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-^»sertionsgkbühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.

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Marburg, Dienstag, 17. Juni 1879

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■urigen nimmt entgegen: je Expedition d.vlattes, jg« d-Ännoncen-Bureaux iti Tb- Dietrich & Co. in gffel und Hannover; Th. iürich in Frankfurt a M.; ggfenftein & Bögler in

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von G L- Daube L Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendarck in Berlin; W. Thiene« in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

1S7Q toffe in Berlin, Frank- fnrt a. M' re.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ;,3 luftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition («och'fche Luchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 40 Pf«, lexcl. Bestellgebühr), r- Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa

Mr m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2$ Pf«, berechnet.

Tagesbericht.

[17fi Der „Reichsanzcigcr" veröffentlicht folgenden Erlaß

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Die bereits sehr angeheiterten Kameraden erhoben ein

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In Bezug auf die Affaire „Großer Kurfürst" eut- en wir der „Boss. Ztg." Folgendes: Während über Spruch deS neuen Kriegsgerichts in Sachen des roßen Kurfürsten" nichts verlautet, wird nachträglich nt, wie das Erkenntniß des ersten Kriegsgerichts aus­

allen war. Von den drei unter Anklage gestellten

, dem Geschwaderchef Latsch, dem Grafen Monts D dem Deckoffizier Klausa, waren die beiden erstgenannten esprochen und nur der Letztere zu einer mehrwöchent- n Arreststrafe verurtheilt worden. Auf Grund eines achtens, welches über dies Urtheil das General - Andi- iat an den Kaiser abgab, erfolgte die Verwerfung des utnisses und die Einsetzung eines neuen, aus Offi- der Armee bestehenden Kriegsgerichts. Das General-

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I« schwerer Zeit!

Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—1816 von Joh. Beyssel.

(Fortsetzung.)

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—E^lgeschrei, als sie den Inhalt des Kistchens sahen. •W dglvmon war mit Vergnügen bereit, ihn zum Besten zu gc«S eben, machte aber, noch erfüllt von dem Gespräch mit [£^ *6 Russischen pfficier, die Bedingung, diesen zur Theil- kt~ie einladen zu dürfen, da er sich als Freund der

Hrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin an den tzichskanzler: Dank dem Walten der göttlichen Vor- tzing ist es Uns vergönnt gewesen, am 11. Juni das »jährige Jubiläum Unsrer Vermählung zu begehen und «bei zu beobachten, wie dieser Tag Unsrer persönlichen knnnerungen sich im ganzen Deutschen Vaterlande und Kit hinaus über dessen Grenzen, wo Deutsche beisammen «ilen, zu einem Festtage von allgemeiner Bedeutung ge- stltet hat. Mehr als je ist Uns kund geworden, von Mer Liebe und Anhänglichkeit das Deutsche Volk für Kaiser und dessen Hans erfüllt ist. Die beglück- schenden Huldigungen in der Form von inhaltsreichen schriften, telegraphischen Grüßen, freudigen Festspielen, ischen und künstlerischen Widmungen, duftenden Blumeu- nben rc. wuchsen zu einer volksthümlichen Bewegung an, nicht ohne tiefen Eindruck auf Uns geblieben ist.

eß nicht hierauf allein hat sich die Befriedigung Unsres üths beschränken dürfen; es ist vielmehr auch in an- höchst würdigen Erscheinungen ein erfreuliches Ver- «dniß für Unser innerstes Empfinden zu Tage getreten, gedenk deS in bedrängten Zeiten mehr und mehr stei- en Bedürfnisses nach energischem hülfereichenden Wirken man dem Gedanken Raum gegeben, Unser Jubiläum m Anlaß zu nehmen, um ein über das gesammte Reich erstreckendes Retz von Stiftungen zu mannigfaltigen, urernden Zwecken der Humanität zu begründen. Wir "'n Uns gedrungen, auch an dieser Stelle zu versichern, hierdurch mit besonderer Wärme von Uns gehegte iinsche ihre Erfüllung erhalten haben. In welchem Maße in welcher Weise sich aber auch die Tbeilnahme an nser» Zubcltag geltend gemacht hat — Wir wollen n, den Nahen wie den Fernen, für ihre Aufmerksam­danken, und beauftragen Sie daher/ diesen Erlaß ld zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

M Dies ward gern zugestanden und eine Deputation, 1—- Äomvn an der Spitze, an den Russischen Officier abge- 1 tot. Es war ein sehr kameradschafttiches Verhältniß n-fti Aschen den preußischen und russischen Truppen und daher

*»rd die Einladung auch freundlich angenommen.

. Bald kreisten so viele Gläser, als aufgetrieben waren, das Wachtfeuer, an welchem unsere Bekannten Platz

Kommen hatten, Alles war heiter gestimmt, manches - y to ward gesungen und da cs auch an anderem Wein W fehlte, mithin Stoff genug war, manches Lebehoch gebracht. Auch „was wir lieben" hieß es. Da er« 1 ’«n sich Alle von ihren Sitzen; d« Toast war ihnen allen Anderen der liebste. Indem Salomon sein ^as dem deS russischen Officiers näherte fügte dieser ’toju: „und was wir geliebt haben."

Der Mann muß großen Herzenskummer haben, sagte

( ijv oaicmon.

.78.0. Schon früh am andern Morgen mahnten die Hörner

Jäger zum Ausbruch, der Kaffee war bald gekocht r. öktrunken und gleich darauf ordneten sich die Glieder, barsch" hieß es und fort ging's unter den Klängen

Auditoriat hatte in seinem Gutachten ausgesprochen, daß nach Lage der Dinge die Entlassung der drei Angeklagten aus dem Dienst geboten sein würde. Der Spruch, den das neue Kriegsgericht abgegeben hat, bleibt bis auf Wei­teres strenges Geheimniß; auch über ihn Heischtet das General-Auditoriat^ an den KÄsek,' MV Wt noch der Chef der Admiralität, L,taatsminister v. Stosch, dürfte von dem Inhalt des Erkenntnisses in Kcuntniß gesetzt worden sein. Die drei Angeklagten waren bei den Verhandlungen zu­gegen; die Herren Bätsch und Klausa reisten unverzüglich von hier wieder ab und nur Graf Monte blieb- hier zurück. ■ / uh

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An parlamentarischen Nachrichten ist zu verzeichnen:

Ueber die Stellung des Eentrums zu den Finanzzöllen wird Folgendes mitgelheilt: Dasselbe wünscht zuvörderst, daß, nachdem die Schutzzollpositivnen innerhalb der Com­mission in erster Lesung durchberathen, sofort in die Dis« cussion der Finanzzöllc und mit ihnen verbundenen Frage der constitutionellen Garantieen eingetreten, und nicht, einem anderen Vorschläge gemäß, vorher schon die Schutzzölle in zweiter Lesung erledigt zu sehen. Die Wortführer der Centrums - Fraktion werden in der Commission ihr Pro­gramm dahin entwickeln, daß an Steuern und Zöllen nur so viel bewilligt werden dürfe, als unbedingt zur Deckung des Deficits in den Einzelstaaten und im Reiche erfor­derlich sei. Gefordert wird von ihnen ferner, daß bei etwa sich ergebenden Uebcrschüsien diese nicht an die Reichs­kassen, sondern durch Vermittlung des Reichs direkt an die Einzelstaaten pro rata der Bevölkerung, abgeführt werden mögen. Darf man den Versicherungen hervorragender Mitglieder des Centrnms Glauben schenken, so würde das­selbe^ sich bei Bewilligung der Finanzzölle, wenn nicht die Bedürfnißfrage durchaus nachgewiescn wird, schwierig zeigen. Im klebrigen weiß man, daß die CeutruniSpariei sich gegen dm Artikel V des Tarifgesetzes, der die bekannten Repres­sivmaßregeln gegm die Nachbarstaaten enthält, erklären werde.

Die Tabaksteuer - Commission lehnte einstimmig die Licenzstener ab. — Die Wucher-Commission verwarf den An­trag Reichensperger betr. die civilrechtlichen Bestimmungen gegen den Wucher. — Tie Brausteuer-Commisfiou been­dete die erste Lesung des Gesetzes. -

Die Tarifkommission nahm die Position GlaS und Glaswaaren im Ganzen nach der Vorlage an, schied aber aus verschiedenen Nummern der Position einzelne Artikel aus, für welche der Zoll erheblich herabgemindert wurde, v. Bennigsen beantragte bei der zweiten Lesung vor den Finanzzöllen sämmtliche Schutzzölle durchzuberathen. Die Beschlußfassung über diesen Antrag wurde bis zum Mon­tag ausgesetzt, wo voraussichtlich die erste Lesung ge­schlossen wird.

des Liedes: „Morgenroth, Morgenroth, leuchtest mir zu frühen Tod" und dem Dröhnen der groben Geschütze aus der Ferne.

Die Jäger marschirten hart an der Stelle vorbei, wo die russische Kavallerie Tags vorher ihr Lager aufgeschlagen hatte. Die Leute warm auch bereits „au die Pferde" kommandirt und auf beiden toeiten hieß e« bei dem Vor­beimarsch ' „guten Morgen." Noch einmal bekam hier Salomon ven russischen Officier zu Gesicht, der sich so gestellt hatte, daß er die Jäger beim Vorbeimarsch fast streifte. ^Leben Sie wohl, mein lieber Freund", rief er unserem -Salomon zu, „doch noch ein Wort kennen Sie dm Baron von Harring?"

„Er ist lobt", antwortete Salomon. „Ich habe ihn' nicht gekannt."

Der Officier fuhr mit der Hand über das Gesicht und ging gedankenvoll wieder an sein Pferd.

13.

Drei Tage kämpften die sich gegmüberstehendm Heere im Umkreise von Leipzig mit kurzen Unterbrechungen. Bis zum Anbruch des dritten Tages war Salomon un­verletzt geblieben, obgleich die Brigade, bei welcher er stand, während dieser Zeit mehrmals in's Feuer geführt wurde. Am Morgen des dritten Tages aber, als er von Neuem in den Kampf ging, stürzte er am rechten Bein verwundet, zu Boden. Er suchte sich wieder aufzurichten, aber er vermochte es nicht, und so mußte er sehen, wie seine Kameraden ohne ihn vorüberzogen. „Fahret wohl," rief er ihnen zu, ich habe genug." Er hatte kaum so viel Kraft und Besinnung, sein Taschentuch um fein wundes Bein, ans welchem das Blut strömte, zu binden, bann sank er ohnmächtig wieder hin. Als er eine Zeit lang

1 Die „Polit. Corresp." meldet im Gegensätze zu den vor einigen Tagen verbreiteten Mitlheilungen oppositioneller Blätter, daß seitens der Vertretung des heiligen Stuhles dem Ministerium des Acußeren soeben von einer Depesche des Staatssekretärs Nina an den Nuntius Jacobini Kennt- niß gegeben wurde, welche einige Vorschläge in Betreff der Ordnung der hierarchischen Verhältnisse Bosnien« und der Herzegowina anregt und der Würdigung bet Regierung anheimgibt. — Die „Pol. Corr." melbet aus Rom, daß bei bet bortigen österreichischen Botschaft an bem italieni­schen Hofe über eine ^Berufung des Baron Haymerle nach Wien absolut nichts bekannt sei, dagegen sei es richtig, daß derselbe seinen Urlaub, wie alljährlich im nächsten Monat antreten werde. — Au« Belgrad wird der „P. C." ge­meldet, daß Fürst Dondukosi-Korsakoff nach der Uebernahme der Distrikte von Breznik und Tru al« Ueberbringer eine« Schreibens des Kaiser« von Rußland an den Fürsten Milan in Risch eingetroffen sei. — ©erntet Pascha erklärte Ristic, die Psorte sei nicht in der Lage, mit Serbien eine Consular-Convention abzuschließen. Serbien verweigerte demzufolge zur Errichtung eines türkischen Generalkonsulat« in Risch seine definitive Zustimmung zu geben.-

Die „Polit. Corresp." meldet aus Athen: Der fran- zöstschc Geschäftsträger hat die griechische benachrichtigt, seine Regierung sei entschlossen bei den bevorstehenden Verhandlungen über die griechische Grenzfrage von dem 13. Protokoll des Berliner Vertrage« nicht abzugehen. — Photiades Bey kehrt nach Kreta zurück, ohne die Geueh- mignung der Beschtüsie der kretenfischen Nationalversamm­lung seitens des Sultan« mitzubringen.

■ Deutsches »eich.

ÖerliB, 14. Juni. Der Kaiser soll über das Fern­bleiben de« Zaren-ti»d seiner Söhne verstimmt fein. Nie­mand glaubt daran, baß ber Grund durch die Erkrankung der Großfürstin Maria Panlowua gegeben war Man spricht viel von Verstimmungen zwischen den Höfen von Berlin, Wien und St. Petersburg. Thatsächlich fand in den letzten Wochen ein lebhafter diplomatischer Schrift­wechsel zwischen Berlin und Wien statt. Der ^Franks. Ztg." wird dasselbe gemeldet und wird von dem Correspon- benten damit bie Krankheit unb bie erschütterte Stellung Anbrassy'S, so wie bie unhaltbaren Zustände in Ostrume- lien in Verbindung gebracht. — Wie au« Bamberg ge­schrieben wird, wird der Kronprinz im Monat August dorthin kommen, um die Jnspectton des 1. Ulanen-Nkgi- ment«, dessen Inhaber er ist, vorzunehmen. — Eine hiesige Zeitung hatte die Nachricht gebracht, daß ber Kaiser ben Oberst-Kämmerer Grafen Rebern zum Fürsten ernannt habe. Dies wirb nunmehr bahin richtig gestellt, baß bie Ernennung nur beabsichtigt war, auf ben Wunsch bes so gelegen hatte, würbe burch ein starke« Dröhnen bt« Erbbobens wieder zum Bewußtsein zurückgerufen. Er richtete sich mühsam auf, um zu sehen, wa« dieses Dröhnen verursachte und da sah er, wie von Leipzig her große Kavallerie-Mafien sich in ber Richtung auf ihn bewegten unb er in Gefahr war tobtgeritten zu werben. Glücklich erspähte er aber auch ganz in ber Nähe einen mächtigen Baum. Zu biefent schleppte er sich mit ber größten An­strengung, bann sauste die ganze Kavallerie-Masse an ihn vorüber und verlor er von Neuem das Bewußtsein.

Napoleon hatte noch einen großen Theil seiner Kavallerie- massm in Reserve. Diesen wurde von ihm, als bie Ver- bünbeten immer mehr Terrain gewonnen hatten unb ihm schon nahe auf ben Leib gerückt waren, ber Befehl gegeben, das feindliche Centrum zu durchbrechen, eS möge kosten, was es wolle. Es war meist schwere Kavallerie und daher kam das Dröhnen des Erdbodens, wie e« wohl feiten vorgekommen fein mag. Aber noch rafcher fausten die Reiter bald darauf in ber größten Unorbnung auf bie Hälfte rebucirt, verfolgt von großen Mafien preußi- fcher unb russischer Kavallerie wieber vor Salomon vorüber, der von dem neuem Getöse nochmals in’« Bewußtsein zurückgebracht wurde. Aber eS war nur ein halbes Be­wußtsein und wie durch einen Schleier sah er nur, wie ein Kürassier sich ihm näherte und einige Tropfen einer brennenden Flüssigkeit in seinen Mund goß. Dann schlossen sich seine Augen wieder.

Am Nachmittag deS 18. October befahl Napoleon den allgemeinen Rückzug der Trümmer seiner Heerhaufen, weil er ihn doch nicht mehr aufhalten konnte und Alle« verloren war. Am nächsten Tage verließ er Leipzig unb eilte seiner Armee voraus. Noch einmal zwar stellte er