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Thor und schlägt die Straße nach Schöneberg ein. Aber dieser Ort scheint nicht das Ziel der Spazierfahrt zu sein, auch Steglitz nicht, erst in Zehlendorf macht der Wagen Halt und die vier Personen lassen sich au» dem Gasthause Stühle nach der großen Linde bringen, worauf sie sich niederlassen und Kaffee zu stch nehmen.

Nicht lange nachher ertönen aus der Ferne Hörner­klänge, Klara springt fröhlich auf, klatscht in die reizenden Hände und ruft: „Da kommen fie."

Sie läuft rasch die wenigen Schrite zur Chauffee und als sie, hier »«gekommen, eine Kolonne Infanterie — e« sind Jäger — aukommrn sieht, grüßt sie dieselbe mit ihrem Taschentuch. Auch die Anderen sind inzwischen herangekommen, zuerst die Baronin, dann Frau Wagner, zuletzt deren Gatte.

Das Bataillon ist da und macht Halt. Die Glieder lösen sich auf und plötzlich stürzt ein junger Officicr, wir erkennen ihn kaum, eS ist Salomon, aus ihren Reihen auf unsere Gruppe mit aufgehobenen Armen zu. Die Baronin schließt ihn zuerst in die geöffneten Arme, indem sie auSruft: „Mein theurer Fritz", dann Frau Wagner und hierauf deren Gatte. Als dieser ihn aus den Armen läßt, wendet sich Salomon zu der, in reizender Verwirrung jetzt dastehenden Klara. Auch er ist verwirrt, als er das zur Jungfrau herangewachsene holde Mädchen sieht, aber die Baronin macht der Verlegenheit beioer ein Ende, indem sie sie einander in die Arme legt und ihnen zuruft: „Um­armt Euch, mein theurer lang entbehrter Sohn, meine liebe Nichte." Die Umarmung war eine so feurige, wie sie nur stattfinden kann. Dem einen Kuß folgte ein zweiter, diesem ein dritter, und wer weiß, wir viel« noch gefolgt wären, wenn nicht die Baronin mit offenen Armen

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Klarburg, Mittwoch, 18. Ium 1879.

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Tagesbericht.

Der „Reichs-Anzeiger" publicirt folgendes Gesetz wegen

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Unter den Hörnerklängen des LiedeS „Ich halt' einen Kameraden, einen bessern findst Du nicht," Passtrte daS Bataillon die letzten Häuser von Paris.

Es war im wunderschönen Monat Juni, als die ersten heimkehrenden Bataillone Berlin passtrten; der Himmel lachte und die Blumen insbesondere die Rosen enffalteten ihre höchste Pracht. Sowie neue Bataillone sich der Hauptstadt näherten, so zogen die Ber­liner ihnen mit Lorbeer-, Eichen- und Blumen-Kränzen, namentlich Rosenkränzen entgegen, um nicht lange nachher mit den wieder die heimathlichen Gefilde betretenden, mit den Kränzen geschmückten Kriegern gemischt, in die Stadt zurückzukehren.

Der Johannistag war noch nicht ganz angebrochen, als der Banquier Wagner eine Estafette von Potsdam erhielt. Bald darauf eilte ein Dienstbote nach dem gegen­überstehenden Hause schloß die Hausthür auf und ver­schwand dann rasch hinter derselben. Dies mochte wohl in Folge der Depesche sein. Eine weitere Folge derselben war es wahrscheinlich auch, daß um acht Uhr bei Wagner eine Chaise vorfuhr, er sich mit seiner Gemahlin in die­selbe setzte und dann bei dem gegenüber stehenden Hause vorfuhr. Nicht lange darauf stiegen noch zwei Damen in die Chaise, er waren die Baronin von Harring und — kaum können wir sie wieder erkennen, so schön verändert hat sich daS liebliche Mädchen — Clara von Prinzen.

Ehe die vier Personen abfahren, neigen sie sich freund­lich nach einem der Fenster, wo — doch wir wollen jetzt nicht« weiter sagen. Der Wagen entfernt sich rasch nach dem Bellealliance-Platz, der damals noch Rondel genannt wurde, von da biegt er in die Wilhelms-Straße macht an der Leipziger Straße linksum, passirt das Potsdamer

Fraktion reagirt, sondern das Volksbewußtsein, dem auS eigener Initiative gerecht zu werden sie sich in ihrer Mehr­heit gesträubt hat. ES gilt dies ebenso für die rein wirth- schaftlichen, wie für die sozialpolitischen Fragen. Nie und nimmer würden heute landwirthschastliche und industrielle Jnteressenvertreter in der Lage fein, dem Land: im Wege eines Kompromisses ad hoc Zollsätze zu diktiren, die nur allzuleicht daS Interesse der Gesammtheit schädigen könuen, wenn man nicht hartnäckig daraus bestanden hätte, daß' inmitten einer schweren gewerblichen^risis noch der letzte, an sich äußerst mäßige Eisenzoll in Wegfall gebracht würde. DaS Zentrum wäre dann nie in die Lage gekommen, auch nur für kurze Zeit — vielleicht schließt die Epoche schon, wenn die Finanzzölle auf die Tagesordnung treten — die ausschlaggebende Partei im Reichstage zu »erben. Aber selbst dieser Fehler auf handelspolitischem Gebiet würde sich nicht als verhängnisvoll erwiesen haben, wenn bit Fraktion in btt kapitalen Frage ber Steuerreform, bieser Existenzfrage für Reich, Staat und Kommunen, «tir tin entferntesten klar und in sich einig gewesen wäre. Vor Jahren schon erhob Miquel im Abgeordnetenhause kate­gorisch die Forderung, daß — wie die« auch da« Land erwartet — die Kommunen durch die Reform entlastet würden, aber heute noch erklärt Laöker stch gegen jede „Ueberschußwirthschast". Durch Mehreinnahmen des Reiches soll den Einzelstaaten über den Erlaß der Matrikularbei- träge hinaus eine Hülfe nicht gewährt werden, in Preußen aber kommt, wie unser Finanzminister jüngst erst borge» legt hat, schon daS ständige Defizit seiner Matrikularquote nahezu gleich. Wie soll da den Kommunen geholfe» wer­den, in denen heute neben allen anderen Steuern vielfach mehr al« ein Fünftel jedes JahreSeinkommeuS an Ein­kommensteuer erheben wird. Hier muß doch geholfen »er» den, und wenn in Folge der schwankenden und unklaren Haltung der Nationalliberalen sich für die Regierung — von den persönlichen Anschauungen des Reichskanzler- gänzlich abgesehen — die Dinge zuletzt dahin gestalte«, daß ohne Getreidezölle keine Majorität für Schutzzölle und ohne Schutzzölle keine Majorität für Finanzzölle in Aus­sicht zu nehmen war, dann sind die nattonalliberalen Wort­führer in Parlament und Presse wahrlich am wenigsten berechtigt, das Land durch ihr Reaktionsgeschrei in Allarm zu bringen. Noch im jüngsten nattonalliberalen Wahl­programm hieß es, baß die Stellung zu den wirthfchaft- lichen Fragen für die Parteiverhältniffe nicht maßgebend fein sollte — warum soll dies für alle anderen Parteien und ebenso für die Regierung nicht die gleiche Geltung haben, warum soll der Umschwung in unserer Handels­politik sofort „Reaktion" bedeuten?"

Emde«, 13. Juni Die hiesige Stadt hatte sich zur Feier des 11. Juni vom Kaiser die Erlaubuiß erbeten, die Errichtung seines Standbildes in Emden zu inau-

3* schwerer Zeit!

Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—1816 von Joh. Beyssel.

Luchdruckerei) bezogen 2k Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft

Deutscher Reich.

Berlin, 16. Juni. Die „Schlesische Zeitung" weist in einem Artikel über den „politischen Pessimismus" auf die Fehler der Führer der nationaOiberalen Fraktion hin, ohne welche die Ereignisse nicht über sie hinweggeschritten sein würden, und schließt denselben mit folgenden beachtenS- werthen Worten: „Nicht die Regierung hat gegen die

stellen, daß diese Vorschläge nicht zum Abschluß geführt haben. Wir können nur wiederholt darauf Hinweisen, daß eine Amnestie der katholischen Geistlichen ohne Zusammen­hang mit einer Aendenmg der Maigesetze oder einem sonstigen Uebereinkommen keinen rechten Sinn hat. Wenn die Geist­lichen heute amnestirt werden und kehren morgen in ihre Gemeinden zurück, so müßten sie ja übermorgen schon wieder eingesteckt werden.

Die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, auch Italien habe sich nunmehr nachträglich dem Proteste gegen die Finanz­dekrete des Khedives angeschloffen.

Die „Polit. Corr." meldet auS Philipoppel: Das Re- :gierungsdirectorium beschloß die auf 2000 türkische Lire präliminirten monatlichen Kosten für die Erhaltung der Miliz auszubezahlen und den gegenwärtigen Präsenzstand (ca. 10,000 Mann) bis zum Zusammentritt der ostrume- lischen Provinzialversammlung beizubehalten. Zwischen dem Direetorium und General VitaliS sind ernste Differenzen eingetreten, welche die Stellung de« Letzteren sehr gefährdet erscheinen lassen.

Für Bulgarien spinnt sich in Folge eines russischen Geschenkes eine interessante Frage an. Die „Times" meldet nämlich auS Wien: „Die russische Regierung hat einen Theil ihrer Donauflolttlle der bulgarischen Regierung zum Geschenk gemacht. Dieselbe besteht aus zwei Dampfern, sechs kleinen leichtgepanzerten Kanonenbooten, mit je einer Krupp-Kanone und sechs Dampfbarken, welche während des jüngsten Kriege- als Torpedoboote verwendet wurden. Für den Augenblick behalten diese Schiffe ihre russischen Offiziere und Bemannung; eS sollen jedoch zwei bulgarische Abcheilungen mit 4 Offizieren und 30 Matrosen gebildet werden — eine in Barua und die andere in Rustschuk welche als Cadtes für die bulgarische Maxine dienen und schließlich die russischen Marine-Offiziere und Mannschaften die »orerft bei der Flottille verbleiben, ersetzen werden. Das Geschenk ist ohne Zweifel ein werthvolleS; da jedoch der Vertrag, welcher die Miliz ganz besonders erwähnt, nicht« von einer Flottille auf der Donau ober im Schwar­zen Meer besagt, so fragt es sich, in wie weit die Bulgaren berechtigt sind, eine Kriegsflottille zu halten.

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m nimmt entgegen: Kebttion d.Blattes, ^Armoncen-Bureaux Q, Dietrich & Co. in u-gnb Hannover; Th. sch in Frankfurt a.Ät.; Mein & Bögler in Mrt a. M., Berlin, .je, Cöln ic.; Rudolf |t in Berlin, Frank- furt a. M. ic.

Anzeigen nimmt entgegen: die Epiedition d.Blattes s owie d. Annoncen-Bureaux von G L. Daube & Go. in Frankfurt a- M; JLger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'fche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendanl in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen-

ibn Tage der goldenen Hochzeit des Merhöchsten Kaifer- i ne« trafen 1278 Telegramme mit zusammen 47,088 1 orten auS allen Gauen des Vaterlandes, so wie auS R Auslande bis von fernen Welttheilen für Ihre Maje- tat bei dem Haupt-Telegraphenamte unb der Palais- i timt in Berlin ein. Die Zahl der von der Kabinets- J Mion des Hofpostamts expedirten eingegangenen Briefe | inst sich auf viele Tausende.

rtal mit der wöchentlichen Beilage „JlnstrtrteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Loch'sche Mark 56 Psg. (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 16 Psg. und Annahme von Adreffen werden 25 Psg. berechnet.

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* firfAeint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für daS Quartal

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war daher im höchstm Grade erfreut, als er schon * nächsten Tage die Kunde bekam, daß sein Bataillon .18*,1 *1 darauffolgenden Tag von Pari« abrücken solle. i3v Dies geschah baut auch, nachdem der König da« Ba- E ^°n noch einmal iuspieirt und „seine Kinder", wie er 8U' sch ausdrückte, mit wenigen aber herzlichen Worten ast- «fsen hatte. „Lebt wohl," rief er, „meine Kinder. Seid ■Rtt brav, wie Ihr bisher gewesen. Ich danke Euch. __fcht wohl! Lebt wohl! Und grüßt die Heimath!"

| h von jedem ferneren

I hr, dergestalt, daß jedes angefangene Tausend für voll i t^net wird. §. 3. Die zum Zwecke der Berechnung J t Abgabe vorzunehmende Umrechnung der in einer an- l ttn als der Reichswährung ausgedrückten Summen er» tzl, soweit der BundeSrath nicht für gewisse Währungen ymein zum Grunde zu legende Mittelwerthe festsetzt und uni macht, nach Maßgabe des laufenden Kurses. Art. , Dieses Gesetz tritt mit dem 1. Juli 1879 in Kraft.

7Ä Die Zolltarifkommisston des Reichstags beschloß gestern, fc bet die Finanzzölle enthaltenen Positton 25 die nach- »fil tzvldm Arttkcl,: Hefe, Essig, Buster, Fleisch, gesalzene ___tringe, Eaviar, Konfitüren, Kuchenwerk, Kraftmehl, Puder, billh «go, Meermuschelthiere, L-chaalthiere, Reis und ^alz, in M -m Verzollung die Jutereffenten als schutzzöllnertsche [172 Wen, vor Beginn der zweiten Berachung der Schutz- Mc durchzuberathen. Die Tariftommissiou genehmigte flächst die Position 5 (Drogum) 9tr. a, b, c mit eini- kleinen Ermäßigungen nach der Vorlage und beschloß Bleiwei«, Bleizucker, Grünspan, Weinsteinsäure und

n;# Mit Bezug auf die Gerüchte von einer Amnestirung » gestraften katholischen Geistlichen bemerkt die „Nat. » ivid tz.": Es wird glaubhaft berichtet, daß kurze Zeit vor agt» » Festtag der goldenen Hochzeit Präpositionen des Gar» [1731 biati Nina in Berlin eingetroffen sind; nach dem Gang,

"ffiA jtoerung des Gesetzes vom 10. Juni 1869, betreffend ss»» Wechselstempelsteuer. Art. 1 An die Stelle der §§.

ggb 3 des Gesetzes vom 10. Juni 1869, betreffend die 1 p chelstempelsteuer (Bundes-Gesetzbl. Seite 193), treten die । folgenden Bestimmungen: §. 2. Die Stempelabgabe

he Sohn des „Professors" Loeff unb seiner Ehegattin W 6iuna geborene von Prinzen sei.

• \ „Was?" rief Salomon, „also eine von Prinzen ist - & tine Mutter. Daher also rührt bie Theilnahme bet Pronin von Harring für meine Person? Aber warum HtGeheimniffe? Also wirklich chxistlich getauft? Aber ist es gekommen, baß mein Vater mich einem Juden

* Rttgab und mich nicht christlich reichen ließ?"

Da« waren Fragen, die ihm viel Kopherbrechen

, 1 r (Fortsetzung.)

I. 1 König Friedrich Wilhelm der Dritte hatte, gleich ,ntft Mjbem der Friede mit Frankreich unterzeichnet worden ■ i «r, beschlossen, zunächst die Freiwilligen ihrem früheren jtttt drus wieder zu geben. Ehe da« Detachemmt, bei welchem ■ Äomon diente, den Befchl zum Abmarsch von Paris er« 1 «lt, empfing et wieder einen Brief von Wagner, der \ « seine Grüße und die der Baronin und Clara's brachte I ® ihm zugleich kurz meldete, daß soeben aus dem AuS- ; 8be sein Taufschein eingelaufen fei, wonach er der ehe-