche liebliche Blume in ihrer schönsten Blüthe geknickt werden sollte. Anna Boleyn, Ihr steht hier am Hofe auf schlüpfrigem Boden, verlaßt ihn, sobald es möglich ist, das ist mein letzter, mein mütterlicher Rath."

Anna fühlte die Wahrheit dieser Worte; allein an Maria's Geschick gekettet, durfte sie eS wohl nicht wagen, jetzt schon diesen Rath zu befolgen, und mußte sich ihrem Schicksale überlassen.

16.

Die Königin, von dem Zwange ihrer Oberhofmeisterin befreit, von der Hofsitte, da die sechs Wochen der strengen

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elberq Lothringen, zu dessen Landeseigenthum die Bahnen nicht ist i gehörten, noch mehr angezeigt gewesen sei. Besondere AuS- -taschl gaben erwüchsen dadurch nach keiner Seite, indem die Keg, Beamten, welche bisher in dem Reichskanzleramt für El- n 5 saß-Lothringen die Eisenbahnangelegenheiten bearbeitet hätten, das neue Reichsamt überträten, der Chef des Reichs­amts als solcher aber eine Besoldung nicht beziehe. —

aße 9 Minister Maybach bis jetzt neben dem Ministerium der i. [19 öffentlichen Arbeiten verwaltete, auch personell vollzogen, — indem der Präsident des Reichskanzler-Amts, Staatsminister Hofmann, zum Minister für Handel und Gewerbe ernannt Morden, entsprechend dem bei der Erörterung dieser Reffort-