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Marburg, Sonnabend, 12. Juli 1879

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Buchdruckerei) bezogen 2k Mark, durch die Postämter de- Deutschen Reiche- 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). -ZnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,, güt m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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j Von den größeren Berliner Zeitungen bat nur die Ulla Kiitional-Zeitung" die Rede des Reichskanzlers, ohne den

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für das dritte Cnurtal auf die Oberhessische Zeitung und deren Gratisbeilage wer-

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Der in Uokohama erscheinende »Japan Herald" bringt nähere Nachrichten über den dortigen Aufenthalt des Prin­zen Heinrich. Die deutsche Fregatte „Prinz Adalbert* traf am Freitag, den 7. Mai, von Honolulu kommend, welchen Hafen sie am 24. April verließ, hier ein. Nachdeni

daselbst; Invalidendank in Berlin; W. Thiene- in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.

H höflicher und gerechter sein könnte. Ein Verdienst tt wird man ihr nicht streitig machen können. Sie hat « vornherein gegen das System der Verdunkelung ange­impft, unter welcher die Väter jenes berufenen Antrages «selben zu verstecken gedachten. Weder in der Tarif- wlmission noch auch im Reichstag hatte» Antragsteller Kd Referent irgend ein Wort über die Tragweite des i fassenden Beschlusses. Man wollte offenbar diesen An-

Mari«.

Historische Novelle von A. v. T. l Fortsetzung.)

Staunend sah der Herzog Emmy Glifford an, schüttelte bedenklich den Kopf und schwieg.

„Habt Ihr nicht Muth, Mylord? Ist dies Abenteuer Eurem Muthe zu groß?" fragte Emmy.

„Für mich fürchte ich nicht, gute Glifford, aber wohl für Anna. Wie leicht könnte dies verrathen, wie leicht dies die Quelle mancher traurigen Ereignisse für sie werden. — Weiß sie es, ist sie damit einverstanden?"

„Noch haben wir ihr nichts davon gesagt; mußten wir doch erst Eurer Einwilligung gewiß sein."

„Und zweifeltet Ihr daran? Konntet Ihr glauben, ich würde fäumen, mich Marien zu Füßen zu werfen?"

„Nun, Herzog," sagte Emmy verweisend, „die Bedenk­lichkeiten, wüche Ihr so eben ausgesprochen, könnten mir wohl zeigen, daß meine Furcht nicht ungegründet wav."

„Ihr irrt in mir, Emmy," crwiederte der Herzog. „Was mich betreffen kann, kommt hier nicht in Betracht. Aber die Ehre einer Dame, die mir aus mancher Rück­sicht heilig sein muß, kann hier gefährdet sein. Ihr kennt die, wenn auch nur flüchtige Neigung des Königs für sie."

„Eben deshalb hätte dieser Schritt auch für den schlimmsten Fall sein Gutes," erwiederte Emmy lebhaft. „Glücklich, wenn wir den König von seiner Thorheit heilen, und das Mädchen von ihrem Untergänge retten. Haltet Euch bereit, den Tag werde ich Euch durch ein Zeichen bestimmen, da ich keinen Boten habe, dem ich vertrauen könnte. Ihr kennt die Fenster der Gemächer der Königin. Wenn an dem Bogenfenster des Thurmes in der zwölften Stunde des Mittags ein kleines weißes Band flattert, daun bringe Euch der Abend zu ihr. x@o wie es dämmert, seid in der untern Halle des Schlosses, wo ich Euch er­warten werde, und nun lebt wohl! Ich habe Eile."

tl8 erstaunt und erfreut, seine treue Freundin wieder zu «Da Ihr zu mir kommt, Emmy Glifford," sagte herzlich empfangend, „so erwartet mich gewiß eine

frohe Nachricht; denn Ihr wäret mir immer die Verkün­derin einer solchen."

„Ha, Charles Brandon," erwiederte Emmy, „ich glaube Euch gute Botschaft zu bringen. Die Königin wünscht Euch zu sprechen."

„Maria wünscht mich zu sprechen!" rief der Herzog freudig aus. „Sie gedenkt noch meiner?"

„Mit treu liebendem Herzen," erwiederteEmmy. „Die Wittwe Ludwigs XII. ist noch unverändert Maria von Lancaster."

„Aber wie wäre es möglich, dies zu bewerkstelligen?" fragte Suffolk, feine Freude mäßigend. „Ich kenne die strenge Sitte des Französischen Hofes, weiß wie die Königin bewacht wird, und wie schwer es selbst einer Dame werden würde, sich ihr zu nahen, wie viel mehr mir! Ich habe es versucht, die Briefe, welche ich von meinem Herrn, dem Könige, für sie erhielt, ihr selbst überreichen zu können; aber unter dem Vorwand, daß sie das Bett nicht verlaffen dürfe, wurde es mir abgeschlagen."

„Habt Ihr so wenig Zutrauen zu Weiberlist? Was wäre einem liebenden Herzen unmöglich? Hört mich an und befolgt genau meinen Rath. Laßt einige Eurer Diener in die Livree des Admirals Bonnivet, aber ganz in der Stille kleiden; Ihr selbst, da Eure Gestalt der seinigen so gleich ist, müßt ein ähnliches Gewand, wie das seine und wo möglich dem ähnlich, in welchem er an dem zur Aus­führung bestimmten Tage gekleidet war, anziehen und einen dunkelblauen spanischen Mantel umhängen; dann, wenn eS Abend ist, geht, von Euren Dienern gefolgt, in den Palast, ich werde Euch in der untern Halle erwarten, folgt mir nur getrost, jedoch ohne mich anzureden, und ich bringe Euch noch einmal in das Gemach Anna Boleyn's.

Töpfen und zerissenen Sohlen sich selbst den gebührenden Platz anzuweisen.

Im nationalliberalen „Schwäbischen Merkur" lesen wir über den Zolltarif: „Vergessen wir nicht, daß unsere Einzelstaaten ohne die in Aussicht stehenden indirecten Steuern nothwendig ihre direkten Steuern bedeutend hätten erhöhen müssen; dann werden wir schon darin eine bedeu­tende Erleichterung erkennen muffen, wenn wir eben nur von einerErhöhung der directen Steuern verschont bleiben. Getragen von dieser Erwartung, dürfen wir es noch einmal mit Bestimmt­heit aussprechen: das Resultat der Reform schließt keinen Rück­schritt, sondern einen schätzenswerthen Fortschritt des Reichs­regiments und einen sehr bedeutsamen Gewinn für Reich und Einzelstaaten in sich."

Meldungen der „Politischen Correspondenz". Aus Konstantinopel: Einem der Bestätigung bedürfenden Ge­rücht zufolge würden die Westmächte,, falls in dem Jn- veftitur-Ferman TewfikS nicht die Verfügung betreffend die Aufhebung des Fermans von 1873 modificirt wird, er­forderlichenfalls bis zur Proklamirung der Unabhängigkeit Egyptens geben. Viel wahrscheinlicher jedoch sei die andere Version, nämlich daß die Weftmächte die Pforte veran­lassen würden, in einem neuen Ferman Tewfik alle Rechte und Privilegien seines Vorgängers wieder zu verleihen. — Eine an die Vertreter der Pforte im Auslande ge­richtete Information der Pforte besagt: der souveräne Act der Absetzung Ismail Paschas hatte die Wirkung, ipso iacto den Ferman von 1873 aufzuheben; jetzt gelange der Sultan wieder zu seiner ganzen alten Autorität über Egypten. — Die Ernennung der türkischen Delegieren für die Unter­handlungen mit Griechenland soll in den nächsten Tagen erfolgen; als solche sind Riza Pascha, Munif Effendi und Savas Pascha designirt. — Aus Belgrad. Der russische Vertreter Persiani eröffnete dem Minister Ristic, Rußland acceptire den Vorbehalt Serbiens bezüglich der serbisch­bulgarischen Grenzregulirung bei Kula. Rußland hoffe im Interesse der künftigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Bulgarien und Serbien die gerechten Wünsche Serbiens durch eine neuerliche Grenzbestimmung bald be­rücksichtigen zu können. — Ans Tirnowa. Nachdem Fürst Alexander gestern den Eid auf die Verfassung abgelegt, begibt derselbe sich demnächst nach Sophia, woselbst er vas Eintreffen des Investitur-Fermans des SultanS er­warten wird.

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n Gesch oerbung des zum Bauplatz des Reichstagsgebäudes erfor- : gute ü erlichen Straßengeländes in Ergänzung der früher vor- esehen. (legten Denkschrift!zugegangen. Das Aktenstück enthält E. M. i schreiben des Reichskanzlers an den Minister des Innern [19! em 29. Mai, 23. Juni und 3. Juli und Berichte des

-____ Magistrats an den Minister des Innern vom 16. und

!. Juni. — Dem Reichstag ist von dem Reichskanzler hie fernere Nachweisung der Veränderungen im Bestände r Grundstücke, welche das Reich durch spezielle RechtS- il erworben hat, zugegangen.

»ographischen Wortlaut derselben abzuwarten, zum Gegen- wde einer kritischen Betrachtung gemacht, worin sie die ’licheil Kslassungen deS Abg. Lasker als „ein dauerndes Dcnk- ’ , ttl für die Beredtsamkeit und die Geschichte unserer Tage"

trt Im Eingänge dieses Artikels ist zu lesen: „Bittere lerte fielen von Seiten des Reichskanzlers über die Presse ab ihre Agitation gegen den Franckenstein'fchen Antrag, k Wirken liegt ja offen, daS Urtheil ist frei, wenn es

sg erst unter Dach haben, ehe man seine Konsequenzen Krickelte. Die Durchführung dieser Taktik hat zuerst die rfise, haben jetzt die ausgezeichneten Reden der Abgg. Wennigsen, Beseler und Lasker unmöglich gemacht. Wohl Ud durch den Franckenstein'fchen Antrag die Verfassung archbrochen (!’, aber keine Berfassungsbestimmung tritt t die Stelle der verletzten Paragraphen. Das wurde ik<lt( ^stellt, und der Reichskanzler hat es bestätigt. Eine ksache Gesetzbestimmung wird gemacht; sie kann in der Kirchen Weise der Mehrheitsabstimmung im Reichstag

und Bundesrath wieder verschwinden, wie sie hereingekommen ist. Was Hände bauten, können Hände stürzen — und dieser falsche Blutstropfen, der heute dem Reichszustand des Reiches eingeimpft wurde, wird sicher wieder ausgetrieben werden. Das Centrum kann sich versichert halten, daß der Kampf gegen jenen Paragraphen mit dem Tage be­reits eröffnet ist, da er beschlossen war; an ihm ist es, sein Beutestück zu wahren." — An dem Franckenstein'fchen Antrag ist um so weniger etwas zu „verdunkeln", als er sich thatsächlich genau an die bestehenden Verhältnisse an­schließt. Der Ertrag der Zölle und Steuern fließt in Zukunft in der nämlichen Weise wie bisher in die Reichs­kasse, d. h. die Zollämter u. s. w. der Einzelstaaten ver­einnahmen denselben und verrechnen die Eingänge viertel­jährlich mit der Reichs kaffe. Eine Ueberführung der ge- fammten Zollintraden nach Berlin hat niemals stattgefun­den, würde auch sehr unpraktisch und kaum durchführbar sein. DaS Verfahren wird in Zukunft dasselbe bleiben mit dem Unterschiede, daß die Reichskasse nicht den ge- sammten Ertrag für sich in Anrechnung bringen kann, sondern nur bis zur Höhe von 130 Millionen. Was darüber hinaus eingeht, bildet einen an die Einzelstarten zu leistenden Ausgabeposten, der dem Matricularbeitrage derselben gegenübersteht. Die liberale Partei hat sich am lautesten gegen jede „Ueberschußwirthschaft" ausgesprochen, sie ist nun der Sorge für die Überschüsse enthoben und kann darüber in den Einzellandtagen verhandeln;

Die berliner „Volkszeitung" baut sich mit einem bei diesem Blatte seltenen Aufwande vvii Phantasie ein „Denk­mal der Zollgesetzgebung" und schreibt, nachdem sie die verschiedenen Theile desselben konstrnirt hat: „Natürlich darf auch daS Volk nicht vergessen werden, dessen Glück die neue Göttin geweiht ist. Soll es getreulich dargestellt werden, so wird eS sich empfehlen, dasfelbe in weiten Um­kreis deS untersten Sockels zu repräsentiren. Ein Vater, der inmitten seiner Kinder den Brocken Brod sorgsam ab­wägt, denen er ihnen zutheilt, eine Mutter, die einen leeren Schmalztopf zeigt, um die Kinder an Mäßigung des gewohnten Genusses zu mahnen; ein Sohn, der die zerissenen Sohlen seiner Stiefel präsentirt, die der Schutzzoll auf Leder nicht zu repariren gestattet; eine Tochter, welche Kaffeebohnen zählt, um ein Drittel der bisherigen Zahl für den nächsten Genuß aufzuheben, und endlich ein Groß- mütterchen, welches die Petroleumlampe auslöscht, um im Finstern ins Bett zu kriechen — das wären sehr schöne Vorwürfe zu Füßen der Göttin, die „Gerechtigkeit", „Schutz der Arbeit" und „Wohl der Gesammtheit" repräsentiren soll." Hoffentlich ist die Lampe, welche das „im Finstern ins Bett kriechende Großmütterchen" ausgelöscht hat, die des Verfasser« obiger Auslassungen gewesen, der in rüh­render Bescheidenheit vergessen hat, zwischen den leeren

■ Dienst, müfurt a- M., Berlin, enfabrifg chzig, CSln ic.; Rudolf nein. r-sie m Berlin, Fran«, fort a. M. ic.

.Emmy Glifford, die jetzt nur mit dem Gedanken be- Vttterik 6fhgt war, wie sie Suffolk eine Unterredung mit ihrer Mieterin verschaffen könne, hatte, dies zu bewerkstelligen, - kühnen und wohl gefährlichen Plan entworfen. Ohne - die Gefahr zu denken, welcher sie sich an-fetzte, verließ ^kes Abends, so gut wie möglich verkleidet, den Palast -1 ® begab sich nach der Wohnung des Herzogs, den sie

s , «Db seine Gesinnungen sich geändert haben, überlaßt '« ", zu untersuchen," nahm Emmy das Wort. „Mir kostet

* nur eine kleine Ueberwindung, eine geringe Verklci- Wg, und ich kann ihn sprechen und mich überzeugen; doch .rs nothwendig, daß auch Ihr mit ihm sprecht und daS s'chige verabredet. Wie dies aber wird möglich sein, weiß Wir sind von so vielen Spähern umgeben, vor jeder W lauscht ein Aufpasser, und Eurer ganzen Dienerschaft > m dieser Art nicht zu trauen. —- Nur ein Mittel zeigt mir," sagte sie endlich nach langem Sinnen, „wozu jedoch Anna die Hand bieten muß. Hörte ich nicht hvn die Oberhofmeisterin nahen, so würde ich Euch bitten, mit ihr darüber zu sprechen, so aber müssen wir auf den ersten Augenblick, wo Ihr wieder mit mir K« Anna allein seid, verschieben." .

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■ junger ,en Landpostboten) noch angenommen und soweit schexhui er Vorrath reicht die erschienenen Nummern nach-

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Wttt.131 y, ?aD. Uly nacy Der Woynung des Herzogs, den sie . «6.80,1 äkücklicher Weise zu Hause fand. Suffolk war nicht frifftUttf unk iraita vm««ka*. ««•

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

Tage-bericht.

Dem Reichstage ist der Schriftenwechsel wegen Er-

> und en. llung ollen- irich- eine ?en

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tttület, -&ueigen nimmt entgegen: mfen. zje Expedition d.Blatte«, -----'__^gxt d.Annoncen-Bureaux rnpf. lvO-r Th- Dietrich & Co. in lalitäten rM und Hannover;

“fotridj m Frankfurt a.M.;

«senstein & Vogler in