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Kr. 116

XIV Jahrgang

Marburg, Sonntag, 18. Mai 1879

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dort niedergekauert, um in einem Schachtcldeckel ganz

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Von den durch den Berliner Magistrat zum Städte- ig eingeladenen Städten hatten bis gestern früh 65 Städte k Einladung angenommen.

Hl wachsen, und 3) bei Vertheilung dieser Prägung auf die d azelnen Münzstätten die in dem Bundesrathsbeschlusie

Meldung derPolit. Corresp." aus Konstantinopel m 16. d. Mts.: Trotz großbulgarischer Umtriebe darf leko Pascha VogorideS auf glänzende Aufnahme seitens l Bevölkerung Ostrumeliens rechnen. General Obrut-

h Z« schwerer Zeit!

Eine Berliner Geschichte aus den Jahren 18111816 von Joh. Beyssel.

S (Fortsetzung.)

An der Ecke der Stechbahn zeigte sich ein neue« Bild 8 Jammers den Augen unseres Bekannten. Ein kleines iädchen in einem dünnen Kleidchen, die Arme bloß, hatte

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scheff setzt seine Rundreise in Ostrumelien behufs Befchwich-

Xoge-bericht. . ,

Dem Vernehmen nach wird bk kirchliche Feier der goldenen Hochzeit des kaiserlichen Paares in der Schloß- grelle stattsinden und Hofprediger Dr. Kögel den Akt der iasegnung vollziehen.

mit hier gehabt habe, steigt heut Mittag auf den Nuß­baum auf der Bleiche, um sich ein paar Nüsfe, die er dort noch bemertt, zu holen. Er verliert, als er nach einer Nuß langt, den Halt und stürzt von Zacken zu Zacken, bis er, noch glücklich genug, am Körper einige Schrammen abgerechnet, unten auf dem durch den Regen weich gewordenm Boden anlangt.. Heulend und weinend kommt er in die Wohnung gestülpt in einer Verfassung, die theils spaßhaft, theils sehr ernst für unsere Verhältnisse ist. Ein Bein ist noch von den Hosen bedeckt, da« andere Bein nackt, denn die eine Hälfte der Hosen ist zerfetzt auf den verschiedenen Zacken hängen geblieben. Leider waren e« augenblicklich die einzigen Hosen, die Ferdinand hatte und so blieb mir nichts übrig, als ihn inS Bett zu bringen und hierher zu gehen, um Zeug zu neuen Hosen zu kaufen. Ein Glück, daß mein Mann heute den Rest deS Gehalts für diesen Monat erhallen hat, ich kann so doch Zeug kaufen und will mich gleich beisetzen, damtt der Bengel wieder aus seinem Bett erlöst und morgen in die Schule geschickt werden kann."

Sehr schön, Frau Registrator'«", sagte Levy,daß wieder gekommen sind zu mir, wmngleich ich wünschte, daß Sie gekommen wären au« einer anderen Veranlassung, Aber haben Sie bedacht Frau Registrator'n, ob Sie machen können die Hosen selbst ohne Hülfe?"

Ich habe ein Hosenmuster" erwiderte die Frau, defsen- ungeachtet wäre mir dir Hülfe eine« Schneider« sehr er­wünscht. Aber wa« soll ich machen? Die Hosen müssen morgen früh fettig fein und ich habefügte sie leise hinzu, nicht die Mittel, einen Schneider zu bezahlen."

(Fortsetzung folgt.)

tot 19. Februar 1877 Punkt 3 bestimmten Procentsätze jj i Grunde gelegt werden. Im weiteren hat der Bundes- " Ith beschlossen, daß vorläufig nur 50-Mark-Scheine au- ifettigeu seien, bis der Umlauf von 5-Mark-Scheinen auf fl Betrag von 50 Millionen Mark und der von 20-Mark» cheinen auf den Betrag von 40 Millionen Mark redzi-

AlS Vertreter der Berliner Stadtverordnetenversamm- ng nehmen an den Berathungen des Städtetages Theil i ' adtverordneten Straßmann, WulfShein, Kochhann, Mmermann, LangerthanS, Löwe, Stryck, Moses, Lieber- _ Mm und Mamroth.

angebracht war, woraus wir ersehen, daß wir bei der Schnittwaarenhandlung von Joseph Levy angelangt sind. Im Innern des Ladens sehen wir außer Schnittwaaren im heutigen Sinn auch Leinwand und Kleider-Tuche. Ein Mann in der Mitte des Lebens blätterte nachdenklich in seinem HandlungSbuch, als Wagner eintrat. Als er diesen erblickte, nahm er rasch sein Käpsel von feurem Kopf mit den nicht uninteressanten ottentalischen Zügen.

Ah! bester, geehrter Herr Wagner, sein Sie mir willkommen in meinem Hause, habe lange nicht gehabt das Glück, Sie zu sehen bei mir. Wollen wohl sehen nach ihrem Guthaben."

Diese« weniger, mein bester Levy," antwottete Wagner dem Juden die Hand reichend,ich hätte zwar gern, daß Sie die Posten recht bald bezahlten, denn daS Gell» ist knapp, aber es fühtt mich Anderes her."

DaS ist wieder ein freundliches Wott, geehtter Herr wie Sie schon manches mir gesagt haben, war ich doch schon bekümmert sehr um meine Schuld in dieser schlechten Zett, wo einkommt so wenig und verlangt wird so viel von Einem von allen Seiten. Aber sagen Sie mir schnell, womit kann ich dienen Ihnen?"

Wagner wollte antworten, als die Thür sich öffnete und eine Frau in sehr schlichter Kleidung eintrat. Sie mochte dreißig bis einunddreißig Jahre zählen, war noch recht fttsch, aber der Ausdruck des Gesicht« war em trüber. Schon aus den ersten Motten, mit welchen sie sich nach Tuch zu einem Knabenhöschen erkundigte, war zu erkennen, daß sie den besseren Ständen angehötte.

Denken Sie sich einmal, Herr Levy", bemerkte sie nach den ersten Fragen,wie es mir gegangen ist. Mein Ferdinand, Sk kennen ja den Knicken, den ich paar mal

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Verhandlungen. Schulvorsteher Stöckel refettrte über die vom CenttalverwaltungSauSschuß für 1878 gelegte Rech­nung. Dir Zahl der Mitglieder beträgt 830, das Ber- ittögen der Anstalt beläuft sich auf 479,370 M., wovon 351,520 M. auf die Pensionsfond« und 127,849 M. auf den Hilfsfonds entfallen. Zur Unterstützung von Mitgliedern in außerordentlichen Fällen wurde dem Centralverwal- tungsauSfchuß für 1879 der Betrag von 5000 M. zur Verfügung gestellt. Ministettaldirector Greiff berichtet über weitere Veranstaltungen, die zur Förderung des HttfSfond« in Aussicht genommen sind. Im Hinblick auf die Ftter der goldenen Hochzttt des Kaiserpaares beschloß das Kura- totium, nachdem die Kronprinzessin zuvor als Protektottn der Anstatt ihr Einverständniß kundgegeben hat, durch Sammlungen im Krttse der Lehrettollegien und Schülettnnen der Mädchenschulen Deutschlands zum Besten der Anstalt, welche für ihre'Mitglieder den Zweck der AlterSverforgung verfolgt, dem Kaiserpaar ein Zeichen der innigen Verehrung darzubttngm. Durch Cooptatton wurden in das Kuratottum gewählt Frau Minister Friedenthal, Minister May­bach, Frau LucanuS und Frau v. Wulffen. Mit Be­zugnahme auf die Bekanntmachung vom 11. October 1869 bringt der Finanzminister unter dem 8. Mai d. I. zur Kenntmß, daß der Steuerrezeptnr Bittenfeld im Haupt- amtsbezitt Bittenfeld die Befugniß zur Abfertigung de« mit dem Anspruch auf Brausteuervergütung ausgehenden Bieres beigelegt ist.

Breslau, 15. Mai. Die Beschickung des Berliner Städtetages Seitens des Breslauer Magistrats wurde in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten - Versammlung Gegenstand einer Interpellation, welche Seitens des Ober­bürgermeisters Fttedensburg dahin beantwortet wurde, daß der Magistrat prinzipielle Bedenken gegen eine Theilnahme an dieser Versammlung habe. Er erachte es nicht für an­gezeigt, daß cm demselben Ott und zur selben Zeit, wo bk berufenen Volksvertreter die Gesetzesvorlagen im allge- mrintn Interesse berathen, bicfe selben Vorlagen ber Gegen­stand der Besprechung einer Korporation im Sonderinteresse ber städtischen Gemeinden werde, umsoweniger, als es sich bei dem Berliner Städtetag nicht um die Vettrttung allge­meiner städtischer Jntcreffen handeln, sondern nur um die größeren städtischen Gemeinden, wie dies schon ans ber Thatsache hervorgeht, daß nur die Magisträte von Städten über 10,000 Einwohnern Einladungen erhalten. Voraus­sichtlich wird also Breslau auf dem Berliner Städtetag nicht vertreten fein. Eine definitive Beschlußfassung über die Frage findet Setten« de« Magfftrat« erst morgen statt, da das Einladungsschrttben des Berliner Magistrats erst heute hier ««gegangen.

Düffeldorf, 14. Mai. Auf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten stand, wie man ber Elberf. Ztg." von hier mitcheilt, u. a. auch das Schreiben

taeigen nimmt entgegen: , ^Expedition b.Blatte«, L d.Annoucen'Bureaur

8g Tb. Dietrich & Co. tn

rf und Hannover; Th.

ich in Frankfutt a.M.;

enstein & Bögler in ^,_rt a M., Berlin, 'innig, 661 n k.; Rudolf

e in Berlin, Frank'

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJInftrtrteS Lanutagödlatt" durch die Expedition (Ä o ch'sche Buchdruckerri) bezogen Mark, durch die Postfimter deS Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr). JnsertionSgebahr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertbeilenbe Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

AnMgen nimmt entgegen die Expedition d Blatte« sowied Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buckbandl. a daselbst; Jnvalidendank in y Berlin; W. Thienes in

Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-

AftloS von Watte und GypS gearbeitete Schäfchen feil Q t bieten. Es> war naßkalt und das Kind fror offenbar l hohem Grade, denn Gesicht und Aermchen waren grau V blau. Herr Wagner griff wieder in die Tasche und

Als Btttrag zur Frage der Getrttdezölle wird uüs ton sehr achtbarer Seite aus eem Königreich Sachsen ge- hrieben, russische Geschäftsleute hätten in Leipzig erklärt, it machten sich au« 25, 50, ja 75 Pfg. Zoll pro Gentner etrcibe gar nichts; sie würden einfach das Getreide um und billiger verkaufen, als der Zoll betrüge. Selbst ien Zoll von 1 Mark pro Gentner würden sie wohl zu inben vermögen. --------

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Hinsichtlich ber Ausprägung von Goldmünzen lautet I Beschluß des Bundesraths dahin, daß 1) btt den sten für Rechnung der Reichsbank stattfinbenden Gold­prägungen bis zur Höhe von 50 Millionen Mark er Vertheilung auf sämmtliche deutsche Mänzstätten Ausschluß von Dvppelkronen nur Kronen ausgeprägt die hierdurch entstandenen Mehrkosten auf die Reichs- e übernommen werden. 2) Zu den Mehrkosten außer erhöhten Prägegebühren auch die Versendungskosten zn chnen seien, welche in Folge der Vertheilung ber vor- chend genehmigten Prägung auf sämmtliche Münzstätten

fcgte das Kind:

^Wie viel kosten die Schäfchen."

-Da« Stück kostet einen Dreier" war bk Antwort. Wieviel hast Du noch."

kNoch eils, kaufen Sie sie mir Alle ab, bester Herr." Da« war längst Wagners Wille gewesen, er gab bem Ittbe brei Groschen und ermahnte basselbe, sofort nach HauS 1 eilen unb sich von ber Mutter eine warme Tasse Milch btt Warmbier geben zu lasten, bk gekaufte Waare aber ttheilte er an die in der Nähe sich aufhaltenden anderen

j Deutsches^'Reich.

** Berlin, 16. Mai. DieNat.-Ztg." hat in diesen Tagen ausgefühtt und Abg. Bamberger hat es im Reichs­tag wiederholt, die Erfolge bti Schutzzolls würden aller­dings sichtbar fein, während man nicht sehen könne, was ber Frtthanbel bei feiner Herrschaft schaffe unb was bei seiner Beseitigung verloren gehe. Wer auch mit bem Tech­nischen ber Zollpolitik nicht vertraut ist, wirb biese Be­merkung doch sonderbar finden. Darüber scheint doch kein Zweifel, daß e« in der Gewerbepolitik auf sichtbare Erfolge, aber nicht auf unsichtbare Wchlthaten ober auch Schäden ankommen kann. DaS Regulattv zur Ausführung des Gesetzes über ben höhere« Verwaltungsdienst wird jetzt unverweilt veröffentlicht werben. In Betreff ber Zeitttn- theilung beS Vorbereitungsdienstes ist in Aussicht genommen, baß berfelbe mit einer mindestens 15monattichen Beschäf­tigung ber Referenbare bei einer Regierung der Landdrostei ober ber Finanzbirektion zu Hannover zu beginnen hat. Nach 36 Monaten ist der Referendar bei einem Land­rath der Amtshauptmann unb womöglich bet dem Vorstand einer Stadtgemeinbe minbeften« 9 Monate lang zu be­schäftigen. Mit bem Vorbereitungsdienst bei ber Regierung ober Lanbbrostei soll bie Beschäftigung bet einem Bezirks- verwaltungsgettcht während minbeften« 3 Monate verbunden werben unb zu bem Ziele führen, daß ber Referendar au« schwierigen Proceßakten eine genügende Proberelation liefert. Behufs Ausbildung in der Domänenverwaltung ist der Referendar bei der Finanzverwaltung einer Regierung oder der Finanzdirektton in Hannover mindestens 3 Monate zu beschäftigen. Der Präses ber Generalordenskommission, General ber Infanterie Frhr. v. Loen, hat ben erbetenen Abschitb unter Ernennung zum General - Adjutanten de» Kaisers erhalten. Generalmajor v. Kessel, bisher Komman- birenber ber 5. Division, ist zu seinem Nachfolger ernannt. DieKreuz-Ztgi" macht in Bezug auf ben Nachfolger bes verstorbenen Direktors der Staatsschulbenverwaltung Mittheilungen, bie in Betreff ber Namen unrichtige An­gaben mittheilen, richtig ist aber bk Notiz, daß über bie Besetzung überhaupt noch nicht befinittv entschieben ist. Zum Nachfolger des HofprebigerS Heym als Geistlicher in ber FttebenSkirche zu Potsdam ist Pastor Windel, der in der Berliner Charits 12 Jahre lang gewirkt hat, berufen worden. Das Guratorinm der allgemeinen deutschen Pensionsanstalt für Lehrerinnen und Erziehettnnen hielt seine statutenmäßige Jahressitzung am 4. Mai im Sitzungs­saale deS Kultusministeriums ab. Nachdem die Gemahlin deS Ministers Dr Falk als Vorsitzende die Versammlung begrüßt hatte, übernahm Prof. Helgut die Leitung der

Wir wollen Herrn Wagner noch weiter folgen. Rach­er bei Josty in ber Slechbahn eine Taffe Ehokolabe (Unken, schtttt et bem Lustgarten zu, ber mit seiner e hoher Pappeln, bie ihres Blätterschmucks schon be- t waren, wenig Aehnlichkeil mit einem Lustgarten hatte, gner, eilte, um bie Richtung nach bet FttebrichSbrücke * nehmen. In ber neuen FttedrichSstraße trat er in 1(Rin unscheinbaren Laden, über dessen Thur ein Schild