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«r. 1631.

Marburg, Mittwoch, 16. Juli 1879

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liueiaen nimmt entgegen: hirSrpedttio« d.vlatte», i8Tie d.Annoncen-Bureaur gen Tb- Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; haasenstein & Vogler in z-wifuct a M., Berlin, jttpjig, Cöln k.; Rudolf Kofie in Berlin, Frank­furt a. M- rc.

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte» sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'schc Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W- Thiene- in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-

Bfteil Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS SonutagSdlatt" durch die Expedition (Koch'fche ---, : Buckdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet.

geliefert.

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Das Reichsgesetzblatt verkündigt das Gesetz betreffend

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rbeni die Controlle des Reichshaushalts für das EtatSjahr 1878

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vom 1. Januar 1878 bis zum

ferner die Gebührenordnung für Rechts-

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24.

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Der „Reichs - Anzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Ministers der öffentlichen Arbeiten Maybach zum Chef des Reichsamtes für die Verwaltung der Reichseisenbahnen, die Ernennung des Reichskanzleramts-Prästdenten Hofmann

»inister und des Rittergutsbesitzers Dr. Lucius zum Mi­nister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Grundlagen einig, keine Schwierigkeiten bieten. — Die be­züglich der Tariffätze im Verkehre mit den Seeplätzen schwebenden Verhandlungen würden rechtzeitig Erledigung finden, um die Einführung der neuen Tarife am Schluffe des Jahres zu sichern. Der Ministerialerlaß konnte daher mit Befriedigung konstatiren, daß die Entführung der com- binirten Tarife bis zum Anfang des neuen Jahres mit Grund zu erwarten sei. Es handele sich in der That weder um eine Unterbrechung des direkten internationalen Verkehrs, noch um eine plötzliche unerwartete Maßregel, noch um einen Tarifkrieg mit Oesterreich, noch um ein Vorgehen, von welchem Bayern sich ausschließen könnte und würde, und worunter die übrigen deutschen Bahnen vermeintlich leiden würden.

„Gräfin d'Aumont," erwiderte Maria mit Besonnmheit. Anna Boleyn, wie Ihr mir berichtet, gefehlt hat, kann

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rw nationalen Tarife, welcher in der Presse mehrfach eine auf |ejll( Unkenntnis; der thalsächlichen Verhältnisse beruhende Be- , urthcilung gefunden habe, schreibt der „Reichs-Anzeiger": Hntp Insbesondere werde für die directen Verkehrsbeziehungen Bit Oesterreich - Ungarn ohne Grund gefürchtet. Schon feit mehr als 2 Jahren schwebten die Verhandlungen über Herstellung combinirter Tarife mit den österreichisch-ungari­schen Bahnen. Schon vor Jahresfrist sei deren Ergebniß l! von der preußischen Aufsichtsbehörde in den wesentlichen Grundzügen genehmigt worden. Die bayerischen und fächsischen Staatsbahnen hätten derarttge Tarife seit län-

bis 1879 und des Landeshaushalts von Elsaß-Lothringen, je al für die Rechnuugsperiode rmui 11. März 1879; ferner '

chrnbahnen als einer dem Reichskanzler unmittelbar unter« riftei stellten Centralbehörde.

if f Bezüglich des Erlasses des Ministers der öffentlichen ' Arbeiten vom 24. Juni bttr. die Festsetzung des nächsten [^0ll Neujahrs als Endtermins für die Umarbeitung der inter-

*nb' um der Königin das Vorgefallene zu berichten. Sie iZ.s ch'ldette Anna's Benehmm mit dm grellsten Farbm, ver- 84.01 an8tt, daß die Königin sie schon morgen nach England 90,01 istücksenden solle, und fügte, ohne die Antwort ihrer @e» ^erin abzuwarten, die Drohung hinzu: Wenn die Köngin *Tt gerechte Forderung nicht erftUlen werde, ihr Amt nieder- u legen.

nsfei er.

Maria.

ijspd Historische Novelle von A. v. T. (Fortsetzung.) :• t-;;,

„Nun", sagte die alte Dame mit verächtlichem Lächeln

für das dritte Quartal

MlkUuUÜUl auf die Oberhessische Zeitung v und deren Gratisbeilage wer-

rv- dnd Zorn bebend. „Nun so versichett mir auch, daß diese llttk lagen blind geworden ober ein tückischer Dämon mir die u vei Gestalt de» Admirals, die ich aus diesem Zimmer treten A vorgegaukelt habe. Doch die Königin entscheide über __ kuch! Euer Benehmen verbietet mir jede Schonung, und $ h °äre unsere Gebieterin zu schwach, Euch, ihre Busensräulein, -3 B verdammen, so trete ich vor meinen König und bitte tetW baB er mich eines DimsteS mtlaffe, wo mein greises jrf P°uPt nur mit Schande bedeckt wird."

„Mäßigt Euren Zom!" sagte Anna. „Oft ist auch WO 164 sehende Auge blind, Zorn wird zum Dämon und was t j Bn8 klar erscheint, ist dmnoch in tiefe« Dunkel gehüllt. Sooi äch warne Euch, Gräfin, da ich Euch ehre und chr mir Cak n diesem Augenblick leid thut." Aber die Ergrimmte, noch 159; ^01 wuthenden Blick auf Anna werfend, eilte zur Königin, * nur erst vor wenigen Augenblicken sich wieder zu SBett

Kaum daß hier der Eifer der alten Matrone Worte

>))| zum Minister für Handel und Gewerbe, die Ertheilung ■ der nachgesuchten Dienstentlassung an die Minister Dr. Qui Falk und Dr. Friedenthal unter Belassung des Titels und r18l Ranges von Staatsministern, ferner die Ernennung des L Oberpräsidenten von Schlesien, v. Puttkamer, zumKultus-

Die Exped. d. Oberh. Zeitung

Tagesbericht.

[ 200 «wälle, endlich einen kaiserlichen Erlaß betreffend die Er- 379. nchlung eines Reichsamts für die Verwaltung von Reichs-

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Itter Zeit bereit« eingeführt. Dieselben seien seit dem 1. eß 3uli auch auf den Verkehr mit der hessischen Ludwigsbahn 1 1 ausgedehnt. Die Umarbeitung der übrigen Verbandstarife ilirtz Oesterreich - Ungarn könne, da man allerseits über die

is g^den von allen Postanstalten (auf dem Lande von geg( den Landpostboten) noch angenommen und soweit ramp der Vorrath reicht die erschienenen Nummern nach-

Der Abgeordnete Delbrück verläßt Berlin auf mehrere Monate uno begibt sich zunächst nach Kissingen, dann nach Italien. — Die „Post" veröffentlicht einen Brief des Abgeordneten v. Treitschke an die nationalliberale Fraktion, worin er seinen Austritt aus der Fraktion begründet. Er erklärt, die Fraktion werde wider den Willen vieler ihrer Mitglieder durch ihre Abstimmung über die Zolltarifvor­lage in die Stellung einer geschlossenen Oppositionspartei hinübergedrängt. Getreu seiner (Überzeugung halte er diese Wendung für einen verhängnißvollen politischen Fehler und fühle sich außer Stande, dabei mitzuwirken.

Nach der „Nordd. Allg. Ztg." haben die Forderungen der Generalversammlungen der Berlin-Potsdamer und Köln- Mindener Eisenbahn auf Zuzahlung einer Prämie von 20 resp. 30 Mk. auch nicht entfernt Aussicht von der Regierung bewilligt zu werden; es sei möglich, daß so die Verhandlungen sich alsbald zerschlagen, der Nachtheil werde nicht auf Seiten des Staates sein.

Deutsches «eich.

Berlin, 14. Juli. In der Angelegmheit des ver­unglückten Panzerschiffes „Großer Kurfürst" brachte das „Berliner Tageblatt" eine Mittheilung zur Kenntniß seiner Leser, in welcher es hieß: „Wenn es Herrn v. Stosch, was wohl anzunehmen fein dürfte, gelingt, seiner Ansicht Allerhöchsten Orts Geltung zu verschaffen, so dürfte unter Cassirung des zweiten Unheils ein drittes Kriegsgericht anbefohlen werden." — Hierzu macht die „Krenz-Ztg." folgende Bemerkungen: Der Chef der Admiralität hat mit dem Urtheil des Kriegsgerichts amttich gar nichts zu thun; er ist in diesem Falle nicht der Gerichtsherr und hat auch auf das Gutachten, mit welchem das General- Auditoriat das Unheil dem Militärkabinet überreicht, feinen Einstuß. Die Insinuation, als ob er einen solchen auf ben weiteren Verlauf üben könne und werde, ist daher eben so unbegründet, als eine andere durch die Zeitungen gehende

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ich nicht eher bmnheilen, bis ich sie gesprochen habe. Daß Ihr aber fehlt, indem Ihr es wagt, mit mir in diesem Tone zu reden, da« weiß ich, und solltet Ihr Eurm Wunsch, meine Dienste zu verlassen, noch einmal in so ungeziemen- ben Worten aussprechen, so würde ich selbst ihm entgegen kommen und den König bitten, Euch von mir zu entfernen. Gräfin d'Aumont, so lange wir noch beisammen sein sollten, vergeßt nie, baß Ihr die Oberhofmeisterin meines Hofstaates, aber nicht meine Hofmeisterin seid."

„klebrigen« muß hier ein Jrrthum obwalten," lenkte die Königin freundlicher ein. „Ich glaube, Anna's Gesin­nungen zu gut zu kennen, um fürchten zu müssen, sie habe einen sie entehrenden Schritt gethan. Ich weiß wohl, daß btt Admiral sich um sie beworben, aber auch daß sie ihn mit abstoßender Kälte zurückgewiesen hat. Deshalb beru­higt Euch. Morgen werbe ich das Weitere untersuchen und mich darüber bestimmen."

Die Ruhe und Festigkeit der Königin überraschte die Gräfin. Es war das erste Mal, daß sie mit solchem Ernst und Stolz zu ihr gesprochen, das erste Mal, wo sie als Gebieterin gegen sie aufgetreten war. Zu sehr an die Sitte des Hofes, mithin an Unterwürfigkeit'gewöhnt, schwieg fie, Rache im Herzen, legte sich zur Ruhe und durchwachte an Mariens Seite die Nacht.

14.

Am andern Morgen Üeß die Königin Anna zu sich rufen und entfernte Jedermann aus ihrem Zimmer, selbst die Oberhofmeisterin durste nicht gegenwärtig fein. Die Unterredung mit Anna war kurz, e« bedurfte ja bei der Königin keiner Frage, keiner Auseinandersetzung, sie kannte ben Zusammenhang der Sache nur zu gut. Ihr that Anna leib, die, ohne sich zu bctlageu, mit Thränen im Auge das

Behauptung, daß das Gutachten des Generalauditoriats mit einem Begnadigungsantrag schließe. Einen solchen Antrag kann wohl das Kriegsgericht, nicht aber das General- Auditoriat stellen. — Wie aus Wilhelmshaven geschrieben wird, werden sich Prinz Friedrich Carl und dessen Sohn Prinz Leopold nebst Gefolge am 25. d. M. an Bord des Aviso „Falke" im dortigen Hafen einschiffen, um die beab­sichtigte dreiwöchige Reise nach Norwegen anzutreten. — Die Nachricht, daß der bisherige Ober-Verwaltungsgerichts- Rath und Mitglied des Reichstages, v. Goßler, zum Unter- staatsseeretär im preußischen Kultusministerium an Stelle des von diesem Amte zurückgetretenen UnterstaatssekretärS Dr. Sydow ernannt werden soll, wird bestätigt. Bekannt­lich war Herr v. Goßler zum Regierungspräsidenten für Gumbinnen ausersehen, wovon nun allerdings Abstand ge­nommen wird. Wie man hört, ist für die Präsidenten­stelle in Gumbinnen der gegenwärtige stellvertretende Polizei- Präsident von Berlin, Ober - Regierungs - Rath Dr. von Schlieckmann, ausersehen. Auch der Landrath des Kreises Luckau und Vertreter dieses Kreises im Reichstage, Frei­herr v. Manteuffel, dürste demnächst einer Berufung in das Ministerium entgegensehen. Eine Berufung in die Verwaltung von Elsaß-Lothringen hatte der betreffende Herr abgelehnt. — Am schwarzen Brett der Universität ist fol­gender Anschlag erschienen: „Kommilitonen! Se. Excellenz, der Herr Kultusminister Dr. Falk dankt Euch für die Ab­sicht, ihm zu Ehren einen Fackelzug zu veranstalten, hat jedoch die Entgegennahme eines solchen unter eingehender Motivirung abgelehnt. Dagegen hat Se. Excellenz sich bereit erklärt, eine Adresse entgegenzunehmen. Dieselbe wird Montag, Dienstag und Mittwoch im Universitätsge­richt zur Einsicht und Unterschrift ausliegen, und werden daselbst freiwillige Beiträge zur Deckung der Kosten einer künstlerischen Ausführung in Empfang genommen werden. Das unterzeichnete Comits bittet die Kommilitonen, ihre Namen zur angegebenen Zeit in die aufgelegten Listen ein« zuzeichnen. Der kooplirte Vertreter der Berliner Corps ist auf Grund eines Beschlusses derselben aus dem Comite ausgeschieden. Das Comite. — Die Studirenden der Veterinär-Medizin tagten gestern Abend wie die „Berliner Zeitung" meldet, im großen anatomischen Auditorium der Thierarzneischule, die zum landwirthschastlichen Ministerium ressortirt, um sich über eine Ovation für Dr. Friedenthal schlüssig zu machen. Der Vorsitzende des Ausschusses der Studirenden, Eduard Fiedweger, gedachte der großen Ver­dienste, die der scheidende Minister sich um die Veterinär- Medizin erworben und daß Dr. Friedenthal es gewesen, der die soziale Stellung der Thierärzte auf jede Weise zu heben bemüht gewesen fei. Der junge thierärztliche Nach­wuchs, der einst die Früchte ernten werde, die der Minister während seiner Amtsthätigkeit gesäet, müsse daher dem scheidenden obersten Ches ein Zeichen seiner Verehrung und

mit der Oberhofmeisterin Vorgefallene berichtete, doch den Schmerz darüber nicht verbergen konnte. Maria dankte ihr, daß sie, selbst in der Heftigkeit, sie nicht verrathen und den Schmähungen der Gräfin d'Aumont nur Stolz ent­gegengesetzt habe, und versicherte ihr, daß sie diesen Beweis ihrer Liebe und Anhänglichkeit nie vergessen werde. Hier­auf rief sie die Gräfin herein und sagte ihr in Gegenwart Anna's: „Oberhofmeisterin! Ich danke Euch für die Sorg­falt, mit der Ihr die guten Sitten meinen Hofstaates be­wacht. Ihr habt Eure Pflicht erfüllt, aber nachdem ich die näheren Umstände durch das Fräulein selbst erfahren, habe ich mich überzeugt, daß hier nur ein Mißverständnis zum Grunde liegt und Anna Boleyn ganz unschuldig ist."

Die Oberhofmeisterin, von dieser Anrede betroffen, blieb kaum Herrin ihres Unmuthes und wollte eben der Königin etwas erwiedern, als diese da« Wort nahm und mit ernstem strengem Blick ihr sagte: „Ich hoffe, wenn ich Euch die Versicherung gebe, daß des Fräuleins Betragen tadellos war, so wird Euch das genügen, und Ihr werdet keinen Zweifel in die Wahrheit der Rede Eurer Königin setzen. Habt das Vertrauen zu mir, daß ich wohl in diesem Punkt Schuld und Unschuld zu unterscheiden weiß. Geh' auf Dein Zimmer, Anna!" befahl sie jetzt dem Fräulein. „Euch aber Gräfin, verbiete ich, irgend Jemand mit diesem Vorfall bekannt zu machen; eS könnte mir nur unangenehm und Euch von nachtheiligen Folgen sein."

Ohne etwas hierauf zu antworten, verneigte sich die Tiefgekränkte und verließ daS Zimmer, um sogleich dem erhaltenen Befehle zuwider zu der Herzogin von Angouleme zu eilen, und diese um ihre Entlassung zu bitten.

„Liebe Gräfin d'Aumont," sagte Louise von Savoyen lächelnd, nachdem die Oberhosmeisterin so viel wie möglich,