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1 urigen nimmt entgegen: Itft Expedition b.vlatte», ttzoried-Annoncen-Bureaur Wen Tb. Dietrich & So. in jtafiel und Hannover; Th
«ftnsteiu & Vogler in , Ul amtfurt a M., Berlin, ripzig, Eöln tc; Rudolf taffe in Berlin, Frank- surr a. M. ic
Marburg, Sonntag, 1. Juni 1879
WchlMk jfitiinii.
XIV. I-hrgiig
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d . Blattes s otoie d. Annoncen-Bureaur von L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Invalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JluftriPteS SonntagSblatt" durch die Expedition lKvch'scke Buchdruckerei) bezogen 3k Wert, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Wort 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
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für den Monat Juni werden von allen Postanstalten angenommen.
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ach. Das ist geschehen durch den Zolltarif des ReichS- lers vom 15. December und die Thronrede, mit welcher
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Kaiser bett Reichstag eröffnete. Damit ist an einem chtigen Puntte, nämlich bem Hanbelsverkehr mit dem lanbe, ber liberalen Wirthschaftspolitik btr Abschied ge- weil man bie Erfahrung gemacht hat, baß bas. estanb babei nicht gedeihen kann. Es ist freilich nur ein Punkt. Aber alle Welt hat die Ueberzeugung, es bei diesem einen Punkte nicht bleiben kann. Die schende Richtung fühlt es selbst am besten, daß die Abe der liberalen Aera geschlagen hat. Deßhalb haben Präsident des Reichstage», Herr v. Forckenbeck, und ihm auch der zweite Präsident, Herr von Stauffen- ihre Aemter niedergelegt, und es sind conservative nner an ihre Stelle getreten. Damit ist der Um- ung äußerlich in die Erscheinung getreten. An der irthschastlichen Gesetzgebung ist der Liberalismus in die schäft eingezogen, an diesem Puntte ist er auch zu- st zu Fall gekommen. Denn hier zeigten sich die ver- rblichen Früchte der liberalen Grundsätze de« laisaer faire ersten und fielen am meisten in die Augen, und an en seinen Früchten, wie sie seit der Gründerperiode f allen Gebieten hervorwuchsen, hat auch der gemeine taut erkannt, daß diese einst so viel gepriesenen Grund
falsch sind. ES'sieht jetzt Jedermann ein, daß der ihandel, welcher unsere inländische Produktion mit den »rett des Auslandes zu Boden wirft, das Land nicht
jetzt, daß es zum Verderben, zur Auflösung aller Derhält- nisie führt, wenn man die socialen Ordnungen wie die Zünfte auflöst und überall den Grundsatz des Gehenlassens proclamirt in der thörichten Meinung, es würden sich dann alle Verhältnisse von selbst aufs Beste regeln. Man sieht jetzt ein, daß diese Art von Gewerbefreiheit zum Ruin der Gewerbe führt. Die Folgen der Wucher-, der Schank-, der Theaterfreiheit, der Freizügigkeit und des Civilstand»- gesetzes haben es aller Welt handgreiflich bewiesen, daß mit diesen Grundsätzen des Gehenlassens kein Volk bestehen kann, weil dabei nicht das Gute, sondern das Böse die Oberhand bekommt, die Unsittlichkeit, die Gottlosigkeit und die Verbrechen sich vermehren. Wir mögen Hinblicken, wohin wir wollen, so treten uns überall die bösen Folgen der liberalen Gmndsätze entgegen. Der Geist, dem diese Grundsätze entsprungen sind, hat sich allenthalben als ein Geist der Zerstörung, des Verderbens erwiesen. Es ist da« der Geist, der da spricht: „Es ist Alles Natur, der keine höhere, über den Menschen waltende sittliche Welt- ordnung anerkennt, sondern den Menschen mit seinen Neigungen und Begierden zum höchsten Maß und Norm für sein Leben und Handeln hinstellt. ES ist der Geist des Naturalismus und Materialismus, der im Liberalismus in unser Volksleben eingedrungen ist. Daher rührt auch die Feindschaft dieses Geistes gegen Alles, was Kirche und Christenthum heißt, daher das Streben, daS Christenthum und die Kirche aus allen Berhältnisien, selbst aus der Schule hinauszudrängen ober einflußlos zu machen. De tz- halb bezeichnete es bie „Nat.-Ztg." als den eigentlichen Zweck bes Kulturkampfes, bett Anspruch ber Kirche, baß bas Christenthum göttliche Offenbarung unb Wahrheit sei, zu brechen und den Grundsatz zur Geltung zu bringen, daß es keine Wahrheit giebt, als die, welche die Menschen selbst ersonnen haben.
Hier liegt der eigentliche Schwerpunkt der Kämpfe unserer Zeit, von denen Alle» abhängt: es ist der Kampf des Naturalismus, der nichts über den Menschen hinauS- ragendeö Göttliches anerkennt, mit dem Christenthum oder mit der christlichen Kirche. Der Naturalismus ist daffelbe, wa» man im gemeinen Leben Gottlosigkeit nennt. WaS diese für Folgen hat für die Menschen, Gemeinden und Völker für ihr ganzes Kulturleben, das weiß Jeder, das stehl auf tausend Ruinen in Dorf und Stadt und auf allen Blättern der Weltgeschichte geschrieben. Das haben wir auch in Den letzten Jahren des CulturkampfeS erfahren, wo dieser Geist so sehr um sich gegriffen hat: die Zunahme der Verbrechen unb Vergehen aller Arten, ber Zerfall von Zucht unb Ordnung beweisen es. Es ist bie verhängniß- vollste Verblendung, die Cultur eines Volkes auf die naturalistische Weltanschauung stellen zu wollen! DaS Pfingstfest weist das deutsche Volk wieder hin auf den Geist, der wirklich lebendig macht, der Menschen und Völker
erben, sifst bietanal unser Vaterland in einer großen Bewegung.
: Zus kchon seit längerer Zeit drängten bie Verhältnisse auf Itnügi einen Umschwung hin, bie Ueberzeugung, baß man die ßbain Wege der liberalen Politik, welche man bisher gewandelt, erpaü «jcht weiter gehen dürfe, war in immer weitere Volkskreise
[ hineingedrungen und eS fehlte nur, daß der rechte Mann Rai Iftrs rechte Wort, welches Allen auf der Zunge fast auS-
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Tie Expev. d. Oberh. Zeitung. Das heilige Pfingstfest
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ich, sondern arm macht, weil er das Geld ins Ausland rt. Man weiß jetzt, daß die Gewerbefreiheit, welche m Kapitalbesitzer erlaubt, jedes beliebige Gewerbe zu ..en, und welche die gewerbliche Tüchtigkeit nicht mehr 1... ilr Bedingung zum Gewerbebetrieb festhält, eigentlich nicht ne Ri Frei eit für das Gewerbe, sondern eine Freiheit für e» Ri Handelsleute und Kapitalisten ist, auch den Gewerbe- betrieb als ein Mittel für gewinnreiche Anlegung ihres VeldeS in Beschlag nehmen zu können. Die Gründer- p. Al Triode mit ihren den Wohlstand der Nation zerstörenden ' hat daS unwidersprechlich nachgewiesen. Man weiß
erneuert und der auch daS deutsche Volk aus seiner heidnischen Rohheit herausgenommen und eS zu einem christlichen Culturvolke gemacht hat, unb auf bie Anstalt, welche diesen Geist der Welt bringen, pflegen und erhalten soll: auf die Kirche und die christliche Schule! Wo dieser Geist Christi herrscht, da ist Freiheit, wo jeder Vergleich der christlichen Welt mit der nichtchristlichen beweist. Wie dieser christliche Geist es gewesen ist, der die Welt von den Fesseln der Sclaverei, der Tyrannei befreit und den Menschen die persönliche Freiheit, Menschenwürde, Menschenliebe, Humanität, wahrhaft sittliche Bildungsziele unb mit allebem bas gebracht hat, was man christliche Cultur nennt, können biese ebelften Güter ber Menschheit auch nur durch biefen Geist erhalten werben. Möchte eS ihm gelingen, in unserem Volke ein neues Feuer anzuzünden, so würde auch jetzt wieder, wie so oft in ber Geschichte des deutschen Volkes, wenn der Geist der Gottentfremdung es heruntergebracht, ein neues frisches Leben erblühen!
Tagesbericht.
Wie aus Berlin geschriebm wird, soll am Tage ber goldenen Hochzeit unseres Kaiserpaares ein größeres militärisches, sogenanntes Chargen-Avancement vollzogen werden ; es sollen vier Generale ber Infanterie, mehrere Gene- ral-Lieutenannts, Generalmajors unb viele Obersten unb Oberst-Lieutenants, letztere allein von der Infanterie einige vierzig ernannt werden. Schon zum 22. März sah man diesen Beförderungen entgegen, die damals zumeist im Hinblick auf den Monat Juni verschoben worden sind. Eine besondere Auszeichnung als Erinnerung steht auch einem Obersten a. D. von Willich in Merseburg bevor, welcher als junger Offizier in der Nacht vom 11. zum 12. Juni 1829 die Wache vor den Gemächern des damals eben vermählten prinzlichen Paares im Königlichen Schlosse hatte.
Der BundeSrath hat gestern das Sperrgesetz nach den ReichStagSbeschlüsfen angenommen; die Publikation des Gesetze« gilt für unmittelbar bevorstehend. Ferner genehmigte der BundeSrath den Gesetzentwurf über bie Verfassung unb Verwaltung Elsaß-Lothringens nach den AuSschuß-Anttägen.
Die Reichstags-Commission für die Berathung ber auf die Abänderung der Gewerbe-Ordnung gerichteten Anträge hat betreffs der Waarenlager und Waaren-Auktionen fol- genbe Resolutionen beschlossen: I. Auktions-Gewerbe betreffend. 1) Den Reichskanzler zu ersuchen, baß Darüber, ob unD wie ben Mißständen, welche sich bet dem Betriebe des Gewerbes der Auktionatoren ergeben haben, auf legislatorischem Wege oder sonst wie zu begegnen fei, Erörterungen angestellt und die Ergebniffe Dem Reichstage demnächst milgetheilt werden; 2) und damit ben Antrag ber Abgeordneten von Seydewitz und Genossen für erledigt zu
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Heisger Geist! In allen Herren
Strahlt nur durch dich der Mann der Schmerzen
Der auf sich nahm die eto’ge Pein!
Daß un« feine Wunden heilen, Soll un«, wenn wir von gift’gen Pfeilen
Verwundet find, ein Balsam sein!
u Euer König Ji Ist mächtig nah, Hallelujah,
Ob nie Ihn euer Auge sah!
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Pfiugfik«.
Brausend kam's, wie WindeSwehen, Wie Flammenloh'n von ew'gen Höhen, AIS nun der Tag erfüllet war!
Horch nun wird mit den neuen Zungen Ein nie gehörtes Lied gesungen,
Von Stirnen leuchtet'» wunderbar!
Wa» Babels Thurm zerstreut, Rust nun ein Festgeläut ,Froh zusammen: Der ew'ge Sohn Schickt hoch vom Thron
Den Geist herab, ber Freuden Kron!
Er hat einen Leib gebattet
Lebend'ger Glieder, darauf thauet
Die Fülle süßen Himmeltthau'«!
Selig ziehen Freudenboten
In alle Wett: Wacht auf ihr Tobten, Ihr Kinder, kommt in« Vaterhaus I . Hier blüht die Liebe frisch, Die Freude deckt den Tisch!
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Dein überirdisch Licht Erstirbt im Dunkel nicht! Unerschöpflich Dein Brunnen quillt, Von Wasser mild, Da« heilt und kühlt, erquickt und stillt !
Du allein kannst uns vertreten,
Wenn tief im Herzen stockt das Beten, Wenn alle Sinne sich verwirren!
Denen, die im heißen Tiegel
Geläutert sind, drückst du das Siegel
Der GotteSkindschaft auf der Stirn So schaut ein Stephanus Des Heiland's Liebesgruß
Noch im Sterben; \lr:
So schläft er fein, Wie Kind dein "‘‘-«Mutt"
In Mutterarmen selig ein!
Herr, so laß denn schon auf Erden Un« alle deine Tempel werden, Darin das dreimal heilig klingt!
Bis wir dort mit Seraphinen Im obren Heiligthum dienen, Wo alles hallelujah singt Dem Vater und dem Sohn Und dir auf gleichem Thron ;; äüi, Geist von beiden;
Verlaß uns nicht Im Weltgericht, Du Friedensstern, du Freudenlicht! F. H.
In schwerer Zeit!
Eine Berliner Geschichte ans den Jahren 1811—1816 von Joh. Beyssel.
(Fortsetzung.)
Am andern Morgm verbreitete sich das Gerücht in der Stadt, die Mordbrenner-Bande, fünf an der Zahl, darunter der Anführer und dessen Zuhälterin, ein schöne« Mädchen, seien bei Onkel'n in ber Mittelstraße eingefangen. Sie hätten sich bezweifelt gewehrt, einige von ihnen seien verwunbet ein Gendarm getöDtet worden. Das Mädchen habe den Anführer, August mit Namen, mit ihrem Körper schützen wollen und sei gleichfalls und zwar schwer verwundet worden.
Mrklich waren in ber Nacht die Häupter ber Bande, August, Louis und Fritze mit ber Röst zur Haft gebracht worden. Die Nebenumstände warm aber anders, als wie sie ergäbt wurden. Jeder der genannten Personen war von bem Augenblick, al» ber Resermbariu» Weller bem Gendarmen feint Mittheilungen gemacht hatte, scharf bewacht toorben. August war mit Röst später nach einer Loge gegangen unb hatte dorthin Wein und Kuchen bringen lassen, Louis und Fritze dagegen waren mit andern Frauenzimmern nach dem Tanzsaal gegangen und hatten mit diesen geraume Zeit getanzt und gleichfalls viel Geld für Kuchen und Punsch ausgegeben. Erst hatte Louis da« Lokal unb zwar in Begleitung, feiner Tänzerin verlassen, war aber, auf der Straße angelangt, sogleich feftgenommen worden. Seinern Genossen Fritze geschah dasselbe, al« er sich zehn Minuten später mit feiner Tänzerin entfernen wollte. Keiner der im Lokal Anwesenden hatte eine Ahnung von diesen Verhaftungen außer den