Muße zu der Frage: „Haben Sie keine Gold- und Silbersachen zu handeln? Ich selbst mache kein Geschäft mit solchen Gegenständen, aber mein Schwager hat sie gern, und würde mir es wahrscheinlich danken, wenn ich für ihn etwas erhandelte bei Ihnen. Und Ihnen wäre es auch gewiß recht, denn Sie brauchten sich nicht erst anders wohin zu bemühen und können da sparen viel Zeit."
„Wir haben zwar dergleichen, aber Sie sagen ja selbst, Hirsch, daß das Geld Ihnen knapp ist."
„Knapp ist's freilich. Ich brauche aber nur zu meiuem Nachbar hier im Hause, der immer auf ist bis zwölf Uhr, hinzugehen, um wohl eppeS zu bekommen auf 24 Stunden."
„Wenn das ist, so wollen wir noch weiter mit ihnen handeln, Hirsch. Louis, mach' mal Dein Packet auf, was Du unter dem Arme hast. Ich werde derweile meine Taschen auSräumen."
Jetzt kamen noch viele, theilS mit Gold, theils mit Silber gestickte Weiberkappen, mehrere silberne Eßlöffel, silberne Theelöffel, «in silberner Becher, eine dergleichen Sparbüchse und mehrere kleine Gegenständ« zum Vorschein, auf welche Hirsch seine Blicke wie ein Habicht richtete.
Auch über diese Sachen wurden die Anwesenden nach der Prüfung mit dem Prvbirftein und nach manchen von dem Juden hingeworfenen Bemerkungen über den geringen Gehalt des Goldes und des Silbers handelseinig und Hirsch erstand fie für einen Spottpreis.
„Nun will ich Sie nicht länger aufhalten, meine Herren", begann der Jude nach geleisteter Zahlung, „kommen Sie, ich werde Sie 'rauSlaffen aus der Wohnung und daS HauS aufschließen, und damit wir nicht gehört werden im Hause und auf dem Hofe, wickeln sie diese Lappen um
r. 124
Marburg, Donnerstag, 29. Mai 1879
XIV. Jahrgang
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Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht den mit den Samoa-
Die Stadt ist zu seinem Empfange festlich geschmückt.
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Marburg, 28. Mai 1879.
A. K.
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6.-25 Mark mit 17 gegen 9 Stimmen an. Eine ganze ihr anderer Anträge, in denen die vorgeschlagenen Zoll-
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für den Monat Juni werden von allen Postanstalten angenommen. ,
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Die „Polit. Corresp." meldet aus Philippopel vom
>d. Mts.: Aleko Pascha trifft heute Nachmittag hier
l Muster dienen.
Die Commission des Reichstags für den Tabakszoll
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b-sorgten Gemüthern entstehen und Glauben finden. — Die für den 28. d. M. in Aussicht genommene Vertagung des Reichstags wegen der bevorstehenden Pfingstfeiertage dürfte in dem Falle, daß die Mitglieder der Tarifkommission eine ähnlich lange Pause in ihren Bcrathungen nicht eintreten lassen, für diese Commission von großem Nutzen sein werden, da dieselbe in ihren Bcrathungen noch erheblich im Rückstände ist, was allerdings aus den täglichen Reichstagssitzungen der vorigen Woche leicht erklärlich sein wird. — Gegen deutsche Eisenbahnen excl. Bayerns sind bei dem Reichs-Eisenbahnamt vom 1. Januar bis 31. März d. I. 69 Beschwerden aus dem Publikum eingelaufen, von welchen sich 19 auf den Personen-, 35 auf den Güterverkehr, 15 auf andere Gegenstände beziehen. Das Reichs-Eisenbahnamt hat als begründet 5 erachtet, als unbegründet zurückgewiesen 15, wegen mangelnder Zuständigkeit der Reichsgewalt nicht zur Cognition gezogen 16, an den Reichstag verwiesen 13, die übriggebliebenen 20 Beschwerden wurden in den meisten Fällen sofort an die zuständige Eisenbahnverwaltung abgegeben. Die Zahl der betroffenen Verwaltungen beträgt 28. — Während des Sommers werden die Postsendungen zwischen Deutschland und Helgoland ausschließlich über Hamburg mittels de« der Hamburg-Ameri- kanischen-Dampfschiffgesellschaft gehörigen Dampfers ^Cuxhaven" befördert.
Müttftrr i. Westfalen, 26. Mai. Vom 1. bis zum 15. Juni d. I. findet hier eine große Ausstellung westfälischer Alterthümer und Kunsterzeugnisse statt, welche der hiesige Alterthums - Verein zur Feier seines 50jährigen Stiftungsfestes mit einem sehr großen Aufwande von Mühen und Kosten veranstaltet hat. Die Ausstellung soll all- in historischer oder künstlicher Beziehung hervorragenden Produtte des alten Westfalenlandes von den frühesten Zeiten bis zum Ausgange des vorigen Jahrhunderts in möglichster Vollständigkeit uvlfaffen. Miteingeschlossen sind solche Kunstwerke und Alterthümer, welche zwar nicht aus Westfalen stammen, wohl aber dauernd in westfälischem Besitze sind. Zu den letzteren zählt beispielsweise eine dem Frhrn. v. Wendt gehörige Monna Lisa Leonardo's de Vinci, welche mit dem berühmten Louvre-Bilde gleichen Namens um den Preis der Originalität streitet. Ganz besonders reich wird sich die Sammlung der ttrchlichen Kunstwerke gestalten. Unter Anderm werden hier die Schätze der vier westfälischen Dome — Münster, Münden, Paderborn und Osnabrück — zum ersten Male vereinigt sein. Für photographische Aufnahme des Bedeutendsten ist Sorge getragen.
Hannover, 24. Mai. Gestern wurde hier der diesjährige Städtetag des Hannoverschen StädtevereinS im Sitzungssaale des neuen Rathhauses vom Oberbürgermeister Brumbrecht - Harburg eröffnet, der bedauert, daß er den Vorsitz als Stellvertreter des Präsidenten Stadtdirektor
DeS Geistes, wie des Weines Becher, Sie fanden stets bereite Zecher: So sei denn guter Geist und Wein, Du treuer Hort, auf immer Dein!
Und zu dem heut'gen Ehrenfeste Nimm' Aller Wünsche freudig hin, Im neuen Heim gedeih' auf'S Beste, Bleib' stets die alte Pflegerin!
Mit mächt'ger Hand wirst Du gehalten, Geschützt vor feindlichen Gewalten, So wahre Deines Glanzes Ruhm Nun auch im neuen Hemgthum.
Die Becher oft noch hoch gehoben, Es gelte Philippina's Heil! Wenn unser Leben lang zerstoben, Werd' Ihr noch Preiß und Ruhm zu Theil. Sie zieh' für kommende Geschlechter Der Ehre und des Rechtes Wächter, Und möge blühen und gedeih'«, So lang die Lahn noch eilt zum Rhein.
I« schwerer Zeit!
Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811 — 1816 von Joh. Betzssel.
(Fortsetzung.)
Hirsch gab sich das Ansehen, als müsse er da« Geld erst aus allen Winkeln hervorsuchen. Manch' Ach und Weh über die schlechten Zeiten floß dabei wieder über seine Lippen. Dessen ungeachtet hatte er aber noch Lust und
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fr die Zollsätze der Regierungsvorlage von 120 Mark ausländischen und 80 Mark für inländischen Tabak ne AnzH too Kilogramm mit 24 gegen 2 Stimmen ab und dagegen die von den CentrumSmitgliedern Graf und Gielen beantragten Zollsätze von 60 Mark
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lger. -
SestAmtz.
Nimm' mich in Deine trauten Gassen, Du alte Stadt der Musen auf: Die Sorgen fliehen hier, die blassen Hier kreißt das Blut in reger'm Lauf; Schon hör' ich Lieder frischer Zecher, Schon läuten hell die vollen Becher; Erneut, verjünget wird der Sinn, Nimm, süß« Lust mich wieder hin! —
Noch zeugen Deine hehren Dome, Du Stadt von Deiner allen Zeit, Wie llang schon da im vollen Strome Von Deinen Thürmen das Geläut! — Da wallten sie au« fernen Landen Zum Helligthum, dem wohlbekannten, Wo in dem steingeschmückten Schrein, Ruht Sauct Elisabeth's Gebein!
Ein Licht erstand im Sachsenlande, Gezündtt hat'S im ganzen Reich, Der Deuffche brach die allen Band«, Der Papst auf seinem Stuhl ward bleich; Und, auch von jenem Licht entzündet, Hat Philipp hier die Burg gegründet, Die weisheitstark und lebenvöll Dem Wcchn und Unrecht trotzen soll!
Da ward geweckt ein junger Leben, Ein Leben voller Freudigkeit, Viel junger Kraft« frisches Streben Ist hier erwacht feit jener Zeit;
Htät «rschrmt täÄich außer an den Werktage» »ach Son«, und Feiertage«. Preis für das Quartal mit der wSchentlichen Beilage „JtlustrtrleS SonntagSdlatt" durch die Expedition (K och'fche Buchdrucker-t) bezogen % Mark, durch die Postämter des Deutfchen Reiche« S Mark 50 Pf, (excl. Bestellgebühr). - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf«.
- Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.
H, so, [Die „Nordd. Allgem. Ztg." berichtet über daS Diner, rsperru fc6 der Kaiser mit dem Großherzog von Mecklenburg- iu hipfi »erin gestern bei dem Fürsten BiSmarck eingenommen . DaS Diner fand im Conferenzsaale statt. Der Kaiser 16 DO fischen den Fürstinnen Bismarck und Radziwill und arktplc rin der heitersten Laune. Er unterhielt sich nach der
«eigt n nimmt tmgegen: , Expedition d.vlatte«, pjed.Annoncen-Bureaux । Th. Dietrich & So. in jffel und Hannover; Th. jetri* in Frankfurt a -M.; ijenftein & Vogler in Murt a. M., Berlin, brig, Köln ic.; Rudolf He in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
1 Gemessenheit einer Schulfeier am Tage der goldenen ♦ chzeit der Majestäten hingewissen. Die Feier des «rtStageS des Kaisers soll für die Gestaltung der Feirr
dem Vertrage mit der Tonga- und anderen unab- = tzigen Inselgruppen der Südsee habe das Reich in dem — dsee-Archipel dem deutschen Unternehmungsgeiste ein te8 Gebiet gesichert, wo derselbe unabhängig von den ite Po tfeen und den fiskalischen Bedürfnissen der concurrirenden neuert »nen sich frei entfalten könne.
Mädch< --
fel aufs Leutseligste mit allen Gästen und nahm unter Führung des Fürsten und der Fürstin BiSmarck alle charäumlichkeiten in Augenschein. Das Blatt fügt hinzu, «Vernehmen nach habe der Reichskanzler die Gelegenheit gtzt, sich von dem Kaiser einen mehrmonatlichen Urlaub seinen dienstlichen Beziehungen zu erbitten.
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Der Kultusminister hat die Prvvinzialbehördm auf die
rin abgeschlossenen Vertrag und bemerkt dazu: Deutsch- ■■■ b sei dadurch in den Stand gesetzt, jede Veränderung * in P Verhältnisse auf Samoa von seiner Zustimmung ab- igen di gig zu machen. Durch diesen Vertrag in Verbindung
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowied. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Die Sxped. V. vverh. Zeil»«-.
Tage-bericht.
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Mm ßv zwischen denen der Regirrung und denjenigen der oben- . Hoä amten Antragsteller sich bewegten, wurde abgelehnt.
General Stolipine besetzt« die Halbwegs wichtigen Civil- und Militärstellen mit Eingeborenen, deren mssenfreund- liche Gesinnung außer Zweifel steht. Stolipine theilte ferner 80 Zöglinge der Militärakademie in Sofia als Officiere in die ostrumelische Miliz ein. — Dasselbe Blatt meldet aus Athen: Es finden augenblicklich starke Konzentrirungen türkischer Truppen an der griechischen Grenze statt. In Folge dessen nimmt der Zug der Flüchtlinge aus Thessa- i lien und dem EpiruS nach Griechenland wieder größere Dimensionen an. — Eine Versammlung der kretensischen Flüchtlinge sprach sich für die Nothwendigkeit der Vereinigung Kretas mit Griechenland aus.
DevtscheS Reich.
•* ©erlitt, 28. Mai. Die Nattonalzeitung bringt in ihrer Abendnummer vom 28. d. M. eine Mittheilung über den Verlauf der Amnestiefrage, welche aber nur Jrrthüm- liches enthält. Sämmtliche Erörterungen in Bezug auf eine ausgedehnte Begnadigung wegen polittscher Vergehen, speziell wegen Beleidigung des Kaisers habm nicht stattgefunden, ebensowenig Erörterungen in Bezug auf die Begnadigung der Sozialdemokraten. DaS Richtige über das Wesen und daS Maß der Amnestie ist von un« von vornherein gemeldet worden. Die vor unserer Meldung erwähnte Berichterstattung der betheiligten Minister bei dem Kaiser ist in ordnungsmäßigem Gange, ohne daß irgend welche Zwischenfälle eingetreten wären. Erörterungen im Gc- sammtministerium über diesen Gegenstand haben überhaupt nicht stattgefunden. — Seltsam ist, daß die „Nat. Ztg." zur Aufnahme einer Notiz sich hat verleiten lassen, welche zur Signatur der Slluation Mittheilt, daß dem Abz. Wind- thorst viele Briefe mit Stellengesunche zugingen, da er der ausschlaggebende Rathgeber Bismarck's sei. Diese Notiz dient in der That nur zur Signatur, wie weit gewisse liberale Kreise seit dem Wechsel im Nelchstagsprästdium den Kopf verloren haben. — Die „Köln. Ztg." läßt sich vom 24. Mai au« Berlin telegraphiren: „Unter dem jetzigen Minister sei von einer Vervollständigung der VerwaltungS- refsrm -feine Red«, es seien die Oberpräsidenten aufgefordert, Bericht zu erstatten über die Uebelstände, die sich bei der neuen Einrichtung gezeigt, und schon in der Stellung der Fragen habe ein Fingerzeig gelegen, welche Antworten die Regierung erwarte." Darauf ist zu bemerken, daß der Cirkularerlaß an die Oberprästdenten und Präsidenten, um den eS sich nur handeln kann, weil seitdem kein ähnlicher gefolgt ist, von dem damaligen stellvertretenden Minister deS Innern Dr. Friedenthal unter dem 13. Februar 1878 ausgegangen ist. ES ist ferner zu bemerken, daß die Fragen dieses Erlasses in demselben Sinne gestellt sind, in welchem sich bei den damaligen Landtagsverhandlungen Dr. Friedenthal geäußert hat. Man sieht, welche Conjek- turen auf die nichtigsten Auslässe hin jetzt in unnöthig