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Jliarßurg, Donnerstag, 24. April 1879
xiv. Jahrgang
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ürchauS unsicheren Schätzungen, so daß darauf eine Ge- ____, tzesvo.lage nicht zu begründen sein würde. In dieser
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io; str, welcher mir entgegentrat, war nur noch der Schatten 26; 1 lebensfrischen, kräftigen Mannes, der vor wenigen «chen noch so rosige ZnkunftSträume vor mir gesponnen
Tage-bericht.
Den Arltesten der Magdeburger Kaufmannschaft ist f die eingereichte Denkschrift, betreffend die beabsichtigte teuer- und Zollreform für das deutsche Reich, von dem ichskanzler, nach der „Magd. Ztg." folgende Antwort
gegangen: „Das gefällige Schreiben der Aeltesten der aufmannschaft vom 8. d. M. habe ich nebst deren Denk- rift erhalten. Ich bedauere, daß die Herren der bean- agten Zollreform nicht beistimmen, indem ich von derben auch für Ihre Interessen Nachtheile nicht befürchte.
r selbst wenn einzelne Erwerbszweige durch die Aus-
Kjrung der Reform leiden sollten, was ich nicht glaube, । würden die verbündeten Regierungen bei auseinander henden Interessen doch diejenigen der Mehrheit der Be- hlkerung im Auge behalten müssen."
ür die Monate Mai und Juni werden von allen Postanstaltm Bestevrmget» auf die
Bberhesstsche Zeitung
mit deren Gratisbeilage
llustrirteS Sonntagsblatt
genommen.
Beziehung mag insbesondere auf die von der Commission eventuell vorgeschlagene Entschädigung der Fabrikanten und Händler hingewiesen werden, die zwar auf 687 Millionen Mark ziffermäßig festgestellt ist, aber auf willkürlich gegriffenen Schätzungen beruht, so daß anscheinend mit einer sehr erheblich geringeren Summe auszukommen sein würde. Es muß deßhalb zur Zeit dahingestellt bleiben, ob es zweckmäßig ober möglich fein wird, demnächst einmal in Deutschland das Tabaksmonopol einzuführen. Für jetzt muß eine solche Maßregel schon mit Rücksicht darauf außer Betracht bleiben, daß es sich um die baldige Erzielung eines höheren finanziellen Ertrages handelt. Das Monopol bedarf zu seiner Einführung der Errichtung und Einrichtung von Fabriken, der Anstellung von Fabrik- und Handelspersonal, welches erst langsam herangebildet werden kann. Wegen der hierzu und zur Deckung der Entschädigung erforderlichen CapitalauSlagen würde jedenfalls für die nächsten Jahre nur ein geringer Ertrag in Aussicht stehen."
Zum Attentat auf den Czareu schreibt man der „Wiener Abendpost" unterm 16. d. M. aus St. Petersburg: Durch Vermittelung der tiefgebeugten Mutter des Verbrechers hofft man von diesem Geständnisse zu erhalten. Weiß man doch schon, daß an der Spitze der Mörderbande ein Ausschuß von zwölf Personen steht, deren Befehlen sich alle Affiliirten zu fügen haben, wenn sie nicht selbst ihr Leben aufopfern wollen. Der in Staraja Ruß (bei Nowgorod) arretirte Lieutenant Dubrowin soll einer dieser Zwölf sein. Er steht vor einem Kriegsgerichte zu Nowgorod.
Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstanttnopel: Außer der stattgefundenen Unterzeichnung der Conventton in Betreff NovibazarS erledigte die ostrumelische Commission auch den letzten Punkt des organischen Statuts für Ostrumelien bezüglich der Regelung der Vakuf-Frage. In der nächsten Woche wird die Commission die letzte Lesung des Statuts vornehmen. — Aus Belgrad wird derselben Correspondenz gemeldet: Die Arnauten plünderten bei ihrer Invasion alle Ortschaften auf ihrem Wege und richteten einen immensen Schaden an, wofür die Pforte von der serbischen Regierung verantwortlich gemacht wurde.
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les wurde in Ordnung befunden. Mein Vater ging kber mit erhobenem Haupt umher, das Schreckliche was - tgefallen war, schien leider keinen tieferen Eindruck auf IO! d gemacht zu haben, einen desto größeren aber auf meinen kiuttgarn. Freilich kam er am folgenden Abend wie ge» 9’ ähnlich zu mir, doch eine seltsame, schmerzliche Verän- - rung war mit ihm vorgegangen. Er war ruhig, aber 5i ne Ruhe flößte mir Furcht ein; über seine sonst so
tuen Züge hatte sich ein düsterer Ernst gelagert und
I« Wolfsgnmd.
Von Fritz Brentano.
(Fortsetzung.)
/ Einen Augenblick kämpfte die Försterin noch mit sich
»st, bann fuhr sie in ihrer Erzählung fort:
„Die Kassenrevision fand am andern Tag statt und
Nochmals machte mein Vater den Versuch, ihm einige ul orte des Dankes zu sagen, aber wieder wies er den- — den kalt zurück und forderte nur eine kleine Besprechung TO- Ker vier Augen, um unsere HeirathSangelegenheit zu bnen.
1,| e mir gereichte Hand war eisig, wie die eines'Tobten. 7 >h, der alte Hans Justt war ja auch gestorben und der
wn- Was die Einführung des Tabakmonopols in Deutsch- t iür wb anlangt, so äußern sich bie Motive über ben Tabak- "öd: ruercntwurf u- A. wie folgt: „Das Monopol ist zwar ' anderen Ländern mit Erfolg durchgeführt. Auch wird
Erscheint täglich außer «n ben Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlicken Beilaa. «uftrirtea gnttnOt.mioH« h,,,* 77 , ö .
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Jüt tn der Expedition zu ertheilende .lu’tunft und Annahme von Adressen werden 85 Pfg. berechnet.
llen Dingen genauer statistischer Ermittelungen bedürfen, «eiche bisher nicht zu Gebote stehen. Ein Urtheil über le Veränderungen, welche in der Tabakindustrie und dem
Snzeigen nimmt entgegen: Expedition d.Blatte«, ie d-Annoncen-Bureaux n Th. Dietrich & Co. in ffel und Hannover; Th. Dietrich in Kankfurt a.M.; Laasenstein & Bögler in nkfurt a- M., Berlin, ipzig, Eöln rc.; Rudolf offe in Berlin, Frankfurt a. Ä!. ic.
, 90 ^. Dieselbe war rasch erledigt. Freilich wollte mein Vater rrmalS eine lange Frist bedingen, allein die energische flarung meine« Bräutigams, daß er nun und nimmer _____ >lde, daß ich noch länger in dem Haus verweile, welches Per und Verbrechen besudelt hätten, machten seine Ein
Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Deutsches Reich.
Berlin, 22. April. DaS Programm zur Feier der goldenen Hochzeit des Kaiserpaares am 11. Juni d. I. liegt, wie die Kreuzz eitung mtttheitt, nunmehr S. Majestät dem Kaiser und Könige in Wiesbaden zu den letzten Abänderungen und der sodann erfolgenden Genehmigung vor. Bei den von nahezu allen europäischen und selbst von außereuropäischen Höfen geäußerten Wünschen, durch Ab- ip r i ' h ,
wände verstummen und vier Wochen später wurden wir in aller Sttlle getraut.
Seit Monaten hatte sich mein Manu um eine Försterstelle beworben und gerade zu rechter Zeit wurden seine Bemühungen mit Erfolg gekrönt. Der alte Förster im Wolfsgrund, bei dem er vor seinem Uebertritt in den Canzleidienst mehrere Jahre als Gehilfe fungirt hatte, trat in den Ruhestand und bereits zwei Monaten nach unserer Verheirathung zogen wir hier ein.
Ich hatte gehofft, daß die Entfernung von dem Schauplatz unserer trüben Erfahrungen und das neue frische Leben im Wald bald den Kummer von der Stirn meines Manne« verscheuchen sollten — doch umsonst. Gegen mich war er immer lieb und freundlich wie immer, aber fein träumerisches Wesen Web feit jenem Abend unverändert. Nur einmal schien ein Sonnenstrahl auf fein umdüsterteS Gemüth zu fallen, als ich zum erstenmal Mutter ward und einem Knaben das Leben schenkte. Da blitzten wieder auf einige Zeit die alte Freudigkeit und der frische LebenS- muth aus feinen Augen — aber der Rückschlag war um so schwerer, als nach wenigen Wochen bereit- das Kind kränkelte und endlich starb.
Daß mich,. die Mutter, dieses traurige Ereigniß auf da« tiefste berührte, versteht' sich von selbst und dennoch begriff ich den wahrhaft unheimlichen, wilden Schmerz meine« Manne« nicht, der sich vor der kleinen Leiche niederwarf und kaum zu bewegen war, sich von derselben zu trennen. Und als das Kind hinausgetragen und unsere Wohnung wieder verödet war, da brach der lang nieder- gehaltene Jammer seines Innern mit Macht lo« und stöhnend entdeckte er mir, daß er an jenem Abend, um den letzten, schweren Zusammenbruch unserer Zukunft abzu-
ftnbung eines MitgliebS der betreffenden Herrscherhäuser ihrer Theilnahme an diesem seltenen Jubeltage Ausdruck zu geben, war es überhaupt schwer, die Grenzen zu ziehen, innerhalb deren von hier aus die Einladungen zu diesem Festtage zu erlassen sein würden. Wie das Blatt hört, werden sich die Einladungen nur auf die nächsten verwandtschaftlichen Kreise erstrecken. Man erwartet die Ankunft des Kaiser« von Rußland und des Prinzen Friedrich der Niederlande, dagegen werden der Münchener, Dresdener, Wiener, Madrider, Lissaboner und der römische Hof nicht vertreten sein. Die Feier findet in Berlin statt, etwa fünfzig Fürstlichkeiten werden daran Theil nehmen. — Der Reichs-Kommissar für die australischen Welt-Ausstellungen 1879 80 hat eine Bekanntmachung erlassen, der wir das folgende entnehmen: Am 1. September d. I. wird die von der Kolonialregierung von Neu-Süd-Wales veranstaltete internationale Ausstellungen von Erzeugnissen der Landwirthschast, der Kunst- und de« Gewerbefleißes in Sydney Eröffnet. Derselben wird im Jahre 1880 eine zweite internationale Ausstellung in Melbourne, Kolonie Victoria, folgen. Um der deutschen Industrie eine ihrer Bedeutung entsprechende Betheiligung zu ermöglichen, hat der BundeSrath die Entsendung eines Reichs-Kommissars an Ort und Stelle,beschlossen. Die Regierung wird darüber wachen, daß die deutsche Becheiligung an dem internationalen Wettstreite würdig ausfalle. Demzufolge werden Erzeugnisse, welche bei vorgängiger Prüfung sich nicht als für einen internationalen Wettkampf geeignet erweisen sollten, nicht zugelassen werden. Es wird insbesondere streng darauf geachtet werden, daß unter die Zahl bet Industriellen, von denen gute Maare und probemäßige Lieferung zu erwarten ist, nicht Elemente von geringerer Tüchtigkeit sich einmischen. Die Anmeldung für die Betheiligung ist bei Herrn Geheimrath Reuleaux, Wilhelm- straße 75, unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars und unter Beachtung der demselben beigefügten Anweisung auf dem schleunigsten Wege, spätestens aber bis zum 15. Mai dieses Jahres zu bewirken. Anmeldungsformulare ,nebst Programm und Anweisung werden auf Antrag frankirt versandt. Die Anmeldungen, welche bei Herrn C. Lautenschlager, Stuttgart, Konsul Kirchner, Wiesbadens und dem Centralverein für Handels-Geographie hierselbst bereits gemacht sind, werden ebenfalls berücksichtigt werden. Die betreffenden Firmen werden jedoch ersucht, die ihnen direkt zugehenden offiziellen Anmeldungsformulare gefälligst ausfüllen und hierher einsenden zu wollen. Soweit die Rücksendung bis zum 15. Mai nicht erfolgt sein sollte, wird angenommen werden, daß von der Beschickung der Ausstellung abgesehen worden ist. Die Verschiffung der Ausstellungsgüter muß im Monat Juni mittelst Dampfers stattfinden.. Bei dem geschäftlichen Charakter der Ausstellung hängt der materielle Nutzen derselben für den
halten, die meinem Vater fehlende Summe aus der ihm anvertrauten Kasse genommen habe, und so ein Dieb und ehrloser Beamter geworden sei. Freilich war das Geld von ihm wieder gedeckt worden, aber durch welche Mittel.
Sein Vater hatte den letzten Rest seiner Habe hingegeben, um Ehre und Stellung seine« einzigen Sohnes zu retten; die fehlenden 200 Ducaten hatte Samson Gauner vorgeschossen, fteilich erst, nachdem ihm Justt in seiner Verzweiflung eingestanden, daß da« Geld ans seiner Kaffe auf unbegreifliche Weise verschwunden sei, und nur unter den wucherischsten Bedingungen. Sv war er mit bem drückenden Gefühl sein gefährliche« Geheimniß im Besitz eine« anderen zu wissen und den Vater um alles gebracht zu haben, auf das Forsthau« gezogen, und oet Tod seine« ersten Kindes erschien ihm nur als eine gerechte Strafe des Himmels, dafür, daß er vom Weg des Rechtes und der Ehre abgewichen sei.
Vergebens versuchte ich ihm die Gedanken auszureden; umsonst machte ich ihm begreiflich, wie er ja nur in einem Augenblick höchster Verzweiflung sich zu dem unseligen Schritt habe verleiten lasten — sein gebrochenes Gemüth war nicht aufzurichten.
Ach, und ich selbst! Glaubte ich denn wirklich an alles das, war ich ihm sagte? Lag e« denn nicht auch wie Centuerlast auf meinem Herzen? Um meinetwillen hatte er es ja gethan, um meinen Besitz, der ihm als so glückverheißender erschienen war. Und jetzt?
DaS war eine schwere Zeit, die nun folgte und doch war der Höhepunkt unseres Elendes noch nicht erreicht.
Von meinem Vater hatten wir feit unserem Wegzug aus der Residenz wenig vernommen, aber doch genug, um bie Ueberjeugung zu haben, daß seine Besuche in der
lasch« t Tabakindustrie und der Tabaksbau gefunden haben, ist tn scheint es nicht zulässig, aus den Erfolgen des Monopols Hw 1 anderen Ländern ohne Weiteres die Zweckmäßigkeit der lebertragung desselben nach Deutschland zu folgern. Um k Wirkungen der Einführung des Monopols in Deutsch- --Uld mit Sicherheit beurtheileu zu können, würde es vor
labakhandel in Deutschland durch die Einführung des labakmonopols hervorgerufen werden würden, entbehrt bis ". ir Beschaffung dieses stattstischen Materials der sicheren Ulfa! ^sächlichen Grundlage, und auch die Erörterungen der 'a «bak-Enquete-Commission über das Monopol beruhen auf
eizrc. . _ _ . .
mnn- «gegeben, daß, nach Ablauf einer Uebergangszeit, schweren ju ch eine andere Besteuerungsform so hohe finanzielle Er- ’ läge, wie das Monopol, bei möglichst gerechter Verthei- -annt ln9 bet Last zu sichern im Stande wäre. Bei der hohen
>/, ntwickelung aber, welche in Deutschland der Tabakhandel,