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Jllaröurg, Dienstag, 20. Mai 1879.
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rzroschenstück für's Zuschneiden und daß er ihnen Hilst
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Ich hatte aber vergessen über den von der Stange zu sehen; ich war Excefses gegangen,
. Kenn ich doch den Herrn und sein Kattunge- waS auch nicht wird gehen besonders in der schweren Ja, ja, es ist eine schwere Zeit. — Aber was be- Sie, Frau Registrator'». Ich werde Ihnen geben TOjtug, soll das Söhnche warm halten im Winter, Schaft sein, nicht so schmutzen und nicht viel kosten. 1 einem eben in den Laden tretenden jungen Menschen
Deutsches Reich.
Berlin, 17. Mai. Nach einer gestern Abend im
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Mann hatte eine einträgliche und angenehme Stellung in Südpreußen. Wir haben uns im Jahre 1800 verheirathet. Die Zeit von da bis 1807 war eine glückliche. Da kamen die schlimmen Ruffen und Kosacken mit ihrem General, die haben die preußischen Beamten, welche nicht vorher geflüchtet waren, aufs ärgste geplündert und dann die geraubten Sachen auf dem Marktplatz veraukttonirt. Di« Beschwerde meines Mannes bei ihrem General hatte nur den Befehl an ihn zur Folge, nicht zu raisoniren und sofort das Zimmer zu verlaffen. Es war Abend geworden nach der Plünderung und der Auktion. * ' ' alle die Trübsal, die uns gettoff en, fast Schmerz, den Preußischen Königsadler herunterreißen und in den Sand treten beim Finfterwerden nach der Stätte des
hatte den gemißhandeltm Adler in meine Schürze geschlagen und kehrte nun mit demselbm nach dem Kreisgericht zurück, um ihn dort zu verbergen. Da erfuhr ich von meinem Mann, von dem, al« den einzigen zurückgebliebenen preußischen Beamten die Feinde Dienste aller Art verlangten, daß einige Polen und Juden einzelne in der Auktton billig erstandene Sachen uns zurück brächten, ohne irgend etwas von uns zu verlangen. Ach, wie that dies nach dem stürmischen Tage mir und meinem Mann wohl. Wir sahen darin den Lohn dafür, daß wir beive stets freundlich und human gegen jedermann gewesen waren. Es kam leider aber noch sehr schlimm. Die Russen haben sogar meinen armen Mann mit ihren Säbel-Klingen gefuchtelt, als er ihnen nicht rasch genug Postpferde schaffen konnte I Za, diese Räuber, die sich Freunde nennen, haben uns noch einmal geplündert. Das habe ich aber nicht selbst mehr gesehen, mein Mann hatte mich mit meinem Ferdinand nach
tu ein paar Stunden. Ich will Ihnen den Menschen Een, sagen Sie mir nur genau Jhrm Namen, Charatter die Wohnung."
i Die Frau war sichtlich erfreut über das freundliche Mieten Levy'S und entsprach gern seinem Verlangen. .Daß ich Leßbie heiße, wiffen Sie vielleicht noch nicht. k ä L mein Mann bis zum Tilsiter Frieden Registrator in Nil dpreußen gewesen ist, thut nichts zur Sache. Meine hnung ist FlatowSgasse Nr. 3 hart an der Straße und W etwa in einem der anderen Häuser auf der Bleiche." Da ist gewiß der Kaufmann Leßbie Ihr Schwager, Frau Registrator'n. Ich brauche eS mir nicht zu
rwbneten begrüßte die Versammlung in einer kurzen spräche und forderte sie auf, in dem angränzenden tzungSsaal der Stadtverordneten ihre Ab eiten zu beginnen, m nahm hier sofort Platz und es wurde auf Vorschlag I Oberbürgermeisters von Königsberg i. Pt., (gelte, der trdtverordnetenvorsteher Dr. Straßmann zum Vorsitzeu- l gewählt. Derselbe constituirte das Büreau und be- die Berathung mit einem schwungvollen Hoch auf Kaiser, in welches die Versammlung drei Mal enthu- "ch einstimmte. Alö erster Redner nahm darauf der littet Stadtrath Dr. Jerchow das Wort. Er betonte, die Initiative zu dem Städtetage von einer Anzahl utscher Magistrate ausgegangen sei, und der berliner tgiftrat sich der Erkenntniß der Wichtigkeit einer feier»
Erklärung der großen Städte dahin, daß die erhöhte tuet auf Korn und Vieh die Interessen der Bürger-
tliner Rathhause abgehaltenen Versammlung, in welcher ( Oberbürgermeister v. Forckenbeck die Mitglieder des ■■ ädtetages begrüßt hatte, versammelten sich dieselben heute ober Zmittag 11 Uhr in dem besonders geschmückten Festsaale [1 berliner Rathhauses von dessen Thurm die schwarz- R. ch-rothe Fahne weht. Der Vorsteher der berliner Stadt-
Nn unsere Leut; ich will nicht sagen damit, daß er —- 9- bester ist gl6 die Christen, Gott soll mir bewahren
*t, ich will nur sagen damit, daß ich den Menschen (Kaj » und daß er zufrieden ist, wenn sie ihm geben ein
der Bürgermeister von Ottensen erklärm sich gegen die Resolutton, für welche andererseits Schmidt (Elberfeld) und die Delegirten von Berlin, Gießen, Hagen, Nürnberg, Arenberg eintreten. Die vorgeschlagene Resolution wird schließlich mit 68 gegen 4 Stimmen angenommen. Die Vertreter von Heilbronn und Witten hatten sich vor der Abstimmung entfernt. Hampspohn (Köln, dankte der Stadt Berlin für die Einladung und die freundliche Aufnahme, worauf der Vorsitzende die Versammlung schloß.
Altona, 16. Mai. Der Magistrat der Stadt Berlin hat auch bei der hiesigen städttschen Verwaltung sich einen Korb geholt auf seine Einladung zur Thellnahme an dem Berliner Städtetage. Bekanntlich treten nach der Schleswig-Holsteinischen Städteordnung Magistrat und Stadtverordnete zu gemeinsamer Berathung zusammen, und wurde m solcher gemeinsamen Sitzung am Donnerstage mit allen gegen vier Stimmen beschlossen, die Einladung des Berliner Magistrats ablehnend zu beantworten. Unter Denen, die für die Ablehnung stimmten, befand sich u. A. der Senator Knauer, Inhaber der hiesigen Rhedereifinna G. N. Knauer.
Atterrßurg, 16. Mai. Der hiesige Stadttath hat die Beschickung des vom Magistrat zu Berlin für den 17. d. M. einberufenen Städtetages unter Hinweis darauf abgelehnt, daß es unzulässig erscheinen müffe, aus der ein in sich zusammenhängendes Ganze bildenden Zolltarif-Vorlage einzelne Postttonen herauszugreifen, daß vielmehr die zu treffende Entscheidung den berufmen Verttetern de« deutschen Volkes vertrauensvoll zu überlasten sei.
Darmstadt, 16. Mai. Die „N. H. V." erhalten aus authentischer Quelle nachstehende Mittheilung: Heute empfängt Se. Durchlaucht Prinz Alexander von Battenberg in Livadia die bulgarische Deputation, wobei Se. Majestät der Kaiser von Rußland seinen Neffen persönlich vorstellen wird. Der Prinz trägt hierbei jedoch nicht die Lieutenants- Uniform, wie verschiedene Blätter berichteten. Ueberhaupt haben die durch die Zeitungen laufenden Nachrichten über die Toilettenfrage und beßfallsige angebliche diplomatische Regelungen, wonach der junge Fürst die russische Uniform mit der bulgarischen Pelzmütze anlegen werde, oder gar im europäischen Civilanzug mit türkischem Fez zu erscheinen habe, in wirklich unterrichteten Kreisen nicht geringe Heiterkeit erregt.
Mainz, 15. Mai. Das Ministerium des Innern in Darmstadt hat, wie die „Frkf. Ztg." von hier erfährt, den gegen das Verbot der Versammlung, in welcher W. Liebknecht über dir Zollfrage sprechen wollte, erhobenen Rekurs abgewiesen und die Verfügung de« hiesigen KreiSamt« einfach bestätigt.
Sarlsrnhe, 17. Mai. Der Schwager des Großherzogs, Großfürst Michael ist mit seiner Gemahlin hier eingetroffen.
t . 3» schwerer Zeit!
Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 1811—1816 von Joh. Beyssel.
' ■ <• ■ (Fortsetzung.)
„Da kann ich vielleicht Rath schaffen, beste Madam", Nustk rasch Levy ein. Es wohnt hier ein Schneidergesell im Ise, der kommt von der Arbeit in einer Stunde. Er
Tage-bericht.
Fürst Bismarck, welcher der Reichstagssitzung am Freinur kurze Zeit beigewvhnt hatte, war gleichwohl längere im Reichstagsgebäude anwesend. Er hatte, wie die üne mittheilt, in seinem Zimmer Besprechungen mit Abg. Windhorst (Meppen) und dem Abg. v. Bennigsen.
Der Beschluß des Bundesraths über die Prüfungsord- der Aerzte steht bevor. Der bekannte Entwurf wird geändert, also auch eine Zulassung der Realschul-Abi- rienten zum Studium der Medicin nicht ausgesprochen iben. Die Erhöhung der Studienzeit von acht auf neun
mefter gelangt ferner zur Einführung und es werden, k man hört, von dieser Neuerung nur diejenigen Studi- nben nicht berührt werden, welche sich bei dem Jnkraft- üm der Prüfungsordnung im achten Studiensemester inben. Weiterem Vernehmen des „H. C." nach ist keine yienmg für die Zulassung der Abiturienten der Real- Klen erster Ordnung beziehentlich der ihnen gleichstehen- l Realgymnasien eingetreten, so daß neue Versuche der letzt erwähnten Lehranstalten vorerst aussichtslos sind.
Die Samoa Times veröffentlicht in deutscher und samoa- 6er Sprache einen Freundschafts-Vertrag, welcher zwischen Mschland und Samoa abgeschloffen wurde. Durch den- kn erhält Deutschland die erste auswärtige Marinestation.
igen nimmt entgegen: 'Expedition d.vlatte», ie d.Annoncen-Bureaux
Th. Dietrich & Co. in d und Hannover; Th. strich in Frankfurt a.M.;
fenftein & Bögler in t a M., Berlin, iojig, Cöln rc.; Rudolf e in Berlin, Frankfurt a. 'S1. rc.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte» sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Wetttagen nach (sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllnftrtrteS Sonntag »blatt" durch die Expedition («och'sche Buchdruck-re,) bezogen Sh Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches S Mark 59 Pfg. (epi. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg Für m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 85 Pfg. berechnet.
schaffen schädige, nicht hätte entschlagen können. Redner constatirte, daß eS sich nicht entfernt um politische Interessen und noch weniger um eine Agitation zu dem Zwecke handle, Gegensätze zwischen Stadt und Land hervorzurufen und zu fördern. In diesem Sinne überreichte er eine Resolution, welche der Vorsitzende zur Debatte stellte und wie folgt verlas: 1) Die vorgeschlagenen Eingangszölle auf Getreide, Vieh und Fleisch vertheuern den Preis der nothwendigsten Lebensbedürfnisse, erschweren dadurch einseitig die Lebensbedingungen der städtischen Bevölkerung, verhindern die Entwicklung des Verbrauchs in der Richtung auf nahrhafte Kost und zwingen die Bevölkerung zum Zurückgehen auf minder zuträgliche Nahrungsmittel; 2) durch schlechtere Ernährung vermindern ste die Leistungsfähigkeit der Arbeitskraft in den Mittelpunkten des Gewerb- fleißes, hemmen die Entfaltung der Industrie und lähmen ihre bisher siegreich bewährte Kraft im Wettkampf mit anderen Nationen, welche der Arbeitskraft nicht gleiche Erschwerung bereiten; 3) ste beeinträchtigen die Entwicklung der Handelsthätigkeit unserer Sätdte, welchen durch ihre geographische Lage ihre Aufgabe zugefallen ist, zwischen der Landwirthschast Deutschlands und den europäischen Binnenländern einerseits und dem Weltmarkt andererseits die Vermittelung zu übernehmen, und erschweren dadurch nicht nur die vortheilhafteste Verwerthung unserer ländlichen Erzeugnisse, sondern stellen in Zeiten der Theurung die Regelmäßigkeit der Versorgung der großen Herde der Bevölkerung mit den nothwendigen Nahrungsmitteln in Frage; 4) sie hemmen die Entwicklung des Verbrauchs in der Richtung auf Verfeinerung der Brod- und Vermehrung der Fleischkost und schmälern damit der Landwirthschast den heimischen Markt gerade für diejenigen Erzeugnisse, auf deren reichlicherer Hervorbringung ihre Zukunft beruht; 5) indem sie so die Städte in ihrer materiellen Entwicklung schwer beeinträchttgen und an der Erfüllung ihrer Cutturaufgabe hindern, schaffen ste künstlich einen Gegensatz der Interessen zwischen Stadt und Land, welcher durch die Umgestaltungen des letzten Menschenalter« überwunden schien und zum Heile des ganzen Vaterlandes nie wieder aufleben sollte. Oberbürgermeister Moll (Mannheim) begründete vorstehende Resolution. Oberbürgermeister Hache (Essen) erklärte nicht für die Resolution stimmen zu können. Die Stadt Esten habe ihre Betheiligung an der Versammlung einfach ablehnen können, aber vorgezogen, hier zu erklären, daß keineswegs alle Städte gegen die Getreidezölle protestirm. Hache begründet eingehend sein abweichendes Votum. Oberbürgermeister Bollmann (Bochum), Bürgen meister Grieben (Witte) schließen sich der Erklärung Hache'« an. Wolff (Stettin), Hampspohn (Köln) sprechen gegen die Ausführungen der biffentirenben Vorredner gegen die Getreide und Viehzölle und für die Resolution. Reichs- tag«abgcorbneter Härle al« Vertreter Heilbronns, sowie gewendet befahl er diesem: „Lang' mal von oben das dunkelgraue Tuch herunter, Salomvnche, und zeig es der Madam."
Das Zeug gefiel, der Handel war bald geschlossen und die Frau griff nach ihrem Pompadour, um den bedungenen Preis zu bezahlen. Der Inhalt schien kaum dazu hinzureichen und bestand hauptsächlich in Groschen, deren 42 auf einen Thaler gingen, und Sechsern oder halben Groschen. Die Frau war sichtlich erfreut, als sie nach langem Zählen und Suchen fand, daß sie nicht nur das Zeug bezahlen konnte, sondern auch noch einige Groschen übrig behielt.
Herr Wagner hatte den ganzen Handel mit Aufmerksamkeit und Theilname verfolgt, bei dem Namen Leßbie aber murmelte er vor sich „Leßbie, Leßbie, ah!"
Ms die Frau sich empfehlen wollte trat er auf sie mit der Frage zu: „Ist nicht Ihr Gatte im Jahre 1795 von hier nach Polen gegangen? Ist dies der Fall so kenne ich ihn." Die Frau bejahet- diese Frage und Wagner fuhr fort : „Jetzt erinnere ich mich auch, daß Ihr Gatte ein Altmärker ist; ich habe damals mit ihm, seinem hier lebenden Bruder und mehreren anderen jungen ßeuten, — wir waren alle noch lebigen Stande« — viele heitere Abende und auch manche Nächte verlebt. Ihr Gatte war ein fideles Haus und riß uns Anderen mit fort. ES war kein Halten. Das luftige Leben hätte vielleicht noch lange gedauert, wenn Ihr Gatte nicht so bestimmten Befehl erhallen hätte, seine Stelle anzutreten. Settdem sind trübe Zeiten eingetreten und Sie werden auch ein Liedchen davon singen können."
Der Frau strömtm die Thränen von den Wangen, als sie Herrn Wagner erwiderte: „Leider sind wir nur zu sehr heimgesucht worden von dem Schicksal. Mein
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