muß es auch auf seiner Höhr, wie der schlichte Mann des Volke« sagen, daß es gute und böse Tage, Leid und Freuv, Regen und Sonnenschein gewesen, durch welche Gotte« Hand dasselbe hindurchgeführt hat, und nur bei solchem Wetter gedeihen, wie dir Pflanzen, auch die Menschen, daß sie Früchte tragen, wenn sie ihrem Gotte nicht au« der Schule laufen. Recht tiefe Schatten sind ja gerade mitten in den lichten, schönen Lebensabend hineingefallen. Menschen gedachten es böse zu machen, aber Gottes Auge hat über seinem Knechte gewacht. Tiefe Schatten liegen noch immer über unserem Baterlandr, ein böser Geist wühlt und bohrt an den Grundlagen, auf denen allein ein gesundes Volksleben sich entfalten kann. Unser Kaiser hat mehrfach unser Volk selbst warnend und mahnend darauf hingewiesen. Die schönste goldene HochzeitSgabe, welche das Volk seinem Kaiser darbringen könnte, wäre eine energische Abkrhr von dem bösen Geiste des Materialismus, und eine bußfertige Rückkehr zu dem Geiste christlicher Gottesfurcht, Dennrth und Treue. Möchte da« deutsche Volk an diesem goldenen Tage eingedenk sein der goldenen Worte, welche um die Kuppel des Kaiserlichen Schlosses stehen, und möchte es gemeinsam mit seinem Kaiser das Gelübde erneuern:
Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HErrn dienen!
Tige-bericht.
Au« Berlin wird von gestern gemeldet: Se Maj. der Kaiser hatte eine gute Nacht und promenirt seit gestern im Zimmer. — Fürst Bismarck wird heule Abend um 6 Uhr in Berlin erwartet.
Der „RtichSanzeiger" veröffentticht eine kaiserliche Verordnung vom 6. Jmii, wonach die Wahlen zur Ernennung de« zweiten Drittiheils der BezirkSvertretruigen und der zweitm Hälfte der Kreisvertretungen von Elsaß-Lothringen am 21. und 22. d. stattfinden. ,
Die Tarifkommission de« Reichstages setzte die Berathung der Papierzölle fort und genehmigte die Zollsätze der Vorlage unverändert mit nachfolgenden Ausnahmen: der Zoll für ungeglättetes Packpapier wurde von 4 auf 3, für geglättetes Packpapier, Glanzpappe und Ledcrpappe von 8 auf 6 Mark herabgesetzt, für Druckpapier, Schreibpapier, Löschpapier und Seidenpapier von 8 auf 10 Mark erhöht.
Die „Nordd. Allg. Ztg.*, indem sie auf ihre frühere Besprechung de« VereinSfteikartenwesen« auf den Bahnen des deutschen Eisenbahn-Verein« zurückkommt, beziffert die Zahl der auSgegebcnen Karten nach genauer Information auf 2745, wovon 450 im Besitze von Personen sich befunden, die nicht Eisenbahnfachmänner seien, sondern ganz andere Lebensstellungen einnehmen. Der größte Theil der letzterwähnten Karten entfalle auf nichtdeutsche Eisenbahnen; aber auch für Eisenbahnfachmänner selbst sei über da« sachliche Maß hinauSgegangrn.
Die „Nordd. Allg. Ztg." ist in der Lage den Wortlaut der von den,. deutscben General-Consul im Namen der deutschen Regierung dem.Khedive am 18. Mai überreichten Protestnote, wie folgt, mitzutheilen: Die kaiserl. Regierung erblickt in dem Dekret vom 22. April, durch welches einseitig unter Aufhebung bestehender und anerkannter Rechte seitens der egyptischen Regierung die Regelung der Schuldverhältnisse bestimmt wird, eine offene und directe Verletzung der mit der Justizreform übernommenen internationalen Verpflichtungen und muß dem Decrrtc jede rechtsverbindliche Wirkung bezüglich der Competenz der gemischten Gerichtshöfe und der Rechte der Reichsangehörigen absprechen. Sie macht den Bicekönig für alle Consequenzen seine« rechtswidrigen Verfahrens verantwortlich.
Von autoritativer Seite wird der Nachricht von der beabsichtigten Verlobung de« Fürsten von Bulgarien, mit der Prinzessin Jussupoff auf das Bestimmteste widersprochen.
Die von der „Nationalzeitung" am 5. Juni nach einem schottischen Blatte reproducirte Angabe, alS hätten bereits 1873 oder überhaupt vor dem letzten Kriege Wmachungeu der drei Kaifermächte über die orientalischen Verhältniffe stattgefunden, ist dem „Reichsanzeiger" zufolge nicht« al« eine vorwandlose Erfindung. Deutschland war vor dem Congreß an keiner Abmachung über die Zukunft de« Orients und an keiner Verhandlung betheiligt, welche nicht publici juris wäre.
Im liberalen Lager scheint noch große Verwirrung zu herrschen. Der Sammelruf Forckenbecks zur „großen liberalen Partei" hat wenig Wirkung gehabt. Nicht bloß die Spaltung in den rechten und linken Flügel der Nationalliberalen und die Trennung von der Fortschrittspartei dauert fort, sondern es ist neuerdings, namentlich in süd- deutsch-liberalen Kreisen, große Unzufriedenheit mit der Haltung der Nationalliberalen ausgetreten. — Während die „Nat.-Ztg.", welche jetzt ganz in Lasker« Hand zu liegen scheint, sich manchmal recht patzig macht mit der Androhung einer Oppositionsstellung und dabei so thut, al« könne das Reich gar nicht regiert werden, wenn nicht die Führer der Liberalen, also Lasker und Bamberger, am Steuer des Reichstag« säßen, zieht die „Köln. Ztg." mildere Seiten auf, hält dem Reichskanzler bereit« die Hand voll hoher Finanzzölle hin und sucht auf diese Weise das Centrum herabzubieten, weist zugleich darauf hin, daß die nationalliberale Partei auch keine so große Vorbedingungen stellt wie das Centrum mit seiner Beendigung des Cultur- kampfe«. Die Nationalliberalen scheinen also zu hoffen, daß sie auf Grund der Finanzzölle wieder ihren Compro- miß mit dem Reichskanzler schließen können. Dem Reichskanzler würde es wohl schon recht sein, wenn er erst mit dem Centrum die Schutzzölle und dann mit den Liberalen die Finanzzölle durchbrächte. Un« würde diese Sache nicht weiter berühren; denn wir geben von der Ueberzeugung aus, daß die Hauptsache nicht die Finanzzölle, sondern dft mit Hülfe der Schutzzölle und freilich auch noch mit
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Marburg, Mittwoch, 11. Juni 1879.
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ES braust durch alle Herzen Und zuckt durch jeden Sinn: Heil Dir, geliebter Kaiser! Heil Dir, o Kaiserin!
8üt der Expedition zu ertheilend« Auskunft und Annahme von Abreffen werden 85 Pf,, berechnet. °
Berlin; W. Thiene« in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
st ihm hingezogen. Dieser schlichte, herzliche, fromme Christen- otn hatte „die steile, einsame Höhe, wo Fürsten stchen",
«ich sein goldner Hochzeitstag ist zu einem Tag de« vegen« geworden für das deutsche Reich, indem er da« °vlk angewiesen hat, den Dank und die Freude an viesem läge den Armen des V^ke« zu Gute kommen zu taffen; >std so hat sich denn aller Orten eine nie gesehene reiche Tätigkeit deS Wohlthun«, der Errichtung von wohlthätigen Stiftungen zum Andenken an diesen Tag entfaltet, welche sth in goldenen Strömen an diesem goldenen Hochzeit«» stge über das Land ergießt, so daß das Andenken an diesen UH auf die schönste Weise in die Geschichte eingegraben Ürd. Und es wird wohl kein Fürstenpaar geben, dessen mdenken in so reichem Maße in wohlthätigen Stiftungen strtleben wird, als da« Andenken unseres edlen hochher- *8tn Kaiserpaares Wilhelm und Augusta.
Wenn unser Jubelpaar heute auf die hinter ihm lie- ttbtn 50 Jahre seines ehelichen Lebens zurückblickt, so
Stidiiv -
Wo immer kund wird deutscher Mund Auf weitem, breitem Erdenrund, Erklingt das Lied vom Kaiserpaar, Den Goldkranz in dem Silberhaar. Es braust durch alle Herzen Und zuckt durch jeden Sinn: Heil Dir, geliebter Kaiser! Heil Dir, o Kaiserin!
Der Wandrer singt's im Alpenschnee, Der Fischer auf dem stillen See.
Der Bergmann singt's im dunklen Schacht
Und fühlt des Liedes Zaubermacht
Durch alle deutschen Stämme
Wie schallt's so froh dahin: Heil Dir, geliebter Kaiser! Heil Dir, o Kaiserin!
Es zieht einher auf blauem Meer Ein herrlich Schiff auf stolzer Wehr; Vom Mast die Flagge schwarz-roth-weiß Verkündet deutschen Namens Preis.
. Es braust in Sturm und Wellen Matrosensang dahin;
Heil Dir, geliebter Kaiser!
Heil Dir, o Kaiserin!
In ferner Farm, das Kind im Arm, Die deutsche Mutter sitzt voll Harm; Sie sehnt sich nach der Heimath Glück, Jn's deutsche Vaterlano zurück, Und durch die stille Waldung Ertönt'S aus treuem Sinn: Heil Dir, geliebter Kaiser! Heil Dir, o Kaiserin!
g. - tber Ungunst darbrachte, und er hat auch die letztere in ttichem Maße seiner Zeit erfahren. Aber je mehr das rutsche Volk ihn kennen lernte und sah, wie er nichts
* stndereS suchte, als das Wohl, die Macht und Größe des deutschen Vaterlandes, und je mehr es ihm abfühlte, daß t ein demütbigeS, treues Christenherz unter dem mit dem EönigSstern geschmückten Waffenrocke trug, daß er auch vf der höchsten Höhe menschlichen Ruhmes so demüthig •'''»« der schlichteste Mann des Volkes sich vor dem König ' ' tt Könige beugte, da fühlte das Volk sich unwiderstehlich
s schallt ein Lied in Nord und Süd, Vom Meer bis wo die Alpe glüht, Vom Wasgau bis zum Weichselstrand, Von Berg zu Thal, durch Stadt und Land,
Das deutsche Kaiserpaar
am 11. Juni fein goldenes Hochzeitsfest und das che Volk feiert e« mit ihm. Ein solches Fest ist auf (6er Erde noch nicht gefeiert worden, denn es ist sticht kam^w^^üxgend ein früherer deutscher Kaiser seine lden^MMt gefeiert hätte. Aber wenn auch, so wäre erlich bei irgend einem von ihnen die mitfeiemoe herz- lhe Theilnahme des Volkes so groß und so allgemein ge» en, wie es jetzt der Fall ist. Es hat auch früher tige Kaiser gegeben, Männer von ächtem deutschem rot und Korn; aber in dem Grade wie Kaiser Wilhelm feiner der Liebling des deutschen Volkes gewesen. Wenn ein Fürst nicht um Volksgunft gebuhlt hat, so ist es taffer Wilhelm; er ist immer nach bestem Wissen und Gewissen seinen Weg gegangen, ob ihm das Volk Gunst
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton b, Blatte« sowie b. Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in
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UBS ).
(»eigen nimmt entgegen: I: zie Expedition d.Blatte«, (wie d.Annoncen-Bureaux um Th. Dietrich & Co. in ' gaffet und Hannover; Tb
Dietrich in Frankfurt a.M.;
fieefenfiein L Bögler in . j Dainkfurt a- M., Berlin, ' feiMtg, Cöln ic.; Rudolf
* Aosse in Berlin, Frank-
fort a. M. ic.
i - konnte. Da ist nichts künstlich Gemachtes, sondern da ist kklles Wahrheit und Nawr, geheiligt durch den Geist christ- A icher Demuth, und barum ragt gerade aus dieser Demnth ! 9 « wahre Hoheit erst recht hervor, und das Volk freut i‘10 ch der Hoheit seines Kaisers, was in so herrlicher Weise । ® ttvortrat, al«' der böse Geist der Zeit die Hand gegen
ioK" Kaiser ausstreckte; daß e« der christliche Geist der 11 demuth, Gottesfurcht und Treue ist, der die Menschen 71 Hebt und sie zu einem Segen macht für ihre Umgebung d daß er es auch ist, der die Könige stark und mächtig icht, das kann da« deutsche Volk an seinem Kaiser lernen.
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