xiv. Jahrgang
Marburg, Sonntag, 15. Juni 1879
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Die „Nordd. Allgem. Ztg." melvet, daß zum Schutz bedrohter deutscher Interessen in den Gewässern von Chili und Peru die Panzercorvette „Hansa" nach Valparaiso beordert sei und im Laufe des Juli dort eiuti essen dürfte.
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Der Berliner Magistrat wählte einstimmig den Oberbürgermeister v, Forckenbeck zu seinem Vertreter im Herrenhause.
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—g Franzosen, nothwendig Bedenken, die Schlacht am nächsten Morgen wieder aufzunehmen, und so wurde denn der Rück- in ul Mg nach Osten beschlossen. Er erfolgte nach einigen Ruhe- Kunden gegen Morgen deS nächsten Tages in bester Ord-
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Gegenüber den Besprechungen der Regierungsabsichten bezüglich Novibazars seitens der „Reum freien Preffe" veröffentlicht die „Polit. Corresp." ein Commumqu« folgenden Inhalts: Ein Beschluß der Regierung betreffs Ausführung der Convention ist noch nicht gefaßt. Hält die Regierung diese Ausführung im gegebenen Augenblicke für nothwendig, so wird entsprechend der Convention mili- tärifcherseits die Untersuchung deS Zustandes der Wege und Communikationen sowie der für die Garnisonen zu
fertigen nimmt entgegen; zLrvedition d.vlatte», -rt d.Ännoncen-Bureaux y $b. Dietrich & Co. in und Hannover; Th.
I« schwerer Zeit!
Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—1816 von Joh. Beyssel.
l Fortsetzung.)
12.
wurde ein starkes französisches Heer von Blücher an der Katzbach mitgenommen. Bei Dresden erlitten zwar die Verbündeten um dieselbe Zeit eine schwere Niederlage, die Scharte wurde aber ein paar Tage darauf bei Kulm glänzend ausgewetzt, denn von den von Napoleon nach der Schlacht bei Dresden sich zurückziehenden nachgeschickten 40,000 Mann kamen nur noch unbedeutende Trümmer von dort zurück. Von allen Seiten zogen die Verbündeten auf Leipzig, wo Napoleon seine Heersäulen koncentrirt hatte immer enger wurde der Kreis, von welchem er sich umschlossen sah.
Eine Haupffchlrcht mußte in den nächsten Tagen geschlagen werden, das fühlte Jeder in den Heeren der Verbündeten und die Mehrzahl dachte daran, daß ihre letzte Stunde nahe sein könne. Noch mancher Brief wurde an die Lieben in der Heimath geschrieben, wie es eben ging und mancher Kamerad bat den andern, wenn er bleiben sollte, seinen Eltern, den Geschwistern, der Braut die letzten Grüße zu senden.
In der Nähe eines sächsischen Dorfes bivouakirten an einem Waldrande preußische Jäger, einige Eskadronen russischer Kavallerie und zwei Batterien Artillerie gegen Abend am 15. Oktober. Die Pferde waren bereits getränkt und kauten wohlgemuth den ihnen gereichten Hafer; Infanteristen, Kavalleristen und Artilleristen kochten ihre Mahlzeit, vielleicht die letzte und hier und da sah man einen, der flüchtig einige Zeilen auf ein auf dem Tornister liegendes Papier warf, hier und da bildeten sich auch Gruppen, welche ein mehr oder minder lebhaftes Gespräch führten.
Einer der Jäger mochte wohl sehr viel zu schreiben
holt einen ordentlichen Denkzettel zu geben, denn rS war zwischen Alexander und Friedrich Wilhelm beschlossen, bis auf eine gewisse Linie zurückzugehen und dort eine Vereinigung mit anderen heranziehenden Truppen zu bewirken. Die Franzosen wagten es nun auch nicht weiter, ihnen nachzuziehen. Kurz vor der Schlacht bei Bautzen glückte es unserm Salomon, an der Spitze einer Patrouille eine noch stärkere feindliche Patrouille aufzureiben und eine Menge zu Gefangenen zu machen. Mit einem Hurrah ward er von seinem Detachement empfangen, als er mit seinen Gefangenen zu demselben zurückkehrte.
Bald darauf wurde ein sechswöchentlicher Waffenstill- stand geschlossen, der hiernächst.auf weiter« sechs Wochen ausdegehnt wurde. Napoleon hatte ihn nachgefucht, nicht etwa um inzwischen einen billigen Vergleich mit seinen Feinden zu schließen, sondern um frische Heersäulm von Frankreich heranzuziehen und dann mit gewaltiger Faust seine Feinde zu packen. Aber er bedachte nicht, daß auch seine Feinde die Zeit aus'S beste dazu benutzen würden und Preußen seine viel näher liegenden HülfSquellen eher auSbeuten werde.
In der Mitte August's stellten sich daher bei Wiedereröffnung der Feindfeligkeiten bei Weitem größere Massen gegenüber wie im Frühjahr, und Napoleon hatte eS nun noch mit einer dritten respettablen Macht, Oesterreich zu chun, welches in Prag vergeblich versucht hatte, Napoleon dahin zu bestimmen, mit Rußland und Preußen Frieden zu schließen und in bescheidene Greuzm zuruchutreten.
Zweimal warm schon NapeleonS Heere, fast vor den Thoren Berlins, in blutigen Kämpfen zurüchgeschlagen. ES war bei Groß-Beeren und Dennewitz. Bei Wartenburg hatten sie eine schwere Niederlage erlitten, noch übler
Nach der „Kreuz-Zeitung" lautete die Ansprache, welche Präsident des Reichstags, v. Seydewitz, an den Kaiser die Kaiserin gerichtet hat: „Ew. Kaiserlichen und miglichen Majestäten spricht der Deutsche Reichstag durch inen einmüthig beauftragten Vorstand die ehrfurchtsvollsten äckwünfche zu der erhebenden Feier des goldenen Jubi-
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Gegner zum Schweigen zu bringen. Wie die Republikaner die Behörden und Gerichte des Landes von Beamten gesäubert haben, die nicht dreizehnlöthige Republikaner sind, so scheint das Ministerium auf dem Wege der Preßpro- zesse auch die Presse allmählich von seinen monarchisch gesinnten Gegnern säubern zu wollm. Natürlich werden dadurch ganze Berge voll Aerger, Groll'und Rache auf- gehäuft, und Tausende von abgesetzten Beamtm sammt ihren Verwandten ersehnen die Zeit herbei, wo die jetzt herrschende Partei gestürzt und sie sich an denen, welche sie abgesetzt haben, rächen können. Dann käme natürlich die Reihe des Absetzens an die jetzt herrschendm Republikaner. Das wissm dieselben und deßhalb suchm sie eben so leidenschaftlich das jetzige Ministerium und seine Partei bei der Herrschaft zu erhallen, wie die Abgesetzten und Geschädigten mit dem leidenschaftlichsten Ingrimm diese Partei und das Ministerium zu stürzen suchen. So vergiftet der Parlamentarismus das Volksleben durch das Wachrufen der bittersten Leidenschaften. Selbstverständlich suchen, zumal bei einem ohnehin so leidenschaftlichen Volke wie die Franzosen, diese Leidenschaften zu äußern — und das geschieht denn vorzugsweise in der Presse. Einer der heftigsten Gegner des Ministeriums und der herrschenden Partei, überhaupt ein leidenschaftlicher Kampfhahn aus der Schule des Kaiserthums, wo man in bett Mitteln nicht wählerisch war, ist der Bonapartist Paul de Caffagnac, der Chefredactmr deS „PayS". Dieser hatte daS Ministerium wiederholt in seiner rohen, rücksichtslosen bonapar- ttstischen Manier angegriffen und das Ministerium suchte bei der Kammer um die Erlaubniß nach, den Abg Caffagnac in den Anklagezustand zu versetzen. Ueber diese Vorlage wurde am Montag berathen. Caffagnac vertheidigte sich in seiner leidenschaftlichen Manier und wurde vom Präsidenten Gambetta mehrfach unterbrochen. In der Abstimmung wurde der Antrag der Regierung mit 306 gegen 195 Stimmen genehmigt. Nach diesem Beschluß drangen die bonapartistischen Abgeordneten in den Halbkreis zwischen den Bänken der Abgeordneten, der Tribüne und dem Re- gierungStische ein, und hier entwickelte sich dann eine gräuliche Scene, welche, obgleich „Gambetta" die Stenographen ausgefordert hatte, davon nichts zu veröffentlichen, natürlich doch bekannt geworden ist.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Buttei sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung das elbst;
Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene- in Elberfeld: 6. Schlotte n > Bremen.
XV, ryrrrg. Die Franzosen machten sich auf die Verfolgung, " «bet schon der erste Angriff auf die Arriere - Garde der
Bei Groß-Görschen war am 3. Mai 1813 der erste zrvße Zusammenstoß der feindlichen Heere, schon neigte to der Sieg auf die Seite der verbündeten Ruffen und Reußen, al« Napoleon mit 60,000 Mann neuen Trup- dm herankam. Anfall auf Anfall erfolgte von seiner Seite vtf die Verbündeten, diese schlugen die Angriffe aber kräf- tig zurück bi« zum Abend, der beide Theile nöthigte, das
Tage-bericht.
Gegen Ende der Galatafel am Donnerstag brachte der uprinz ein Hoch auf die Majestäten auö, in welches Gäste dreimal begeistert einstimmten; die Musik iu- irte die Volkshymne, welche die Gäste stehend anhörten.
Reichskanzler saß neben dem englischen und dem rus- m Botschafter den Majestäten gegenüber, die sich wiedrr- mit denselben unterhielten. Der Kaiser trug anläß- de« 50jährigen Jubiläums des Kaiser Alexander als imentSchef über der großen Generalsuniform daS große des Andreas-Orden« und bad Großkreuz des GeorgS- rdens. Bei dem Abendconcert machte der Kaiser, ohne Stütze eines Stockes zu bedürfen, einen halbstündigen dgang durch den Saal, um einzelne Gäste zu begrüßen.
Die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet das Telegramm Rom, wonach Se. Maj. der Kaiser anläßlich der gol- en Hochzeitsfeier vom Papst und Cardinal Nina be- ickwünfcht worden sei, als irrthümlich. Dem Gebrauche HöfliAeit entsprechend habe der Papst allein seine iickwünsche brieflich abgestattet.
Zum Gedächtniß an -ie Feier der goldenen Hochzeit der Kaiser, wie daS Fremdenblatt hört, für die Beten, Offizianten und da« Dienstpersonal bet nächsten gebung beibet Majestäten eine Medaille gestiftet, welche schwatz-orauge-weißen Bande zu tragen und in 3 Klassen liehen worden ist. Die erste Klasse, für Fürstliche Per- ichkeilen bestimmt, hat einen Emaillerand, die zweite affe ist von Gold, die dritte von Kanoneumeiall (Bronze.) ie Medaille zeigt anf dem Avers die Kaiserkrone, auf Revers die vereinigten preußischen und weimarischen »appen. Die Verleihungen haben vorgestern stattgefunden d erstrecken sich nicht über die Umgebung im König- n Palais und Babelsberg hinaus.
Tagen des Glückes und der Freude, der es Euren Kaiserlichen und Königlichen Majestäten vergönnt hat, das Deutsche Reich neu entstehen und zu neuer Macht und Stärke erblühen zu sehen. Möge Gott den beglückenden Bund, der Eure Kaiserlichen und Königlichen Majestäten umschließt, fort und fort mit seinem Gnadenschutz begleiten! Möge Gott in unserin allergnädigsten Kaiser und dem erhabenen Kaisethause dem deutschen Vaterlande den sichern Hort erhalten, unter dem es einig und stark geworden ist, unter dem eS einig und stark bleiben soll, uns und künftigen Geschlechtern zum Heile."
Die Taris-Kommission des Reichstages berieth gestern die Tarifposition über Seide und Seidenwaaren. Die Unterabthellung: Seide und Floretseide gefärbt, wofür die Vorlage 48 Mark Zoll vorschlägt, wurde mit nur 36 belegt und von der Position: Zwirn aus roher Seide (Nähseide, Knopflochseide) getrennt; für letztere ward Zollfreiheit beschlossen. Alle übrigen Unterabtheilungen wurden unverändert nach der Vorlage genehmigt.
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Hed fernere Morden einzustellen. Die Generale der Alliitten i trugen, weil sie bei Weitem nicht so stark waren, wie die
Den Abendzeitungen zufolge ist der Vertrag über die Abtretung der Berlin-Stettiner Eifenbahn an den Staat durch die Mitglieder der Bahndirektion und der Delegirten des Handels- und des Finanzministers gestern Mittag im Handelsministerium unterzeichnet worden.
Der Parlamentarismus hat am Montag in der französischen Kammer wieder einmal gezeigt, wie unmöglich ein Laub durch den Parlamentarismus dauernd regiert werden kann. Die Liberalen haben an Preßfreiheit nie genug bekommen können; e« giebt kein Preßgefetz in der Welt, welches ihnen ftei genug ist. So ist auch den französischen Republikanern da« französische Preßgesetz, da« noch au« der Kaiserzeit stammt, viel zu hart und eS ist in vielen Bestimmungen auch wirklich hart. Am meisten haben die Liberalen immer deßhalb nach Preßfreiheit verlangt, um die Regierung und ihre Handlungen möglichst ungenirt kritisiren zu können. Nun find die Liberalen in Frankreich selbst am Ruder und die anderen Parteien machen jetzt von diesem Rechte Gebrauch und krttisireu die Regierung. Die liberale, republikanische Regierung aber benutzt die harten Strafen des Kaifeilichen Preßgesetzes, um ihre
grscheinl täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JklustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Jt o ch'sch» Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche« 2 Mark 50 Pf,, (excl. Bestellgebühr). — Jnsettionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pf,, berechnet.
Napoleon mochte einschen, daß et jetzt ein anderes iq. * Preußen sich gegenüber hatte, als bei Jena.
Salomon hatte in der Schlacht bei Groß - Görschen • titgekämpft und Gelegenheit gehabt, mit einigen seiner Kameraden einen höheren preußffchen Officier aus dm - Feinden herauSzuhauen. Dabei zeichnete er sich besonders .* »us und wurde in Folg« dessen zum Oberjäger befördert. ,793 Bei Bautzen war am 22. Mai das zweite Zusammen- ' liessen größerer feindlicher Massen mit Preußen und Russen. __-Die Allürten kämpften aber nur, um den Franzosen wieder
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^slrums, das Allechöchstdieselben heute begehen, allerunter- ■l thänigst au«. Ueberall, wo treue deutsche Herzen schlagen, re I eirb da« Allerhöchste Familienfest wie ein Fest des ganzen Se« Kutschen Volkes mit tief empfundenen Gefühlen der freu- . <6* Men Thcilnahme und des aufrichtigsten Danke« begangen, [15! des aufrichtigsten Dankes gegen Gott den Herrn, der ' tm halbes Jahrhundert hindurch seine schützende Hand über 6». Kaiserlichen und Königlichen Majestäten gehalten hat,
I f« in den Tagen der Gefahr und des Leides, wie in den