79.
Geld.
99J 1051 » 98*.
99
94', 98', 98', 981 l»2i 104i
1041
98x
981
6 i
591
100',
1001
8'i 801 72J
871 851 86', 88;
564
. Geld.
1284 131',
। 115
1221 in M-
88.25
262.00
324.25
182.01
21 Pf.
II „ 75 59 , 21 ,
% 103',
102j 102', 83
844
814 93t 8'1
8 1
1021
69b
69; 92 82;
76 73’, 62 954 884
931
101
Io-
I 155;
II'4
814
719
229
128
169.15
20.4t
80.75
174.40
262.00
24.10
105.80
99.00
94.80
152.90
155.00
88.75
132.25
97.90
102.50
itionti
89.75
101.30
80.5t
Nr iss.
Marburg, Donnerstag, 3. Juli 1879
xiv. Ahrgaig
Anzeigen nimmt tmgegen: die Expedition b.Blatte#, sowie d.Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in gaffel und Hannover; Th. Dietrich in Kanlfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in zrankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cöln re.; Rudolf Sofie in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
WnhksWe ZkitiiW.
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blattes sowie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonutagüblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen S1 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
Jhtttnem für das dritte Vaart«! IPuuUlIUUrn auf die Oberhessische Zeitung und deren Gratisbeilage werden von allen Postanstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) noch angenommen und soweit der Vorrath reicht die erschienenen Nummern nachgeliefert.
Die Ex-ed. I. Oberh. Zeitung.
Des Reiches Roth und der neue Cullurkamps.
Unter diesem Titel ist im Verlage von Bernhard Wehberg zu Osnabrück ein neues Buch von Otto Glagau erschienen, in welchem der Verfasser ein colossaleS Material herbeigetragen hat, um die Thaten der liberalen Aera zu charakterisiren. Er zeigt zuerst an der Hand der Parlamentsberichte und der liberalen Zeitungen, wie man sich auf dieser Seite erst alle erdenkliche Mühe gab, den wirth- sthaftlichen Nothstand zu vertuschen und ihn als eine Erfindung der Reichsfeinde darzustellen, wie man dann, als daS nicht mehr ging, seine schützende Fittiche über die Gründer breitete und diejenigen, welche das betrügerische Unwesen der Gründerei auszudecken und zur Bestrafung zu ziehen suchten, sammt und sonders als Verläumder brandmarkte. Er vergleicht damit das ungeheure Lob, welches dieselben liberalen Blätter über Lasker ausschütteten, ihn als den .Retter der öffentlichen Moral" priesen, al« er den Geh. stieg. - Rath Wagener und den Fürsten PutbuS dem Reichstage als Gründer denucirte! Er geht dann ausführlich noch auf die Thätigkeit vieler Gründergesell- schasten ein, schildert die Gründerprozesse und ihre Ausgänge an einer Menge von Beispielen und vergleicht die Urtheile in diesen Prozessen mit denen in den Cultur- kampsprozesseu. Er schildert ferner die Finanzpolitik des Ministers Camphausen folgendermaßen: Minister Camphausen beseitigte das ihm von Heydt hinterlassene Deficit durch den Verkauf der Königshütte, durch Consolidation oder Vereiserung der Staatsschuld und mit Hülfe des Staatsschatzes, worauf er ob seiner Finanzkunst von den .Liberalen" gefeiert und besungen wurde. Der Milliardensegen veranlaßte ihn dann, über 100 Millionen Thaler Staats-Anleihen zu kündigen, und diese Summe zur Zeit des großen Schwindels der Börse zuzuführen. Während er aber über hundert Millionen Thaler zurückzahlte, con- trahirte er mehr als zweihundert Millionen Thaler in neuen Anleihen, was natürlich wieder den regierenden Bankhäusern zu gute kam. Daneben veräußerte er an Domainen ca. 5 Quadratmeilen, den dreizehnten Theil des Gesammtbesitzcs, für etwa 10 Millionen Thaler; außerdem Forstgrundstücke, Chausseehäuser rc., und mit dem Erlös
Moria.
Historische Novelle von A. v. T- (Fottsetzung.)
„Sufiolk", sagte die Prinzessin schmerzvoll, „das könnt Ihr iwch fragen?"
„Wie kann ick ahnen, was die künftige Beherrscherin Frankreichs mir in dieser unpassenden Stunde zu sagen hat?" erwiderte er ernst.
Diese Zurechtiveisung schien den Stolz der Prinzessin beleidigt zu haben. „In den letzten Stunden", sagte sie mit erzwungener Kälte, „in welchen ich noch meine eigene Herrin bin, glaubte ich eö der Vergangenheit sckuldig zu sein, ihr ein freundliches, wenn auch schmerzvolles Lebewohl zu sagen. Meiner Pflicht, genüge zu leisten, muß ich Alles von mir losreißen, was mir einst theuer war, und eS nicht mehr sein darf, und muß mich selbst von Dem trennen, was mir das Liebste im Leben war — und noch ist", setzte sie leise hinzu. Sie ergriff das vor ihr stehende Kästchen und sagte mit zitternder Stimme: „Herzog von Suffolk! nehmt aus der Hand der verlobten Königin, was Charles Brandon in glücklichen Tagen Marien von Lancaster gab, nehmt es zurück, und" — der Stolz war gebrochen, die Thräne rann — „und nehmt die Ueberzeugung, daß ich mit traurigem Herzen diese schwere Pflicht übe und mich von Diesem Bilde, wie von Euch, nur schmerzlich trenne."
Sie reichte ihm das Kästchen, drückte flüchtig das Blld an ihre Lippen, und benetzte den Krystall, der es deckte, mit ihren Thränen. „Perlen sollen Thränen bedeuten", sprach sie dann. „Warum ließet Ihr es auch mit Perlen kinfassen, Brandon? Mit Freudenthränen nahm ich eS Von Euch, Ihr seht, mit Schmerzenschränen geh' jch es ^uch zurück!"
wurden die laufenden Ausgaben gedeckt, was der conser- vative Landrath v. Rauchhaupt im Abgeordnetenhause mit Recht als die ungesundeste Finanzwirthschaft hinstellte. Trotz alledem paradirte Herr Camphausen alljährlich, unter dem Beifallsgemurmel der „Liberalen", mit — Ueberschüssen, erhob er dieselben während siines zehnjährigen Regiments zu einer ständigen Institution. Herr von der Heydt hatte den Etat pro 1870 mit einem Deficit von 16 Va Millionen Mark aufgestellt, Herr Camphausen ließ in Folge seiner Finanzkunststücke das Rechnungsjahr 1870 mit 18,600,000 Mark Ueberschuß abschließen. 1871 rechnete er einen Ueberschuß von 27,800,000 Mark heraus, 1872 einen solchen von 83,100,000 Mark, 1873 — 64,300,000 Mark, 1874 — 20,300,000 Mark, 1875 — 15,700,000 Mark, 1876 — 22,100,000 Mark und 1877 78 noch 5,400,000 Mark. Sein Nachfolger, Herr Hobrecht, dagegen kam pro 1879 80 mit einem Deficit von 73,750,000 Mark! Und als man sich darob verwunderte, erklärte der neue Finanzminister am 19. Februar 1879 im Herrenhause: Das Deficit sei in diesem Etat nur zum ersten Mal anerkannt; thatsächlich habe eS , wie seiner Zeit Herr von der Heidt sehr richtig nachgewiesen, schon seit Gründung des Norddeutschen Bundes bestanden, und sei nur durch Verkäufe von Staats- güteru und durch die aus dem französischen Kriege resul- tirenden Einnahmen verdeckt worden. Noch im vorjährigen Etat wären 33 Millionen Mark solcher Einnahmen eingestellt und doch bedurfte eS einer Anleihe von 21 Millionen, um die lausenden Ausgaben zu bestreiten. DaS Deficit sei leider noch im Wachsen begriffen! — Diese erstaunliche Erklärung des Herrn Hobrecht wird bestätigt durch den von dem „liberalen" Herrn Rickert erstatteten Generalbericht der Budgetcommission zum neuesten Staatshaushaltsetat, woselbst es heißt: Die Ausgabe des Etats pro 1877/78 überstieg die laufende Einnahme um ca. 22 Mill. Mark; die Ausgabe ^s Etats pro 1878 79 überstieg die Einnahme um ca. 80 Millionen Mark. — Der preußische Etat leidet also seit 10 Zähren an einem schleichenden Deficit, und der geniale Finanzkünstler Camphausen hat es, wie so viele Vorstände und Aufsichtsräthe von Aktiengesellschaften, durch eine „Verschleierung der Bilanz" zu verdecken gewußt.
Tigetzbericht.
Nach der Admiralität zugegangenen Nachrichten dürfte eS dem Unternehmer Leutner kaum gelingen, den Contrakt zur Hebung des „Großen Kurfürsten" zu erfüllen, da der Stand der Vorarbeiten die Hebung bis zum 1. August kaum erwarten ließe.
Die Tarif-Commission nahm vorgestern Abend mit großer Majorität einen Antrag des Abgeordneten von
Als der Herzog das Kästchen in seiner Hand hielt, und mit ihm sein finsteres, unwiderrufliches Geschick, überwältigte auch den ernsten, festen Mann ein wehmüchiges Gefühl. Sein Blick traf Mariens Blick, der schmerzvoll an dem semigen hing, und obgleich ihr Mund schwieg, war doch ihr Auge beredt.
„Hoheit l" sagte er bewegt. „Weshalb Ihr mich rufen ließet, ahnete ich." Er setzte bei diesen Worten das Kästchen auf den Tisch, warf den Mantel zurück, nahm aus feinem Gürtel eine gestickte Tasche und reichte sie der Prinzessin. „Hier Eure Briefe, und hier", sagte er, mit Heftigkeit ein Bildniß, das ckn goldner Kette hing, aus seiner Brust hervorziehend, „hier Euer Bild, was Euch an jenem Abend vorstellt, als Ihr Euch auf meine Bitte in dieser ungewöhnlichen, Euch so herrlich kleidenden Tracht zu dem Maskenfeste schmückend, diese goldene Kette an Eurem Hals befestigtet, und mir dann diesen Ring, den ich Euch hiermit zurückgebe, mit bedeutungsvollen Worten reichtet."
Die Prinzessin nahm Kette und Bild und die Tasche mit den Briefen, den Ring aber nahm sie nicht. „Suffolk", sprach sie, „die Worte welche ich damals in dem Palast zu Greenwich Euch sagte, haben auch heute ihre Bedeutung nicht verloren. Ich versicherte Euch an jenem Tage, dieser Ring sei das Zeichen meiner unwandelbaren Liebe, nur mit meiner Hand würde ich ihn wieder eintauschen. „Meine Hand", fuhr sie zögernd fort, „ist Euch nicht geworden", deshalb muß Euch der Ring doch bleiben. Behaltet ihn, so wie ich diese verwelkte Rose Euch nicht zurückgebe. Beide mögen uns, es gehe uns wohl ober übel, eine freundliche Erinnerung an jene Tage der Hoffnung sein! Und nun lebet wohl, Suffolk! Dies das letzte Mal, daß ich Euch allein sehe! Ich stehe am Scheidewege, auch von
Heeremann zu dem gestrigen Beschlüsse betr. den Transit- Getreidehandel an, dahin lautend: Die gleiche Erleichterung wird für Mühlenfabrikate dahin gewährt, daß bei der Ausfuhr der Eingangszoll des ausländischen Getreides nach dem Procentsatze des zur Herstellung des Fabrikates verwendeten ausländischen Getreides nachgelassen wird, wobei 75 GewichtStheile Mühlenfabrikat gleich 100 Gewichts- theilen Getreide gelten.
Die „Germania" sagt in einer Besprechung der parlamentarischen Lage: „Zweifellos giebt es auch unter den Katholiken im Reiche vereinzelte Personen, welche das kategorische Nein für den Inbegriff der höchsten Weisheit und Mannhaftigkeit eines Abgeordneten halten und namentlich in der Verweigerung jeder neuen Einnahme die einzig richtige Ausübung des Budgetrechtes sehen. Bei näherer Erwägung der Dinge werden auch diese Wenigen zu der Ueberzeugung kommen, daß es gerade einer christlichen Partei nicht zusteht, eine rein oppositionelle oder pessimistische Politik zu führen, sondern daß es Pflicht des Christen ist, ohne Rücksicht auf persönliche Stimmungen und Neigungen nach sachlichen Erwägungen mitzuarbeiten an dem gemeinsamen Wohle, so gut es eben geht; von diesem Grundsätze hat sich das Centrum nicht seit gestern, sondern schon seit der Zeit seines Bestehens leiten lassen. Sie werden ferner erkennen, daß die einfache Ablehnung der Finanzreform ein zweischneidiges Schwert ist, das weniger den Regierungen als dem Volke schadet. Die Einzelstaaten brauchen neue Einnahmen; ob sie zu bewilligen sind, steht also gar nicht in Frage, sondern ist mit Naturnothwendig- keit in demselben Augenblicke entschieden, wo das Bedürf- niß feststeht. Es handelt sich also nur um die Frage: Soll das Volk die nöthigen Gelder vermittelst der iubirefen Reichsstenern odrr durch eine Erhöhung der direkten Landessteuern herbeischaffen? Bei dieser Sachlage hat ein billiges „Nein" der Reichstagsabgeordneten keine andere Folge, als eine Vergrößerung des Steuerzettels der Einzelstaaten, über dessen ungenügende Größe sich noch Niemand beklagt hat. Die „Liberalen" haben, nachdem sie lange Jahre hindurch sich in Kompromissen aufopferten, gerade jetzt den Zeitpunkt für gekommen erachtet, um aus der bisherigen Politik in das Fahrwasser der „männlichen" Opposition zurückzusteuern. Sie haben den Augenblick schlecht gewählt; für ihre Parteiinteressen wäre es besser gewesen, wenn sie dieses Mal noch klein beigegeben hätten. Denn durch ihre Haltung haben sie dem Centrnm eine so schöne Gelegenheit zu erfolgreicher, entscheidender Theilnahme an dem großen Reformwerke gegeben, wie wir sie besser nicht wünschen konnten."
Die „Polit. Corresp." meldet ans Konstantinopel von heute: Die Botschafter Englands und Frankreichs prote- ü .■ i ILu ■ iL --■ -i MaBBBBMM
Euch muß geschieden sein!" Sie reichte ihm die Hand zum Kuße.
Der Herzog hatte fit ergriffen und drückte sie unwillkürlich an fein Herz. „Auf dem Throne Frankreichs", rief er, „oder in dem Palaste des heimathlicheu Englands werdet Ihr allein die Königin meines Herzens sein. Auch fern von Euch, Maria, bleibt Ihr mit nahe — und so lebet wohl! Die Wunde, welche Ihr mir schlüget, brennt, aber sehe ich in Euer Auge, werden die Schmerzen zur süßen Pein. Lebt wohl!"
„Marie Lancaster reicht Euch den Scheidekuß", sprach die Prinzessin und sank an feine von Gefühl überwältigte Brust. Sanft drückte er seine Lippen auf ihre glühende Stirn und preßte die Errölhende an sein klopfendes Herz, als es an der äußersten Thüre des KabinetS, anfangs leise, dann immer heftiger klopfte. Die Liebenden fuhren erschrocken auf, Emmy versteckte schnell die Tasche mit den Briefen, rief, indem sie nach dem Kabinet eilte, Suffolk leise zu, hin in das zweite Zimmer zu Anna Boleyn zu eilen, und ging nach der Thür, an welcher geklopft wurde.
Auf die Frage, wer noch so spät Einlaß begehre? er- toieberte bit Herzogin von Norfolk, Oberhosmeisterin ber jungen Fürstin, daß sie es in Begleitung ber Gräfin von Angouleme sei, bie im Auftrag König Ludwigs noch mit der Prinzessin zu sprechen wünsche. Nach einigem Zögern öffnete Emmy endlich die Thür.
Die beiden Damen traten ein. Die Prinzessin empfing sie mit Fassung, und nachdem die Gräfin von Angouleme, welche soeben von Abbeville gekommen, der Prinzessin vorgestellt war, überreichte sie ihr ein Schreiben des Königs, bat wegen ber späten Störung um Verzeihung, unb machte sie mit der Anordnung zu dem morgigen Tage bekannt,