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Gingen nimmt cmgegen: »ie Expedition d.vlattr-, Wie d-Annoncen-Bureau Mi Ä- Dietrich & Co. i Mel und Hannover; Tl Jirlrich in Frankfurt a.M. Mafenftein & Bögler i fönitfurt a. M., Berlü jeipiig, CSln re.; Äubol, «Me in Berlin, Frankfurt tt.2R.ic
Marburg, Sonnabend, 21. Juni 1879
XTV. Jahrgang
Anzeigen nimmt entgegen dieEMditton d. Blatte» fowied.Annoncen-Bureaur von G-L-Daube & Go. in Frankfurt a. M; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W- Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in
Bremen.
Fuhrt Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jluftrirtes Sonntagsblatt" durch die Expedition (K och'fche Buchdruclerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr). — JnsettionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf».
st Für in der Expedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
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Die Tabakssteuer - Commission schloß gestern ihre erste
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3« schwerer Zeit!
| Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—1816 von Joh. Beyssel.
(Schluß.)
Eine reizende Gondel vermittelte Spazierfahrten auf Spree und das dicht dabei gelegene Monbijou bot die schönste Gelegenheit zu weiteren Spaziergängen unter ichattigen Bäumen.
Einer der ersten Schritte deS Herrn von Wilna in Berlin **at ein Gang zu seinem wackeren Freunde Joseph Levy. Dieser Gang wurde für Levy sehr folgenreich, denn sein drschäst vergrößerte sich plötzlich und machte ihn bald zu [wem sehr bemittelten Mann. Wagner hatte schon früher w der Frau von Wilna eine mächtige Stütze gefunden, Kelche ihm auch für die Folge blieb.
ES war aber nicht immer still in dem jetzt von der Familie von Wilna bewohnten Haus, und Leben und Be- svegung gingen vorzugsweise von Fritz von Wilna, der letzt Lieutenant in einem Garde-Regiment war, und seiner reizenden Cousine Klara auS.
Es war ein schönes Paar, diese beiden jungen Leute. Die in Zehlendorf gewechselten Küsse hatten sie rasch aäher geführt und sie liebten sich, ohne es gestanden zu haben. Offenbar wünschten Herr von Wilna und dessen Gemahlin ein Bündniß beider Kinder für'S Leben und $ fehlte nicht an Neckereien von ihrer Seite, welche den Zweck hatten, Fritz und Klara einander noch mehr zu Mähern. Aber diese Neckereien verfehlten ihren Zweck, denn sie bewirtten, daß die beiden jungen Leute ebenfalls w den Ton des Neckens gegen einander verfielen, der innigen Annäherung eben nicht förderlich ist.
|tnfere verehrten auswärtigen Abonnenten er- “ suchen wir um baldgefällige Erneuerung ihrer Nestellungen auf das mit dem 1. Z«lt beginnende ßritte Cuatial. Ohne vorherige Bestellung wirb von der Post die Fortsetzung nicht geliefert unb um vollständige Exemplare zu erhalten muß die Bestellung vor Ablauf des Quartals gemacht lvrrden. — Auf dem Lande nehmen die P-ft. Men Bestellungen an.
Die Gxprd. I. Oderh. Zeitung.
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Äsung und beauftragte eine besondere Kommission mit der Redaktion ihrer Beschlüsse. Die Kommission hatte vorher »och den Antrag Richters angenommen, für den Fall der i Ablehnung der Tabaksnachsteuer den inländischen Tabak dis zu Anfang April 1881 steuerfrei zu lassen.
Die Wuchercommission hat das Gesetz, betreffend Ergänzungen des Strafgesetzbuches für das deutsche Reich in wlgender Fassung angenommen: Artikel 1. Hinter dem
Tagesbericht.
Aus Berlin wird vom 19. d. Mts. telegraphisch ge- ndbet: Der Kaiser conferirte gestern längere Zeit mit bim Fürsten Bismarck und empfing heute den muer- »rnnten Gesandten der Vereinigten Staaten, White, zur Überreichung seines Beglaubigungsschreibens in feierlicher Audienz. Der Gesandte wurde hierauf auch bei der Kaiserin «ngeführt. — Die Kaiserin ist heute Abend 8 Uhr über Weimar nach Koblenz abgereist. Der Kronprinz gab ihr ii» zum Anhalter Bahnhof das Geleit.
Bei dem parlamentarischen Diner des Fürsten Reichskanzlers am letzten Mittwoch saßen zur Seite der Frau . Fürstin von Bismarck der Herr v. Seydewitz und der Herr Dr. Lucius, zur Seite des Fürsten Bismarck Frhr. d. Frankenstein und Herr v. Bennigsen. Ferner waren »wesend, von ReichSlagSmitglicdern die Herren Windthorst, - ). Helldorff, Frhr. v. Varnbüler, v. Forcade, Weigel, Ey- Ädt, BernardS, Frhr. v. Soden, Thilo, Graf Kleist, v. Lardorff, Blum und andere. Ebenso war Minister Hofmann und die Geheimen Räthe Burghardt, Tiedemann imb Mayr eingeladen. Die Gespräche bewegten sich vielfach um die Zoll- und Steuer-Vorlagen, sowie die wahrscheinliche Dauer der Session. Wie es scheint, wird der Fürst biö zum Schluß der Session in Berlin und Friedrichsruhe sich aufhalten und etwaige Badekuren erst später
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§. 302 werden folgende neue Paragraphen eingeschaltet: §. 302a. Wer unter Ausbeutung der Nothlage, des Leichtsinns oder der Unerfahrenheit eines Anderen für ein Darlehen oder im Falle der Stundung einer Geldforderung sich oder einem Dritten Vermögensvortheile versprechen oder gewähren läßt, welche de» üblichen Zinsfuß dergestalt überschreiten, daß nach den Umständen des Falls die Ueberschreitung in auffälligem Mißverhältnisse zu der Leistung steht, wird wegen Wuchers mit Gefängniß bis zu 6 Monate oder mit Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. — §. 302b. Wer sich oder einem Dritten die wucherlichen Vermögensvortheile ("§ a) verschleiert oder wechselmäßig oder unter Verpfändung der Ehre, auf Ehrenwort, eidlich oder unter ähnlichen Versicherungen ooer Betheuerungen versprechen läßt, wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 3000 Mk. bestraft. Neben der Gefängnißstrafe kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. — §. 302c. Dieselben Strafen treffen Denjenigen, welcher mit Kenntniß des Sachverhalts eine Forderung der vorbezeichneten Art erwirbt und entweder dieselbe weiter veräußert oder die wucherlichen Vermögensvortheile geltend macht. — §. 302d. Wer den Wucher gewerbs- oder gewohnbeitömäßig betreibt, wird mit Gefängniß nicht unter 3 Monaten und zugleich mit Geldstrafe von 150 M. bis zu 6000 M. bestraft. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. — Artikel II. Der §. 360 Nr. 12 wird durch folgende Bestimmung ersetzt: §. 360 Nr. 12. Wer als Pfandleiher oder Rückkaufshändler bei Ausübung seines Gewerbes den darüber erlassenen Anordnungen zuwider handelt, insbesondere den für sie landesgesetzlich bestimmten Vorschriften von der Landesregierung zu bestimmenden Zins- ftiß überschreitet.
Der „Polit. Corresp." zufolge ist in den Wiener maßgebenden Kreisen über das angeblich Seitens der französischen Negierung gestellte Verlangen auf Absetzung des Khedives bis gestern Mittag nichts bekannt gewesen.
Deutsches Reich.
Berlin, 19. Juni. Die kostbaren Schmuckgegenstände, welche Se. Majestät der Kaiser und König seiner erlauchten Gemahlin zum Andenken an den fünfzigjährigen Hochzeitstage verehrte, sind nicht, wie die „Bert. Mont. Ztg." irr- thümlich meldet, sämmtlich auS dem Atelier der Hofjubelicre Friedeberg Söhne hervorgegangen. Wie uns bezüglich hierauf berichtigend mitgetheilt wird, war genannte Firma nur mit der Herstellung des echt goldenen Kranzes und des echt goldenen Bouquets beauftragt worden. Dagegen ist der von Sr. Majestät Ihrer Majestät der Kaiserin gewidmete Halsschmuck vom königlichen Hofjnwclier H. I. Wilm angefertigt worden. Derselbe besteht aus Kette und
Wenn Fritz sich verabschiedete, um sich zum Dienst zu begeben, so richtete mitunter Klara anscheinend sehr ernsthaft die Mahnung an ihn, doch ja sein Leben zu schonen und gesund wiederzukehren, oder er möge sich doch ja in Acht nehmen, daß seine blank geputzten Knöpfe nicht blind würden. Dafür.rächte er sich durch die Ermahnung, sie solle inzwischen nicht so viel vor dem Spiegel stehen, oder er warf die Frage auf: „an wen wirst Du denken, solange ich von Haus bin?" Dann war die Antwott wohl: „an Sie, Herr Lieutenant, am wenigsten, darauf können Sie sich verlassen." Und wenn er dann die Hand der Cousine ergreifen wollte, dann war sie plötzlich verschwunden.
Zuweilen gingen die Neckereien so weit, daß eine Verstimmung bei dem einen oder anderen Theil einttat, und dann beide TheUe sich das Ansehen gaben, als waren sie sich gleichgültig. Dies dauerte indessen nicht lange und endete gewöhnlich mit einer Neckerei.
So war der Sommer und der Herbst des Jahres 1814 sowie der darauf folgende Winter verstrichen, und Alles, was lebte, freute sich auf den wiederkehrenden Frühling, al» die Flucht Napoleons von der Insel Elba und fein Zug nach der Hauptstadt Frankreichs wieder alle Mächte gegen ihn in Bewegung fetzte. Auch das Regiment bei welchem Fritz von Willua stand, erhielt Marschordre.
Diese Ordre verursachte eine sehr ernste Stimmung in der Familie. Auch für unfern Freund Fritz war der Moment ein sehr bedeutsamer. Eines Theils war dem jungen Mann der Ruf zu ersehnter Thättgkeit ein sehr willkommener, anderntheils fühlte er sich bedrückt durch die bevorstehende Trennung von feinen Lieben.
Es war ein schöner Frühlingstag, der dem Tage des Ausmarsches voranging. Fritz war früh aufgestanden und
Anhänger im Renaissancestyl. Erstere ist gebildet an» den Wappenschildern der beiden Fürstenhäuser Preußen und Sachsen-Weimar und Wappenschilder mit den Initialen W und A, in bunter Emaille; die verbindenden Glieder sind je zwei in einander gefügte Hände. Das Schloß des Kolliers ist rosettenarttg gearbeitet, mit einem Rubin und Brillanten besetzt. Dem Anhänger liegt die He^form zu Grunde, und wird hier in sinnreicher Weise die Bedeutung des hohen Festes zum Ausdruck gebracht. Die Mitte nimmt ein großer, in vielen Farben spielender Opal mit darauf liegendem W in Brillanten und der Königskrone darüber ein. Um das Opalherz sind auf Gold die Jahreszahlen 1829 und 1879 schwarz emaillirt zu lesen. Diese Mittelpartie enthält das auf Elfenbein gemalte wohlgelnnge Bildniß des Kaiser». Hieran schließt sich umgebend in durchbrochener Arbeit der sächsische grüne Rautenkranz. Letzterer erhebt sich gleichsam aus einem breiten mattgoldenen Bande, welches links den Namen „Wilhelm", rechts den Namen „Augusta" trägt und oberhalb der Königskrone in zwei verschlungene Hände anSlänft, die ein Rubinherz umfaßt halten. Eingerahmt ist das Ganze von reichem Ornament mit dazwischen gestteuten Brillanten in goldenen Myrthen- blüthen. Ueber dem Rubinherzen auf kleinen Schildchen steht qer „11. Juni" und in dem Zwischenraum, welcher dadurch gebildet wird, daß der Anhänger mittelst zwei Kettchen an beiden Seiten mit einer Art Agraffe verbunden, schwebt über einer runden Perle die Kaiserkrone. Den Anschluß nach Unten giebt eine große Pal-Pendoloqur. — Ein weiteres Geschenk Sr. Majestät bildete auf kornblumenblauer Sammetunterlage ein golhisches Kreuz in mattem Golde, mit einem Relief, ChristuS-Kopf, in oxydirtem Silber, der von einem reichen Brillantkranz umgeben ist. Auf dem Kreuz liest man in blauer Emailleschrift die Worte: „Im Glauben ist die Hoffnung." Unterhalb des Kreuzes befindet fick die Königskrone und darunter das „W", welches von einem Bande durchzogen ist, das die Inschrift trägt: „1829. 11. Juni 1879." Das Ganze ist zum Aufstellen eingerichtet. Dieses Meisterwerk kunstvoller Arbeit war auS dem Atelier der Hofjuweliere Johann Wagner Sohn, Unter den Linden 30, hervorgegangen. -- Letztere Firma war auch, wie hier gleich erwähnt sein mag, mit der Anferügung deS Ehrensäbels beauftragt, welchen Se. Majestät seinem erlauchten Neffen, dem Kaiser Alexander von Rußland, zum 50jährigen Jubiläum als Chef des Ulanenregiments Kaiser Alexander von Rußland (1. Brandenburgisches) Nr. 3 übersandt hat. Derselbe ist in massivem Golde ausgeführt, den Griff zieren reich ziselirte Reliefs unb Ornamente, sowie verschiedene Ordensdeksrationen in Emaille. Die noch mit goldenen Beschlägen verzierte Scheide birgt eine echte Damaszener Klinge.
Braunschweig, 18. Juni. Der Landtag hat beschlossen, die Petitionen von Professoren der Universitäten
wollte sich nach der unS schon bekannten Pappelwiese vor der Grenze von Monbijou begeben und zunächst von den längs derselben aufgeblüthen Kindern deS Frühlings, den Hyacinthen, Tulpen und Maiblumen Abschied nehmen. Ehe er das HauS verließ, begegnete ihm auf dem Hausflur Klara. Sie entfernte sich zwar nach einem ttirzen Gruß rasch durch eine Thür, aber er konnte doch so viel sehen, daß ihre trauten Augen stark geröthet waren. Sie waren offenbar von Thränen geröthet, und Fritz glaubte diese Thränen zu seinen Gunsten deuten zu dürfen. Als er von seinem kurzen Spaziergang zurücttehrte, hatte er eine Maiblume in der Hand. Er suchte ungesehen in das Zimmer seiner Cousine zu kommen und legte still das Blümchen auf das Arbeitstischchen in demselben. Als er von einem im Laufe deS Vormittags noch nothwendig gewesenen Gang zurückkehrte und mit den übrigen Mitgliedern der Familie im Speisezimmer zusammentraf, lohnte chm ein seelenvoller Blick der Cousine diese Aufmerksamkeit.
ES war sehr still diesmal bei Tisch, denn der Hausfrau ging bie bevorstehende Trennung sehr nahe, wie auch ihre gerötheten Augen deutlich zeigten, und auch der Hausherr war diesmal sehr ernst. Fritz und Klara versuchttn einigemal Lebendigkeit in die Unterhaltung zu bringen; der Erfolg war jedoch ein sehr geringer und zuletzt schwiegen auch sie. „Ich sehe", nahm Wilna nach einer abermaligen Pause das Wort, „Ihr seid alle Kopfhänger geworden und auch ich. Wir wollen ein HauSmittelchen gebrauchen, was zuweilen hilft, wir wollen ein Glas Champagner trinken." Und ein Glas mit diesem Göttertrank ergreifend, wandte er sich mit den Worten an Fritz: „Gedenkst Du noch deS 15. Ottober im vorigen Jahre vor Leipzig, des Abend«, all welchem wir den Toast ausbrachten: Was wir