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Marburg, Donnerstag, 5. Juni 1879
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)n S l Und Lieb' und Lust, den Stein zu brechen,
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Auftrage Aleko Paschas befriedigende Erklärungen gegeben wurden.
Tagesbericht.
AuS Babelsberg wird vom 3. Juni telegraphisch gemeldet: Der Kaiser nahm heute Vormittag die Vortrage der Grafen Pückler und Perponcher, sowie de- Geh. Hofraths Borck entgegen und arbeitete mit dem Chef des Mi- litärkabinets, Generalmajor v. Albedyll. — Der Kaiser von Rußland wird nach den bisherigen Dispositionen am 14. Juni nach Ems abreisen, wohin ihm Kaiser Wilhelm am 15. nachzufolgen beabsichtigt. Zuvor wird voraussichtlich am 15. Juni die Taufe der Tochter des Memingrn- schrn Erbprinzenpaares stattfinden.
und ’olge '9.
sich s gereicht 879.
Aber wenn er jetzt keine Reform zu Stande bringt, so wird das seinem Ansehen einen vielleicht kaum wieder gut zu machenden Stoß versetzen. Möchten sich die Abgeordneten während der Ferien die große Aufgabe, welche ihnen gestellt ist und deren Lösung das Volk von ihnen erwartet, recht reiflich überlegen und nach den Ferien zu kräftigem Handeln zusammentreten. Der Worte sind nun genug gewechselt, nun laßt uns endlich Thaten sehen.
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Als Gott der Herr die Erde theilte Und Jedem gab was ihm gebührt, Da hat er auch die deutschen Stämme Al? an chr Arbeitsfeld geführt.
Dem Baiern gab er Hopfenboden, Dem Franken Rebenland am Rhein, Dem Niedersachsen fette Tristen, Dem Hessen Berge, Wald und Stein;
des Vaterlandes erfordert das; denn unsere Jndusttie der Handel müsien endlich definitiv wissen, woran sie und Alle« wartet auf einen neuen Aufschwung von
3« schwerer Zeit!
Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—181« von Joh. Beyssel.
(Fortsetzung.)
Wie hatte er sich gefreut, als Wagner ihm sagte: „Salomon, zunächst sollst Du die italienische doppelte Buchführung kennen lernen. Dann sollst Du mit meinen älteren Söhnen, die freilich einige Jahre jünger sind, englischen Sprach-Unterricht bekommen und nebenbei noch französische Sprache weiter tteiben. Dazu gebe ich Dir täglich eine Stunde Zeit.
Salomon hatte einen nicht schlechten Grund zu einer guten wissenschaftlichen Bildung gelegt und nichts sehnlicher gewünscht, als noch mehr zu lernen. So waren denn seine Wünsche durch diese Veränderung fast ganz erfüllt. Auch ein freundliches Stübchen im Hofgebäude hatte er erhalten, um dort zu schlafen und in Freistunden verweilen zu können. Wie war doch Alle« ander« und besser al< bei Levy, der bei aller Hei^ensgüte daS ihm nicht sein und nicht bieten konnte, was sein neuer Prinzipal ihm bot.
Nur daS machte ihm einige Sorgen, daß Herr Wagner Christ war, er aber Jude. Darüber hatte er schon mit Levy gesprochen, dieser aber, der selbst sehr tolerant und nichts weniger als ein orthodoxer Jude war, hatte ihn einigermaßen beruhigt. Er hatte chm gesagt, Herr Wagner werde chm teilten Zwang anthun und et habe ja auch nicht nöthig, wie viele Juden, den ganzen Sonnabend über die Hände in den Schooß zu legen; er solle vor allen Dingen ein rechtschasiener Mensch werden, dadurch diene er Gott am besten. Salomoui ganze Erziehung war
Doch als das Deutsche Reich erstanden,
Kam auch für sie die beffre Zeit, Und ihr ein eignes Haue zu gründe» Trat manche Kraft in Thättgkeit.
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Ein kluger Grundriß glich des Berge« ■«.......
Ungünstig steilen Abhang aus, uufi-i
Und bald erhoben sich die Wände, v.
Wuchs hoch empor das schöne Haus.
Die Hacke pickte unbarmherzig Und rastlos auf den Sandstein ein, Die Späne flogen um die Texte, Aufs Eisen schlug der Hammer drein,
Der Hobel zischte seine Weise,
Der Pinsel schont die Farbe nicht, Und durch die bunten Fensterscheiben Blickt hold gedämpft das Sonnenlicht. —
DaS war ein mühevolles Schaffen, Ein Denken, Sorgen Schlag um schlag: Zweitausend Werkeltage waren«, Doch heute Rast- nnd Feiertag!
Und für die Mühen laßt un« danken!
Jedweder lebe, Mann für Mann, Der für den Bau de« neuen Hause« Die Hände rührte, dacht' und sann!
Karl Lucae.
und Gewerbe. Woher soll derselbe aber kommen, nicht« Wirksames geschieht, um unsere deutsche uction vor der übermächtigen Concurrenz de« Aus-
zu schützen und sie im Innern möglichst von den directen Steuern zu entlasten. Der Parlamentaris- hat schon genug an Ansehen verloren und e« sind nur noch Wenige, welche nach den gemachten Erzen so vertrauensvoll zu ihm Hinblicken, wie früher.
Ihn kunstverständig zu behaun Und au« den Steinen stolze Schlöffer Und Gotteshäuser aufzubaun.
Berühtntes Kleinod deutscher Baukunst Ist dieser Halle Majestät, Berühmtes Kleinod unsre Kirche Der heiligen Elisabeth.
Und ebenbürtig al« ein Dritte« Steht eingeweiht der neue Bau, In dem nun wohnt die Philippina, Die alt' und allzeit junge Frau.
Nomadisch nahm sie viele Jahre Von Sttaß' zu Straße ihren Lauf, Schlug ost in tonnberbaren Räumen GenWam ihren Lchrstuhl auf.
Deatsche« Reich.
Verli», 3. Juni. Heute haben wir noch folgende parlamentarische Nachrichten zu verzeichnen: Nach dem offi- ciellen Protokoll der Tabaksteuer-Commission hat der Abg. Dr. Lingen für sich und seine Freunde aus dem Centrmn folgende Erklärung abgegeben: „Wir treten m die Berathung der Vorlage ein, unter dem doppelten Vorbehalte, daß 1) die Tarifcommission des Reichstages durch ihre Beschlüsse über die Finanzzölle auf die Rücksichten der Bewahrung des föderativen Charakter« des Reiches Bedacht nehmen, sowie Garantien bieten werde, daß das bisherige Budget- recht de« Reiches unverändert wirksam bleibe, 2) daß wir die Ziffernansätze nur al« provisorische erachten, bis das Gesammtergebniß der Steuern und Zollerträge übersichtlich fein wird." Abg. Richter (Hagen) trat diesem Vorbehalte mit der Erweiterung bei, daß die Regelung und Feststellung der constitutionellen Garantien nicht bloß Sache der Tarifkommission sondern auch dieser Tabaksteuer-Commission fei. Obwohl der principiell ablehnende Standpunkt feiner Partei gegenüber der beabsichtigten Tabakbeftenerung bekannt fei, lehne er doch ein eventuelles Eingehen auf die Sache selbst nicht ab. Die Annahme der Vorlage fei für ihn der fichere Uebergang zum Monopol. — Ein Compromiß der Reichstagsparteien geht, wie da« „B. T." meloet, dahin, daß die Tarifcommifston die Schutzzölle in zweiter Lesung fettigstellen muß, ehe die Finanzzölle zur zweiten Lesung gelangen. ■— Die Schlußabstimmung über den Verfassungsentwurf für Elsaß-Lothringen mußte im Bundesrathe ausgesetzt werden, weil Baiern hie Aufnahme einer Bestimmung beantragte, wonach kein regierender deutscher Fürst zum Posten des Statthalters berufen werden dürfe. — Der BundesrathSauSschuß für das Gütertarifwesen hat seine Arbeiten vollendet. Bismarck wünscht, womöglich die Vorlage iwch an diesen Reichstag gelange« zu lassen. Gerüchtweise verlautet von dem baldigen Rücktritt deS Mi- ministers Friedenthal. — Der Reichskanzler hat bei der Unterredung mit dem ersten Vicepräsidenten, Freiherrn zu Franckenstein, diesem gegenüber den Wunsch ausgedrückl, daß die Arbeiten der Tarifkommisston rascheres Tempo annehmen möchten. — Für unsere Lage — so schreibt die „Köln. Ztg." — kann nichts bezeichnender sein, als der Umstand, daß bei dem Diner, welches Fürst Bismarck am öorigen Montag zu Ehren des Kaisers gab, auch Fürst und Fürstin Radziwill zugegen waren. Quae mutatio rerum! Fürst Radziwill galt lange Zeit, namentlich beim Reichskanzler und seiner Umgebung, für den Schwärzesten der Schwaben, und fo war feine Anwesenheit als Gast an der Tafel feine« ehemaligen, jetzt dem Reiche gehörigen Palastes ein merkwürdigere« Zeichen der Zeit, al« felbst
jfurt a M., Berlin p8. Mn ic,; Rudolf «in Berlin, Frank > furt a. M- :c.
zum 9. Juni Pfingstferien gemacht und es ist gut, dar Pfingstfest die Debatten unterbrochen hat; denn 6en wurden immer heftiger und im Reichstage wie tat Commissionen liefen die Dinge immer bunter durch- nber, so daß Manche bereits fürchteten, die ganze Zoll- ! Finanzreform möchte in’« Wasser fallen. Man sagt, eichskanzler sei verstimmt über die Finanzminister einzelstaaten, insbesondere über Herrn Hobrecht, weil ihn nickt lebhafter unterstützen, und et hat ja dieser iimmung auch selbst in einer seiner letzten Reden ck gegeben und mit der Einstellung der Reform cht. Manche bringen auch den mehrmonatlichen Ur- l des Kanzlers damit in Verbindung. Es mag immer- 'm, daß der Reichskanzler damit den Finanzministern Antrieb geben will, um aus ihrer Zurückhaltung
reten und sich darauf zu besinnen, daß der Reich«- r" mit seiner Zoll- und Finanzreform zunächst die stung der Einzelstaaten von den Matricularbeitragen leit, welche manche Staaten ohne Anleihen kaum noch ringen vermögen. Allein der Reichskanzler wird ich seine Hand nicht eher zurückziehen, als bi« er daß er seine Zwecke mit diesem Reichstage nicht er- kann. Erft bann wird er die Vorlagen sistiren und dem rächen, den Reichstag zu schließen, sei e«, um ihn n aufzulösen und auf's Neue an da« Volk zu
Trinks-ruch
die beim Bau de« UniverfitätSgebLude« thätig gewesenen - und Handwerksleute, beim Festmahl im Rittersaale auSgebracht am 29. Mai 1879.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte« s otoie d. Annoncen-Bureaux von @. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvatidendank in Berlin; W. XhieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Gegenüber dem von der Augsburger „Allgemeinen Zeitung" unter der Überschrift: „Das neue Reichsgericht, von einem sächsischen Juristen", veröffentlichten Aufsatz, worin darüber geklagt wird, daß das Reich bei der Besetzung der Reichsgerichtsstellen keinen Theoretiker in daS Reichsgericht berufen habe, kann die „Nordd. Allg. Ztg." erklären, daß die ReichSjustizverwaltung, die nut als Landesjustizverwaltung von Elsaß-Lothringen die Besetzung einer RathSstelle vorzuschlagen hatte, bemüht war, hierzu einen angesehenen Rechtslehrer einer deutschen Universität zu gewinnen. Für die aus persönlichen Gründen erfolgte Ablehnung dieser Berufung könne man die Reichsjustizverwaltung nicht verantwortlich machen. — Dasselbe Blatt schreibt, zu den von dem kaiserlichen Paare am 11. Juni zu empfangenden Deputationen gehöre unter ausdrücklicher Genehmigung de« Kaisers auch eine solche de« BnndeSraths.
Die „Polit. Corresp." meldet au« Philippopel vom 2.: Eine bulgarische Deputation drückte den in Philippopel befindlichen Mitgliedern der europäischen Commission den Dank der Bevölkerung für die vermittelnde Intervention in der Fahnensrage au«, wodurch die Erhaltung der Ruhe und Ordnung gefiebert worden fei. Aleko Pascha consti- tuirte da« Regierungsdirektorium. Ausgenommen de« Generaldirektors Schmidt und des Generals Vitali« sind sämmtliche Departementsdirectoren höhere ottomanische Beamte bulgarischer Nationalität. Die Spannung zwischen Aleko und der griechischen Gemeinde wegen der Nichtverlesung des bez. Fermans in griechischen Sprache ist behoben. Aleko besuchte die griechische Kathedrale, worauf in der Notablenverfammlung der griechischen Gemeinde int
frtäeint täglich außer an den Werktagen nach Sann- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonnta,»blatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 24 «ark, durch die Postämter deS Deutfchen Reiche« 2 Mark 50 Pf». (erd. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf».
Für in der Erpedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf», berechnet.
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ifttlhtttrtMi für den Monat Juni HliUUUUlll werden von allen Postan r ö stallen angenommen. , Die Exped. 6. Oberh. Zeitung.
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mHklliren oder um den Reichstag und den Einzelregierungen i ande 1 zu geben, sich bi« zur nächsten Session eine« anderen besinnen. Hoffentlich genügen die Pfingstferien für den ' "Wag, d. h. für die der Politik deS Reichskanzlers zu- " - tagte Mehrheit desselben, sich eine« besseren zu besinnen ;er b » aus den Ferien zurückzukehren mit dem Entschluß, Z...' Zoll- und Finanzreform in einer Form zu Stande zu uieth« "gen, welche geeignet ist, ihre Aufgabe zu erfüllen. Die
rfltMeoien nimmt entgegen: VTOptMto* d.Blatte«, [ ttkMdAnnoncen-Bureaux f _,Ta. Dietrich & 6b. in l^YM und Hannover; Th.