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Marburg, Mittwoch, 28. Mai 1879

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mog von Mecklenburg-Schwerin folgten am Montag der

mladung des Fürsten Bismarck zum Diner.

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Hing war reich, aber nachlässig und unordentlich, die

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für den Monat Juni werden von allen Postan­stalten angenommen.

draht und Kupferblech von 14 auf 12 und für grobe Kupferwaaren von 20 auf 18 Mark herabzusetzen. Die Reichstags - Commission für die Tabaksteuer berieth die beiden Paragraphen des bez. Gesetzentwurf«, welche die Zoll- und Steuersätze enthalten, ohne bisher Beschluß zu fassen. Minister Hobrecht warnte vor der mehrfach bean­tragten Ermäßigung der Zoll- und Steuersätze, da solchen­falls die Monopolfrage immer offen bleibe und wieder­kehren werde.

DiePolit. Corresp." meldet aus Athen vom 26. d.: Das griechische Cabinet hat seine Vertreter instruirt, die mllitärischen GrenzdiSposttionen nur im Sinne getroffener Vorsichtsmaßregeln zu iuterpretiren, denn im Falle einer Verwirklichung der Gebietsabtretung müßten Defrnsiv- vorkehrungen gegen eine eventuelle Gegenbewegung der Albanesen getroffen werden. Dieselbe Correspondenz meldet aus Philippopel von heute: Eine Volksversammlung akklamirte fast einstimmig den Obersten Vitalis als Be­fehlshaber der ostrumeltfchen Miliz. Vitali« verfügte den Gebrauch der bulgarischen Sprach« al« Commandosprache.

Deutsche« »eich.

Berti«, 26. Mai. Der bereit« erwähnte Entwurf eines Gesetzes über da« Eisenbahnwesen, welcher auf An­trag Preußens dem BundeSrathe vorgelegt worden ist, umfaßt in 5 Abschnitten 49 Artikel. Nach demselben steht die Aufsicht über das Eisenbahnwesen dem Reiche zu, so­weit dieselbe nicht den Landesregierungen nach ausdrück­licher Bestimmung diese« Gesetzes verbleibt; die ReichSauf- stcht schließt innerhalb ihrer Zuständigkeit die LandeSaufiicht aus. Die Reichsaufsicht wird durch das ReichS-Eisenbahn- Amt und durch von diesem ressottirende ReichSeisenbahn- Kommissionen auSgeübt, welche vom Kaiser ernannt wer­den. Die Entscheidung über die Anlage von Staats- wie von Privalbahnen, Konzessionirung der letzteren steht der Landesregierung zu; gegen die einem Privatunternehmer von der Landesregierung versagte Erlaubniß zur Aufnahme von Vorarbeiten, kann dir Entscheidung des BundeSrathS angerufen werden. Staatseisenbahnen dürfen nicht in An­griff genommen, Privatbahnen nicht konzessionirt werden, bevor nicht die reichsseitige Prüfung in Rücksicht auf die Interessen der Landesvertheidigung und des allgemeinen Verkehr« vorgenommen ist. Der Genehmigung deS ReichS- Eifenbahn-AmtS bedürfen die Vereinbarungen betreffs der Uebertragung des Eigenthum« einer Eisenbahn an einen anderen Unternehmer, sowie der Verschmelzung bestehender Eisenbahngesellschaften mit einander. Die folgenden Ar­tikel regeln die Benutzung resp. de» Mitgebrauch einzelner Strecken und Bauwerke einer Bahn durch eine andere im Interesse der Landesvertheidigung und des allgemeinen Ver­kehr«. Der zweite Abschnitt des Gesetzentwurfs handelt

ging er aber nicht erst vom Schlaf-Kabinet auf den Kor­ridor, sondern er b«gab sich unmittelbar durch eine andere Thür nach den übrigen Wohnung«-Räumen.

Die beiden Männer, welche er bei seiner Frau fand, waren in dem Alter von etwa 30 Jahren. Sie waren einfach bürgerlich gekleidet und auch ihre ganze Haltung war eine bürgerliche. Man hätte bei oberflächlicher Prü­fung nichts Verdächtiges an ihnen entdeckt, bei näherer Prüfung mußte man doch bei Beiden in dem Mienenspiel oder im Auge etwas Unheimliche« finden. Der eine, wel­cher sich als der August von vorhin auSwie«, war brünett, der andere blond.

WaS habt Ihr denn Schöne« für mich, Ihr Herren. Ich werde nicht kaufen können viel heute, denn die Zeiten sind schlecht und das Geld ist knapp."

Wir haben", nahm August da« Wort,verschiedene fast noch ganz neue Frierröcke,, wir die Bauerstauen sie tragen, e< sind ihrer zehn; ferner neun blaue gute Ueber- röcke, wie die Bauern tragen, mehrere ganz gute leinene Zwillighosen, sechs gute Westen, ein seidne« Kleid, ein« von Kattun, ein seidener Mantel, viele Paar wollene und baumwollene Strümpfe, Tücher u. s. w. Sehen sie sich die Sachen an Hirsch, und sagen Sie mit einem Wort, wa« Sie geben wollen."

Hirsch hatte sich noch ein Licht von seiner Frau bringen lasten, und al« er die Sachen gemustert hatte, ließ er sich dahin vernehmen:Wie ich schon gesagt habe, die Zeiten sind schlecht, sehr schlecht, und da« Geld ist knapp und wenn ich die Sachen kaufen soll heute, muß ich hingehen morgen, und mir Geld borgen zu dreißig, wa« sage ich, zu fünfzig, sechzig Prozent. Na, da wir aber sind alte Geschäftsfreunde, so will ich doch nicht, daß Sie weggehen

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3« schwerer Zeit!

Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 18111816 von Joh. Beyssel.

(Fortsetzung.)

DerNattonal-Zeitung" zufolge erregte die anläßlich goldenen Hochzeitsfeier des kaiserlichen Paares «rsprüng- h beabsichtigte Amnestimng der wegen Majestätsbelei- ng Verurtheilton im Staatsministerium Bedenken. E« .en demnach nur einzelne Fälle aus Bericht deSJustiz- llöHMfters zur Begnadigung empfohlen werden. Nur Ver­kitte, deren Strafmaß 6 Monate nicht überschreite, irbtn an dem Gnadenacte Theil haben.

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von den baulichen Einrichtungen und dem Betriebsmaterial und regelt die Kompetenz der Landesregierung in Bezug auf Fetzsetzung der Bahnlinie und Ueberwachung des Baues, lieber vom Reichs-Eisenbahn-Amt im Interesse der Landes­vertheidigung gestellte Anforderungen entscheidet im Streit­fall der Kaiser. Der dritte Abschnitt umfaßt den Be­trieb der Eisenbahnen. Der BundeSrath erläßt gemeinsam für alle Eisenbahnen das Betriebsreglement, das Bahn­polizei-Reglement und die Signalordnung. Die Fahrpläne für die regelmäßigen Haupt-Personenzüge unterliegen der Genehmigung de« Reichseisenbahn - Amts, die der Lokal- Personenzüge bedürfen der Genehmigung des zuständigen Reichseisenbahnkommissars. Das Reichseisenbahnamt ist befugt, im Interesse des Verkehrs Aenderunge», sowie nach Anhömng de« ReichSeisenbahnrathes die Einlegung neuer Züge anzuwenden; in letzterer Beziehung steht die Berufung an den Bunde«rath zu. Der vierte Abschnitt handelt von der Verwaltung der Eisenbahnen, der fünfte von der Reichsaufsicht. Die Anordnungen der Reichsaufsichtsbe­hörden können ohne Vermittlung der sonstigen Landes­behörden an die Vorstände der Eisenbahnen gerichtet wer­den, sie haben für die Beachtung und Ausführung der auf da» Eisenbahnwesen bezüglichen Bestimmung der Reichs­verfassung, wie der Reichs- und Landesgesetze Sorge zu tragen und die Erfüllung der den Eisenbahnen als öffent­lichen TranSportanstatten obliegenden Verpflichtungen zu überwachen. Privat - Eisenbahn - Verwaltungen können zur Befolgung der bestehenden Vorschriften, wie der Anord­nungen und Verfügungen der Aufsichtsbehörden durch Exe­kutivstrafen bis zur Höhe von 5000 Mark für jeden ein­zelnen Fall angehalten werden. Schließlich kann die Konzeffion zum «au und Betriebe einer Eisenbahn ent­zogen werden, die Entziehung wird vom ReichS-Eisenbahn- Amt bei der zuständigen Regierung beantragt; bei Mei­nungsverschiedenheit entscheidet der Bundesrath. Der Inhalt der beiden ergänzenden Gesetzentwürfe, betreffend die Errichtung eine« Reichs-EisenbahnratheS und die Er­richtung eines Verwaltungsgerichts für streitige Eisenbahn- Verwaltungssachen, haben wir bereits auszugsweise mit- gelheilt. Zur Erläuterung dieser drei Entwürfe ist eine ausführliche Denkschrift beigegeben, welche die Motive für die einzelnen Bestimmungen der Gesetze enthalten.

Darmstadt, 26. Mai. Nach einer Meldung der Darmst. Ztg." aus Berlin war der Fürst von Bulgarien gestern Abend lange bei Fürst Bismarck. Am Donnerstag wird derselbe nach Paris abreisen.

Mainz, 25. Mai. Die demnächstige Einführung neuer und die Erhöhung älterer Zölle übt auf den Güter­verkehr einen ganz enormen Einfluß. Seit Jahren herrschte keine solche Thätigkeit im Transportwesen als in der jüng­sten Zeit. Sowohl die Eisenbahnen, al« auch die Dampf­boote, Remorqueure und Schleppkähne auf dem Rhein

____ DerFranks. Ztg." werden die von derGermania" -. Hwähnten Gerüchte wegen Uebergang« zur Doppelwährung Sirrten ** begründet bezeichnet. Damit wird auch die Einstellung N 4 tt Silberverkäufe feiten« der Reichsbank in Verbindung ,, kracht. Vielseitig wurde von competenter Seite für 3500 ivppelwährung, statt der reinen Goldwährung plaidirt «Baat würde es deßhalb nur mit Freude zu begrüßen sein, 25(H "in sich diese Nachricht bestätigen sollte, zu bebauem aber ga(ttu, w die großen Verluste, welche der unglückliche Versuch, ie reine Goldwährung zur Durchführung zu bringen, ge-

mit die Sachen, ich will Ihnen bieten fünfzig Thaler, wo­bei ich noch gewiß Schaden mache, da ich nicht weiß, wie ich die Sachen lo« soll werden wieder."

Derjenige der beiden Männer, welcher August genannt worden war, fuhr auf mit den Worten:Wie können Sie mir ein solches Gebot für Sachen machen, die wenig­stens viermal so viel werth sind ? Wir werden die Ge­schäfte mit Ihnen abbrechen müssen und mit den Sachen morgen zu einem anderen Geschäftsfreunde gehen. Für jetzt bleiben sie bei Ihnen."

Ob ich die Sachen will behalten bi« morgen oder übermorgen ist meine Sache. Ich könnte Ihnen sagen, Sie sollen sie gleich wieder mitnchmen."

Nicht wahr, daß wir bei der vorrückenden Nachtzeit bei den Wächtern Aufsehen erregen und arretirt werden? Ich will Ihnen sagen, Hirsch, wenn wir nicht einig werden, gehen wir ohne die Sachen fort und ich werde Mittel und Wege finden, Ihnen, ehe fünf Minuten nach unserem Weg­gehen verflossen sind, wegen gestohlener Sachen die Polizei auf den Hals zu schicken. Sind Sie doch nicht kindisch, Hirsch, geben Sie achtzig Thaler und wir scheiden al« gute Freunde."

Hirsch fürchtete eine so schnelle polizeiliche Untersuchung und zweifelte um so weniger daran, daß die Polizei sofort auf einen Wink einschreiten würde, als er recht gut wußte, daß dieselbe bereit« ein aufmerksames Auge auf ihn ge­worfen hatte. Gleichwohl mochte er sich nicht so leicht ge­fangen geben.Ich will Ihnen geben sechzig, doch ehe wir weiter sprechen, möchte ich gerne wissen, ob Sie mir sagen können, wie e« eigentlich gewesen ist mit dem großen Feuer in Mariendorfe?"

Der Kaiser ernannte am Sonntag bei der Tafel den Lrsten von Bulgarien zum Major a la suite des Regi- ient« Garde du Corps. Der Kaiser und der Groß-

. 8 die Wand gerückt, so daß derselbe die kleine Thür oer« tKaJf «ft und außerdem noch einen Lehnstuhl an den Lchirm : ^TWfäoben, und erst nachdem er gelauscht hatte, daß sich auf Ich« Irf® Korridor, welcher an seiner Wohnung hinläuft, nichts - ^hr regt, nimmt er den Ausgang aus dem Schlaf-Kabinet canz. N) dem Korridor, um von da in seine übrigen Woh- ^ngsräume zu gelangen. Er öffnet die zu der Wohn- *ube führende Thür de« Korridors und findet in derselben ! « von ihm schon Erwartete: zwei Personen männlichen Geschlechts und einen großen Haufen von Bekleidungs- D Anständen aller Art, welche schon von chrer äußeren vülle befreit waren.

Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton b. Blatte« f owie b. Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thiene« in Elberfeld: C. Schlotte in

Bremen-

DieNordd. Allgem. Ztg." hebt in einem Artikel über chlands Stellung in der egyptischen Angelegenheit or: die Wahrscheinlichkeit der Nichteinhaltung derVer- lichkeit Egyptens gegen seine Gläubiger legten der schen Regierung unadweislich die Pflicht auf, für die rohten Interessen der deutschen Reichrbürger mit vollem icht einzutreten. Der deutschen Politik liege nichts ;'to"s*mtr als die Absicht, den Kreis ihrer Interessensphäre Näh. »Mch zu erweitern. Die deutsche Negierung würde 7. [151 wiß nicht ablehnen, die Erfüllung ihrer Ansprüche in Mteu gemeinsam mit den anderen interessirten Mächten « i suchen. Ebensowenig könnten aber abweichende Ent- v* tiejungen anderer Mächte Deutschland abhatten, sein echt mit den zweckdienlichen Mitteln nöthigeufall« allein ; suchen.

Die Zolltarif-Commission des Reichstages berieth gestern i,tek k Zollsätze für Kupfer und beschloß, den Zoll für Kupfer-

Dic Expev. d. Oderh. Zeitung.

Tagesbericht.

TTJ Es war ein hübsche« Judenweib, welche« inzwischen bei

11 10 fremden Männern die Honneurs gemacht hatte. Eine

Lünette mit dunklen leuchtenden Augen hatte sie einmal ttt.i# ^nrch und bann auch durch eine reizende Fülle in allen , 12Ffctlen des Körpers ungemein viel Anziehendes. Die Nsfl Reibung war reich, aber nachlässig und unordentlich, «ch - 86 sttung der Frau pflegrnatisch. Hirsch liebte seine schöne tau sehr, er war aber auch sehr eifersüchtig, ob mit Grund Zweifeln wir wegen ihres Pfiegma, wett er ihr nicht recht »Ute, begab er sich auch von Zeit zu Zeit im Laufe de« «ge« auf dem geheimen Wege zu feiner Wohnung, dann

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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wSchentlichen BeilageJklnftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen «ark, durch bie Postämter deS Deutschen Reiche« 2 Mark SV Pf,, (excl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für bie gespaltene Zeile 10 Pf«.

Für tn der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet.

Hirsch hat zunächst einen Bettschirm im Schlaf-Kabinet, vom Oeffnen der Thür des Eingangs zu seinen Ge- Häfts-Räumen in dasselbe geschoben worden war, wieder

Schwt- «neigen nimmt entgegen: lunkkl, «jkExpedition d.Blatte», miß bie ®>

(im»?.» ee« Tb- Dietrich & Co. tu Mil und Hannover; Th. Mrich in Frankfurt a.M.; Eisenstein & Bögler in

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