Marburg, Freitag, 2. Mai 1879
XIV. Jahrgang
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d.Annoncen-Bureaux
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ver ,ür die Monate Mai und Juni werden von
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_ kh Händeln als energischer und tüchtiger Seeoffizier 'n ährt hat, zum deutschen Generalconsul der Samoa-
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n Zweifel mehr darüber, daß auch der Reichskanzler frühere Ansicht geändert und die Erwerbung von ien in sein Programm ausgenommen habe. Wirbe- en diese Nachricht mit Freuden, denn es ist uns schon nicht mehr zweifelhaft, daß Deutschland der Colonien
-richt, daß der deutsche Corvetten-Capitän Zembsch im niralstabe, welcher sich vor einigen Zähren in den spa-
ue Reise vou Versailles «ach Orleaus «ud Tours mit 45 Milltoueu Francs.
*ttung aus dem Kriege 1870/71. Von einem Mer Füsilier. I Fortsetzung.)
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Mese Frage ist schon vor längerer Zeit mehrfach an- qt auch bejahend beantwortet worden und hat «rdings eine große Förderung erhalten durch eine aus- >00 rliche und gründliche Schrift von dem Missiousinspektor Fabri zu Barmen und es liegen Anzeichen vor, daß . die deutsche Regierung jetzt dieser Frage näher ge- geit'-|tn ist und ernstlich daran denkt, dieselbe in Angriff zu mm. Als ein solches Anzeichen betrachtet man die
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. trthanen schützen würden. Noch etwas^ später konnte . .Reichs-Anzeiger'^ mittheilen, aus den vamoa - Inseln L-- sche völlige Ruhe. Soeben nun kommt die Nachricht der Ernennung des deutschen Corvetten-Capitäns zum rral-Consul für die Samoa-Inseln, welche Stelle bis- ^Herr Th. L. Weber in Apio auf der Insel Upolu 187yibete. Die Ernennung des Capitäns Zembsch ist gebedeutungsvoll. Gleichzeitig wird auch berichtet, es
tn der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf,, berechnet.
billij «senstein & Bögler in 124 uitfurt a. M., Berlin, ____ pzig, Cöln ic.; Rudolf f bi ,ffe in Berlin, Frankfurt a. A. ic.
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In den Räumen dieses Hauses lagen sie aufgestapelt, 200 Millionen Francs, welche die Stadt Paris als ttributton hatte zahlen dürfen. Säckchen auf Säckchen, » totn das Silber, Kasten auf Kasten, worin Gold und «r. Wer diese Schätze hätte sein eigen nennen dürfen! 3« Gegenwart unseres Führers und mehrerer Inten- . । blr-Beamten begannen wir das Geschäft des Verladens Schätze auf draußen bereit stehmden Leiterwazm. Zukam das Silber an die Reihe. Dasselbe befand sich Säckchen von je zehntausend Francs in FünffrancS- ,! RL So ein Säckchen hatte ein anständiges Gewicht, 1 »ar Keiner unter unS, der sich ein solches nach Deutsch-
1 hätte tragen mögen, selbst wmn er als Lohn seinm alt bekommen hätte.
.2 Wir beluden mehrere Wagm mit diesem edlen Metall bann ging'S an das noch edlere Gold und das lumpige l «r, bis wir nach Angabe der Jntmdantur-Beamtm 1 nette Sümmchen von 45 Millionen verladen hattm. Mend des Verladens hatte sich auf der Straße ein F der Bürgerschaft Versailles' aufgestellt, der unsere stndigkeü in dem Verladen zu bewundern schien. Viele MSwünsche für uns mögen wohl von dieser Seite nicht f Himmel geschickt worden sein!
Aach beendigtem Verladen setzte sich die Carawane von ^iterwagen, 1 Officier, 2 Intendantur-Beamten, 12 Mftciren, 60 Mann durch die Straßen von Versailles
Anzeigen nimmt entgegen: dieEjqteditton d. Blatte» sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. 21t; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
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bedarf. Kein großes Land kann ohne dieselben bestehen. Es bedarf eines Abzugscanals für seine überschüssige Bevölkerung, um im Vaterlande sociale Nothstänoe zu verhüten. Bisher mußten wir unsere deutschen Auswanderer der weiten Welt schutzlos überlassen. Dadurch gingen sie mit sammt dem großen Capital an Geld und Menschenkraft, welches sie Mitnahmen, dem Vaterlande verloren. Dasselbe kam lediglich anderen Ländern zu Gute. Es war, als hätten wir jährlich ein ganzes Armeecorp« mit Mann und Maus verloren. Haben wir aber Colonien, so können wir den Strom der Auswanderung dorthin lenken und die Auswanderer bleiben dem Vaterlande erhalten. Unsere Industrie bedarf ausländischer zuverlässiger Märkte für ihre Produkte uud sicherer direkter Bezugsquellen für ihr Rohmaterial. Hätte die englische Industrie ihre Colonien nicht gehabt, so wäre weder sie noch der englische Handel zu der jetzigen Bedeutung emporgeblüht, und auch zur Unterbringung unserer Verbrecher, welche wir jetzt in unseren Gefängnissen erhalten müssen, würden Colonien sehr wünschenswerth sein. In solchen Colonien könnten sie nicht bloß fürs Vaterland nutzbar verwendet werden, sondern es könnte ihnen auch eine Gelegenheit gegeben werden, in der Fremde sich wieder zu einem neuen Lebens- anfang emporzuarbeiten. Welche großartigen Erfolge haben die englischen Verbrecherkolonien aufzuweisen. Endlich brauchen wir auch für unsere Marine einen ernsten Beruf in der Vermittlung des Verkehrs zwischen' den Colonien und dem Vaterlande. Zur jährlichen Abhaltung von großen UebungSfahrten und Exercitien in den Weltmeeren ist die Flotte zu theuer und die Bedeutung der Flotte zur Mitwirkung in Kriegen ist durch die neuere Erfahrung ziemlich zweifelhaft geworden. Jedenfalls ist es wünschenswerth auch in den Friedenszeiten der Flotte eine dem Baterlande nützliche Thätigkeit anweisen zu können. Früher konnte Deutschland nicht an die Erwerbung von Colonien denken, weil wir keine Flotte hatten, welche zur Gründung und Erhaltung von Colonien nothwenvig ist. Wir kommen freilich, wie der Poet, etwas post festum, nachdem die Welt meistens vertheilt ist; allein wo ein Wille ist, findet sich immer auch ein Weg, und hoffentlich haben wir denselben auf den Tonga- und Samoa-Inseln bereits betreten. Für Ackerbaukolonien haben wir leider eine vortreffliche Gelegenheit versäumt. Noch vor wenigen Jahren hätte Deutschland die Ländergebiete im Südosten von Afrika, welche von den Berliner Missionaren als Pionieren deutscher Cultur in Besitz genommen worden sind, haben können. Aber im vorigen Jahre sind uns die Engländer auch dort zuvorgekommen. Es ist das ein Ländergebiet weit größer als Deutschland mit gesundem, noch gemäßigtem Klima, fruchtbarem Boden, in welchem nicht bloß Kaffee, Baumwolle, Südfrüchte, sondern auch Korn und Weizen gedeihen, und der in seinem Schooße Gold, Kupfer und
Wir sollten heute noch die Station Juviffy der Eisenbahnlinie Paris-Orleans erreichen. Vor der Stadt konnten wir unsere Tornister auf die mitgehenden leeren Wagen werfen und nun marschirten wir frank und frei hinein in die schöne Welt- Das Wetter war herrlich, der Frühling machte schon Miene, in die gesegnetm Gefilde Frankreichs einzuziehen, so konnte es nicht fehlen, daß die Mannschaft ganz bald in der heitersten Stimmung sich befand.
Unser Weg führte uns die Straße noch Ville neuve St. George, durch die wir im vorigen Herbste bei unserem Vormarsch auf Paris gekommen., Bei dem großen Be- lagerungSpark von Ville d'Avray befand sich eine bayerische Feldwache, dicht an unserer Straße. Diese Feldwache hatte soeben Besuch bekommen von Cognac- rc. Verkäuferinnen aus Versailles und da dieselbm auch heute ausnahmsweise „ein Fäffel" Bier mitgebracht, so thatm es die braven bayerischen Kameraden nicht anders, wir mußten im Vor- beigehen ein Glas mit ihnm leeren.
Abends gegen 7 Uhr fuhren wir mit unseren Schätzen in das Dorf Juviffy. Wir paffirtm daffelbe und fuhren nach dem von dem Dorfe etwas abseits liegenden Bahnhofe. Da der zu unserer Aufnahme bestimmte Extrazug erst folgenden Morgens eintreffen sollte, so mußte das Geld für die Nacht in Sicherheit gebracht werden. Der prac- tische Blick unseres Herrn Lieutenants fand hier rasch das Richtige, indem er die Wagen sammt Geld in eine durch Bodenentnahme entstandene Vertiefung fahren und von der in Juviffy befindlichen Landwehr für die Nacht bewachen ließ. So konnten wir im Dorfe Quartiere beziehen, die wir uns mit Hilfe der Landwehrmannschaft zu. suchen hatten.
Nachdem wir für den Abend entlassen, begaben wir uns mit den Landwehrleuten auf die Suche nach Quartteren.
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Kohlen birgt. Zu Ackerbaukolonien würden für uns Deutsche besonders die mlldm fruchtbaren Gegenden im Südweste,t von Südamerika geeignet sein. Aber wenn auch nicht dort: — Raum für Alle hat die Erde und wenn wir nur erst Colonien ernstlich haben wollen, werden sich dieselben schon finden. Wir freuen uns zu sehen, daß der Wille nunmehr bei unserer Regierung vorhanden zu feint scheint.
Tagesbericht.
Die „Provinz.-Corresp." erinnert in einem dritten und letzten Arttkel über die Aussichten der Finanz- und Zollreform an bezügliche Aeußerungen und Kundgebungen einzelner Reichstagsmitglieder und Reichstagsfractionen sowie der „Nationalzeitung", und hebt hervor, diese und andere Zeugnisse besonnener und maßvoller Auffassungen innerhalb der nationalliberalen Partei begründeten die Hoffnung, die Partei werde dem Kanzler nicht blos in Durchführung der Finanz- und Steuerreform fest zur Seite stehen, sondern auch ein großer Theil der Partei werde auch trotz mancher Abweichung in handelspolitischen Auffassungen sich bereit finden lassen, Fürst Bismarck darin zu unterstützen, daß der deutschen Wirthschaftspolitik die volle Kraft der Selbständigkeit gesichert und der deutschen Gewerbethä- tigkeit allseitige und gebührende Rücksichtnahme gewährt werde. Gewiß habe manche Bundesregierung in einzelnen Punkten andere Wünsche und Bedürfniffe gehabt, jede habe sich aber dem Gesammtinteresse de» Reiches untergeordnet, dem Gesammtplane als Compromiß, als Ausgleich der verschiedenen Jntereffen und Ansprüche zugestimmt. Gleichen Patriotismus würden auch die entscheidenden Reichstagsparteien bewähren wollen; dieselben würden sich der Pflicht der Selbstverleugnung nicht entziehen, abweichende Ansichten und Wünsche im einzelnen dem Gesammtinteresse zu opfern. Untrügliche Anzeichen der Stimmungen aus allen ReichStheilen ließen erkennen, wie das deutsche Volk in weitesten Kreisen vou der Zuversicht erfüllt sei, die nationale Vertretung werde auch bei der wirthschastlichen Festigkeit deS Reiches unter allseitiger vertrauensvoller Verständigung der erprobten Führung des Reichskanzlers folgen, der seinerseits fest davon durchdrungen sei, daß das begonnene Werk zum Heil, Glück und Gedeihen deS Vaterlandes führe.
Seine Majestät der Kaiser hat im Namen des Deutschen Reichs zu Mitgliedern des Reichsgerichts in Leipzig ernannt: Zum Präsidenten den Königlich preußischen Ersten Präsidenten des Appellationsgericht zu Frankfurt a. O. Di-. Simson; zu Senats-Präsidenten 1) den Vice-Präsidenten deS Reichs-OberhandelSgerichts Dr. Drechsler, 2) den Kgl. preußischen Vice-Präsidenten des Ober-Tribunals zu Berlin, Dr. Henrici, 3) den Bice-Präsidenten des Reichs-Oberhan- Diese erzählten uns, daß das Dorf von seinen Einwohnern verlassen und ganz leer sei, wir möchten nicht große Ansprüche an die Quartiert stellen, um nicht enttäuscht zu werden, die Häuser seien leer, das wenige vorgefundene Mobilar hätten sie in Beschlag genommen.
Immerhin lag etwas bittere Ironie [itt den trockenen Worten der Landwehrleute: Wir möchten nicht hohe Ansprüche an unser Quartier stellen. Als ob man noch hohe Ansprüche an ein Quartier stellen wir«, wenn man sieben Monate Feldleben hinter sich hat und noch in Feindesland sich befindet!
So sehr in Folge aller dieser Umstände nun auch unsere Ansprüche gesunken waren, fanden wir uns bei dem Eintritt in das von uns gewählte HanS doch noch mehr entnüchtert. Unsere 12 Mann hatten ein schönes, geräumiges und behäbig aussehendes HauS zum Quartier gewählt, doch als wir eintraten, stierten uns die nackten, kahlen Wände entgegen, auch nicht das gerinste Mobiliar sprach von einstmaliger Anwesenheit von Menschen. Sollten wir in der Nacht Wetter laufen, um wo möglich ein eben so gutes anderes Quartier zu finden? Nein, dableiben hieß es!
Hier sieht'S auS wie in einem Gefängniß, alles nackt, sagte ver Wiesbadener W. Gar kein Vergleich, gab G. auS Frankfurt zurück, in einem Gefängniß ist doch eine Britsche, ich sage: kahl wie mein Portemonnaie! Dann sieht's gerade so aus, wie auch in dem meinigen, meinte B. auS D. und als wir rund herum fertig waren, hatte unser Quartier eine verteufelte Aehnlichkeit mit verschiedenen unserer Portemonnaies.
Nur H. auS C., der gerne ein bischen dick that, wollte die Aehnlichkeit mit dem feinigen nicht anerkennen und war
ein ernannt worden ist. Vorigen Sommer erregte die glicht Aufsehen, daß ein deutsches Kriegsschiff einige en der Samoa-Inseln mit Beschlag belegt habe, gereifter» ichcr icn als Pfand, um die Jnsular-Regierung zum Abschluß s günstigen Handelsvertrages mit Deutschland zu zwingen. Vertrag ist nun abgeschlossen, aber bei dem unsicheren hältnisse der Inseln schien es nothreendig, daß die iabne" an Ort und Stelle blieb, und es wurde auch J ein Kanonenboot dahin geschickt. Vor etwa 14 Tagen । die Nachricht, auf den Samoa-Inseln seien Unruhen *** befürchten und England und Amerika würden Kriegs- lasc st dorthin schicken, um ihre Unterthanen daselbst zu lbcn Herr. Wenige Tage darauf brachte der „Deutsche Reichs- aliljjger* die Nachricht, daß zwei deutsche Kriegsschiffe lbst stationirt seien und die englischen und amerikanischen
— genommen.
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