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Marburg, Sonnabend, 26. April 1879
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«Fortsetzung.)
chädigung an den Staat abzutreten. Dem Vernehmen '"«ch werde die Direktion der Gesellschaft in der Ende
1 Der jetzt dem Bundesrath vorgelegte Vertrag wegen lukauf des Raczynski'schen Palais zum Zweck-der Erbauung ine» Reichstagsgebäudes auf dem Grundstück desselben cht als Kaufpreis 1,100,000 Mark fest, wovon 200,000
liebtes Weib, an feinen alten braven Vater, schnürte ihm die Brust zusammen, daß das Geftändniß fast nicht über seine Lippen wollte. Und wie er dasselbe ablegte, die verzweifelte und doch so rührende Mühe, die er sich gab, alle Schuld auf sich zu nehmen und die Seinen zu schonen, die Art und Weise, wie er selbst um des Weibes willen, die schweren Versündigungen seines Schwiegervaters zu mildern suchte — all dieses griff dem Fürsten, unter oessen rauher Außenseite ein so weiches mildes Herz schlug, mächtig an die Seele. Mit stillem Staunen ruhte sein Auge auf dem schlichten Mann aus dem Volk, der durch acht kummervolle Jahre hindurch so schweres ertragen hatte, um seiner Liebe willen, — dem die reuige Qual um eines, in der Verzweiflung des Augenblicks begangenen Fehltritts willen, keine Ruhe mehr gegönnt und der nicht einmal versucht hatte, sein Gewißen in Schlummer zu wiegen, oder durch Preisgebung des wirklich Schuldigen die Last von seinem Herzen zu wälzen.
Und als der Vater Justi nach den ersten Worten seines Herrn sich dem Fürsten zu Füßen warf, und auch sein Ge- ständniß wieder ein Zeugniß seiner treuen aufopfernden Liebe war; als er flehentlich bat, allen Zorn auf sein graues Haupt auszugießen und seiner armen Kinder zu schonen, da litt es selbst den starren, tapferen Soldaten Leopold von Defsau nicht mehr, länger die Qual der beiden Männer mit anzusehen. Er fühlte, daß eö noch ein anderes Hel- denthum gebe, als dasjenige, welches mit dem blanken Schwert in der Faust auf dem rauchenden Schlachtfeld erkämpft wird — das Heldenthum der wahren herzinnersten Liebe, wie sie hier der Vater seinem Sohn, der Manu feinem Weib bewährt hatte.
Fortsetzung folgt.)
Tagesbericht.
Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet in Bestätigung ander-
M 1880 erfolgen, widrigenfalls das Reich vom Vertrage Rücktritt. Der übrige Theil der durch Beschluß des
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrtrteS Sonntag»» latt" durch die Ervedition (Äo<b’fd>e Buchdruckerei) bezogen 2$ diark- durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (erd Bestellgebühr). — JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg
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____i mistigen Reichstagsgebäudes sich hinziehenden Sommer- raße für den Bau mit zu verwenden ist, wodurch eine - utsprechende Verbreiterung der Straße auf der gegenüber- Utka tauben (östlichen) Seite bedingt wird. Das hierzu er- 1870. »rderliche Terrain muß von den Grundstücken Sommer- ncert. paße 7 bis 9 bezw. von dem Kasernengrundstück Sommer- n Ulf raße 10 abgezweigt werden, von welchen das letztere dem
i . »Ruhig Frau", antwortete Leopold von Dessau, »regt -Uch nicht von neuem auf, das ärgste soll überstanden ■«i, verlaßt Euch drauf! Laßt mir Zeit, die Sache zu verdenken. Was ich über ihn beschließen werde, wird ch finden und ich will Sorge tragen, daß er es Euch i wrgen selbst mittheilen soll. Aha, da schießt das Roth 2 1 ihre Wangen!"
Staates, theils Straßenland. Der Heranziehung von Srivatgrundstücken bedarf es — wie eine Denkschrift aus- unveränderten Ausführung des damals mit Zustimmung aufgestellten Planes nur noch in
Deutsches Reich.
** Berlin, 24. April. Während die Gegner der Zollreform es früher dem Fürsten Bismarck zum Vorwurf machten, die Interessen gegen die politischen Prin- cipien aufgeboten zu haben, so wird jetzt dies Verfahren in überraschender Weise von der Opposition probirt. Nachdem es nicht geglückt ist, im Namen der allgemeinen Freiheit große Demonstrattonen gegen die Zollreform hervorzurufen, sammett man plötzlich mit Vorliebe alle zum Theil untereinander in grellem Widerspruch stehender Stimmen solcher industriellen Kreise, welche mit den in dem Entwurf des revidirten Tarifs vorgeschlagenen Sätzen noch nicht befriedigt sind. Die Regierung ihrerseits hat nie daran denken können, das deutsche Volk in ein maßloses oder auch nur in ein hochgeschraubtes Schutzzollsystem hineinzustürzen. Sie hat stets dar Vertrauen gehabt, welches sie noch heute hegt, daß ihre nach allen Seiten gemäßigten Vorschläge schließlich die besonnenen und gemäßigten Stimmen von allen Seiten auf sich vereinigen werden. Diese Anträge enchalten in sich selbst ein Com- promiß und deßhalb ist die Regierung auch nicht in der Lage, nach einem Comprorniß zu suchen, derselbe liegt in ihren Vorschlägen und wird sich unbeschadet einzelner Verbesserungen als die naturgemäße Lösung einer unaufschiebbaren Aufgabe durchsetzen. — Unsere neuliche Hindeutung auf einen in Finanzsachen bewährten hohen Staatsbeamten, der an die Spitze der Verwaltung der WilhelmSspende
„Dank, hoher Herr, Dank!" stammelte die Försterin Jb wollte sich dem Fürsten zu Füßen werfen, was dieser ^vch mit einer raschen Handbewegung verhinderte.
____1 „Laßt.eS gut fein, armes, vielgeprüftes Weib," sprach j^TQ* 1 "uld, „und sorgt mir dafür, daß dieses Roth, das Euch r8ut ansteht, auf Eurem Backen bleibt. Und was den Dtitt t01 betrifft — na, zittert nicht — so vergeßt ihn, benn, to ä ‘B er E ch nicht mehr lästig fallen soll, laßt meine Sorge Weh ihm, wenn er meinen Landreitern in die Hände ; ®t! Seid guten Muth'S und gehabt Euch wohl für
Fragen, welche die Station feit Monaten bewegen und einen Jnteresientenkarnpf hervorgerufen haben, dessen schnelle Beendigung dringend erwünscht ist."
Meldung der „Poltt. Corresp." aus Belgrad vom heuttgen: Die von den Samokovo-Höhen vertriebenen Arnauten fetzten sich in der Stärke von 3000 Manu (darunter 2 reguläre Nizam-Bataillone) am Fuß des Kapa- vaik-Gebirges fest. Ein zurückbehaltener angeblicher türkischer Parlamentär sagt aus, die Arnauten würden von einem Pascha befehligt, hätten 3000 Mann Reserve und unterhielten Verbindung mit der Liga von Prizrend. Ungeachtet der von Seiten der türkischen Regierung gegebenen Meldung, daß eine Brigade türkischer Truppen gegen die Arnauten entfanbt worden sei, ist bisher kein Mann eingetroffen. Unter Vorsitz des Fürsten sand ein Kriegsrath statt.
Die „Agence HavaS" läßt sich aus Konstantinopel von einer Aufregung melden, welche sich in Bosnien und im Bezirk Novibazar kundgebe und aus Anstiftung von Serbien und Montenegro zurückzuführen sei. Die Pforte habe eine Commission zur Berathuug über etwa diesfalls zu ergreifende Maßregeln ernannt.
. a. M., Berlin, Cöln ic.; Rudolf i statt gigfje in Berlin, Frank-
„Das ist eine traurige Geschichte, die Ihr da erlebt.
>vch laßt Eych nicht gereuen, daß Ihr sie mir mitge-
1 *Ut habt. Ich danke Euch, Frau, für Euer Vertrauen. 99» kbt Acht, nun wird Euch wohler, da die Last herunter - i i. Und was Euern Mann betrifft--*
. „Gnade, Gnade für ihn!" flehte Frau Anne und hob lltend die Hände empor.
, Die Försterin blickte ängstlich nach dem fürstlichen ichäft, kft, aber auch über feine Züge ging es wie Sonnen- Mnb Hein und Gnade, als er sich wieder zu ihr wandte und
--- stark als Entschädigung für die dem Herrn Grafen nit K kaczynski obliegende Abfindung seiner Hausbeamten rc.
dl. Zi «stimmt sind. Der Graf hält sich an diesen Vertrag bis , ift bil u i Juli d. I. gebunden, bis zu welchem Zeitpunkt die W Genehmigung des Reichskanzlers zu erfolgen hat. Die
ll lUuSscheibung des Grundstücks aus dem gräflich Athanasius tüt A iaczynski'fchen Fideikommiß-Verbande muß bis zum 1.
lversit ieichstages vom 24. November 1871 zum Bauplatz für ■ as Parlamentshaus befignirten Fläche von 150 m Brette
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerische Buchhandlung daselbst; Herinann'sche Buchhandl. daselbst; Invalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
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die Expedition d.vlatte», >as ic sowie d.Annoncen-Bureauk UN »eo Th. Dietrich & Co. in staffel und Hannover; LH. Dietrich in Frankfurt a.M.; haasenstein & Bögler in
«ach werde die Direktion der Gesellschaft (uni stattfindenden Generalversammlung "o? Beschlußfassung der Aktionäre herbeiführen.
Reiche, die ersteren aber der deutschen Eisenbahnbau-Gesellschaft gehören. Aus naheliegenden Gründen empfahl eS sich, vor weiterer Verfolgulig des Projektes auch mit dieser Gesellschaft ein Abkommen über die Bedingungen zu versuchen, unter welchen sie zur Ueberlassung des für das Reich nothwendigen ober wünschenswerthell TheileS ihres Besitzthums bereit sein würde. Zu diesem Ende ist die deutsche Eisellbahubau-Gesellfchaft zu der Offerte vom 17. März d. I. veranlaßt worden, Inhalts deren sie sich verpflichtet, dem Reich je nach dessen Verlangen entweder: a. nur das zur Straßenverbreiterung nothwendige Terrain von etwa 1800 Qm. zum Preise von 420 M. pro Quadratmeter zuzüglich des Feuerkassenwerthes der darauf steheudell Gebäude, oder b. die Grundstücke 7—9 in ihrer Gesammtheit zum Preise von 2,740,000 M., oder endlich c. die gedachten Grundstücke und eine dahinter telegene Parzelle von zusammen 11,765,70 Q.-M. Fläche zum Preise von 3,730,000 M. zu verkaufen. Zur Ausführung des Reichstagsgebändes würde schon der Ankauf des zu a. bezeichneten Terrainstreifens genügen; doch erschien es zweckmäßig, wenigstens die Möglichkeit der Erwerburig zu b. und c bezeichneten größeren Flächen offen zu halten.
Durch einige Bemerkungen der „Magdeb. Ztg." veranlaßt, spricht sich die Germania über die Stellung der Centrumspartei zu den Zoll- und Finanzftagen dahin aus, daß die Partei die Umkehr auf wirthschaftlichem Gebiet freudig begrüßt hat; indessen habe sie in keiner Form auf eine Prüfung der einzelnen Fragen verzichtet, und daS um so weniger, da es sich dabei zugleich um Finanzzölle handle, die eine erhebliche Belastung des Volkes herbeifüh- reu. Für die letzteren herrsche aber keine Begeistemng, und am wenigsten seien es CentrumSkreise, welche den blosen Finauzzölleu „mit Fröhlichkeit" (ein Ausdruck der „Magdeb. Ztg.") entgegensehen. „Die Bedenken gegen die Bewilligung der Finanzzölle, die wir wiederholt angedeutet haben, würden noch verstärkt werden, wenn die Gerüchte von einer nahe bevorstehenden wesentlichen Erhöhung des Militäretats auf Wahrheit beruhten. Wie man sagt, handele es sich um eine Argumentirung der Artillerie, und zwar mit besonderer Rücksicht auf die französische Artillerie. Man wird die Bestättgung der Gerüchte abwarten müssen, vorläufig tragen sie den Beigeschmack eine« fteihändlerischen Schreckmittels an sich. Wie dem auch fei, das ist nicht in Abrede zu stellen, daß das Volk in feiner Mehrheit eine Reform der Zollpolitik fordert, während baffelbe den neuen Finanzprojekten sehr kritisch und skeptisch gegenübersteht, indessen, unter der Voraussetzung einer verständigen Reform der Zollpolitik auch bereit ist, dem Reiche durch finanzielle Maßregeln neue Mittel in mäßiger, den unab- weislichen Bedürfnissen entsprechender Höhe zu bewilligen. Ganz unzulässig ist rin Aufschub der Entscheidung der
heute — es ist Zeit zur Heimkehr. Reicht mir die Hand — so — bald sollt Ihr weiteres von mir hören."---
Fran Anne stand wie rin Traum am Fenster und sah dem Fürsten nach, wie er festen Schrittes davonging und endlich im Dunkel des Waldwegs ihren Blickm entfchwand.
Zum erstenmal wieder fiel ihr die Waldespracht in die Augen und vernahm ihr Ohr daö Flüstern und Rauschen der Bäume — den Sang der Vögel. Ihre Brust hob sich leicht und frei, wie seit Jahren nicht, ihre Lippen bewegten sich in einem stillen Dankgebet und die lange Spannung ihres Inneren löste sich in linde Thränen."--
9..
Im Gemach des Fürsten hatte sich eben eine bewegte Scene abgespielt.
Am frühesten Morgen bereits hatte Leopold von Dessau den Förster Justi von der Wache, wo er die Nacht verbrachte, zu sich bescheiden lassen, und rin langes Verhör, guerft mit ihm allein, bann aber auch mit dem alten Justi, seinem Leiblakai angestellt.
Mit keiner Silbe hatte der Fürst angedeutet, daß er bereits um alles wisse, und wenn er damit die Wahrheitsliebe von Vater und Sohn auf die Probe stellen wollte, so erreichte er seinen Zweck vollkommen. Denn hatte sich auch der Förster dem alten Brandeis gegenüber beharrlich geweigert, denselben mit der ganzen Geschichte seines Unglücks bekannt zu machen, so waren doch die ernstmahnen- den Worte des Oberforstmeisters nicht spurlos in seinem Innern verhallt und während der schlaflos verbrachten Nacht war der Entschluß in ihm gereiftt alles was ihn bedrücke zu bekennen. Auch er fühlte, daß eS Zeit fei, das Vergangene abzuschütteln und, wenn eS sein müsse, als Manu zu sühnen und nur der Gedanke an sein ge-
welö oeitiger Meldungen: Anläßlich der über den Ankauf der verk köln-Mindener Zweigbahn-Linien Oberhausen-Arnheim cs w mb Deutz-Gießen schwebenden, dem Abschlüsse nahen Ver- als c anbtungen wurde seitens der Staatsregierung bei der i Pet köln-Mindener Gesellschaft angeregt, ob diese es nicht Irimm erziehe, das ganze Unternehmen gegen angemessene Ent-
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