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Marburg, Donnerstag, 10. Juli r9

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XIV Jahrgang

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Die Ex-ed. Oberh. Zeitung.

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meiitg durch die gteichsregieruug ist ein freiwilliges Ge­schenk, das dem Centrum gemacht worden ist; die Demü- thiguug, welche der Reichsgedanke erhalt, ist noch nicht «»mal aufgezwungen. Die Situation wird um so merk­würdiger, als cs allzu naiv ist, von dem Rücktritt Falks als dem kerikalen Kompromiß ganz fernstehend zu sprechen. Wir kommen immer wieder darauf zurück, daß Windt-

änieigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, f0Tie d.Annoncen-Bureaux mn Ttz. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Kankfurt a.M.; ßaai'enftein L Bögler in Srantfurt a- M., Berlin, zeipzig, CLln re.; Rudolf Nasse" in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

Maria.

Historische Novelle von A. v. T. (Fortsetzung.)

Erscheint täglich außer en den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageIlli'ttttrte« SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2k Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). rsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 vT berechnet.

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horst im Reichstag und in der Kommission erklärt hat, diesem Minister nichts bewilligen zu wollen daß Windt- horst uud seine Freunde jetzt bewilligen und Falk geht."

DieGermania" bemerkt zu den Verhandlungen über ; den Kaffee- und Petroleumzoll:Die Debatten, welche die Vota begleiteten, können wegen der demagogischen Heuchelei, welche bei denLiberalen" vielfach zu Tage tritt, nicht gerade einen angenehmen Eindruck machen. Der arme Mann" wurde nicht allein beim Kaffee und Petro­leum, sondern auch beim Reis und Thee ins Gefecht ge­führt, und zwar von denselben Leuten, welche noch vor Kurzem von Entrüstung überslossen, sobald nur der Schatten einer Erregung vom Klassenhaß sich zeigte. Herr LaSker nnd Genoffm als Anwälte der durch dieliberale Politik" so schwer belasteten Besitzlosen gegen die vorwie­gendliberalen" Besitzenden das ist ein wunderlicher Anblick. Und geradezu lächerlich wird die Sache, wenn dieselben Leute, welche bisher die Reform als eine Bevor­zugung der ländlichen vor der städtischen Bevölkerung dar- stellten, beim Petroleumzoll ohne Erröthen den Spieß um­drehen, und die Freunde des Zolls als Feinde derarmen ländlichen" Bevölkerung denunciren."

DieKreuz-Zeitung" äußert über dieselbe Debatte: Bei der Debatte am Sonnabend über den Petroleumzoll vereinigten sich, fast zum Verwechseln, in ihrem Wider­stande gegen diese Finanzmaßrcgel und in dm herbeige­holten Gründen die Abgeordneten Lasker, Richter (Hagen) und Bebel. Alle drei Reden wurden wohl kaum für den Reichstag, sondernaußer dem Hause" gehalten rin anschauliches Trifolium; ein dreiblättriges Kleeblatt an einem Stengel und aus einer Wu^rt." , .. .

Meldungen derPolit. Corresp." Konstanttnvpel. Der erste Secretär des Sultans soll in den nächsten Tagen nach Kairo abgehen, um dem Khedive dm Investitur- Ferman zu überbringen. Namyk Pascha soll gleichzeitig nach Kairo gehen, um sich authentisch über die Schulden Egyptens zu informiren. Der Sultan hat nachträglich die Emmnung der ostrumelischen Regierungsdirectorm Avril Effendi und Vulkovits Bey bestätigt. Die fal­schen Gerüchte von einem Entweichungs-Versuche des Ex- Sultans Wurad wurden durch polizeiliche Vorkehrungen veranlaßt, welche getroffen wurde», um Demoustrattonm der Bulgaren anläßlich der Ankunft des Fürsten von Bul­garien Lu verhindern. r- Bukarest. Es wird stündlich eine Ministerkrists erwartet, nachdem das Cabinet Bratiano heute oder morgen die Cabinetsfrage stellen dürft«-.-

Tagesbericht.

Ueber die Vorgänge im Schooße der nationalliberalen Fraktion schreibt dieRat. - Ztg." Folgendes:Die nationalliberale Fraktion beschloß am Montag einstimmig die Ablehnung des Franckenstein'schen Antrages. Die große Mehrheit beschloß weiter, schon jetzt bei Annahme jenes Antrages die Tarifvorlage abzulehnen; eine Minorität be­hielt sich die Beschlußfassung vor. Es ist dies, wie wir gegenüber einer Reihe verfrühter und unrichtiger Berichte bemerken, der erste Beschluß, welchen die Fraktion über die vorliegenden Fragen gefaßt hat." Darnach scheint die Nat.-Ztg." den Austritt einer Anzahl von Mitgliedern als vollzogene Thatsache anzusehen, denn die ungefähr fünfzehn Köpfe zählende Gruppe Völk - Treitschke, welche schon beim Petrolcumzoll mit der Majorität votirtc, wird jedenfalls für den Antrag Franckenstein stimmen. Eine uni Herrn v. Bennigsen geschaartr Gruppe von ungefähr Mnzig Mitgliedern, welche nicht ohne Weiteres mit der Opposition gehen will, dürste die von derNat.-Ztg." in das Auge gefaßteMinorität" darstrllen.

Mr. t . .

DieNational - Zeitung'' bemüht sich in ihrem Leit­artikeldie Natur des Kompromisses" zu ergründen.

Was soll das?" sagte sie vor sich hin.Wer nimmt so viel Theil an mir, mich an die zurückgelassenen Freunde M erinnern? Hab' ich doch nur Einen dort, der mir Werth ist. Und diese Schriftzüge mir ist's, als müßte ich sie kennen der Page in seinem rothrn Kleide

Räthselhaft!" Sie eilte mit dem Schreiben zu der. Königin, und da sie Maria zufällig allein fand, theitte sie chr das, was bei der Herzogin vorgefallen und chr i« der Gallerte begegnet war, mit Die Königin verlangte dm Ettes zu sehen, und als sie ihr Auge auf chn geworfm, ttrothete sie, legte das Schreiben wieder zusammen und gab es Anna zurück.Es wird ein Scherz sein, dm irgend Girier vorn Hofe wegen Deiner unüberlegten Rede gemacht sagte die Königin,weiter ist eS nichts. Schweig Neu Jedermann von dieser Begebenheit und zerreiß den dwrthlosen Brief." Aber von einer leisen Ahnung bewegt, Ariß ihn Anna nicht, sie schien, in ihm eine freundliche Eiarinmg findend, ihr Betragen noch mehr zu regeln.

8.

Die Krankheit deö Königs wurde immer bedenklicher, traten noch mehr Zufälle hinzu, welche die Aerzte end- "ch für sein Leben besorgt machten. Die Königin kam in dlescr Zeit fast gar nicht von seinem Lager, pflegte mit ^ebe und Gedulo den Kranke» und zeigte sich ganz als «ebende Gattin. Dennoch verdoppelte die Herzogin von «ngonleme ihre Aufmerksamkeit, und die Gräfin d'Aumont «hielt die strengste Weisung, die Königin nicht einen Augen- M allein zu lassen. Sie glaubte, eS müsse Marien Aller

daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

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assste . .-inen so lst L.t jfe im Reichskanzleramt zum Nachfolger des kurzer Da-^^retär Bitter ernannt wordm, können wir be- geschehen i)!/- ^lbe gehörte früher der Allgemeinen Ver­nern v. Jagon,,jMar, ehe er in das Reichskanzleramt ein- minister v. Holzb.^ath in Hannover.

mit dem Titel Exceü M. Das Königliche Bezirksgericht früheren Finanzminister ^. 3 Studirende der Universitäten erst längere Zeit nach d^ '' gehens des Zweikampfes, bez. Die von dem Abgeordnete»; °n? erkannt und nachstehendes Ehe nicht der Reichskanzler iu>_ sim Festungshaft werden wird Deutschland nicht zur Ruh-,!.. ' -nd I. Schmiedinger Variation des Namens dergrofci ^/Pommern), E. Zukunft" verkündeten Programms. .be Oldenburg, A. sans phrase scheint das Wahlgeschrei bit vier»..(Kurland), sition werden zu sollen. Es wird sich fra».». Jena, F. die wiedervereinigte nattonalliberale Partei sich r. vftxsrüher Fahne involviren lassen wird; jedenfalls wird volle heit darüber bei Zeiten nöthig sein. Die Regierung wird schwerlich vor jener Parole zu erschrecken haberu Die Mit- theiluug über einen möglichen Wechsel im Unterstaats- secretariat de« Kultusministeriums scheint begründet zu sein, 'wogegen die Hinzufügung der Namen wohl auf un­vollkommener Kenntniß der bezüglichen amtlichen Verhält­nisse beruht. Nach der vom Reicheisenbahnamt ausge­stellten Nachweisung über die im Monat Mai d, I. be­förderten Züge und deren Verspätungen wurden auf 58 größeren Eisenbahnen Deutschlands mit Ausschluß Baierns befördert: an fahrplanmäßigen Zügen 11,702 Contter- und Schnellzüge, 77,789 Personenzüge, 42,967 gemischte und 69,872 Güterzüge. An außerfahrplanmäßigen Zügen 2,077 Courier-, Personen- und gemischte Züge und 31,696 Güter-, Material- und Arbeiterzüge. Es verspäteten sich von den fahrplanmäßigen Zügen 756; von diesen Ver­spätungen wurden 302 durch das Abwarten verspäteter Arbettszüge hervorgerufen.

** Berlin, 7. Juli. Ueber die Angelegenheit des Vice-Admiral Henk werden sehr widersprechende Nachrichten verbreitet; Thatsache ist, daß derselbe erst vor Kurzem ein wirkliches Abschiedsgesuch eingereicht hat. Das erneute Gerücht, daß der bisherige Reg.-Prästdent v. Bötticher in Schleswig zum ReichSschatzsekrrtär ernannt werden solle, dürste sich nicht bestätigen; es scheint vielmehr, daß Herr v. Bötticher eine seiner bisherigen erfolgreichen Wirksamkeit entsprechende höhere Stellung in dem Bereich der allge­meinen Verwaltung erhalten wird. Das Abschiedsgesuch des Finanzministers Hobrecht ist unter dem 5. d. M. vom König genehmigt worden; von demselben Tage datirt auch die Berufung seines Nachfolgers, des Hru. v. Bitter. Dieser hat sich gestern vom Minister des Innern und den Rächen des Ministeriums verabschiedet und ist heute bereits in seine neue Stellung eingetreten. Die weiteren Ernennungen werden wohl erst gegen den Schluß der Reichstagssession

Eines Tages, es warm nun sechs Wochen nach seiner Vermählung, verlangte er unvermuthet die letzte Ortung, und sandte, nachdem er sie empfangen, zu dem Herzog von Valois. Dieser erschien und fand Niemand, als die Kö­nigin, welche ihre Thränen zu verbergen suchte, am Kranken­lager sitzen.Mein Vetter," sagte der König mit lauter vernehmlicher Stimme.Ich fühle den Tod sich nahen, deshalb bejchied Euch zu mir, Euch in dieser feierlichen Stunde mein irdisches Reich und Alles zu übergeben, was ich TheureS auf dieser Welt zurück laste

Der Herzog wollte chn trösten, ihm Hoffnung geben Ich bin kränker, als Ihr glaubt," unterbrach ihn der König,ich fühle, daß die Stunde des Todes nicht mehr fern ist, und deshalb muß ich eilen, Euch meine Wünsche ans Herz zu legen. Ich empfchle Euch meine Unterthaneu: seid ihnen ein Vater, damit Ihr dereinst, wenn Euch der Himmel abrust, auch mit Ruhe auf Euer Leben zurück­blicken könnt. Verschwmdet die Kraft des Staates nicht, sech nicht freigebig gegen die Höflinge, die es Euch nie durch wahre Dienste danken; besser sie spotten über Euren Geiz, als daß daS Volk Eure Verschwendung beweine. Nehmt Euch meiner Gattin an, seid Ihr Beschützer und ehrt mein Andenken.

Der Herzog von Valois versprach nach Krästen seinen letzten Willen zu erfüllen und dieser Stunde eingedenk zu fein. Hierauf sah ihn der König noch einmal freundlich an, drückte seiner weinenden Gemahlin die Hand, sprach ein leises Gebet, schloß die Augen, ohne daß die wieder eingetretenen Hoflente es ahnten, schlummerte er sanft ein, um nie wieder zu erwachen.

Diese ganz Paris schnell durchlaufende Nachricht ver- breitrte allgemeine Bestürzung. Das Volk eilte nach dem

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Deutsches Reich.

* Berlin, 8. Juli. Wenn dem scheidendm Minister Hobrecht der Titel als Staatsminister nicht belassen ist, daran liegen, Frankreich einen Herrscher zu geben, wodurch sie die Zügel der Regierung erhalten und, statt zu ihrem despotischen Bruder nach England zurückzukehren, in dem schönen Frankreich bleiben und herrschen würde. Sie ver­traute zu wenig auf die Liebe, sie berechnete Maria'- Herz nach dem ihrigen und konnte nicht glauben, daß der Ge­liebte mehr Werth für ein weibüches Herz habm könnte, als die Herrschaft über ein Königreich.

Die Gräfin d'Aumont, von Natur mißtrauisch und ängstlich, verließ weder bei Tag noch bei Nacht die Königin, begleitete sie, wenn sie sich zu ihrem Gemahl begab, bis an das Gemach des Königs, wartete hier im Vorzimmer, bi« Matta ihn wieder verließ und begleitete sie dann zurück. Der Augenblick, wo die strenge Oberhofmeisterin sich an­kleidete, war fast nut der einzige, wo sie mit Anna und Emmy allein und sich selbst überlassen sein konnte. Daß ei» solches Leben sie nicht beglückte, war wohl natürlich und der jungen Fürstin zu verzeihen, und selbst Anna schien nun der Glanz einer Krone nicht mehr so strahlend wie sonst.

Patts mid ganz Frankreich war bei der Nachttcht der Krankheit des Königs in banger Besorgniß. Nie ward ein Monarch so geliebt, wie Ludwig XII., nie verdiente ein König so ganz mit Recht den schönen Namen eines Vaters de« Volke«, wie et. Zwar hielt man in Patts, selbst am Hofe, seine Krankheit nicht für lebensgefährlich, doch waren die Aerzte bedenklich und der König selbst fühlte^ vielleicht besser als fie,. daß er sehr schwach werde und das Ende seine« Leben« sich nahe. Er duldete mit Ergebung sein Leiden, blieb standhaft, und nur seine nächsten Umgebungen fürchteten mit ihm, daß der Tod ihn bald hirvvegrvffen könnte.

für das dritte Ormrtal SriuUUUufU auf die Oberhessische Zeitung w und deren Gratisbeilage wer­

den von allen Postanstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) noch angenommen und soweit der Vorrath reicht die erschienenen Nummern nach-

Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blattes sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; Jägettsche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl.

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Was eigentlich ihre Ansicht ist, läßt sich jedoch aus ihren langalhmigen, verschwommenen Betrachtungen nicht recht entnehmen. Sie behauptet U- A., daß der für dem Um­schwung in der Haltung der Reichsregierung angeführte Grund, Herr v. Bennigsen hätte die Mehrheit für seine Vorschläge nicht zusammenzubringen vermocht, nicht ernst­haft sei und bemerkt dann noch:Das Centrum hatte nach der Art seiner Zusammensetzung gar keine Wahl; eine große Anzahl seiner Mitglieder mußte auf alle Be- and diugnngen Schutzzölle, Finanzzölle und Tabaksteuer accep- j. tiren. Die Gutheißung des Frauckenstttn'schen Amende-