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JTiarßurg, Donnerstag, 22. Mai 1879
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bvandt, ist auch zu jeder Zeit kampfbereit und geht ohne jagen auf den Feind los, kann er sich ohne Zagen auf int Kräfte verlassen. Freilich ist die Zahl der Be- «htr des Turnplatzes verhältnißmäßig nur klein, einmal, *il der Weg zur Hasenhaide viel zu weit ist für die im torden der Stadt Wohnenden, und dann, weil auch die iuSgabe, so gering sie auch ist, für viele Eltern uner- hwinglich ist, er mag auch mancher Vater, manche Mutter
ltere Nachrichten eingetroffen: Die meisten Fraktionen Reichstags hatten nach Schluß der Sitzung Brrachungen die Präsidentenwahl. Die Nationalliberalen beschlossen iße Zettel abzugeben; die Fortschrittspartei dürste ebenso ahren, wird jedoch erst morgen Beschluß fassen. Das rum beauftragte seinen Vorstand mit den Conservattven r die Präsidentenwahl zu verhandeln, und wird ebenfalls rgen Beschluß fassen. Die deutsche Reichspartei scheint ins zum ersten Präsidenten wählen zu wollen. Die isten Chancen hat v. Seydewitz (cons.), der jedoch noch zur Annahme entschlossen ist. Genannt werden ferner Puttkammer-Löwenberg (cons.), Freiherr v. Frankenstein ntrum), sowie v. Bennigsen, welcher jedoch bestimmt thnen dürfte. Der bisherige erste Vicepräsident Frhr. nk v. Stauffenberg soll gestern in später Nachmittag«- e telegraphisch ebenfalls seinen Rücktritt vom Präsi- m angezeigt haben.
„ES scheint auch nichts besondere« dabei. Aber eS scheint auch nur so. Der wichtige Unterschied gegen sonst ist der, daß der Rekrut in viel kürzerer Zeit ausgebildet und dann enllassen wird, um als Reserve zu dienen, und neue Rekruten auSgehoben werden."
„Wa—s?" fragte Levy.
„Verstehen Sie. Merken Sie, wa« damit bezweckt wird?" Jetzt dürfen wir nach der Vorschrift Napoleon» nur 40,000 Mann unter Waffen haben; wir können aber bei der raschen Ausbildung der Mannschaften, wenn in zwei oder drei Jahren der ernste Tanz losgeht, wenigstens 300,000 Mann auf die Beine bringen."
„Bravo! aber woher Waffen und Uniformen nehmen?"
„O, da lassen Sie nur England sorgen. DaS wird uns schon all' dergleichen zur rechten Zeit liefern. Freilich werden wir gut zahlen müssen, denn England thut nichts umsonst; wir sparen aber für jetzt die Zinsen unv — daS Aufsehen, welche« kostspielige Anschaffungen in diesen Arttkeln bei unserm —, na ich will nicht fluchen oder schimpfen — bei unserm Herrn und Meister machen würden. Ich glaube mich nicht zu irren, wenn ich annehme, daß die Waffen für Preußische Fäuste schon jetzt in England geschmiedet werden. DaS liegt zu sehr in dem eigenen Interesse der Engländer. Sie müssen Alle« daran setzen, Napoleons gegen ste gerichtete, ihren gänzlichen Ruin bezweckende Pläne, ja ihn selbst mit zu vernichten, und der Profit, welchen sie haben, wenn sie uns zu rechter Zeit Waffen, Munition, Tuch u. s. w. liefern, ist auch nicht zu verachten." e
Ig) Btnquct des Städtetages einen Aufsehen machenden Artikel, P7’ „rin es heißt, die Thatsache, daß eine Gemeinde, deren
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I« schwerer Zeit!
Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—1816 von Joh. Beyssel.
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Um auf Ersteres, die Haupffache zurückzukommen, so che ich Sie, Herr Levy, noch darauf aufmerksam, wie sonst sich Alle» regt, um die Wiedergeburt Preußens »rzubereiten. Die Errichtung der hiesigen Universität in so geldarmen Zeit hat denselben Zweck. Die Hör- wrrden sich Men mit den begabtesten Söhnen de« 8, der wahren Blüthe desselben. Da sollen sie von tüchttgsten Lehrern, die nicht nur den Kopf, sondern das Herz auf der richtigen Stelle haben, außer ihrer Wissenschaft auch alles andere Gute und Schöne sich
besorgt sein, daß das Söhnchen den Hals da brechen könne. Aber was thut dies. Sehen Sie nicht, wie die Turner, denen die auf dem Turnplatz zugebrachten Nachmittage viel zu wenig sind, in den Gärten der Ettern, auf den Höfen Turneinrichtungen, mit oder ohne Hülfe des Vater« getroffen haben? Ein Barren, ein Reck ist bald zusammengeschlagen, _eine Springvorrichtung noch leichter gemacht, eine lange Stange ist bald ermittett und eingegraben, um daran zu klettern, einige alte Stricke werden zusammen gedreht und an einen Baumaft befestigt! Der Turnplatz ist damit meist fertig und da sehen Sie denn Klein und Groß, auch die Muttersöhnchen, die nichts zerbrechen sollen, ohne Wissen der Eltern wacker sich herumtummeln, bi« die äußerste Ermattung und Hunger und Durst sie zu Hause treiben. Die Turner von der Haide sind dann die Vorturner und Sie sollen nur sehen, wie eifrig das Alle« geht. Und sehen Sie die Jungen, wenn sie aus der Schule kommen. E« sind gar nicht mehr dte alten. Alle Augenblick gickts eine Prügelei in größerem Maßstabe und wie gehen sie gegen einander? Oft bricht ein Kampf einer ganzen Schule gegen eine andere au«. Die Jungen sind «iderhaarig, kampflustig, da« macht die Zett, der Ingrimm der Eltern und ihr eigner gegen die Unterdrücker. O, die Zeit übt einen mächtigen Einfluß. Die Jungen, die sich jetzt — oft zum Entsetzen Erwachsener — wie die Kampf- Hähne Herumbalgen, werden dereinst nicht die schlechtesten Soldaten sein.
Noch ein«, aber im engsten Vertrauen. Sie sehen wie sonst autgchildete Soldaten nach Hau« heimkehren und Rekruten wieder anlangen. Haben Sie nicht« besondere« dabei gefunden?
„Nein, ich wüßte nicht."
Deutsches Reich.
»« Berlin, 20. Mai. Die heute erfolgte Niederlegung des ReichslagSpräsidiumS Seitens des Herrn v. Forckenbeck, von demselben in erster Linie durch den Widerspruch mottvirt, in welcher er mit der Majorität deS Reichstag« gekommen^ war allerdings eine Consequenz der bei dem Banket des istädtetags durch ihn gehaltenen Rede. Die Stellung der parlamentarischen Präsidenten wird in Deutschland so aufgefaßt, daß dieselben gelten sollen als hervorragende Repräsentanten der polittschen Gesinnungen der Majorität. Herr v. Forckenbeck repräsenttrte die in nationalen Fragen wenigstens zusammenftcherwe Majorität der Conservativen und Nattonallibrralen. Die Majorität ist jetzt und zwar in einer nationalen Frage gesprengt, inso
fern dürfte Herr v. Forckenbeck sich verpflichtet glauben, eine Stellung niederzulegen, die ihn zum Repräsentanten einer Majorität macht, die einstweilen nicht mehr besteht. ES fragt sich aber, ob diese in Deuffchland herkömmlich gewordene Auffassung der parlamentarischen Präsidiajstellung richttg ist oder ob zu dieser Stellung nicht vereinigte neu-, träte, in einer politischen Parteirichtung nicht hervortretende, sicher aber geschäftskundige Männer vorzugsweise geeignet sind. Ein Präsident, welcher nicht zum Repräsentanten der Majorität, sondern deS ganzen Hauses bestimmt ist, muß allerdings die Resignation übm, um polittschen Demonstrationen außerhalb des Parlaments sich überhaupt nicht oder nicht in hervorragender Weise zu betheiligen. Nachdem Herr v. Forckenbeck dies nicht unterlassen konnte, und zwar bei einer Gelegenheit, die ihn im Gegensatz zu der Majorität des Hauses brachte, durfte er allerdings nicht zweifeln, daß er seine Entlassung zu geben habe. — Heute Mittag 1 Uhr tritt im Reichskanzleramt der vom Bundesrath für die Ausarbeitung eine« Gesetzentwurfs über die Regelung deS Gütertarifwesen« eingesetzte besondere Ausschuß wiederum zu einer Sitzung zusammen. — Der Chef der Admiralität hat im Hinblick auf das in den sumpffeuchten Gegenden der Tropengegend vorkommende bösartige Materiefieber besondere Maßregeln gegen solche Erkrankungen der Instruktion für die Aerzte am Bord der kaiserlichen Schiffe in Betreff der Gesundheitspflege zugefügt. — Am 15. Mai ist auch die Theilstrecke der Berlin - Wetzlarer Bahn dem Betrieb für Personenverkehr übergeben worden, welche von Eschwege aus sich an die an der hessischen Nordbahn gelegene Station Malsfeld anschließt. Diese Route ist der Verwaltung der Kgl. Eisenbahn-Direktton zu Franffurt am Main übertragen worden.
Ausland.
Lontzov, 20. Mai. Die deutsche Kafferin wird heute hier erwartet — Nach einer Meldung der „Times" aus Simla vom 19. Mai sind die Hauptpunkte des Ueberein- kommens mit Jakub Khan die nachstehenden: Annexion der Paffe und eines hinreichenden Gebiets für eine rationelle Grenze, Anstellung eines englischen Residenten in Kabul, die Äontrole der auswärtigen Beziehungen Afghanistans und die Unabhängigkeit der Aftidistämme ohne Präjudiz für die Herrschaft über die Pässe. — Im Unterhaus bringt Newdegate den Atttrag ein, daß keinerlei neuer Vertrag abgeschloffen, überhaupt keinerlei Verpflichtungen eingegangen würden, welche die Äontrole des Hauses über finanzielle Hülfsquellen und Besteuerung präjudicttm, beschränken oder binden Knuten, bevor nicht das Haus über die beabsichtigten Verpflichtungen seine Ansicht ausgesprochen habe. — Unter- ftaaMfecretär Bourke bekämpft den Antrag; er weist daraus hin, daß der Export britischer Fabrikate, feit Abschluß des französischen Handelsverttages zugenommen habe und von
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ch" Beamter zugleich Präsident des Reichstags ist, eine düng an sämmtliche größere Städte erläßt, neben Parlament des deutschen Volkes an dessen Sitz zu und durch ihre Diskussionen, ihr Tagen und ihre lüsse einen lokalen Druck auf die Volksvertreter zu , habe an sich für unsere politischen Gewohnheiten, man vom Sommer 1848 absehe, etwas Befremd- . Wirthschastliche Fragen seien von dem Städtetag it seinem selbstgeschaffenen Mandat in politische umge- delt worden. Anstatt einer nüchternen Besprechung von llpofittonen höre man den Schlachtruf jeder revolutt- iren Agitation in dem Geschrei über kirchliche und poli- Reaction. An dem guten Willen, die verfassungs- ifjigen Gewalten bei uns durch aufgeregte Gemeindever- immlungen zu ersetzen, scheine es demnach nicht zu fehlen, äcklicherweise befinde sich unser Vaterland aber in keiner republikanischen Sympathien entgegengleitenden Bewegung. Deutschland könne, wenn auch mit Verwunderung, doch eit kühler Ruhe der Verbrüderung fortschrittlicher Stadtbe-
- ««eignen, was sie geschickt und geistig und körperlich kräftig o «acht, um das uns von einem übermächtigen Er- £ krer auferlegte Joch abzuschütteln. Sehen Sie auf un- g Knaben, die zu Jünglingen cheranreifen. Auf den
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von @. L Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jüger*schc Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhaudl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen
j! irden zuschauen.
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[139 Heber den gestrigen schon so rasch erfolgten Rücktritt des pchStagS-Prästdenten v. Forckenbeck sind noch folgende
. XIV. Jahrgang
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Die Brände in Rußland mehren sich auf eine schrecken- erregende Weise. Konnte man beim ersten Brande in Orenburg noch an ein durch keines Menschen Hand verschuldetes Unglück denken, so ist eS jetzt, nach den rasch aufeinander folgenden Feuersbrünsten bis auf den letzten gestern gemeldeten in Petropawlowsk, nicht mehr zweifelhaft, daß dieselben mit den Nihilisten in Verbindung gebracht werden müssen. Gegen dieses wahrhaft teuflische Beginnen, welches Tausende von Unschuldigen ihres Hab und Gut- beraubt und sie von Haus und Hof verjagt, hat die russische Regierung kaum ein Mittel in der Hand und die doppelte Strenge, zu welcher sie dadurch veranlaßt werden mag, wird auf der anderen Seite gleich verzweifeltem Widerstände begegnen. Das Volk selbst indeß wird dem Nihilismus gegenüber, getrieben durch solche UnglückSfälle, nicht mehr so passiv verbleiben wie bisher und nur den vereinten Anstrengungen aller gesunden Kräfte des Zarenreiches wird eS möglich werden, dem verderblichen Gifte Einhalt zu thun.
Der „Poltt. Corresp." wird aus Philippopel vom 20. gemeldet: Der Exarch von Bulgarien forderte da« Actions- comite für die Vereinigung OstrumelienS mit Bulgarien auf, den Wünschen de« Kaisers von Rußland durch Ber- zichtteistung auf jede fernere Agitation nachzukommen. Das ActionScomite beschloß hierauf seine Auflösung und die Bildung eines neuen ComiteS mit friedlichem Programme. Eine kleine Fraktion von Intransigenten beschloß jedoch oie Fortsetzung der Agitation und demonftrirte vor der Wohnung des Exarchen und dem RedactionSlokal der „Marüza". 'Der Exarch beschwichtigte die Menge und versprach die 'Adresse an den Czaren in Beantwortung der Proklamation Obrulscheffs mttzuuuterzeichnen. — Aus Bukarest, 20. d., meldet die „P. C": Der schwedische Gesandte in Wien ist in Bukarest eingetroffen, um die Anerkennung der Unabhängigkeit Rumäniens zu notificiren. — Fürst Carol reist mit seinem Bruder in daS Innere deS Landes, wonach Letzterer nach Berlin zurückkehrt.
Tagesbericht.
DaS über den Untergang des Kriegschiffes „Großer rst" ergangene kriegsrechtliche Erkenntniß ist gutem nehmen nach von L>r. Maj. dem Kaiser aufgehoben mb ein neues Kriegsgericht bestellt, zu dessen Präses, lie verlautet, der General-Jnspecteur der Artillerie General l, Podbielsky ernannt ist.
Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt über das Sonnabend-
: an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,3Iuftrirte» Sonntag«blatt" durch die Expedition iKoch'sche ei) bezogen 24 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg.
Für in der Expedition zu ertbcilende Atullunst und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
!0 Krnplätzen werden ihre Sehnen gestählt, die Glieder und 9 «r ganze Körper gelenkiger und Auge, Arme und Beine t<J 6 Angriff und Vertheidigung geschickter gemacht. WaS da» Beste ist, der so erwachsene Jüngling, kräftig und