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«Marburg, Donnerstag, 15. Mai 1879

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Tagesbericht.

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t. Mo die Commissionen für das Tabak- und Brausteuer- e sn> 3n die Tarifcommission kommen 5 Deutschconser- v Eve, 4 von der Reichspartei (v. Varnbülrr, v. Bötticher,

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Mardorfs und Dr. Lucius, vier Schutzzöllner), je 8 vom

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4l *8Weile; ich segne deßhalb inSgcheim die tollen Streiche, 7i Folgen Dich hierherführen.

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stellt. wie schließlich die einzelnen Fraktionen bei der Ge- svnmtabstimmung über den Zolltarif sich stellen werden. Die Herren berechnen bei einem vollzähligen Hause 280 Stimmen für, und 117 Stimmen gegen den Tarif; die ajorität würde sich zusammensetzrn aus den Deutsch- nservativen und der Reichspartei bis auf die bekannten Freihändler, dem Centrum bis auf die hannoverschen Wanten, den Elsaß - Lochringern, einigen Wilden, wie «g«, Löw«, und ungefähr 30 Nationalliberalen. (Es rften dieser doch noch mehr werden), die Minorität aus efähr 60 Nationalliberalen, der Fortschrittspartei, einigen gliede« der konservativen Gruppen und des Centrums, Polen trnb einigen Wilden, wie Forckenbeck und Souue- n. Heber die Endabstimmung der Socialdemokraten sich Positives heute nicht sagen. Die Berechnung wird in freihändlerischen Kreisen für keine sanguinische ge- en. Allerdings wird für Viele die Schlußentscheidung n abhängen, ob der Zoll für den Centner Roggen, Vorlage entsprechend, mit 25 Pf. nvrmirt, oder ob der 'ündigte Antrag der Agrarier, den Zoll auf 50 Pf. . setzen, von der Majorität angenommen werden wird.

Conservaüven glauben an die Annahme von 50 Pf., «bem sie auf die Unterstützung des Centrums rechnen. ir Tarifcommission wird am Mittwoch gewählt werden,

Staffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Bögler in

Frankfurt a M., Berlin, «ip»ig, Mn ic.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank- fxrt a. M. ic.

Hebet die Stimmenverhältnisse des Reichstages bezüg- A der Zollvorlagen werden in derFranks. Ztg." folgende " " . ..Hervorragende Schutzzöllner des

Centrum und den Nationalliberalen und 3 vom Fortschritt (vr. Karsten, Loewe-Berlin und der von der Fraktion concedirte Abg. Sonnemann). Die Commission wird also aus 17 Mitgliedern der Conservaüven und Centrum und 11 Mitgliedern der Naüonalliberalen und des Fortschritts bestehen."

In Rußland soll man jetzt die Hauptangaben über die nihilistische Organisation in Händen haben und es soll nunmehr eine energische Thätigkeit gegen die Revolution beginnen. Man soll noch zweifelhaft sein, ob die Verbrecher im äußersten Osten des Reiches auf der Insel Sacchalin im östlichen Ocean oder aber im äußersten Westen in dm Ostseeprovinzen zu ihrer Heilung (!) nnterzubringen sind. Der bekannte Bakunisttsche Schriftsteller Iwan Tnrgenjeff, der augenblicklich in Paris weilt, hat an den Solell" folgende Zuschrift gerichtet:Mein Herr! Ich bitte Sie, eine aus den deutschen Blättern in denSolell" übergegengene Nachricht gefälligst zu demenüreu. Ich bin au« Rußland weder exllirt, noch verbannt und hoffe, daß mir das auch in der Folge nicht widerfahren wird." In deutschen Blättern hieß es:die russische Regierung hätte an ihn die Bitte gerichtet, seinen Aufenthalt im Auslande zu nehmen."

DiePolit. Corresp." meldet aus Petersburg: Der KriegsdampferKonstanttn" holt die bulgarische Thron- deputaüon in Varna ab. Der Prinz von Battenberg em­pfängt die Deputation zuerst in preußischer Lieutenantr- Uniform und wird derselben bei dem daraus folgenden Dejeuner in russischer Generalsuniform mit der bulgarischen Mütze bedeckt durch den Kaiser von Rußland vorgestellt. Der neue Fürst reist am 18. d. M. nach Wien und tritt von dott eine Rundreise nach Berlin, Paris, London und Rom an, geht von Rom zur Investitur nach Konstan­tinopel und betritt in Varna den Boden Bulgarien«. Hieraus leistet der Fürst in Tirnowa den Eid und nimmt tu Sofia seine bleibende Residenz.

Deutsches »eich.

. ** der»«, 13. Mai. Die Nationalztg. bemerkt,

daß für die wtrthschastlicheu Vorlagen zwar eine Mehrheit vorhanden sei, aber dieselbe fei nicht siegesfreudig und werd« noch mancherlei innere Kämpfe haben. Letztere- ist zwar möglich, immerhin ist es von großer Bedeutung, daß schon nach der ersten Lesung auf eine Mehrheit für die Vorlagen gerechnet werden kann. Was die Siegesfreudigkeit betrifft, so kann sie doch nicht geringer fein als bei den Mehr­heiten für wichtige und grundlegende Gesetze, welche erst in der dritten Lesung sich mühsam zusammenfanden. Em hiesiges Blatt meldet, daß am 10. Mai bei allen

id, 66.

Die Nationalliberalen bestimmten in ihrer heutigen actionssitznng zu Delegirten für die Zolltarif-Commission ks Reichstages die Abgg. Bamberger, v. Benda, v. Ben­zen, Delbrück, Hammacher, Oechelhäuser, Rickert und . Schau«. Mithin haben jetzt alle Fractionen, außer der Mitschconservativen, ihre Delegirten für die Achtnndzwan- Mr-Commission bestimmt.

80! Abrechnungen angestellt:Vuvuuuöciiuc öu?u^vuner ore erd ^ich^tag« haben eine genaue Berechnung darüber aufge-

Der Weiße Bär.

>Em reicher Russe langweilte sich auf seinen Gütern. M wollte er sich lieber zu Hause langweilen, als sich toerswo amüsiren; denn es gab keinen andern Ort, an Lti' ! * er nach seinem Belieben so frei schatten und walten d < *ste, nirgends fand er die Küche so gut, das Obst so i Mackhaft und die Sahne so frisch, al« in seinem eigenen Mse. Der Mann liebte aber Nichts so sehr, als eine «e Geschichte, und seine einzige Zerstreuung bestand darin, p * von Jedermann Anekdoten erzählen zu lassen.

- Eines Tages, als er sich mehr als gewöhnlich lang= ioj Rite, erhielt er den Besuch seines Neffm, eines jungen j «plomaten mit den besten Hoffnungen. Der junge Mann, - * * sich bei feinem Onkel nur blicken ließ, wenn fein Geld ' - ^die Neige ging, wat heute von außerordentlicher Zu- [ 58 tokommenhett.

1Nun, was verlangst Du heute von mir? fragte 1 ll OhW beim Thee, während sie sich die Cigarren

Aber lieber Onkel! rief der Neffe gekränkt au«.

- Du brauchst Dich nicht aufzuregm. Ich bin immer 1 T. we n ich Besuch bekomme, Du vertreibst mir die

Gegenüber den fenfationdlen Mittheilungen österrei­chischer und Frankfurter Blätter, welche von angebliche» agm Serhandlungen des Fürsten Bismarck und Windthorst's * reit« ganz genau die Grundlage angeben, worauf der Khrer des Centrums abzuschließen bereit wäre, schreibt Nordd. Allg. Ztg.", das ganze Gewebe wüster Kon- jectur erledige sich dadurch, daß solche Verhandlungen weder führt, noch in irgend einer Weise in Aussicht genommen

Behörden eine Revision des Inventars vorgenommen sei, wie sie alljährlich stattfinde. Hier scheint ein erhebliches Mißverständlich vorzuliegen, der 10. Mai ist allerdings ein wichtiger Tag, weil an demselben ein Finanzabschluß für atte Fonds stattfindet. Gestern Nachmittag traten die Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Justiz­wesen zu einer Sitzung zusammen, um über den Gesetz­entwurf betreffend die provisorische Erhebung von Zöllen zu berachen. Heber die Ausarbeitung eines Rechövieh- seuchengesetzes hören wir, daß die damit beauftragte Com­mission vom 1. bi« 5. Mai Sitzungen abgehalten hat und einige Aendemngen an dem ihr vorgelegten Entwurf vorge­nommen hat, in Betreff welcher zur Zeit Erwägungen stattfinden, inwieweit sie, bevor der Entwurf dem Bundes- rach zugeht, definitiv beizubehalten sind. Die Nachricht, daß der besondere Bundesrathsausschuß für Ausarbeitung eine« Gesetzentwurfs zur Regelung des Gütertarifswesens heute seine Sitzungen begonnen habe, ist falsch. Die Be- rathung hat, wie wir bereits gemeldet, ihren Anfang am 9. Mai genommen, die Commission hat sich nur für 2 Tage mit Rücksicht auf die Plenarsitzungen de« Reichstags vertagt. Unter Aufhebung aller entgegenstehenden Be­stimmungen, insbesondere der Ausführungsbestimmung vom 4. Juli 1874, zu dem Gesetz vom 30. Juni desselben Jahres betreffend die Bewilligung der Wohnungsgeldzuschüsie au Offiziere und Aerzte de« Reichsheere« werden durch Verfügung de« Kriegsminister« vom 1. Mai d. I. in Be­treff des Bezug« de« Wohnungsgeldzuschusses bei Comman- dos neuere Bestimmungen erlassen. Ferner wird zur Be- fettigmig von Zweifeln auSgesührt, daß den Offizieren, welche au« dem Beurlaubtenstand in den Friedensstand übergehen, nach § 6 der Allerhöchsten Cabinetsordre vom 23. Mai 1878 für die Reise zum Alttritt des Dienstes die Reisekosten und Tagegelder ohne weiteres zustehen.

Witte» «. -. R., 11. Mai. Der hiesigeVerein selbstständiger Handwerksmeister", welcher die Neubelegung der Innungen in die Hand genommen hat, beschloß in seiner letzten Sitzung, das Osnabrücker (Miquel'sche) Statut mit einigen nicht prinzipiellen Abänderungen zu accep- tirm und einer allgemeinen Handwerkerversammlung zur Genehmigung vorzulegen.

Siegen, 9. Mai. Die HaubergS-Jnteressenten des Siegerlandes haben derW. Z." zufolge eine mit 1534 Hnterschriften bedeckte Petition an den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg, Staatsminister a. D. Dr. Achen­bach, gesandt, in welcher sie unter Hinweis auf die Be­deutung der Haubergskultur ihren Landsmann und Abge­ordneten um Eintreten für einen Zoll auf Lohe bitten, durch welchen allein da« Gedeihen unserer Lederindustrie gesichert werden könne. Die Petmten betonen, datz, wenn auch Herr Dr. Achenbach unseren Kreis nicht im. Reichs- tage vertrete, seine genaue Kenntniß der heimathlichen Ver-

Wie Du! sagte der Onkel. Aber fahre fort, Deine Geschichte gefällt mir.

Dieser Onkel war sehr reich, aber noch niemals hatte der Neffe ein Geschenk von ihm erhatten, ausgenom­men einen Becher und ein Besteck, das er am Tage seines Eintrittes in dieses Jammerthal von ihm erhielt. In fünfundzwanzig Jahren war das wenig, und unser Neffe sann fortwährend auf Mittel, wie er etwas von dem Onkel erlangen konnte. Er schickte ihm Wild, Cigarren, die Revue des deux Mondes, der Onkel das eine, rauchte da« andere, schnitt die britte auf, dankte, aber er gab Nichts. Der Neffe ließ mit seinen Sendungen nach und wartete auf eine Erklärung . . . Verlorene Mühe! Der Onkel schien es nicht einmal zu bewerten. Im Hebri­gen war er der liebenswürdigste, gutmüthigste Mensch, der eine leckere Tafel führte und feinen Neffen, wenn es nöthig gewesen wäre, das ganze Jahr beherbergt hätte; nur gab er ihm nicht einen rothen Heller. Doch hatte dieser Onkel eine» Fehler, einen sehr großen Fehler; er war . . . er war . . . wie soll ich es nur auSdrücken, ohne den Respekt gegen einen Onkel zu verletzen, er war ein wenig . . .

- Beschränkt? 8

Mehr als daS; er war . . .

Einfältig?

Mehr als das er war grenzenlos dumm. Seine Dummheit war auf dreißig Werst im Umfreifc be­kannt , und es gab wohl feinen Gutsbesitzer in der Nach­barschaft, der chm nicht irgend einen Streich gespielt hätte. Aber der gute Mann ärgerte sich über Nichts, denn er war so dumm, daß er niemals etwa« Arges darin fand. Durch die vielen unnützen Geschenke war der arme 'odjeün von Neffe in solche Bedrängniß gerathen, daß er

Anzeigen nimmt entgegen: bif®jqwbttion d. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene« in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen-

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-- ~~ Na, lieber Onkel, sagte unser Diplomat, indem er,

* utan zu sagen pflegt, den Stier bei de» Homer» faßte, $ bietet sich wieder eine gute Gelegenheit, der Vorsehung 1 danken.

enw Hl. 113 he.

144.

c . im eigen nimmt entgegen:

6 die Expedition d.vlatte», agk fflgie d.Annoncen-Bureaux [131 ron Th. Dietrich & So. in

7- Nun, fragte der Onkel, indem er die Ohren spitzte, iel brauchst Du berat?

Fünftausend Rubel, lieber Onkel... bester Onkel..,

Fünftausend Rubel! rief der Onkel erschreckt. Da« vorletzte Mal waren es fünfhundert Rubel das letzte Mal tausend ich finde die Steigerung zu schnell. Du kannst nach Hause zurückkehrm; ich will mich lieber weiter langweilen . . .

Mein theurer Onkel ... ich werde das nächste Mal gratis kommen .... und bleibe bann eine ganze Woche hier! . . . Der Neffe nahm bef biesen Worten eine so komische Miene an, baß ber Onkel sich be« Lachen« nicht erwehren konnte. Der junge Diplomat benutzte biesen Borcheil unb fing von Neuem an:

®ieb mir fünftausend Rübel, lieber Onkel, unb ich will Dir eine Geschichte erzählen, wie Du sie noch nie ge­hört hast unb auch nie mehr hören wirst.

Eine Geschichte sagst Du? . . . Hm, Deine Ge­schichte möchte ich wohl hörm, ist sie aber schlecht, so be- kommst Du Nicht«.

Einverstanbm, Onkel; baraufhin kannst Du schon im Voraus bejahen. Der Onkel ging an seinen Schreib-

«ahm ein Packet Banknoten heran« unb legte sie vor sich auf ben Tisch.

Hier ist bas Gelb, sagte er unb schlug dabei mit dem Theelöffel seinem Neffen auf die Hand, da derselbe eiligst damach greifen wollte. Ist Deine Geschichte gut, so erhälst Du es, ist sie schlecht, so behalte ich e«. Be- ginne! Der Neffe stieß einen Seutzer au«, streckte sich in einen Sessel und fing an:

E« war einmal ein Onkel, an aurgezeichneter Mann, nur war er etwas geizig, wie Du einen Neffen hatte, liebenswürdig wie ich . . wenig durchtrieben

. . der,

. nur ein