Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JSuftrirttS Sonntagsblatt" durch die Expedition («o wiche Buchdruckerei) bezogen 2\ Warf, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf,, lexcl. Bestellgebühr). — JnsertiouSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pf,, berechnet.
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•em bt «ltfurt a. M., Berlin, iyjig, Köln:c.; Rudolf lifle in Berlin, Frank» für: a. 'W. ic.
«eigen nimmt rmgegeu: ort tu, Expedition d.vlatte«, Land Md-Annoncen-Bureaux Otrod D>. Dietrich & Eo. in
Blarburg, Mittwoch, 21. Mai 1879. XIV Jahrgang
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Anzeigen nimmt entgegen dieEpiedtttvn d. Blatter sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in
Bremen.
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18 iMlchtetm Erlaß, daß Kinder unter 4 Zähren, sofern pe
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mts bestimmt der Minister für öffentliche Arbeiten in »em an die Kgl. Eisenbahndirektionen unter dem 6. Mai
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chlkosten zu erhebenden Nebengebühren ihrer Natur Bestimmung gemäß im allgemeinen Berkehrsinterch'e ichst auf den Durchschnittsbetrag der Selbstkosten be- »nkt bleiben müsse. Es sind die Krahngebühren allge-
„Wir haben pünkttich jede Woche den gezeichneten Ärag gezahlt. Vor einer Woche waren 479 Beitragende' ■tte sind es 690. Unter den Hinzukommenen sind ein gute und noble Häuser: Magnus und Mendelssohn, ch sie geben einen hübschen Beitrag. Sie haben gleich Heben 200 Thaler jeder auf ein halb Jahr voraus. Die kiträge werden fortgesetzt an Schiller abgeführt und
^ÜSSMsgelezenheit der verwittweten Königin Marie von Han- i»er zum Gegenstände. Wie wir hören, geht dieselbe der ' j Oigen und erwünschten Erledigung entgegen. Auch die -1 ■ istrige Besprechung des Herrn Windthorst mit dem Fi- Wzminister Hobrecht betraf nur diese Sache; die Combi- e iäonen, welche ein berliner Blatt daran bezüglich der manzzölle knüpft, entbehren demnach jeder Begründung."
V Die Zahl der für Richter der neuen Gerichte zu voll- chendm Patente beträgt 4932, darunter 285 für die ßerlandesgerichte (36 Senatspräsidenten und 236 Räthe ien dem Präsidenten), 1113 für 91 Landgerichte (91 _____ riftbenten, 178 Direktorm, 844 Landrichter), 2534 ArntS- . hier für 1090 Amtsgerichte. Von den letzteren werden 10 nur mit einem Richter, 307 mit je 2, 139 mit je 60 mit je 4 und 94 mit mehr als 4 Richtern besetzt, is Amtsgericht Berlin zähll allein 102 Amtsrichter. I die Landgerichte ist die Zahl der Richter bei den 28 Quan misten auf je 8 (Präsident, Director, 6 Richter) fest-
2« schwerer Zeit!
Eine Berliner Geschichte ans den Jahren 1811—1816
von Joh. «eyssel. _______
(Fortsetzung.)
2 >
Wir können das Geschästslokal Levys noch nicht verlassen. Nach einigen gegenseitigen Bemerkungen über die von Frau geschilderten Erlebnisse nahm Wagner wieder Wort: „Unh geben Sie Acht, Levy, wenn die Ent- igung, worauf die Leute schon lange Schulden gemacht , endlich kommt, war wird sie sein? Nicht das Ganze verlorenen Einkommens, vielleicht nicht die Hälfte und n werden dann noch die bis dahin gegebenen Almosen, Almosen sind Unterstützungen von zehn bis fünftehn n für solche Leute nur zu nennen, in Anrechnung acht werden. Ich kenne das. Das schlimmste bei der e aber ist, daß solche ehrenwerthe Leute inzwischen Hlich verkommen. Doch kommen Sie, Levy, in ihr
Tagesbericht.
Zn der vielbemerkten Conferenz zwischen dem Reichster und Windthorst während der Freitags-Sitzung des richstags im Zimmer des Reichskanzlers schreibt die krmania": „Die Besprechung hatte lediglich die bekannte
All» Kissingen wird unterm 14. d. M. gemeldet: Heute ----- lachmittag begegnete Sr. k. k. Hoheit dem Kronprinzen i Unfall. Bei einer Spazierfahrt wurden die Pferde •'1 •' heu, gingen auf der Garitzer Landstraße durch und stürzten bann zusammen. Rasch entschlossen sprang der Kron- gcsctzi änz aus Dem Wagen und half dem kopflosen Kutscher liefen t erschreckten Pferde wieder auf die Beine zu bringen. [1431 «letzt wurde Niemand. . . .. -
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nuirr Jrn Interesse einer übereinstimmenden Handhabung der R rrschriften im Schlußsatz des §. 10 des Betriebsregle-
is zu »tn besonderen Platz nicht in Anspruch nehmen, frei zu ^1316 fördern sind.
In einem Erlaß des Ministers für öffenlliche Arbeiten — demselben Datum bemerkt derselbe, daß er mit dem ■7®! chhluß der Kgl. Eisenbahndirektionen, im Allgemeinen 1473 Herabsetzung der bestehenden Krahngebühren eintreten lassen, um so mehr einverstanden sei, als die neben ben
Zimmerchen, damit wir noch- ein halbes Stündchen 1878 gestört plaudern können."
Nachdem Levy dieser Aufforderung gefolgt, fuhr Wagner 8ttNun zu dem, mein lieber Levy, was allen Gebieten 9»'l. 0 nächsten liegt. Was haben Sie, seitdem wir uns zuletzt 35 71» ßchen, mit den GesinungSgenossen in der Judenschast gethan."
mein auf 3 Pf. pro 100 Kilogramm unter Abrundung auf 10 Pf. mit einem Minimalsatz von 1 M. unter Beseitigung einer Skala festzusetzen.
In der Schweiz hat am Sonntag die VolkSabstim- ftimmung über die Zulässigkeit einer Revision der Bundesverfassung im Sinne der Wiedereinführung der Todesstrafe stattgefunden. Liegt das Resultat der Abstimmung auch noch nicht vollständig vor, so läßt sich aus dem bereits vorhandenen Material doch mit Sicherheit entnehmen, daß das endgiltige Resultat der Revision günstig sein wird. Ein solches Ergebniß ließ sich erwarten, nachdem kürzlich in verschiedenen Städten stattgehabte, gegen eine Revision gerichtete Versammlungen ganz klägliche Erfolge aufzuweisen hatten. Es ist jedenfalls ein schwerwiegendes Zeichen der Zeit und gibt mancherlei zu denken, wenn das freie Voll der Schweizer es für nöthig hält, die bereits abgeschaffte Todesstrafe für gennsse Fälle wenigstens wieder einzuführen.
Die „Polit. Corresp." meldet au» Konstantinopel vom 18. Mai: Die Pforte theilte den Mächten officiell mit, tüch daS organische Statut für Ostrumelien durch einen Jrade des Sultans die Sanct.on erhielt. Rußland sagte der Pforte zu, er werde nach der Ankunft Aleko Pascha's in Philippopel daS Hauptquartier in einen anderen Ort in der Nähe der Hauptstadt OstmmelienS verlegen. — Aus Belgrad vom 19. Mai: Die Grenzcommission traf gestern in Wranja ein. Serbien wird die bulgarischen Orte Tern und Breznik räum«, sobald die serbo-bulgarische Grenze festgestellt ist. Der morgen eintreffenbe türkische Gesandte Serncet wird festlich empfangen werden. — Fremy, bet Gouverneur des französischen Credit Foncier, ist wegen Verhandlungen übet eine serbische Anleihe hier «ngetrofstm «t. n?lu*T''* ' u’i#
Deutsches Reich.
** Berlin, 17. Mai. Der Kaiser hat bestimmt, daß sämmtliche Oberprästdenten und tommaubirenben Generale an ben Feierlichkeiten der goldenen Hochzeit theilnehmen sollen. Außer ben von bet Provinz zu entsendenden Deputationen »erben noch Deputirte ber Kgl. Residenzen Berlin, Potsdam und Koblenz empfangen werden. — Durch die über jede Erwartung große Mehrheit, mit welcher die Eisenzölle votirt wurden, scheinen die Illusionen der frei« händlerischen Presse in Bezug auf eine Spaltung zwischen Agrariern und Schutzzöllnern bedeutend herabgestimmt, man überzeugt sich, daß die Stärke der Mehrheit dazu beitragen muß, ihre Festigkeit zu erhöhen. An derselben Stelle, wo man an der Siegesfreudigkeit der Mehrheit zweifelte, klagt man jetzt ben Uebermuth derselben an. Die Zeichen ber freudigen Ueberraschung, womit die unerwartet große Stim-
dort in besonderem Verschluß gehalten. Wir haben beschloffen das Geld nur soweit zinsbar anzulegen, als wir cs mit Sicherheit in bis vierzehn Tagen zurückerhalten können, damit, wenn die Stunde schlägt, da» Geld bereit ist. So weit wäre Alles gut, aber mir will es scheinen, als wäre die Zeil noch sehr fern, wo wir werden können mit Nutzen Gebrauch machen von dem Gelbe. Sehen wir doch immer deutlicher, daß es kommen wird zu einem Kriege des Usurpators mit Rußland, und da werden die Unsrigen mit marschiren müssen. Es ist dem Kaiser Alexander schon Recht, wenp et eine schlimme Zeit bekommt. Warum hat er sich im Tilsiter Frieden geben, lassen von seinem Feinde •südpreußen, das Land des treuen Bundesgenoffen. Wie wird es aber werden für uns? Napoleon wird nur werden allmächtiger durch den Krieg."
„Das bestreite ich", fiel Wagner ein, „gerade der Krieg wird die Katastrophe beschleunigen. Glaub« Sie mir, Levy, wenn der Napoleon auch in der ersten Zeit glück- liche Erfolge erringt, so wird er doch beim weiter« Vordringen in dem großen wenig bevöllerten und daher auch wenig Nahrung für eine große Armee barbietenben Reich fein Ziel finben. Der gemeine Russe wirb fanatisirt wie ber Spanier, jeber einzelne Russe ist sein Tobfeind, mit einem solchen Lande und mit solchen Feinden ist aber nicht lange zu kämpf« und hat Napoleon erst einmal eine bedeutende Schlappe bekommen, so ist er verloren, denn in diesem Fall werd« nicht nur seine bisherigen Verbündet« schwierig werden, sondern auch ganz absall«. Denken Sie bmn, daß Oesterreich auf seiner Seite bleiben wird? Eben so wenig wie unser König; und glauben Sie denn, daß die Könige von Napoleons Gnaden demselben treu bleiben werden, wenn es dem Usurpator schlecht zu geh« anfängt?
menmehrheit von 218 gegen 88 ausgenommen worden, können jedoch kaum als Beweis von Uebermuth gelten. Die Ueberraschung war auf allen Seiten gleich groß, und daß in solchen Fällen ber Sieg mit Zurufen begrüßt wird, ist in den parlamentarischen Annalen nichts Neue». Noch seltsamer ist aber ber Vorwurf gegen den Abg. Stumm, daß er die Mittheilnng über das Clevelandsche Verfahren vor ein gänzlich unvorbereitetes Haus geworfen habe. Man sollte meinen, diese Thatsache sei bisher ein Geheimniß des Abg. Stumm gewesen. In Wahrheit hat der Hinweis auf die EntphospherisirungSmethode des Eisens schwerlich der schließlichen Mehrheit eine Stimme hinzugesügt, wie es auf der anderen Seite allerdings noch weniger »en Red« de» Abg. Richter und ähnlichen gelungen ist, der Mehrheit eine einzige Stimme zu entreißen. — Der nicht» wmiger als glänzende Verlauf de» StädtetagS wird in dm Aussichten und Stimmungen der Freihändler wohl wenig än- bern. Man sucht denselben jetzt zu einem Wendepunkt in der Geschichte des deutschen Vaterlandes auszubanschen, aber die Prophet« können sich die wirkliche Zuversicht nicht geben, und einem sonst sehr liberalen Blatt entschlüpft das Geständniß, die Vereinigung sei im Vergleich der geladen« Gemeinden ziemlich kläglich ausgefallen, selbst wenn man die Stimmen wäge!, nicht bloS zähle. — Die Ausschüsse de» Bundesraths für Zoll und Steuerwesen, für Handel und Verkehr und für Eisenbahn, Post und Telegraph« haben jetzt ihren Anttag bett, den Gesetzentwurf über die Statistik des anSwärttgen Waarenverkehr» dem Bunde»- rach eingereicht. Der Anttag geht dahin, der BundeSrath wolle dem Entwurf in ber au« der Anlage hervorgehenden Fassung feine Zustimmung ertheilen. Aus den Anlagen erhellt, daß die Ansschüsse zwar eine Anzahl Abänderung« an dem Wortlaut des Gesetzes vorgenommen haben, daß dieselben theilS nur redaktioneller Natur sind, theil» lediglich administtattve Vorschriften betreff«, während die Grundsätze der Vorlage keinerlei Aenderung erfahren hab«. — Von einig« Seiten verlaut« Zweifel, ob dem Reichstag noch in dieser Session das Gesetz über die Errichtung de» Reichstagsgebäube» zugehen wird. Dieselben wiberfegen sich dadurch, daß die Ausschüsse des Bundesraths sich am 20. Mai mit der betreffenden Vorlage beschäftig« werden. Man kann danach annehmen, daß in der nächsten Sitzung des BundeSrath» die Vorlage auf ber Tagesorbnung stehen wird. — Der Oberpräsident von Schleswig-Holstein, Baron von Scheel-Pleffen, ist um seinen Abschied eingekommen mit Rücksicht auf die bevorstehende Verlegung de» Oberpräsidium« von Kiel nach Schleswig. — Der Provinziallandtag für Schleswig-Holstein tritt mit Allerhöchster Genehmigung am 29. Mai zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, in welcher Beschluß gefaßt werden soll, über den Antrag des provinzialständischen AuSschuffes auf Errichtung einer milden Stiftung au« Anlaß der goldenen Hochzeit de»
Nicht« weniger al« die». Und wenn diese Fürsten auch Anstand nehmen wollten, sich von ihrem bisherigen Herrn und Meister loszusagen, so werd« die Völker ste dazu tteibm. Nein, nein, mein lieber Levy, gerade in diesem Kriege hoffe ich die Morgenröthe eines neuen besseren Völkerlebm» aufgehen zu sehen. Und nicht umsonst hat England, das in feiner Feindschaft gegen Napoleon rastlose England, einen besonderen Gesandten nach der Türkei geschickt. Ohne Zweifel hat diese Sendung den Zweck, dm Frieden zwischm Türken und Russen zu vermitteln, und ist dies erreicht, so kann Alexander sein« Feindm mit seiner ganzen Macht mtgegen tret«, wer aber kann e» bestreit«, daß diese Macht in Verbindung mit ber Unwirchbarkeit de» ganzen Lanbe« groß, sehr groß ist."
„Sie können Recht haben, Herr Wagner, ja Sie habm Recht, das sehe ich ein und diese Stunde, die Sie mir geschenkt haben, soll mir eine gesegnete sein, beim ich fühle mich von Neuem gehoben badurch. Glauben Sie, Herr Wagner, wir Juben sind ebenso gut Preußen wie unsere christlichen Mitbürger. Wart« Sie mal, Herr Wagner, mit liegt noch immer die kleine patriotische Frau im Herzen, die so wacker den Adler ihre» Königs gebotgm hat.
Ich will für das Jüngelche noch von demselben Zeug schicken, damit die Mama noch mach« kann einen langen weiten Äragen zum Ueberwersm im Winter, wie ste jetzt tragen die Knaben und auch erwachsene Leute. Haben Sie, Herr Wagner, mir doch auch gemacht große Freude mit Ihrer Nachsicht gegen mich und mit der freundlich« Mittheilnng über die politische Lage."
„Brav, lieber Levy, und fügen Sie auch ein Kleid für die brave Mutter und Patriotin bei von dem neuen war-