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,u [nietgen nimmt entgegen: Wöbt te Expedition d.lvlatte«, 5 mei «nie b.Annoncen«®ureauf tt.rfaLn Th. Dietrich & 60. in !affet und Hannover; Th. ' _ »jetrich in Frankfurt a.M.;
. aasenstein & Vogler in [H t tanlfurt a M., Berlin, etmig, Cöln ic.; Rudolf Hoffe in Berlin, Frank-
.Marburg, Freitag, 25. April 1879
xiv. Mrgaiig
ObttlikMk jfitmiii.
Anzeigen nimmt entgegen: die GMditton d. Blattes sowie d- Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W- TbieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Tanntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen % Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg. Für in der Expedition zu crtbeiUnbe Auskunft und Annahme von Adreffen werden 35 Pfg. berechnet.
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Sür die Monate Mai und Juni werden von allen Postanstalten Bestellungen auf die Dberhtssischk Zeitung mit deren Gratisbeilage
totttiJlluftrirteS Sonntagsblatt
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Die revolutionäre« Borgänge in Rußland
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ffchäst, Wieder verflossen zwei Jahre. Die alles heilende Zeit
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namit, welche mit kaiserlichen Vollmachten über Leben ib Tod der Unterthanen ausgerüstet sind, ohne dabei von
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I» Wolssgrand.
Von Fritz Brentano.
(Fortsetzung.)
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„Jetzt aber sollte uns der schwerste Schlag treffen und Msrr Dasein für immer vergiftet sein. Eine« Abend« • der Jägerbursche war draußen im Wald, Knecht und agd waren schon zur Ruhe und nur Jusii und ich ten noch im Hau« — wurde an der Pforte geklopft dringend Einlaß verlangt. Mein Mann, der sich rügt hatte, daß nur rin einzelner draußen harre, öff- t und brachte den Fremden herein. Al« der volle . in Lampe auf denselben fiel, stießen wir beide einen schrei de« Schrecken« au«; der verwilderte Geselle, welcher . *r un« stand, war — mein Vater!
c er Bürgerschaft den Schrecken zu verbreiten, um dann [1 mter dem Schutze dieses Schreckens ihre Pläne weiter uSzuführen. Es soll von ihnen für den 14. April, an reichem da« Attentat auf den Kaiser geschah, ein größerer .... U lufstand geplant gewesen fein. Wahrscheinlich hofften sie,
. . In Rußland hat sich seit geraumer Zeit eine geheime Hill schreckenS-Regierung au-gebildet, welche, nachdem sie ihre ' stmd an die höchsten Beamten gelegt hatte, ohne daß es er legitimen Obrigkeit gelungen wäre, die Schuldigen zu reffen, nun auch ihren Angriff auf die Person des Äffet« gerichtet hat. Die russischen Nihilisten sind
, well «e specifisch russische Erscheinung, wenn sie auch ihre kuudsätze auS dem über die ganze civilisirte Welt auS- Ez 'n kbreiteten Naturalismus schöpfen. Sie sind Schüler des äffischen Sozialisten Bakunin, dessen System auch in
satte auch unfern Kummer gemildert, die beständige Furcht Heine« Mannes vor der Entdeckung seine« Vergchens
>ei PeDest-Europa, namentlich in der Schweiz und Frankreich, Nrimv^nhänger gesunden hat und auf dem letzten Sozialifteu- f11«ngreß in Gent mit der Sozialdemokratie, welche sich namentlich in Deutschland durch Marx und Lasalle ausge- nin Met hat, um die Herrschaft stritt, aber von der letzteren günstigefiegt wurde. Während die deutsche Sozialdemokratie [1 lerntet noch einen Staat Herstellen will, ja den Staat so arkt 2«hx betont, daß sie ihm den Einzelmenschen ganz unter- fitrtnen und sozusagen Alles verstaatlichen will, so wollen jie Bakunisten überhaupt keinen Staat, weil derselbe im- «rhin die Freiheit des Einzelnen beschränken würde, son- ->ern sie wollen den Einzelmenschen völlig unabhängig von m<L. Bett gemeinsamen Ordnungen machen. Diesen Zustand ’’.'l^ rollen sie nicht mit gesetzlichen Mitteln, sondern mit Re- r" «lution und Gewalt herbeiführen. Das versuchen denn l1 etzt die Nihilisten in Rußland. Sie suchen zunächst die « 1 k kgierung durch Gewaltthaten einzuschüchtern und auch in
er Mordversuch werde gelingen und die dadurch herbeige- _ ährte Verwirrung würde ihren Plänen günstig fein. Der JU Ra niflische Plan mißlang aber und die Regierung hat nun [ 1879 ie Hand zu einem gewaltigen Gegenschlag erhoben. Sie pten. «t einen großen Thcil des Reiches in den kriegerischen Htcerl Belagerungszustand versetzt, hat Generale zu Gouverneuren
satte nachgelassen und vielleicht wären die Wunden, welche ie Vergangenheit und geschlagen hatte, ganz vernarbt, 1,1 denn nicht Hfnoch dafür gesorgt hätte, dieselben immer 99« ixb immer wieder aufzureißen, indem er auf Rückzahlung — >et geliehenen Summe drängte, trotzdem er dir bedungenen Anisen auf das pünktlichste erhielt und recht gut wußte, «ß eine Tilgung der Schuld un« noch nicht möglich war.
1 «Dch auch hier half un« wieder die nimmersatte Liebe de« Paters meine« Manne«, indem er da« Geld auf sein ?äuSchen einschreiben ließ und un« selbst, so oft ihm die« möglich war, die Zinsenzahlung abnahm. Gott segne ihn Xtfüt — er hat an un« da« größte gethan."
, Der Fürst nickte still mit dem Haupt, die Försterin ; »bet fuhr ttefaufseufzend fort:
dem Spruch der Gerichte irgendwie abhängig zu sein. E« ist das das äußerste Mittel, welches der Regierung zu Gebot steht, und es hängt also Alles davon ab, ob dasselbe gelingt. Es steht so da« Schreckensregiment der Obrigkeit gegen das geheime Schreckensregiment der Revolution. Schlägt das angewendete Mittel der Obrigkeit fehl, so ist das für sie sehr schlimm, weil sie bann ein weiteres nicht mehr hat. Die Nihilisten haben bisher es verstanben, sich allen Nachforschungen der Polizei gegenüber geheim zu halten und die Schläge der Obrigkeit haben die eigentlich Schuldigen nicht getroffen. Es ist aber schlimm, wenn auch von den neuen Maßregeln nur Unschuldige oder Minderschuldige betroffen würden, was bei der Verdorbenheit des russischen BeamtenthumS, auf welches die Gouverneure doch immerhin angewiesen sind, sehr zu befürchten ist. Das würde die Unzufriedenheit im Volke nur noch vermehren und würde den Nihilisten Waffer auf die Mühle fein. UeberdieS werden durch diese neuen Regierungsmaßregeln die üblen Verhältnisse des Landes: die Schlechtigkeit des BeamtenthumS, die sittliche Verdorbenheit der höheren Stände, die Erstarkung der Staatskirche, die allenthalben herrschende Betrügerei und Bestechlichkeit, die vielen Mängel der Verwaltung, wodurch so viel böses Blut gemacht wird, nicht gebessert. Jedenfalls wird also die Regierung noch ganz andere Mittel in Bewegung setzen müssen, um der Revolutton Herr zu werden, da« heißt, ihr den Boden im Volke zu entziehen. Diese Mittel sind freilich nicht leicht inS Werk zu setzen und jedenfalls werden sie nur solche sein können, die ihrer Natur gemäß langsam wirken. Rußlands Unglück liegt darin, daß es nicht verstanden hat, auf christlicher Grundlage Volksbildung zu schaffen: so liegt das niedere Volk noch in der Barbarei und die höheren Stände sind durch den modernen NaturaliSmu« verdorben. Der Nihilismus ist die an« biefen Verhältnissen hervorgewachsene Strafe für die Sünden der russischen Gesellschaft. Wirkliche Hülfe wird nur möglich sein, wenn dies erkannt und eine ttefere Umwandlung und Umkehr erfolgt , bei welcher man in die geistigen Lebensströme des Christenthum« greift, aus welchen allein wie die Weltgeschichte beweist, hettsame soziale Umgestaltungen und Reformen hervorzugehen vermögen. Mit anderen Worten nur eine wirkliche Reformation kann Rußland vor der Revolution retten!
Tagetzßericht.
Die „Provinzial-Correspondenz* schließt ihren zweiten Artikel über die Aussichten der Finanz- und Zollreform, worin sie auf frühere bezügliche parlamentarische Erklärungen de« Fürsten Bismarck» und v, Bennigsen« und die Anträge in dem Generalbericht der Budget-Commission in der letzten preußischen Landtagssession zurück-
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Und in welchem Zustand! Nur das Auge der ihm am nächsten stehenden konnte ihn wieder erkennen, so sehr hatten ihn Ausschweifungen, Noch und Elend verändert. Der einst so stolze, eitle Mann war zum Vagabunden herabgesunken und aus jedem Zug seine« gefürchteten Antlitzes sprachen Laster und Verbrechen.
Seine Geschichte, die er mit cynischet Offenheit erzählte war kurz, aber furchtbar. Schon aus der Reise nach dem Ort, wo sie sich einzuschiffen gedachten waren zwischen ihm und dem Weib Zerwürfnisse entstanden, al« sie mit einem Bootsmann liebäugelte, der ebenfalls im Begriff stand, die Seereise anzutreten. In hem Hafenort war sie, al« er eines Morgen« erwachte, verschwunden «nd hatte ihn seiner nicht unbeträchllichen Baarschast beraubt. Vergeben« waren seine Nachforschungen, welche er in ohnmächtiger Wuth anstellte; al« ein Bettler befand er sich in dem fremden Land und nur der Verkauf seiner Habseligkeiten fristete ihm noch eine Zett lang mühsam da« Leben. Al« dieses letzte HülfSmittel erschöpft war, begann ein entsetzliches Dasein für ihn. Hunger und Elend nöthigten ihn zu der härtesten Arbeit, aber selbst jetzt ließ ihm der Spielteufel keine Ruhe und da« wenige, was er erwarb, wanderte in die Spelunken, wo das Laster in jeglicher Gestalt sich eingemstet hatte und so friftete der Mann zwei Jahre lang ein Höllenleben, welcher einst in der Gesellschaft eine ehrenvolle Stellung eingenommen, ein wich- tiges Amt begleitet hatte. Von einer schweren Krankheit genesen, in welche seine Ausschweifungen ihn gestürzt hatte, irrte er als Bettler von Ort zu Ort, bi« er auf seiner Vagabundenfahrt in die alte Heimath kehrte — diejenigen aufsuchend, denen er Glück und Frieden bei feinem Scheiden schon zerstört hatte.
geht, mit folgenden Sätzen: Wie sollte der Reichskanzler nach solchen Vorgängen sich nicht seitens der Reichstagsmehrheit, namentlich aller Derjenigen, welche bisher an dem Ausbau und der Befestigung de« nationalen Gemeinwesens gearbeitet, eine« bereitwilligen Entgegenkommens für die Lösung der wirthschastlichen Reformaufgaben, zunächst mindesten« für einen wichtigen Theil seiner Pläne versichert halten, welchen et feit Jahren unter wachsender Zustimmung entwickelt und vorbereitet hatte? Aber die Hoffnung auf Unterstützung darf sich darüber hinaus auch auf die Verständigung über die Reform des Zollsystems richten, weil dieselbe mit der Finanz- und Steuerreform aufs Engste zusammenhängt und unter den obwaltenden wirih- fchastlichen Verhältnissen Deutschland« angesichts der handelspolitischen Entwickelung anderer Staaten ein unab- weisliches Erforderniß der nationalen Politik geworden ist. Die Anzeichen der Bewegung im deutschen Volk sprechen immer entschiedener Dafür, daß die Bestrebungen des Kanzlers auch auf diesem Gebiete mit günstigem Erfolge gekrönt werden. — Derselben Correspondenz zufolge dauert der Aufenthalt des Kaisers in Wiesbaden voraussichtlich bis zum Ende des Monats. Am 1. Mai kehrt der Kaiser nach Berlin zurück, um am 2. Mai der großen Truppen- bestchtigung beizuwohnen.
An den Fürsten Bismarck ist von Seiten einer social- demokratischen Arbeiterversammlung in Pest gelegentlich einer Lassallefeier ein Begrüßungstelegramm abgesendet worden. Sie priesen ihn al« einen ihrer erfolgreichsten Mitarbeiter, weil aus seiner ganzen Politik sich mit immer größerer Klarheit die Nothwendigkeit herausstelle, daß die Welt sich in socialdemokratischem Sinne entwickeln müsse.
Welche kolossale Summen bet einer Nachsteuer für den Tabak in Betracht kommen würden, zeigt das einzige Mannheim, wo das Quantum des daselbst lagernden Tabaks auf 270,000 Gentner geschätzt wird, welche bei einer Nachsteuer von 37 Mark für den Gentner 9,999,000 Mark ergeben würden. Ein Tabakfabrikant mit nur 1000 Gentner Vorrath würde 37,000 Mack aufbringen müssen, obgleich ein solches Geschäft nicht einmal al« ein bedeutendes anzu- sehen ist. _______________
In Bezug auf die Frage der Zulassung der Realschul- abiturienten zum Studium der Medicin hat sich, wie der „Franks. Ztg." „au« guter Quelle" berichtet wird, das preußische GultuSminifterium dahin schlüssig gemacht, im Staatsministerium zu beantragen, daß die preußische Stimme gegen die Zulassung abgegeben werde. Der Wegfall des griechischen Scriptums ist im Zusammenhänge hiermit befürwortet worden. Dagegen unterliegen die Bemerkungen der preußischen medicinischen Fakultäten zu dem Entwürfe
Geld war sein Begehr — Geld, damit er weiter könne. Er wollte hinunter in die rheinischen Lande und dort versuchen ein neue« Leben zu beginnen.
Was blieb uns übrig? Wir rafften alles zusammen, was uns entbehrlich schien und am anderen Abend bereits verließ der unheimliche Gast, von keinem Auge gesehen, da« ForsthauS, auf Nimmerwiedersehen, wie er sagte.
Auf Nimmerwiedersehen! Es sind jetzt fünf Jahre her fett jenem Unglückstag, aber noch kein Monat verging, wo wir ihn nicht wiederfahen, immer tiefer versunken in dem Schlamm des Lasters, bald flehend, bald drohend, um Geld von un« zu erpressen, bi« er so weit kam, daß er den Mordstahl auf das eigene Kind zückte.
„Ich bin zu Ende," flüsterte die Försterin und sank erschöpft in ihren Sessel zurück, liebet ihr schönes Gesicht verbreitete sich wieder die frühere Bläffe und ein leichtes Zittern, ihre Erregung bekundend, ging durch ihren Körper.
In der Halbdunkeln Stube herrschte eine bange Pause de« Schweigens.
Der Fürst saß stillstnnend und seine umwölkte Stirn schien nichts Gutes zu veckünden, bis fein Blick wie von ungefähr auf Frau Anne fiel. Ueber fein Gesicht blitzte wieder jener Zug milden Wohlwollens und die Wolken verschwanden. Rasch erhob er sich und trat zu dem Fenster, wo er die geschlossenen Jalousieläden aufstieß.
Der würzige WaldeSduft wogte in Strömen in das Zimmer; der Herbstglanz leuchtete goldig herein und es war, als ob vor seinen glühenden Lichtern, welche neckisch da drüben an der Wand spielten, die dunkeln Schatten de< Elend« und Unfriedens au« dem HauS flüchteten, wo sie jahrelang ihr Wesen getrieben hatten.
(Fortsetzung folgt)