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XIV. Jahrgang

Marburg, Mittwoch, 4. Juni 1879

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der Rheinbrücke zu gestatten, wogegen sich der -Staat an­heischig mache, die Hälfte zur Verzinsung de« Anlagecapitals der Rheinbrücke, da« sich incl. der Anlagekosbm der Zu­fahrtsstrecke auf rund 9 Millionen Mark belaufe, beizu- tragen, wie umgekehrt der Staat zugleich mtt der Deutz- Gichener Bahn vermöge de« ihm nach 8 18 des Vertrags vom 22. Juni 1854 zustehenden Anfallsrechtes auch die Rheinbrücke für sich erwerben und seinerseits der Mindener Bahn die Mitbenutzung derselben gegen Betheiligung an der Verzinsung des Actiencapitatt sowie an den Personal- Unterhaltung«- und Erneuerungsausgaben gestatten wird. — Die Angelegenheit der Pensionszahlung an die Königin Marie von Hannover und deren Töchter hüt nunmehr «ach Mittheilung der „Post" ihren vollen Abschluß ge- ftmden, indem die Zahlung der Beträge von im Ganzen 240,000 Mark jährlich bereits für da« zweite Quartal d. Z. angewiesen worden ist.

Etattgart, 31. Mai. Der „Schwäb. Merkur" mel­det : Da« Befinden des Frhrn. v. Stauffenberg in Risstiflen ist besser. Nachdem in der Vorwoche der Zustand desselben schmerzhaft und besorgnißerregend war, ist jetzt jede Gefahr

jetgen nimmt entgegen: Expedition d.vlatte«, iie d.Annoncen-Bureaur

yuig, Cöln ic.; Ludolf tefie in Berlin, Frank- furt c. M. re.

LAnlhmtidtt für den Monat Juni ßkllkulllluku werden von allen Postan- l !. j ■ ö statten angenommen.

M : > . i - Die «xprtz. V. vtzerh. Zeil»««.

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von Joh. Beyssel, (Fortsetzung.) r-'tih

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition d. Blatte« fowieb. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube <fc Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvnlidendank in Berlin; W- Thienes in Äbersrld; E. Schlotte in Bremen-

Pi Th- Dietrich & Co. in iffel und Hannover; Th Rettich in Frankfurt a.M.; Mfeüstein & Bögler in lerlin,

Erscheint täglich außer an den Werttagen nach Sonn» und Feiertagen. Prei« für da« Quartal mtt der wöchentlichen Beilage „ZVustrtrteS Lanuts^Olatt durch dle Expedikon (K och sche ” Buch druck er ei) bezogen Mart, durch die Postämter de« Deutschen Reiche« L Mark 50 Pf«, (rxcl. Bestellgebühr». — ZnsertivnSgebühr für die gespaltene Zeile 1* Pf«.

Für in der Erpedition zu ertheilend« Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet.

<79.

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»eile. 'V ’/ 3» schwerer Zeit! ‘,v;, j tz-r. Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—1816

. ...M: I U. wäü ;v.--v4 8o-lasd. 'mchsirnW

Wie«, 1. Ium. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht die zwischen Oesterreich-Ungarn und der Türkei am 21. April 1879 abgeschlossene Convention in Betreff Bosiiiens, der Herzegowina und Novibazar«. — Der ehemalige Mi­nister «nv Abgeordnete Dr. Giskra ist gestorben.

Tatauia, 31. Mai. Der Lavastrom auf der Ostseitc des Aetna« fft von beträchtlicher Ausdehnung, etwa 200 Meter breit. Zahlreiche Krater in zwei Gruppen werfen reichlich Lava aus. Der Ausbruch wird wahrscheinlich von längerer Dauer sein. Die Lava nimmt ihren Lauf gegen den Alcantarafluß, von dem sie noch 1 Kilometer entfernt | ist, und gegen da« Dorf Mvjo. Es werden ernste Schäden ' befürchtet.

Pari-, 30. Mai. Der Zolltarif-Ausschuß sprach sich heMe zverst für die freie Ausfuhr der Lumpen aus; die; Lumpenhändler die ihre Hauptgeschäft« mit dem Auslande machen und deßhalb Vorstellungen gemacht hatte«, er­hielten Befriedigung. Zugleich faßte der Ausschuß den Beschluß, di« Ausfuhrzölle auf alle übrigen Artikel abzn- schaffen und nur die auf große Hunde, welche zum Schmug­geln benutzt werden, und auf Kriegsmunition, und zwar aus politischen Gründen aufrecht zu erhalten. Der Aus­schuß erhöhte hierauf dir Eingangssteuer auf das Papier von 8 (Ziffer der Regierung) auf Ufr. per 100 kg , um den Papierfabrikanten für die Abschaffung der Aus- gangssteuer auf Lumpen eine Entschädigung zu gewähren. Für bedruckte Zettel und für Pappendeckel in Bogen wurde der Zoll ebenfalls 11fr. angesrtzt; für bearbeitete Pappen-

ungewöhnlichen AuSflugS da« Banquier-Geschäft Wagners war. Jetzt wußte er vorläufig genug. Er wollte morgen bei dem Haushofmeister Nachfragen, ob er den Wechsel be­kommen könne. Bekomm« ich, so schloß er, ein« ablehnende Antwort, so hat der verdammte Christ, der Wagner, das Geld gegeben; geben sie mir den Wechsel, so kann auch der Wagner nicht« machen und der Hirsch kann noch besser machen seinen Schnitt.

. 5. -

Die FlatvwS-Gasse wurde früher derjenige Theil bei Ziegelstraße genannt, welcher von der jetzigen Artillerie Straße nach dem Garten vom Schlosse Monbijou guläuft1 Die Nummer 3 war ein sehr schöne«, große« Grundstück Hart an der Gasse selbst stand nur ein kleine« zweistöckiges Haus, in welchem eine Trepp« hoch der frühere Registratoi Leßbie mit Frau und zwei Kindern und «in Hausknech der Kattundruckerei Lißbie, Christian gewöhnlich genannt mit seiner Frau wohnte. Der Eingang zu dem Grund stück befand sich in einer Mauer in der Flucht des Häus chens, ebenso auch die Einfahrt. An dem andern End des Hauses lief in derselben Fluchtlinie ebenfalls ein.; Mauer, welche sich bis zu dem Garten von Monbijou ei streckte. Am Ende derselben stand ein Nußbaum, ebei der, von welchem Ferdinand Leßbie herabgefallen war Zwischen diesem Baum und dem Häuschen prangte ein herrliche Wand von Kaprifolium an der Mauer Recht' vom Eingang zu dem Grundstück wurde dasselbe durc einen Zaun abgeschlossen, der bis zur Spree lief. Di gegenüber liegende Grenze des Grundstücks wurde eber> falls durch einen Zaun geblldet, der dem Garten vo Monbijou angehörte. Bor demselben stand eine lauf

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iqi »ch mit dem Vater lande gewesen. Unter dem Eindruck »vl M erschütternden Verbrechens vom 2. Juni v. I. haben ttle erhaltenden Kräfte im Lande sich ausgerafft nnd^ge.

. sammelt, man ist nicht nur bei der Erkenntniß stehen ge- J Weben, sondern auch zu energischem Thun fortgeschritten, ______ die entschlossen betretene Bahn wird aus absehbare Zeit hin nicht verlassen werden. Wir dürfen unS ja keiner . bl Böschung darüber hingeben, daß, um die Schule de« ttenl «erbrechen« zu schließen, bisher nur wenig gethan worden b leider auch nur wenig gethan werden konnte; daß nur r l I-ftrtgesetzte ernste und treue Arbeit die Nation wieder sich

«Lk — so Gott will ■*' ein Monat reicher Freude soll lEimel der mit dem heiligen Pfingstsonntage beginnende Monat Juni für Preußen und Deutschland sein, eine Zeit Ife# Festes, wie sie fetten im bürgerlichen Leben, noch feltener Xjutm Fürstenpaare beschicken ist. Und um so druckbarer em- Mndet unser ganzes Volk die Weche dieser heranbrechenden Tage, als erst ein Jahr verflossen ist seit jenem Tage des Schreckens, der un« Alle bis ins tiefste Innere erschütterte eb bewegte und dessen Wiederhall gleich einer ungeheuren Mahnung durch die Herzen der gejammten Station klang. lUSe • Es war ein hartes und schmerzliches Geschick, das der meite Juni 1878 dem Kaiser bereitet«, eine schwere Prü- fP[ Jtmg für ihn und die Seinen, voll tieffter Trauer für das * Vaterland. Aber Gott war mit Denen, die auf Ihn bauen. Jägk Zn wunderbarer Kraft und Frifche ist unser Königlicher . Herr wieder genesen, ungebeugt von der Last der Jahre Haltet er wieder seines hohen Amte«. Mit freudigem Zu- • , ruf begrüßt« ihn in diesen Tagen die Bevölkerung seiner - «Älptstadt, al« er durch ihre dichten Reihen fuhr, um in ■ her altherkömmlichen Heerschau den prüfenden Blick auf -----i tzie junge Generation de« HeereS zu richten, welche unter den alten Fahnen, den Zeugen so vielen Ruhmes und fo Mer Hingebung, an ihm vor überzog. ’>

l Und wie mit dem Kaiser, fo ist Gottes Gnade sichtlich

W Wölbst zurückzugeben vermag.

Ringsum prangt im reichen Blüchenschmucke, in der )a(T» dM«n Herrlichkeit de« Frühlings da« deutsche Land, gar itziele Hoffnungen blicken dem Segen des Jahres entgegen. Möge der Frühling auch einziehen in all« Herzen, sie all« mit dem rechten Hoffen «rfütten, mit dem Streben, die in ™ unserem Volke tausendsällig vorhandenen guten Keime und rrraAsnschen Blüthen zur guten Frucht reifen zu lassen. Dann # wird das Jahr zu vollem allseittgen inneren Frieden sich

Hirsch hatte schon sehr früh am Morgen die meisten bet gestern erhandelten Sachen in Kisten verpackt und au« Berlin schaffen lassen. Die Gold- und SUbetsachen hatte t<r vergraben. Auch bei ihm wurde im Lause des Tage« k Haussuchung gehalten, diese muß aber nur oberflächlich n gewesen sein, denn man entdeckte bei chm nicht einmal die Kilt Verbindung zwischen feinem Geschästslokal und feinet ÄZohnung. Freilich hatte Hirsch noch ein llebrigeS gethaiz, --denselben noch mehr zu verbergen.

Die Brillant-Ohrringe wurden bei der Untersuchung । AM al« die der Predigerftau in Marimfelde erkannt; dadurch aber kämen die Äsangenen gleich von vornherein in eine ?chr schlimme Lage.

Auch in den jüdischen Pfandleihen hatte man Unter» snchungm vorgenommen, es hatte sich aber hier nichts Ver- dächtige« gefunden. Selbst in das große PfandleihhauS, ■ Adreßhan« genannt, in der Kurstraße Nr. 2, welches in dem Besitz eines Mitgliedes der französischen Kolonie war und sich durch Rechtlichkeit sowie dadurch sich auSzeichnete, ; daß es nicht fo hohe Zinsen wie die Juden »ahm, hatte man einen KommissariuS geschickt. Eben hatte dieser durch i. die empfangene einfache Versicherung, daß Sach«», wie die in Marienfelde geraubten, gestern nicht zum Versatz ge­bracht worden feien, zufrieden gestellt sich wieder entfernt, el« ein Mann in weißen Haaren, sorgfältig gekleidet, ein­trat und den Chef des Geschäfts um ein Paar Minuten Gehör unter vier Augen bat. „Ich bin", begann er, als

vollenden und so in Wahrheit ein gesegnete« werben für dm Kaiser wie für das Vaterland.

Deutsches «eich.

Berti«, 31. Mai. Der Kaiser hat die Professoren CutttuS (hier) und Siebold (München) zu stimmfähigen Mitgliedern, dm Physiker Gabriel Stockes (Cambridge) zum auswärtigen Mitglied des Ordens pour le Aerite, und den Bildhauer Drake (hier) zum Vicrtanzler desselben Ordens ernannt. — Zur goldenen Hochzeit des kaiserlichen Paares treffen außer dem Kaiser Alexander von Rußland und den Großfürsten Alexiu« und Sergius hier ein: der König und die Königin von Sachsen, der Großfürst Michael von Rußland, der Herzog und die Herzogin von Edinburg, die großherzoglich badische Familie, der Großherzog und der Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitz, die Mecklen- burg-Schwerin'schen Herrschaften, der Prinz und die Prin­zessin Wilhelm von Württemberg, Prinz Luitpold von Bayern (Prinz Wilhelm und Prinz Luitpold al« Vertreter des Königs von Württemberg und resp. des König« von Bayern) und der Landgraf und die Landgräfin von Heffen. — Der „Reichsanzeiger" veröffmtlicht da« Sperrgesetz und eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, wonach der Ein­gangszoll für Roheisen, Brucheisen und Abfälle aller Art Eisen mit 1 Mark pro 100 Kilo in vorläufige Hebung gesetzt wird. — Der Specialausschuß des Bundesrath« zur Vorberathung deS Gesetze« über bie einheitliche Regelung des Gütertarifwesm« der dmtschen Eifenbahnen hat die zweite Lesung abgeschlossen. Der Gesetzentwurf gelangt demnächst mit den Motiven an den Bundesrath selbst. — Bezüglich der von verschiedenen Zeitungm in der Währnngssrage gezogenen Schlußfolgerung daß Seiten« der Reichsverwal­tung ein Verlassen der Goldwährung in Aussicht siche, kann die „Nordd. Allg. Ztg." erklären, daß in rnaßgeben- dm Kreisen hiervon nicht« bekannt ist. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Da« Kriegsgericht in Sachen des „Großen Kurfürstm" tritt am 3. Juni Vormittags um 9 Uhr im Admiralitätrgchäude zusammen und ist wie nachstehend zu­sammengesetzt: General Podbielski, Präses ; die Gmerale v. Voigt-Rheetz und v. Wartensleben al« Viceadmivale, die Generale v. Grolmaun und v. Lerzinsky als Contre-Ad- mirale, Zirzow, Graf Hake als Seekapitäne, Kupfer, Treuen­feld, Wittrner, Glon«da, v. Buchholz al« Corvetten-Capitäne, AdmiralitätSrath PerelS al« Referent. — Die „N. A. Ztg." und andere hiesige Blätter theilen mit, daß die Verhand­lungen wegen der Abtretung der Deutz-Gießener und Ober- hausen-Arnheimer Bahn an den Staat zu Vereinbarungen führten, nach welchen bei Abtretung der Bahn Deutz-Gießen an bett Staat die Rheinbrücke incl. der Zufahrtsstrecke von der Deutzer Seite, d. h. von der Linie Deutzerfeld-Deutz- Köln, der Köln-Mindener Bahn erhaltm bliebe. Die Mindener Bahn hätte dem Staate nur die Mitbenutzung

man ihn zu dem Chef des Geschäft« geführt hatte, „der Haushofmeister Ihrer Hoheit, der Prinzessin M. Weine Herrschaft läßt durch mich anfragen, ob Sie der­selben nicht gegen ein Unterpfand von Gold und Silber- geräth, Perlen und Edelsteinen in kürzester Frist ein Dar­lehen von 10,000 Thalern geben können?

„Hm, hm, machte Herr Violet, wie wir den Chef des Hauses nmnen wollen, „das ist viel, unser Bestand ist unbedeutend, die Nachfrage nach Geld aber gegenwärtig sehr stark. Könnte ich auch dm Wünschen Ihrer Hoheit nachkommen, so müßte ich das Geschäsl für Alle Anderen, vielleicht ans Wochen, ganz schließen. — Aber warten Sie einmal, ich will mit einem Geschäftsfreunde sprechen, viel­leicht übernimmt er das Geschäft, oder kann vielleicht meiner Kasse augenblicklich aushelfm. Ich werde mich im Laufe des Tages zu ihm begeben und heute Abend um sechs Uhr hier bereit sein, Ihnen ba« Resultat meiner Rückfrage mit« zuthellen."

Meyer Löwe hatte den Haushofmeister, bei dem er erst vor Kurzem gewesm, nach dem Adreßhause gehen sehen; er halte sich ihm nachgeschlichen und es war ihm nicht entgangen, daß der Haushofmeister eiue geheime Unter­redung mit dem Chef des Geschäft« erlangt hatte. Er hatte auch gesehen, wie sich der Haushofmeister wieder ent­fernte. Da« Gesicht desselben drückte keine groß« Befrir- digung au«. „He!" murmett« Löwe, „abgeblitzt, Hirsch ist ihnen zu theuer wahrscheinlich und hier habm sie kein Geld." Al« er noch sinnend dastand, bemerkte er, wie auch bald Herr Violet da« Hans verließ. Da« «ar etwas Be­sonderes zu dieser Tageszeit und mußte nach der Meinung des Juden etwa« sehr Wichtige« zum Genicke habm. Er ging Violet nach und kam fo dahinter, daß da« Ziel diese«