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liefet. 136.

Marburg, Freitag. 13. Juni 1879

XIV. ^otrgang

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(«•eigen nimmt entgegen: jr Expedition d.Blattes, wie d-Annoncen-Bureauk l . , w X6- Dietrich & Co. in M und Hannover; Th. tu) t| gitid) in Iranksurt a M.; [171 lafenftein & Bögler in <V Murt a M., Berlin, ®' jyig, Cöln ic.; Rudolf taffe in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

(Olicrlicffifil|c Int«.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; 31$. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-

T Erscheint täglich außer en den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrtrteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Kochecht IOY Buchdruckerei) bezogen 2k Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«. (excl. Bestellgebühr). — ^nsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfß.

f ** Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf-. berechnet-

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n ziehen mit Fahnen nach ihren Sammelplätzen, um i der Festfahrt des kaiserlichen PaareS nach der Schloß­elle die Bildung des Spaliers zu übernehmen.

Die Majestäten nahmen um 10 /2 Uhr die Glückwünsche unteren Hofbeamten und der Hofdienerschaft entgegen empfingen gegen 11 Uhr im Palais die Glückwünsche kronprinzlichen Familie, der grohherzoglich badenscheu schäften und des Großherzog« von Sachsen. Aus den äßlich der goldenen Hochzeitsfeier in der Armee er- u zahlreichen Ernennungen sind von oberen Chargen orzuheben: ernannt zu Generalen der Infanterie v. rnitz, Großherzog v. Hessen, Fürst v. Waldeck und irft v. Schwarzburg - Sondershausen; zu General - Lien- ts v. Loö, Prinz Heinrich v. Hessen, Erbprinz v. henzollern, v. DrigalSky, v. Beckedorff, v. Lchmeling, Masiow, v. Flatow, v. Barby, v. Albedyll und v. Tilly inz Hohenlohe-Ingelfingen erhielt das Patent als Eeneral- enant. Den Charakter als General-Lieutenant erhielten inz Isenburg - Büdingen und die übrigen bereits als rakterisirt Bezeichneten.

Kanonendonner verkündete die um 12 Uhr 40 Min. zvgene Einsegnung des Kaiserpaares anläßlich der ldenen Hoheit. Die Auffahrt Ihrer Majestäten und Fürstlichkeiten nach dem Schloß vollzog sich unter un- ßlichem Jubel und begeisterten Zurufen der Kopf an pf gedrängten Menschenmassen. Beim Eintritt in die e wurde das Kaiserpaar von der Geistlichkeit em- ngen. Der Kaiser, die Kaiserin an der linken Hand rend, bestieg len Haut-pas, wobei hinter dem iser der Minister des königlichen Hauses und die dienst- enden Adjutanten, hinter der Kaiserin die Oberhof- isterin, die Palast- und Hofdamen Stellung nahmen.

nn vollzog Hofprediger Kögel die Einsegnung. In ganzen Umgebung des Schlosses bildeten die Smdirenden r Universität und Gewerbe - Akademie mit zahlreichen nern und Musikcorps Spalier. — Von Kiel, Nürn­

s Tagesbericht.

1 Heber die goldene Hochzeitsfeier unseres Kaiserpaares r[en auö der Reichshauptstadt folgende Nachrichten ein:

Die Stadt ist bis in die entlegensten Vorstädte mit aggen, Guirlanden, Kränzen von Laub und Tannengrün, iften, Bildnissen des Kaiserpaares, Transparenten und «msprüchen festlich geschmückt. Alle Straßen find seit kühem Morgen von einer festlich gekleideten Menge durch- »gt. Aus den Provinzen fand ein massenhafter Zuzug M. Die Straße unter den Linden, namentlich bei dem

iserlichen Palais, war schon früh Morgens von einer »pf an Kopf georängteu Menge angefüöt. Bis jetzt rrscht schönes Wetter. Eben fand auf dem prächtig ge­muckten Dönhofsplatze die von über 2000 Sängern und ern ausgeführte Festmorgenmusik statt. Die Stu-

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\ „Ha!" rief Frau von Harring entzückt, „wieder Alten- das sieht ihm ähnlich. — Aber weiter, lieber Wagner, itoiet bedürfen Sie noch?"

Es ist leider noch viel, sehr viel," erwiderte Wagner rgeschlagen.

Nun, wieviel denn?"

t „Etwa fünfzehn bis zwanzigtausend Thaler."

i „Richt mehr?" ftagte Frau von Harring mit einer gung, die deutlich zeigte,, daß ihr ein Stein vom

urbe über das Geschäft auf Verlangen Wagner« das ^here verabredet.

I« schwerer Zeit!

Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—1816 von Joh. Beysset.

(Fortsetzung.)

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„Aber gnädige Frau —"

„Kein Aber, dabei bleibt es, wenn ich" — fügte Frau tt.jfi «t Harring mit reizendem Lächeln hinzu, „Ihnen gnädig . iH 'i"ben soll."

L Tief ergriffen, fügte sich Wagner in den Willen der ' * und als Beide erst ruhiger geworden waren,

en gefallen war.

.Ist das noch nicht genug?

,Jch bin glücklich, daß ich Ihnen, Herr Wagner, en kann, einem Manne, dem ich die höchste Hochach- zolle. Ich habe außer anderem unbeweglichen Besitz- - m zwanzigtausend Francs französische Renten. Die „ vapiere sind bei der Bank deponirt, Hier haben Sie die ^^ Depositenscheine, nehmen Sie davon so viel, als Sie n8- ttrnchm. Da« Uebrige wird wieder deponirt und das da« Sie an sich genommen , das geben Sie mir zurück, benn Sie mit Bequemlichkeit können."

berg, Leipzig und anderen großen Städten wird gleichfalls über glänzende Feier des Festes berichtet.

Die Cour des diplomatischen Corps sowie dessen Glück- . wünsche nahmen die Majestäten vor dem Throne stehend entgegen. An der Spitze der demnächst folgenden Fürstinnen und Gemahlinnen hoher Würdenträger stand die Fürstin Bismarck. Hierauf folgten die Fürsten; demnächst das Staatsministerium, an dessen Spitze Fürst Bismarck, der auf eine einladende Bewegung des Kaisers näher trat und feine persönlichen Glückwünsche darbrachte, den besonders huldvollen Dank des Kaiserpaares empfangend. Für den Vorstand des Reichstages führte Präsident von Seydewitz das Wort, indem er dem Hersteller des deuffchen Reiches den Dank des deutschen Volkes darbrachte.

Für den Landtag hielt der Herzog von Riltibor die Beglückwünschungs - Ansprache, für die Generalität Graf Moltke, dem sehr herzlich von Kaiser und Kaiserin gedankt wurde. Hierauf folgten die Provinzial-Deputationen. Der Kronprinz hatte sich an die Spitze der Pommer'schen Depu- ; tation und Prinz Karl an die Spitze der Deputation der Stadt Flatow gestellt.

Für Berlin hielt Bürgermeister Duncker die Ansprache; er erinnerte an die Verbindung der altpreußischen Tugen­den mit der deutschen Wissenschaft, welche Friedrich Wil­helm III. inaügurirte durch ewig denkwürdige Thaten, die Preußen befähigten, Deutschlands Einheit zu schaffen und sein Anrecht an die Kaiserkrone begründeten. Der Kaiser erwiderte, indem er Seinen Zusammenhang mit Berlin bekannte, und mit Dank für die Bürgerschaft und für die Stiftung der Altersversorgungsanstalt.

Nachdem die Cour programmgemäß verlaufen, ist das, Kaiserpaar soeben vom Schloß nach dem kaiserlichen Palais zurückgekehtt. Ihre Majestäten saßen im sechsspännigen ' Wagen, welcher langsamen Schrittes vom Hauptportale des Schlosses über die Schloßfreiheit, den Schlotzplatz, durch i dar Hintere L-chloßportal und von da über den Lustgarten nach den Linden fuhr. Zu beiden Seiten des Wagens be­fanden sich der Gouverneur, der Commandant und der Polizeipräsident von Berlin zu Pferve. Stürmische Jnbel- rufe der angesammelten Menschenmassen begleiteten das Kaiserpaar unausgesetzt auf dem ganzen Wege. Im Palais angekommen, trat Se. Majestät der Kaiser dreimal auf den Balkon hinaus, um die Menge huldvollst zu begrüßen >

Bei der Einsegnung der Majestäten hatte Hosprediger Kögel die Textesworte untergelegt: Nun aber bleibet ©taube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Die Einsegnung selbst lautete im Anschluß an die TexteSworte: Unsere Hülfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht. In Seinem Namen, aus Seiner Fülle, zu Seiner Ehre will aller Segen gespendet und empfangen sein. Der Herr, der uu- sers Glaubens Hort ist, der Deinen Bund getragen

Als Frau von Harring sich erhob, fragte Sie noch: „Haben Sie keine Vermuthung über die Theilnehmer an der Unthat, steckt nicht irgend ein Komptoir-Bedienter darunter? Sagen Sie im engsten Vertrauen."

„Wohl habe ich eine solche Vermuthung."

„Sagen Sie, wen haben Sie im Verdacht?"

„Bestimmte Anzeichen habe ich noch nicht, aber mit einem älteren meiner Komptoiriften scheint e« doch nicht ganz richtig zu sein. Als Wagner die Worte „mit einem älteren meiner Komptoiriften scheint es doch nicht ganz richtig zu sein," aussprach, hob sich wieder die Brust der Frau von Harring, als wenn ihr ein Stein vom Herzen gefallen war und mit einer verbindlichen Verbeugung em­pfahl sie sich.

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Die Gefahr war jetzt von Wagner« Hanse abgemenbet. Es war aber auch die höchste Zeit, denn Alle, welche mit dem Hause in Geschäftsverkehr standen, regten sich bereits, besorgt, für ihr Guthaben Deckung zu erhalten. Als diese ohne Schwierigkeiten gewährt wurde, da stellte sich das alte Vertrauen wieder her und das Haus stand glänzender da als je. Einer der Komptoiriften, gegen dessen Tätig­keit sich Manches einwenben ließ und dessen Lebenswandel nickt makellos war, wurde entlassen und Alles gethan, was gethan werden konnte, um, wenn auch erst später, das Verlorene wieder zu et langen.

Von Zeit zu Zeit flankirte in der ersten Zeit nach dem Diebstahl Meier Löwe in der Gegend des Geschäfts umher, machte sich auch ein Paar Mal ein Gewerbe, das Lokal selbst zu betreten, wahrscheinlich in der Hoffnung, Anzeichen von dem Bruch des Hauses zu erschnüffeln. Al« er aber bemerkte, daß der Stoß, den dasselbe erhalten,

und gesegnet hat bis heute, Er segne und behüte Dich! Der Herr, der die Liebe ist und sich mit Seinem Kreuz, Wort und Geist bekannt zu Dir durch 50 Jahre, Er lasse leuchten über Dir Sein Angesicht und fei Dir gnädig! Der Herr, der unsere Hoffnung ist im Leben und im Sterben und dem, der Treue hält, d« Krone des Lebens verheißt, Er erhebe Sein Angesicht auf Deinen Ausgang und Eingang und gebe Dir Seinen Frieden! Amen! — Anläßlich der heutigen Feier bewilligte der Kaiser für hülfsbedürftige würdige Bewohner Berlins 10,000 Mark aus der Chatonlle.

Bei der Gala-Vorstellung, welche heute Abend im königlichen Opernhause stattfindet, werden die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften ihre Plätze, wie folgt, einnehmen:

In der großen königlichen Loge, welche nach beiden Seiten hin enffprechend vergrößert wird, sitzen: In der ersten Reihe: In der Mitte Se. Majestät der Kaiser und Ihre Maj. die Kaiserin. Zur Rechten Sr. Majestät des Kaisers sitzen: Ihre Maj. die Königin von Sachsen, Se. k. k. Hoheit der Kronprinz, Ihre k. H. die Großherzogin Mutter von Mecklenbung; zur Linken Ihrer Majestät der Kaiserin sitzen: Se. Majestät der König von Sachsen, Ihre k. H. die Großherzogin von Baden, Se. k. H. der Prinz Karl. In der zweiten Reihe sitzen: auf dem äußersten linken Flügel: Großfürst Michael, rechts von demselben: Prinzessin Wilhelm von Württemberg, Erbgroßherzogin von Mecklenburg-Schwerin, Prinzessin Friedrich Carl, Groß­herzogin von Sachsen, Großherzogin von Mecklenbuxg- SckweriNj, Prinzessin Albrecht, Erbprinzessin von Hohen- zollern und Großfürst Alexis. In bet dritten Reihe auf dem linken Flügel Prinz Arnulf von Bayern, recht« von demselben: Prinzessin Elisabeth von Sachsen-Weimar, Erb­großherzogin von Sachsen, Herzogin Wilhelm von Mecklen­burg-Schwerin, Prinzessin Louise von Preußen, Landgräfin von Hessen, Gräfin von Flandern, Prinzessin Victoria von Baden und Prinz Friedrich der Niederlande. In der Ver­längerung rechts der königlichen Loge scheu in der ersten Reihe: Großherzog von Baden, rechts von ihm Herzog von Evinburgh, Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, Gras von Flandern, Prinz Friedrich Carl, Prinz Alexander. In der zweiten Reihe: Landgraf von Heffen, Erbgroßherzog von Sachsen, Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitz, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, Erbprinz von Anhalt, Prinz Ferdinand von SchleSwig-Holstein- Sonderburg-Elücksbuxg. — In der ersten Reihe der linken Verlängerung sitzen: Prinz August von Württemberg, rechts von ihm Prinz Albrecht, Prinz Wilhelm von Preußen, Prinz Wilhelm von Württemberg, Großherzog von Meck­lenburg-Schwerin und Großherzog von Sachsen; in der zweiten Reihe: Erbprinz von Hohenzollern, Prinz Friedrich von Anhalt, Erbprinz von Sachsen-Meiningen, Herzog Paul von Mecklenburg-Schwerin, Erbgroßherzog von Meck-

überwunden sein müsse, erschien er nicht wieder. Sein Leidwesen darüber mochte sehr groß sein und wohl nicht minder das seines ehrenwerthen Gönner« Hirfth.

Sehr bald stellte sich ein lebhafter Verkehr zwischen dem Wagnerschen Hause und der Baronin von Harring her und nichts konnte natürlicher sein. Die beiden Frauen besuchten sich oft, denn sie gefielen sich einander Auch Salomon hatte öfter Gelegenheit, zu der Baronin von Harring zu gehen und fand da Gelegenheit, auch das junge Mädchen aus der KonfirmatioiiSstunde, die Richte der Baronin näher fennen zu lernen. Er übernahm für sie bald kleine Besorgungen und leistete ihr auch zuweilen Beistand bei den Schularbeiten. Es dauerte nicht lange, so winkte Klara ihm beim Ausgehen ober Wiederkommen von einem Geschäftsgänge, wenn sie seiner bedurfte, und er verfehlte nie, nach den Fenstern der Baronin zu blicken, wenn er Geschäftsgänge hatte, was wir, die wir auch jung gewesen, ihm nicht verdenken wollen. Die Baronin bemertte sehr wohl diesen freundschaftlichen Ver­kehr der Heranwachsenden Kinder, gab sich aber das An­sehen darauf gar nicht Acht zu haben.

Eines Tages sollte Salomon, als er nach der König­stadt von seinem Prinzipal geschickt wurde, ihr eine kleine Quantität feine Wolle, deren sie noch zur Vollendung eines Paares Pariser bedurfte, besorgen. Er bog zu dem Ende der heiligen Geiftstraße in eine Gaffe, die nach der Spandauerstraße führte, in welcher der verlangte Arttkel zu verkaufen war. Er hatte tauth die Hälfte der Gasse zurückgelegt, als er von der Dpandauerstraße her den Ruf: „Halt' den Dieb, halt' den Dieb!" hörte und unmittelbar darauf die Jagd hinter einem sich im schnellsten Lauf fortbewegenden Menschen zu Gesicht bekam. Al« er gleich