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-Marburg, Sonnabend, 7. Juni 1879

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Alle Anleiheprojecte, um deren Verwirklichung

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Nach der kirchlichen Feier nehmen die Majestäten Rittersaal die Cour de« diplomatischen Corps, in Bildergallerie die Cour aller Geladenen, nämlich Reichskanzlers, der Generalfeldmarschälle, der Ritter

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Hof«, h'schri

Most- ehöch

u ktt ckung,

Ueber di^ Feier der goldenen Hochzeit Ihrer Maje­stäten bringt die „Provinzial - Corrrspondenz" folgendes Programm: Die Majestäten begeben sich am Mittwoch Vormittag 11 Uhr vom Palais in daS Schloß und nehmen im Rittersaale die Glückwünsche der königlichen Familie und der Anverwandten der königlichen Hauses entgegen und begeben sich dann in die neue Schloßkapelle, woselbst in Gegenwart ter zum Feste Geladenen und der Deputationen aus den Provinzen und den anderen deut­schen Bundesstaaten die feierliche Einsegnung des Jubel­paare« durch Hofprediger Kögel erfolgt und vom Lust­garten aus durch 101 Kanonenschüsse verkündigt wird.

weißen Saal die Glückwünsche sämmtiicher preußischer und deutscher Deputationen entgegen. Sodann kehren die Majestäten in da« Palais zurück, wo um 5 Uhr Familien­tafel stattfindet. Abend» folgt Feftoper und am Donnerstag

Tagesbericht.

Das Befinden des Kaisers ist gut. Die Anschwellung der Knieescheibe ist in weiterem Abnehmen begriffen. — Der Kaiser nahm gestern die Vorträge des Grafen Pückler, des Geh. Hofraths Borck, des Generalmajors v. Albedyll und des Staateministers v. Bülow entgegen. — Die Kaiserin besuchte gestern Vormittag die Gcwerbeauöstellung

schwarzen Adler - Orden«, der landsässigen Fürsten, Generalität, der Minister, der Bundes - Bevollmächtigten, der wirklichen Geh. Räthe und Oberprästdenten, und im

Man muß gestehen, daß die Diplomaten im Laufe der Men Monate und namentlich in den letzten Wochen ein pnj gehöriges Pensum in der orientalischen Frage geleistet »tat und es ist ihnen als Hauptverdienst dabei anzu- tttnen, daß sie es verstanden haben, die unzulänglichen * Bestimmungen des Berliner Vertrages so geschickt auszu-

s chen und zu umgehen, daß bei der allgemeinen Zustim- •i eung zu diesem Verfahren die Keime des Unfriedens, Mlche lebendig zu werden anfingen, erstickt wurden. Da« Rtfultat ist, daß nach Anerkennung deS organischen Sta- ä ist« für Ost-Rumelien diese Provinz nunmehr wirklich er­achtet ist. Von ihrem Gouverneur, dem Fürstm Vogorides, An wir bisher Amtshandlungen, welche ein Urtheil über

erfreuliche Nachrichten über die Versöhnung der muhame- [1644 Mischen xnb christlichen Elemente der Bevölkerung. Durch * i ti« vernünftige Regierung müssen ja die Leute für ein $ friedliches Leben leicht zu gewinnen sein; denn an Leid tob Unglück haben ihnen die letzten Jahre doch wahrlich taug gebracht. Die Provinzialvcrfassung von Ostrumelien Ä bekanntlich für die übrigen türkischen Provinzen als Wer dienen, die Pforte hat nur immer noch nicht die pwgenden. Geldmittel, um die Reformen in Angriff zu

«lche indeß zum größeren Theile den immer noch sehr «regten Bulgaren schuld gegeben werden mag. Der Fürst fcn h ßrht ja sonst überall in dem guten Ruf, ein energischer st tob einsichtiger Charakter zu sein, und er hat außerdem bi nächster Nachbarschaft an Reouf, der den Bezirk Adria- topel verwaltet, wie es scheint rin leuchtendes Vorbild für —-ti to praktische Benehmen in so schwieriger Lage. Gerade litf dessen Verwaltungskreise kommen in den letzten Wochen

und verweilte daselbst, vom Comits geführt, mehrere Stun­den. Sie sprach den Ausstellern die höchste Anerkennung aus und verhieß denselben, daß sie die Ausstellung bald nochmals besuchen werde.

Ueber den Unfall des Kaisers am 2. Juni meldet die „Prov.-Corresp.": Das Kaiserpaar, welches seit Freitag auf Schloß Babelsberg residirt, wohnte am zweiten Pfingst­tage (2. Juni), dem traurigen Gedächtnißtage des vor­jährigen schweren zweiten Attentats, mit dem kronprinzlichen Paare dem Gottesdienste in der Friedenskirche zu Potsdam bei. Darauf empfing Se. Majestät den Minister des In­nern. Am Nachmittag traf den Kaiser der Unfall, daß er am Fenster stehend und sich rasch umwendend auf dem glatten Fußboden ausglitt und auf das Knie fiel und sich so eine Quetschung mit Bluterguß auf der Kniescheibe, glücklicher Weise ohne ernste Verletzung derselben, zuzog. In den folgenden Tagen ist bereits eine Abnahme der Anschwellung eingetreten, und daö Gesammtbefinden Sr. Majestät ist in Folge guten Schlafes während der Nächte ein durchaus befriedigendes, doch muß der Kaiser sich noch still liegend verhalten.

Der König von Sachsen wird Namen« der regierenden deutschen Fürsten dem Kaiserlichen Paare aus Anlaß der goldenen Hochzeit ein Geschenk, bestehend in einer größeren Geldsumme zur Errichtung von wohlthätigen Anstalten, überreichen.

Stellt bm Mann begründeten, noch nicht vernommen; bekannt ß nur die etwas theatermäßige Einzugsaffaire geworden,

Anzeigen nimmt entgegen bie@xpeMtte« d. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thiene« in

Elberfeld; C. Schlotte in

Verstimmung gegen den Nachbarstaat erzeugt, welche in letzter Zeit sich, vielfach in der Presse und sogar in den Parlamenten geäußert hat. Die günstigste Lage für Ruß­land, um seinerseits mit der Pforte auf einen seinen In­teressen entsprechenden friedlichen Fuß zu kommen. Die russischen Truppen sind eifrig daran, Bulgarien und Ost- Rumelien zu räumen und werden allem Anscheine nach längst vor dem 3. August mit dieser Arbeit fertig sein. — Der junge Fürst Alexander von Bulgarien wird bei seiner Thronbesteigung zunächst persönlich sehr unzulängliche Ver­hältnisse vorfinden; er wird indessen darüber wohl hinweg kommen, wenn er sich mit dem in Wien zur Schau ge­tragenen idealen Eifer an die Regierung macht. Schwierig­keiten wird er in genügender Menge zu beseitigen haben. Bereits existirt eine wohl organistrte radikale Gesellschaft, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Brüder in Ost-Rumelien und Makedonien dem jetzigen Rumpsfürsten- chum, wie sie e« nennen, einzuverleiben. Es wird das noch eine Quelle sehr vieler Unruhen sein und es wird großer Weisheit und Mäßigung bedürfen, um die Lösung dieser Frage auf ftiedlichem Wege ohne neues Blutver­gießen zu bewirken. — Daß die griechische Frage immer noch auf dem alten Fleck steht, wie im vorigen Jahre, ist eine Schmach und Schande. Da wird so viel Komödie gespielt, daß man sich nicht wundern kann, wenn in der griechischen Grenzbevölkerung die Geduld reißt und die alten Erinnerungen an die Freiheitshelden wieder erwachen und sich Schaaren bilden, dir gegen den Türken ziehen und mit ihm anbinden, wo sie ihn treffen. Vom Stand­punkt der regulären Staatsordnung nennt man sie Räuber- fchaaren; die Bevölkerung selber aber leistet diesen Klephthen allen möglichen Vorschub, weil sie in ihnen nur die Be­freier vom Türkenjoch erblickt. Es ist da schon zu blutigen Kämpfen zwischen solchen Insurgenten und türkischem Militär gekommen. Es ist fast nicht zu begreifen, daß sich die Mächte nicht darüber einigen können, wie dieser leicht zum Brande entfachte glimmende Funke zu tobten ist. — Im Einzelnen sind also, wie man steht, auf der Balkanhalb­insel noch genug Schwierigkeiten vorhanden. Im Ganzen aber kann man constaliren, daß die Aussichten friedlicher find als seit langer Zeit und daß namentlich durch die Serstellung eines Einvernehmens zwischen Rußland und ngland über die bisherigen Hauptdifferenzen ' die Bahn für eine ruhige friedliche Entwickelung frei gemacht ist.

|tf btt Erwerbung von Cypern an, durch welche die scheinbar P “ enge Freundschaft mit Frankreich ihatsächlich gänzlich slßzz «brachtet gelassen wird, wie dies auch zunächst wieder in \ r 8tzug auf Egypten geschieht, hat in Frankreich eine tiefe

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Pforte bald mit den französischen, bald mit den eng- QJ. Achen Diplomaten liebäugelt, sind bis jetzt an der Un- «migkeit gescheitert, welche gerade in Bezug herauf zwischen England und Frankreich herrscht und es gewinnt immer «chr an Wahrscheinlichkeit, daß baareS Geld wirklich nur

aner- tadgen nimmt emgegtn; UfiAQ »vSpedition d.Blattr«, L d.Annoncen-Bureaux 4. ü. Di trich & Co. in ——und Hannover; Tb meist- xiünch tn Frankfurt aM.;

gnfenftein & Bögler in enlfurt a M., Berlin iyig, Cöln ic.; Rudolf

Erscheint täglich außer en den Werktagen nach Sonn- und Fetettagen. Preis für daS Quattal mit der wöchentlichen Beilage „JluftrtrteS Sonntagödlatt" durch die Expedition (K och'sche Buchdruckeret) bezogen 2k Mark, durch die Postämter de« Deutschen Reicher 2 Mark 5» Pfg. (excl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pta Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden SS Pf«, berechnet.

Kaufgeschäft zu haben sein wird: Gerüchte sprechen der Lösung der griechischen Grenzfrage durch Verkauf vielumstrittenen Janina an Griechenland und ebenso I Hw dem kaufweisen Erwerb einiger Punkte auf den Jn- Wd Tenedo« und Jmbros durch England. Die Engländer ollen da so eine harmlose Kohleustation errichten I That- ich aber beherrschen sie von dort die Einfahrt in 4ie Dardanellen! Diese ganze Politik der Engländer von

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zwar zum größten Theil au« dem 15. Jahrhundert, treuzgang z. B. wurde 1489 erbaut. 1527 am 1.

h ein Gymnasium umgewandellen Pädagogium, biS dann «ch dieses ein neue« und würdigeres selbständiges Gebäude Vielt, nach dessen Auszug wurden die sehr dürftigen bchulsälr in akademische Hörsäle umgewandelt, bis endlich drrmalige Regierung unsere« Kaisers und König« den Beschluß faßte, die allen und morschen Gebäude in

;t itM Äen neuen Prachtbau umzuwandeln. Im Jahre 1874 »öl)® «ritt man, nach mancherlei Wahl de« Platzes zur @r=

«uung des nunmehr vollendeten Auditoriengcbäudes, in "fsen oberen Geschossen auch die Verwaltung und Ver- —Ortung der Universität durch geräumige Gcscbästrlocalitäten

ndW Das neue Universitäts-Gebäude Marburgs

detb» $ auf den Grund und Boden des ehemaligen Domini- Mer-Kloster« erbaut. Zu letzterem hatte Landgraf Hein- stch I. von Hessen den innerhalb der Stadtmauer belege- btaßkf^« Platz um 1290 Dominicanermönchen verliehen, welche

nmets Äofter und Kirche daselbst erbauten. Die 1874 uieder- wraiM prisseuen Gebäude stammten jedoch auS einer späteren Zeit

kr► i wurde da« Kloster aufgehoben und seine Gebäude

«d Einkünfte der neu gegründeten Universität überwiesen;

k U Mönche verließen damals das Kloster, dessen Gebäude

• Nun zunächst der philosophischen und medicinischen Fakultät, j Syf dem ebenfalls neugestifteten und mit der Universität eadti btrbunbcnen Pädagogium übergeben wurden. Die an- mg, «ßende Klosterkirche blieb lange Zeit wüst und wurde erst le K 1658 ihrer jetzigen Bestimmung (für die reformirte Ge- —Nnbe und die Universität) durch Landgraf Wilhelm VI , btm Erneuerer der Universität Marburg, überwiesen. —

bedacht wurde. Durch die Eigeuthümlichkeit unserer Stadt, die sich ähnlich wie Nürnberg und Brügge, ein durchaus mittelalterliches Gepräge in ihren Gebäubeformen erhalten und hervorragende mittelalterliche Baudenkmäler, wie die St. Elisabethkirche und das Schloß, aufzuweiseu hat, war eö eine Nothwendigkeit, daS neue UniversitälSgebäude im gothischen Styl zu errichten. Die Lösung dieser Aufgabe wurde einem hervorragenden Architekten jener Kunstrichtung, C. Schäfer, übertragen, dem es denn auch, begünstigt durch die Eigeuthümlichkeit des Bauterrains und dessen Umgebung gelungen ist, Marburg um ein Gebäude zu bereichern, das sich den alteren Baudenkmälern J>er Stadl würdig an die Seite stellt.

Das neue Universitätsgebäude ist wie bemerkt, nicht nur auf dem Boden, sondern im Wesentlichen auch auf den Grundmauern des allen DominicaneiklosterS errichtet. Der wiederhergestellte Kreuzgang dient an seiner Südseite al« Flurgang für einen Theil der Hörfäle. Die westliche Seite des Kreuzgangs ist zu einer zweischiffigen Halle er­weitert, die der eigenthümlichen Bodenverhältnisse wegen an der Südseite durch zwei Stockwerke reicht, während der übrige Theil in einem Stockwerke liegt. ES entsteht somit eine interessante Verbindung der oberen und unteren Halle. Der vorhin erwähnte Flurgang, welcher durch den süd­lichen Theil des Kreuzganges gebildet wird, ist über die zweischiffige Halle hinaus verlängert und bildet auch hier den Zugang zu den Hörsälen. Diese Einrichtung ist durch zwei Stockwerke durchgeführt, wodurch es möglich wurde, 14 Hörsäle in einer Fluchtlinie anzulegen. Die am Kreuz- gang liegenden Hörsäle und die zweischiffige Halle sind mit zwei Stockwerken überbaut, in welchen die Geschäftsräume untergcbracht find. Die hierdurch in der Südfa^ade ent­

standenen unsymmetrischen Berhältniffe erzielen gleichwohl eine malerische Wirkung, welche ganz dem Charaller der Stadt entspricht.

Die Haupttreppe liegt, ebenfalls mittelalterlichen Anord­nungen entsprechend, in der einen Ecke oeS Kreuzganges und gewährt trotz ihrer Verstecktheit, bequeme Zugänge zu allen Räumen. Zwei Nebengänge, die zu Thüren ausge- bildet^fiild, erhöhen diese Bequemlichkeit. Die Ausführung deS Baues geschah in weißem Sandsteinquaderbau. Die Architektur bewegt sich in den Formen der Frühgothik und zeigt an der Vorderseite des Mittelrisalit« bedeutenden Reichthum. Die Flurgänge der zwei unteren Geschosse sind gewölbt. Die Detailausführung de« Baues ist mit großer Sorgfalt und Mannigfaltigkeit der Decorations- motive erfolgt und ist durchgängig al« mustergülttg anzu- sehen. Noch steht nach Osten zu ein älterer Bau, der die alle Aula enthält, und der sehr ungünstig mit dem Neubau kontrastirt und diesen für jeden von Norden herankommen- den Beschauer verdeckt. Man hört aber, daß dieser Theil auch noch durch einen entsprechenden Neubau ersetzt werden wird.

3» schwerer Zeit!

Eine Berliner Geschichte aus de» Jahren 1811—1816 von Joh. Beyssei.

(Fottsetzung.)

6.

Inzwischen war die Untersuchungssache gegen August und seine Genossen lebhaft betrieben worden, ohne ein ent­scheidendes Resultat zu liefern. Daß August und die beiden männlichen Genvffen, welche mit ihm eiugesaiigeu