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Xiv. Jahrgang

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3« schwerer Zeit!

Sine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811!ti|6

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von Joh. Beyssel. (Fortsetzung.)

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Recht keineswegs aufgegeben, behalte sich vielmehr vor, nach den Umständen und im Interesse seines Reiche« davon Gebrauch zu machen, und sei der Fall nicht ausgeschlossen, daß schon deiynächst rücksichtlich bestimmter Oertlichkcitcn davon Gebrauch gemacht werde. In der bulgarisch-rume- lischen Grenzcommission entstanden Differenzen wegen verschie­dener Gebietstheile, welche zum Nachtheile OstrumelienS zu Bulgarien geschlagen werben sollen. Aus Philippopel. Aleko Pascha soll am 25. Mai in der Uniform der ost- rumelischen Miliz daS ostrumelische Gebiet betreten und gleichzeitig eine Proklamation erlaffen.

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»Slße« sehr schön, Herr Wagner, werden aber die 1 kurze Zeil exercierten, sodann in die Heimath ent- ven Mannschaften, wenn sie nach längerer Zeit wieder «rufen werden, Stand halten gegen die Berufssoldaten rmeon«, welche seit vielen Jahren die Waffen nicht aus »Hand gelegt haben?"

L^Eie werden es thun! Der Mangel an fortgesetzter wird durch einige Märsche ausgeglichen werden.

Vwa« meinen Sie, was der Ingrimm, der immer mehr War werdende Haß gegen den Korsen und seine Schergen Wwikd? Er wird unsere Reihen den Soldknechten Merstehlich machen. Denken Sie an die fanatisirten L? der französischen Republik, welche kaum mit den Mn umzugehen wußten und gleichwohl sich wie Löwen WR, so daß die wohldisciplinirten Heere DeuffchlandS Dagegen sie ausrichten konnten und das Feld räumen Mn Wenn die Stunde geschlagen, wenn der König f*tfett)tn einberuft, dann werden sie Alle dastehen wie ?Mann, und es werden noch Andere kommen, wenn Mst; die noch nie Waffen getragen, werden sich drän- Dfich auf Lebm und Tod zu rüsten. Und nicht die Md allein wird kommen, nein, auch das Alter, um sich i Sroßen Sache zu opfern. Mit einem Wort, es wird ^anderes Preußen dastehen!"

TwäSa« sind Sie doch für ein Mann, Herr Wagner", f? ^vy, sich die Thränen an« den Augen wischend, M ein so ruhiger, bedächtiger Mann, Kimen Sie sehr

Der Reichskanzler hat dem BundeSrathe einen Antrag twßenS betr. die Einsetzung einer Commission zur Auf- g deS Entwurfes zu einem ReichSgesetze über das mbahnwesen vorgelegt. Dieser Commission sollen als ' rial bei Aufstellung des gedachten Entwurfes drei entwürfe vorgelegt werden, welche Preußen ausar- ließ, nämlich: 1) ein Reichsgesetz über das Eisen­sen; 2) ein Gesetz über die Errichtung eines Reichs- »bahn-Raths; 3) ein Gesetz über die Errichtung eines »altungsgerichts für streitige Eisenbahnsachen. Die Mission würde aus ^Mitgliedern zu bilden sein, wo- je zwei Seitens des Reichs und Preußens und je eins ns Bayerns, Württembergs, Sachsens, Heffens und ernannt würden. Rücksichtlich der am 7. Febr.

18. März bei dem BundeSrathe eingebrachten Präsidial­gen betr. das Eisenbahn-Gütertarifwesen sind in dem urfe dieses Gesetzes über daS Eisenbahnwesen dieje- Abschnitte, welche eine gesetzliche Regelung des Tarif- « enthalten, offen gelassen.

ebcr den Rücktritt deS bisherigen Reichstags-Präsidenten Forckenbeck schreibt dieProvinzial-Correspondenz:" dem Schreiben, durch welches er dies dem Reichstage 'lt, giebt er als Grund seines Entschlusses einerseits ! Gegensatz an, in welchen er in Bezug auf tief greifende m mit der Mehrheit des Reichstages gekommen ist, rseits die Nothwendigkeit, nach dem Rache seines einen längeren Urlaub zur Wiederherstellung seiner dheit zu nehmen. Er hat deshalb gleichzeitig um einen mb von 4 Wochen vom 23. d. M. ab gebeten. Dieser kitt des Herrn von Forckenbeck hat einen lebhaften

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Dl Tagesbericht.

unj St. Mas. der Kaiser begab sich Mittwoch früh kurz u k 9 Uhr nach der Berliner Gewerbeaustellung und wurde sädst vom Ausstellungsausschuß, an der Spitze die irren Kühnemann, Kommerzienrath Weigert und Simon, rerbietig empfangen und in den Kaiserpavillon geleitet. fMf ich kurzem Verweilen in diesem betrat Se. Maj. unter UJl «tritt des Polizeipräsidenten und gefolgt von dem Haudels- «ister, den Ausschußmitgliedern, dem Gouverneur und d Flügel - Adjutanten v. Lindequist und Graf Lehndorf rarii »Ausstellungsgebäude und durchschritt fast alle Aus- ie LaMnngsräume, durch viele Ausstellungsgegenstände sichtlich iotn k befriedigt. Als der Kaiser kurz nach 11 Uhr das ivdh Hellungsgebaude verließ und sich nach dem Kaiser- hle m illon zurückbegab, wurde Se. Majestät von den Spalier dem «Iben Ausstellungsbesuchern mit dreifachem Hurrah rüßt und verließ kurz darauf die Ausstellung mit dem »ruck der hohen Anerkennung an die Ausschußmitglieder $ das von ihnen und den Ausstellern zu Stande Gebrachte.

Marburg, Sonnabend, 24. Mai 1879. ... i

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Anzeigen nimmt entgegen die Spedition d. Blatte« sowie d Annoncen-Bureaux von @. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Iager'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buckhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Tbienes in Elberfeld; E. Schlotte in Bremen.

«eigen nimmt emgegen; Spedition d.vlatte«, eie d.Annoncen-Bureaur Th. Dietrich & Co. in M und Hannover; Th. stttich tnFranlfurta.M.; «senstein 0- Bögler in enthirt a M., Berlin, r, Cöin rc.; Rudolf

in Berlin, Frank-

Eindruck im Reichstage und in allen politischen Kreisen gemacht: abgesehen von der allseitigen Ueberzeugung, daß seine in einer Reihe von Jahren erprobte und im höchsten Maße gewürdigte Kraft in, der schwierigen Leitung der Geschäfte des Reichstage« schwer zu' ersetzen sein wird, mußte die Begründung jeiüeS Entschlusses, welche aus­drücklich auf den Gegensatz über die schwebenden politischen Fragen hinweist, die parlamentarische Erregung im Augen­blicke noch steigern. Herr von Forckenbeck hatte über den entschiedenen und lebhaften Widerspruch, in welchem er sich zu den Auffaffungen und Bestrebungen Üdr Mehrheit, die sich zur Durchführung der WirthschaftSreform vereinigt hat, befindet, schon durch eine vor einigen Tagen bei einem öffentlichen Festmahl gehaltene Rede sich unumwunden und in einer Weise geäußert, welche keinen Zweifel darüber bestehen ließ, daß er sich nicht mehr als den berufenen Vertreter des Reichtages in seiner jetzigen Parteigruppirung ansehen konnte. Er hat bieftp Ueberzeugung entsprechend gehandelt, und Niemand wird ihm daraus vöfi' irgend einem Standpunkte einen Vorwurf machen können. '

Inwieweit sein Rücktritt vom Präsidium, zumal im Zusammenhänge mit den politischen Vorgängen, die seinen Entschluß anscheinend zur Reife gebracht haben, von weiter gehender Bedeutung für die Entwickelung des ParteiwefeuS werden kann, das wird sich erst im Verlaufe des Bewegung, welche sich an die jetzigen Verhandlungen des Reichstages knüpft, bestimmter beurtheilen lassen.

Die Tarifcommission deS Reichstages berieth am Mitt- Abend das Gesetz über provisorische Einführung neuer Zölle (Sperrgesetz). Minister Hofmann gab die Erklärung ab, das Gesetz werde auf Tabak feine Anwendung finden, »eil die Reginnng auf die TabakSnachsteuer nicht ver­zichten könne: Heber bie Artikel, auf welche das Sperr­gesetz Anwendung finden solle; befragt, erklärte der Minister, er könne darüber keine Angaben machen. Die Commission beraumte eine weitere Sitzung zur definitiven Entscheidung über Beantragung der Annahme oder Ablehnung des Sperr- gesetze« auf Freitag an.

DieKreuzzeitung" nennt als Mitglieder des in der Angelegenheit desGroßen Kurfürsten" unter dem Vorsitze des Generalinspecteurs der Artillerie v. Podbinlski einge­setzten Kriegsgerichte« die Generale v. Voigts-Rhetz und Graf Wartensleben sowie bie Capitäne zur See Przow unb v. Hacke. 3 1

Meldungen derPolil. Corresp." Aus Konstantinopel. Die angebliche Aeußerung Obruffcheff«, der Sultan habe auf die Besetzung des Balkan verzichtet, wird seitens der Pforte auf diplomatischem Wege reklificirt. Danach habe der Sultan das ihm durch den Berliner Vertrag zuerkannte warm werden, wenn von dem Wohl und Wehe des Vater­landes die Rede ist. Und nicht bloß dafür, nein, für alle« Große, alles Schöne haben Sie ein warmes Herz."

Auch Wagner hatte sich die Augen gewischt und fuhr dann fort:Freilich werden wir nicht gleich so viel Offi- ciere, als nöthig sind, für eine so große Armee haben; die wir aber haben, sind tüchtig und brav, haben sie ja in der Schule Napoleons viel, sehr viel gelernt. Der Mangel an Ofsicieren wird auch bald beseitigt sein, wen» die intelligentesten jungen Leute sich um tüchtige Führer schaaren. ,

, Und noch Eins, Herr Levy. Thun Sie so viel als möglich, daß auch die jüdische Jugend wie die christliche Seele und Körper ausbildet für den vielleicht nicht mehr fernen Kamps. Nur dadurch, daß sie nach allen Seiten und namentlich, auch nach dieser Seite hin, nicht hinter der anderen zurückbleibt, wird sie es dahin bringen, daß die Juden alle ihnen noch fehlenden Rechte erlangen."

Sie haben Recht, Herr Wagner, aber", hier kratzte sich Levy hinter den Ohren,es wird schwer hakten und eS wird nicht mit einmal gehen so mit unserer Jugend. D»S macht der Schacher, zu dem unsere Jungen nur allzu früh angehalten werden. Gleichwohl soll Ihr Wink nicht unbeachtet bleiben. Ich werde schon den rechten Weg fi». den, zu wirken und hoffe, daß auch in dieser Beziehung viel geschehen wird."

Das thun Sie, lieber Levy, ich aber muß unsere Unterredung nun schließen, denn es ist schon ziemlich spät geworden. Bevor ich gehe, rufen Sie mir wohl ihren Salomon. Ich will ihm einen Bries dikliren, der noch heute an Ort und Stelle sein muß imb ich kann wegen meine« schlimmen Finger« nicht gut selbst schreiben."

Deutsche- «eich.

Berlin, 21. Mai An unferm Kaiserlichen Hofe wird die Betheiliguug der auswärtigen Höfe an der Feier der bevorstehenden goldenen Hochzeit unsere« Kaiserpaares doch eine viel bedeutendere fein, als dies bis jetzt geglaubt wurde und die Zahl der fremden Fürstlichkeiten, welche nach der deutschen Haupfftadt zu kommen gedenken, wird eine sehr beträchtliche fein. NameiMch steht seitens der russischen und österreichischen Herrscherfamilicn eine starke Betheili­gung bevor. Wie bis jetzt festgesetzt, sollen außer dem Kaiser von Rußland auch seine drei jüngsten Söhne in Berlin eintreffen, die Großfürsten Paul, Alexei und Sergei, so daß hier während der Festtage so zu sagen ein kleines rus- ftfchcs Hofiager aufgeschlagen werden wird. Oesterreichi- scherseits wird der Kaiser Franz Josef in Begleitung des Kronprinzen Rudolf erwartet. Man verspricht sich in den diplomatischen Kreisen,, daß die Zierlichkeiten, so wie das ganze Fest einen äußerst glänzenden Verlauf nchmcn und togar die berühmten Drei-Kaiser-Tage hinter sich lassen werde. Per Reichstag wird sich zu Pfingsten für eine Woche vertagLv, -die L«rift«nmission dagegen wird nur 4 Tage Ferien halten. Bezüglich der Frage der Wucher- gesetzgebung liegen der Commissiou jetzt folgende neue An­träge vor: vom Abg. Dr. v. Schwarze als Ergänzung zum

302 de« Strafgesetzbuches:Wer unter Ausbeutung der Nothlage, des Leichtsinns ober der Unerfahrenheit eines Andern für ein Darlehen oder aus Anlaß der Stundung einer Geldforderung sich oder einem Dritten Vermögeus- vortheile versprechen oder gewähren läßt, welch« den üblichen Zinsfuß erheblich überschreiten und nach den Umständen des Falles in auffälligem Mißverhältnisse zu der Leistring stehen, wirt wegen Wuchers mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder mit Gesängniß bis zu 6 Monaten bestraft." Die verbündeten Regierungen sind nach wie vor geneigt, irgend etwa« in dieser Richtung zu vereinbaren. Am 16. d. Mls. ist in Königsberg i. Pr. der Stadtgerichts- Prasioent Zippel gestorben. Durch diesen Todesfall wird die Stelle des dortigen Landgerichts-Präsidenten, für welche der Verstorbene ernannt war, wieder vacant.

Salomonche war bald gerufen und machte sich bereit, den Brief zu schreiben.

Es war ein hübscher Junge, dieser Lehrling. Zwischen 15 und 16 Jahre alt, war er schon hoch aufgeschossen und er fing auch schon an, sich in die Breite zu dehnen. Die Haare, etwa« kraus, aber doch noch nicht lockig, waren von der tiefsten Schwärze, ebenso die schön gewölbten Augeu- braunen unb bie langen Wimpern, die ein schwarzes, blitzendes Auge beschatteten. Man erblickte in ihneii auch Verstand, nicht aber die List, die man so häufig bei Juden schon an den Augen bemerkt. Mund und Augen waren schön gefärbt, ebenso die lebhaften roth gefärbten Lippen. An den Mundwinkeln war zuweilen ein kleiner Zug von Schalkhaftigkeit, der bas ganze liebliche Gesicht um so in­teressanter machte. Die Häube hätte man aristokratisch nennen können, so klein unb hübsch geformt waren sie. Die Haltuiig des Jünglings war frei unb ungezwungen, die Kleidung einfach aber nett.

Wie sich aus einigen Worten, welche Wagner mit Salomon wechselte, ergab, war dieser dem ersteren schon seit längerer Zeit bekannt. Wagner hatte aber nie so recht Acht auf ihn gegeben. Heute faßte er ihn näher ins Auge, und der Jüngling, der sich vielleicht auch erst seit Kurzem zu seinem Vortheil verändert hatte, eine nicht seltene Er­scheinung in dem Alter, gefiel ihm außerordentlich. Er dikttrte ihm Folgendes:

Ew. Hochwürden schreiben Sie Euer Ew. er­laube ich mir auf morgen Abend zn einer Taffe Thee unb einem Bntterbrob unter der uns bekannten ParoleVater­lands-Treue" einzulaben unb Sie zugleich zu bitten, Ihren H"ni Kollegen, Professor br. von Savigny gütigst zu bestimmen, mir gleichfalls bie Ehre feine« Besuchs zu

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