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fllatöurg, Sonntag, 11, Mai 1879

XIV Jahrgang

(Olirrlirffifdir Jritniig

W Zürich in Frankfurt a.M.; Iyfenftein & Bögler in ** mtfutt a M., Berlin,

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Was veranlaßt Dich, so zu reden?

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dern der Rechten zu sein pflegte. Auch Herr v. Bennigsen erkannte jetzt die Nothlage des landwirthschastlichen Ge­werbes an, auch Herr v. Bennigsen gestand die Steuer« Ueberbürdung des Grundbesitzes zu, indem er legislatorische Aenderungen zur Milderung dieses Mißverhältnisses ver­langte, berührte er außerdem noch die Frage des bäuer- ltchen Erbrechtes und trat für den Schutz desselben durch die Civilgesetzgcbung ein. In konservativen Ohren wird mit diesen Worten wahrlich nichts Neues wiederklingen. Daß aber diese alten konservativen Forderungen', wenn auch ohne Angabe ihrer Vaterschaft, durch den Mund des Abg. v. Bennigsen ausgesprochen wurden und ausgesprochen werden konnten, das bezeichnet einen erfreulichen Wende­punkt, an den steigende Hoffnungen des Erfolges sich

^Packte sie am Arme und suchte ihr Kotz ihre« hef- EträubenS einen Kuß zu rauben. Aber in dem- nugenblick warf ihn ein kräftiger Faustschlag taumelnd einen Baum und Connor stand, alle Vorsicht ver- 1 und nur daran denkend, das Mädchen zu beschützen, et; Der Hut war ihm in den Nacken gesunken und Wger Blick Anderson'« genügte, um seinen Gegner FHnen.

Dchurke Mörder I" zischte er und wollte eben die

ig, Cöln rc.; Rudolf in Berlin, Krank.

derson's Gesicht nahm bei diesen Ausdruck an.

Ich bin Euch von Herzen dankbar für Eure Freund­schaft, aber ich habe einen anderen Plan."

Die Rettung.

(Schluß.:

.Connor ist kein Verbrecher!" gab ihm Kathleen leiden-

So, nun wird er schon wieder zu sich kommen", sagte Aber Kathleen, erinnere Dich, wie ich zu diesem Messer kam; Du wirst es mir bezeugen müssen."

Staunmd sagte sie zu. Der junge Mann vervollstän­digte nochmals seine Verkleidung und beide gingen dann, ohne weiter Jemanden zu begegnen, nach dem Eisenwerke weiter. Hier rief Kathleen ihre Brüder bei Seite und ver­traute ihnen ihr Geheimniß an. Sie erklärtm sich freudig bereit, Eonnor zur weiteren Flucht behilflich zu sein und eilten ihm daö zu sagen, zu ihm in« Freie. Maurice Connor jedoch stand von seinem Sitze, einem umgefallenen Baumstamme auf, blickte Kit Bryan ruhig in's Gesicht und sprach:

Tagesbericht.

Ke. Maj. der Kaiser ist am Freitag Vormittag 9 Vs im besten Wohlsein von Wiesbaden in Berlin einge- und empfing den Besuch der Mitglieder der könig- Familie. Ihre Maj. die Kaiserin wird sich Montag Baden-Baden nach Koblenz begeben und am Dienstag

dort die Reise nach England anketen.

Der Reichskanzler legte dem BundeSrath einen Gesetz­es vor über provisorische Aenderungen des Zolltarifs, «ch auf Anordnung des Reichskanzlers Eingangszölle l bislang zollfreien Gegenständen, sowie beabsichtigte Zoll- mmgen mit Zustimmung des Bundesraths und Reichs- 6 vorläufig zu erheben sind. Der Reichstag soll even- für seine Zustimmung nur einer einmaligen Berathnng Abstimmung bedürfen. Die Anordnung des Reichs- ßerS tritt sofort in Kraft und erlischt je nach Beschluß Reichstages über den Tarif; spätestens mit dem fünf« tat Tage nach Schluß der Session.

So laß ihn unS wissen, Maurice."

Kit, so wahr ich lebe, Parker's Mörder heißt An­derson!"

Connor!"

Ermordet wurde er das ist bewiesen; und nicht durch mich, das weiß ich. Also, wer hat'« gethan?"

Du weißt, Maurice, daß auf Niemand außer Dir Verdacht fiel. Die Indizienbeweise, wie sie nennen, waren zu stark gegen Dich. Aber wir habm immer ge­glaubt, Anderson schwöre falsch, als er mit seinem Heua- niß gegm Dich auftrat."

Ja, so ist'S!" rief Cannor.Er haßte mich, denn Ihr wißt, daß ich einen Streit mit ihm hatte, und mit Parker auch. Wahr ist, daß ich gedroht habe, Parker zu erschießen, al« er meine Schwester beleidigte. Wahr ist, daß ich mein Gewehr am Abend der That putzte und lud und die Schlucht hinauf ging, wohin Parker, wie es scheint, vor mir gegangen war, und wo dann in der Nacht seine Leiche gefunden wurde. Wahr ist auch, daß ich spät nach Hause kam, zerschunden und mit Blut an meinen Kleidern, und in meine Hütte ging, ohne zu Jemanden zu sprechen. Aber so wahr ein Gott helfe! Ich habe Parker an dem Abende gar nicht gesehen, und das Blut und die Schrammen kamen daher, weil ich die Felsen hinunterrutschte, als ich dm Hirsch verfolgte, den ich angeschossen hatte. Und nun jagt mir: haben John Martin und ich nicht zugehört, wie Parker dem Anderson vorwarf, daß er seine Prinzipale betrüge und ihn anzuzeigen drohte, wenn er nicht mit ihm Heile? War Anderson nicht nach seiner eigenen Aussage in der Nähe, als er einen Hilferuf und bann einen Schuß gehört habm will! Und bann, was die Hauptsache ist, seht her! Kathleen kann mir bezeugen, wo ich dies Messer

Deutsches Reich.

Berlin, 9. Mai. Wohl selten ist bei einer par­lamentarischen Berathnng von der Opposition mit gleicher Zuversicht nur das Verdienst und die Bedeutung der eignen Redner anerkannt, da« Gewicht aller Redner von der en« deren Seite geringgeschätzt worden, wie bei der gegenwär­tigen großen Verhandlung. Man sollte denken, die Lor­beeren der Kämpfe feien ganz ausschließlich durch die Herren Bamberger, Richter und Lasker gepflückt worden, alles andere, was selbst von Männern wie Bennigsen und Löwe vorgebracht wordm, wird kaum der Erwähnung werth gehalten, von den Reden der eigmttichen Vertreter ber Regierung zu geschweigen. Dieser unglaublichen Ueber- schätzung gegenüber steht die unzweifelhafte Thatsache, daß gerade jene, angeblich so gewalttgen Reden wirkungslos verhallt sind, nicht einmal die Zuversicht der eigenen Par­teien ist durch sie gehoben worden, im Gegentheil HK sich die für die Regierung günstige Lage im Laufe ber Be- rathungen immer entliehener befestigt. So klingt behn aus ber oppositionellen Presse immer entschiedener da« Bewußtsein einer kotz aller Anstrengung verlorenen Sache hervor. Am meisten hat das Auftreten de« Herrn v. Bennigsen verstimmt, dafür werden ihm und den National- liberalen von der sortschritttichen Presse wiederum alle die Freundlichkeiten gesagt, welche die Fortschrittspresse auszu- schutten pflegt, wenn die nationalliberale Partei es wiederum einmal abgelehnt hat, in unbedingte Opposition zu treten Bon den Vertretern des Regierungsstandpunktes verbient eine auszeichnende Erwähnung bte Rede bes Hm. v. Varn- bAer. Theil« burch bie großen principiellen Gegensätze, welche in biesem Vorkage weniger behanbelt worben, theils burch das schwache Organ des Redner« ist der Eindruck seiner Ausführungen einstweilen beeinträchttgt worden. Doch werden dieselben noch au« dem stenographischen Bericht zur nachträglichen Geltung kommen. Der Redner zeigt, eine Herrschaft über die technische Seite der Frage, welche

gesammten politischen Lage hätte herbeiführen müssen, bringt heute kaum eine leise Bewegung hervor. Die Mehrheit scheint für die Vorschläge des Augenblick« zu fest gebildet, zu mächtige Jntereffen sind dafür engagirt, als daß sie irgend eine neue Perspective stutzig machen könnte." Das ist allerdings eine bittere Erfahrung für das liberale Blatt, daß all die Agitationen der liberalen Preffe gegen die landwirthschastlichen Zölle so wirkungslos verpufft sind, so daß außer den liberalen Parlamentariern und Literaten Niemand mehr in Schrecken und Krämpfe fällt, wenn die Landwirthschaft auf gleiche Stufe mit der Industrie gestellt werden soll.

Sehr anerkennend tautet ein Urtheil über Herrn von Bennigsen'« Rede, welche« ber Kreuzzeitung au« deutsch- konservativen Reichstagskreisen zugeht. Er heißt in dem Schreiben:Vom allgemeinen Standpunkt der Rechten aus muß vorweg anerkannt werden, daß ein unverkennbar sympathischer Zug den Grundton des Ganzen ausmachte ... Die Rede enthielt eine solche Fülle be­sonderer wirthschaftlicher und polittscher Anschauungen, daß diesen eine Stellungnahme von konserservativer Seite nochwendig begegnen muß. Das Anerkenntnis wie die Lage der Finanzen des Reiche« und der Einzel- staateu dringend die Erweiterung de« Gebietes der indirekten Besteuerung Seitens des Reiche« erfordere, die Bereitwil­ligkeit, auf Grund ber vorliegenden Entwürfe der Reichs- Regierung in allen Hauptrichtungen eine Abhülfe und Be­seitigung der bestehenden finanziellen Schwierigkeiten zu suchen diese Auffassung kann nicht ander«, als auf durchaus gleichartige, wenn nicht gar einfach übereinstim- menbe Bestrebungen im konservativen Lager stoßen Die Zurückhaltung gegenüber bem Entwürfe, ber auf eine höhere Besteuerung be« Bieres gerichtet ist, wird gleichfalls m den parlamentarischen Kreisen der Rechten vielfach ge- theilt. Und wenn die Sorge um diekonstitutionellen" Garantien vom Redner auf diesem finanziellen Gebiete akademischer Weise nicht ganz unterdrückt werden konnte, so war sie von seinem politischen Ausgangspunkte aus viel­leicht überhaupt kaum unberührt zu lassen, während die Form, um dieses liberale Schmerzenskind in einem Malz­bade zu kräftigen, auch für jetzt noch unausgesprochen blieb unb deßhalb einer Kritik nicht unterworfen werben kann Der Schwerpunkt in bem Rahmen des Ganzen lag aber in dem agrarischen Zuge, der in einem wesentlichen TheUe der Ausführungen hervorkat ein Ton, der von dieser Sette des Reichstages angeschlagen, neu wirken muß, um so mehr, wenn man erwägt, daß bi« vor Kurzem, wie rin anberer Redner ber Linken eben noch mit Recht be­merkte, Ausführungen zu Gunsten der Landwirthschaft zu machen oder überhaupt nur landwirthschaftliche Gegenstände zu berühren, das wenig dankbare Monopol von Mitglie- Stimme erheben, um die Gefährten zurückzurufen, als Connor blitzschnell einen zweiten Faustschlag nach ihm führte, ber ihn besinnungslos zu Boden skeckte.

Maurice, was habt Ihr gechan? Ihr habt ihn erschlagen! jammerte Kathleen.

Dieser beugte sich nieder und untersuchte den Meder- gesunkenm, ber mit bem Kopf im Niederstürzen aeaen einen Felsen angeschlagen hatte.

Nein er ist nicht tobt, aber biefe Wunde an der Schläfe müssen wir ihm verbinden. Dein Taschentuch, Kathleen oder halt! Nehmen wir lieber fein eigene» "

Hier griff er in Andersons Tasche und zog ein seidene« Tuch hervor, mit welchem gleichzeitig ein Messer herau«- stel- Als er letztere« eben wieder an seinen Platz thun wollte, warf er plötzlich einen verwunderten Blick darauf, betrachtete es genauer und steckte es schließlich in seine eigene Tasche.

Mädchen schrak zusammm als sie sah, wie wild nf «ugen funkelten.

m Ä®mm, Ellen," sprach sie ängstlich,komm. Laßt Mei, Anderson. Ich habe es nicht so gemeint; ®te gar nicht daran, Euch eines Mordes anzuklagen!" Sc gib mir erst einen Kuß, zur Strafe well Du Wirgert hast. Was, Du willst nicht? dann muß ftt lkl ihn mit Gewalt nehmen, denn die Andern sind teeit voraus."

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene« in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

Ve« Bundesraths-Ausschuß für die Regelung des beut« l Eisenbahn-Gütertarifwesen« hielt am Freitag Mittag H.fi_ ? erste «Sitzung. Mitglieder des Ausschusses sind:

* Her Maybach, die Geheimräthe Körte, Kräffl, Schulz hfg. Neck (Preußen), Hocheder (Bayern), Hofmann (Sachsen), spitzemberg und Dillenius (Württemberg), Eisenlohr

. den), Schulz (Hessen) und Selkman» (Oldenburg).

;rpac ®oS? bat er etwa nicht dm Parker ermordet?" zen sagse sie mit Entschiedenheit,so wenig wie

ogen nimmt entgegen: Hrpedttion d.Blatte«, , * jjt b.$lnnoncen«S3uteeur Dietrich & Co. in

1. Ker von un« veröffentlichte Briefwechsel zwischen dem kanzler und bem Freiherrn v. Thüngen hat bie Presse in hohem Grade in Aufregung gebracht, llich weiß sich dieNat.-Ztg." darüber gar nicht en. Sie tadelte es neulich, daß Herr v. Bennigsen Rede nicht mit einer Kritik diese« Briefwechsels be« habe und heute lobt sie e« an Lasker's Rede,daß n Ausgangspunkt bei diesem Briefwechsel genommen ; sie ist aber ungehalten darüber, daß die Briefe von zroßen Mehrheit des Reichstags doch mit so großer hingenommen worden sind. Sie hätte gehofft, daß Briefwettsel sofort die Zollvereinigung der 204 ge- hätte; diese Hoffnung ist aber zu Schanden geworden. Nat.-Ztg." weist auf die Wirkung der VeröffenUichung orschlags zur Einführung des TabakSmonopols hin, damals Die Verständigung mit der nationalliberalen und die (Kombinationen des Eintritts des Herrn nigsen wie mit einem Strich weggewischt worden und fährt dann fort:Heute erprobt der Reichs- die Tragfähigkeit der neu gebildeten Mehrheit mit Haftung des agrarischen Programms, wie es jenes 'en an Herrn v. Thüngen adoptirt. Jenes Zukunsts- kruoz ramm, da« noch vor Monaten eine Umwälzung in der