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neigen nimmt entgegen: .Expedition d.vlatte-, jird-Ännoncen-Bureaux . xh, Dietrich & Co. in |d und Hannover; Th. UÄ in SrnnHiirf « *
M in Frankfurt a.M.; .fenftem & Bögler in erffntt a M., Berlin, Sig, Köln ic.; Rudolf t in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
Marburg, Freitag, 28. März 1879
XIV Zahrgaig
GkkWIlht jfitimij
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowied. Annoncen'Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W- ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen- Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (K och'sche Buchdruckerei) bezogen 2, Mark, durch die Postämter des Deutschen-Reiches 2 Mark 50 Psg. (epi. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.
ahrea 1 Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adresien werden 25 Pfg. berechnet.
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ssere verehrten auswärtigen Abonnenten er- l suchen wir baldigst bei der Post ihre Bestel- pgen auf das zweite Quartal erneuern zu ollen. Wir machen besonders darauf aufmerksam, iß ohne vorherige Bestellung von der Post Zeingen nicht geliefert werden. — Auf dem Lande taten die Postbote« Bestellungen an.
Die Sxped. d. Obey. Zeitung.
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Togesbericht.
Dir „Provinzial-Correspondenz" schreibt anläßlich der mchterstattung über die Feier des kaiserlichen Geburts- zes: das Befinden Sr. Mas. des Kaisers war auch an r folgenden Tagen immer ein günstiges; es ist zu hoffen, ß die immer mehr verringerte Blutanschwellung auf der htm Seite in Kurzem gänzlich geschwunden sein werde.
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Die in Valparaiso (Chile) erscheinendm „Teutschen- ochrichten" bringen einen interessanten Artikel über den Ersten Bismarck aus der Feder des Herrn C. G. Danck- »rdt dortselbst, dessen liebenswürdige plattdeutsche Ge- hte zur Begrüßung S. M. Schiff „Elisabeth" vor einiger nt die Runde durch die deutsche Presse machten. Die Art
W ,d Weise wie Herr Danckwartd den Fürsten Bismarck / ,. urtheilt, sticht sehr wohllhuend ab, von der Manier, lalttat^ au| @runb einer faulen Kapeldepesche mit sittlichem uhvs über den Reichskanzler den Stab zu brechen. Wir HOfinnen es und nicht versagen, aus dem Artikel folgende
tellen hervorzuheben:
„Man kann nicht Bismarck verurthellen, ohne gleich- itig Deutschland den Stab zu brechen, denn Jedermann chul«ird zugestehen, daß ersterer nicht eine dem Lande auf- w i- tairte Größe, die ihren eigenen Maßstab für sich hat, , sondern ganz und allseitig ein Ausdruck des heutigen sooz mlschthums mit allen seinen starken und schwachen Eigen- _L_L »aften, und daß er, wie er nur groß geworden ist, mit rscheimii Großwerden Deutschlands, so auch bei der Stellung , naste er im Reiche einnimmt, und bei den von ihm bewähr- u vei« persönlichen Characterseiten unmöglich wieder klein wer- cbitioin kann, wenn nicht das gleichzeitige Herabsinken Deutsch. [731 nds von der erlangten Höhe es ihm gestattete. Machte —— an daher jetzt Bismarck mit Recht den Vorwurf, er halte i oder mache sogar Kehrt auf der Straße, die er seit Raffe i66 in t r inner» Politik, freilich immer vorsichtig aber
doch entschieden, gewandelt ist, so mußte man unserm Dafürhalten nach zugleich auch Deutschland beschuldigen können, es sei im Begriffe, sich als freiheitlicher Kulturstaat insolvent zu erklären und Bankerott zu machen. Das aber, wenn nicht böswillig, wäre leichffinnig, ungerechtfertigt, unverständig und beleidigend — und nicht viel anders sehen wir die Mehrzahl der gegen Bismarck gerichteten Angriffe an. In Hinsicht auf Bismarcks Persönlichkeit halten wir das, dessen man ihn verdächtigen will, überdies für eine psychologische Ungeheuerlichkeit. Niemand wird Bismarck zu jenen biegsamen, schwankenden Rohrhalmen zählen, die auf dem Boden des politischen Lebens heute sich nach Osten, morgen nach Westen, je nachdem der Wind weht, umlegen, — im Gegentheile, alle Welt weiß von seiner zähen Eigennatur und vielfach wird ihm zu große Hartnäckigkeit vorgeworfen. Nun, dieser Mann hat seit 1866 seinen Namen mit großen mächtigen Zügen in das goldene Buch der deutschen Geschichte eingetragen, eine Reihe historisch gewordener Thaten legt Zeugniß davon ab, daß er sein Vaterland über Alles liebt, daß er seine ganze Manneskraft einzusetzen Willens ist, um es auf den höchsten Schild zu heben. Daß er seine, — unsere Zeit nicht begriffen, wagt höchstens die Dummheit oder Böswilligkeit von ihm zu behaupten; — seine Gegner erkennen es an, wenn sie gerecht sein wollen —, die auf der rechten Seite stehenden mit Bedauern, daß er zu weit gehe, die auf der linken Seite mit der Klage, er gehe nicht weit genug. Es hieße seiner Einsicht zu nahe treten, wollte man annehmen, er begreife nicht, wie des Vaterlandes und seine eigene Größe nur erreicht werden konnten und bewahrt werden können, wenn man dem Geiste der Zeit und Nation Rechnnng trägt. Als Patriot kann ihm Deutschlands Größe, als Mensch seine eigne nicht gleichgültig sein. Und dieser Mann soll jetzt, bei Gelegenheit des Socialistengesetzes aus puren reaclionären Gelüsten — einen großen breiten Strich durch die ruhmreichen letzten 12 Jahre eignen und deutschen Lebens ziehen wollen? Man möge uns abgehen mit solcher Insinuation — man verschone uns damit, wenn man nicht will, daß wir ihr daS rechte Eigenschaftswort beilegen I Diesem Manne will man es in die Schuhe schieben, er verlange von den Volksvertretern die Sanction des fraglichen, vielfach angefochtenen Socialistengesetzes heimtückisch aus anderen Gründen, als den evelsten, als z. B. dem, daß er ohne dasselbe sein geliebtes Vaterland tief gefährdet sieht? Dieses Mannes Gesinnung will man verdächtigen? Dieses Mannes, der doch wahrlich an Einsicht sich mit Jedem
messen kann, und der besser als alle andern die wirklichen Gefahren, die sein geliebtes Vaterland bedrohen, ermessen kann und sie ermißt, will man Hintergedanken zuschreiben, gegen welche doch der glorreichste Theil seines ganzen Lebens ein offener und schlagender Protest ist? Wahrlich, man möchte zweifeln, ob sich je ein Mann durch bas. was er für sein Land und Volk thut, selbst durch das Größte und Beste gegen die Verdächtigungen und das Mißtrauen der Splitterrichter schützen kann.
Die „Polit. Corresp." meldet aus Petersburg: Die Verhandlungen zwischen Rußland und England über die in Ostrumelien nach dem Abzug der Russen zu treffenden Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Re- spectirung des Berliner Vertrages schreiten aufS Günstigste fort.
Deutsches Reich.
** Berlin, 26. März. Die Provinzialkorrespondenz bringt heute Näheres über den Plan der Kaiser-WilhelmS- spende und über die bei der getroffenen Entscheidung maßgebenden Gesichtspunkte. Wir ergänzen die Angaben durch einige Mittheilungen aus dem Statut. Die Stiftung steht unter dem Protektorat des Kronprinzen, als spezieller Zweck ist angegeben, den gering bemittelten Klassen des deutschen Volks namentlich dem Arbeiterstand Gelegenheit zu geben, für die Zeit des Alters Rente oder Kapital zu versichern. Ferner soll die Anstalt auch wie genossenschaftliche Altersversorgungsanstalten einzelne Berufsklassen durch Beschaffung der nothendigen RechnungSgrundlagen und durch Beirath bei der Einrichtung zu unterstützen. Mitglied kann nur der werden, der zu den gering bemittelten Massen gehört und seinen Wohnsitz im deutschen Reich hat, zu Gunsten eines Aufnahmefähigen kann jeder Andere eine Rente oder Capital vorsehen. Der Ertrag der Kaiser-WilhelmS- Spende bildet den Garantiefond der Anstalt, die Zinsen derselben dienen zunächst zur Bestreitung der Verwaltungskosten. Die staatliche Aufsicht wird dem preußischen Minister des Innern übertragen. Organe der Anstalt sind die Direction und der Aufstchtsrath. Die Direction besteht auS einem Director, welcher vom Aufsichtsrathe angestellt wird, dem Letzteren bleibt Vorbehalten einen zweiten und dritten Director, einstwellrn aber einen Subdirector anzustellen. Der Aufsichtsrath besteht aus einem vom Kronprinzen ernannten Präsidenten und 10 Mitgliedern, von denen Preußen 2, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden,
170.
”3$ Harte Kämpfe.
Novelle von Ludwig Habicht-
(Schluß.«
DaS war ein anderes Hochzeitsfest, das wenige Monate
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»ter auf Schloß Brevelay gefeiert wurde, und auch ohne e hervorragende Stellung des Bräutigams würden schon e romantilchen Umstände, die dieser zweiten Trauung L' rangegangen, das allgemeinste Interesse in Anspruch ge- ia!9 mmen haben. Von allen Seiten strömte man herbei, » das Brautpaar zu sehen, das nach so harten Kämpfen h endlich doch am Ziel sah. Und diese ohnehin so seltene 6 glänzende Hochzeilsseier wurde für die Bretagner durch «4 : Anwesenheit ffnes merkwürdigen Gastes noch inter- '' - (miet. Georg Cadoudal war plötzlich mit seiner Ge- - rhlin erschienen, um der Trauung beizuwohnen. Er hatte Aich seinen hartnäckigen Widerstand gegen die Republik L4 ^gegeben, seine Truppen entlassen und den Frieden be- * s- kören müssen, aber der Kampf, den er noch Jahre lang ge- i« hrt, nachdem alle Anderen das Feld geräumt, hatte ihn £ einer Berühmtheit gemacht. Als er sich hierauf nach .gl »don begab, wurde er von britischen Ministern mit Aus- jl hnung empfange« und vom Grafen von Artois zum verallieutenant ernannt. Mit Ehren überhäuft, erschien jetzt vor seiner Schwiegermutter, die ihn mit stolzem 2äj kklichem Lächeln empfing. So waren doch die kühnen esfnungen, die Marion auf den geliebten Mann gesetzt, 46 tie, blühende Wirklichkeit geworden . . .
! ♦ Leider sollte sich Frau von Brevelay nicht lange des n* Kckes erfreuen, all, ihre Kinder um sich zu fehen. Den hnen Geist ihres Schwiegersohnes trieb es rastlos wieder neuen Kämpfen. Der Zauber von Georg Cadoudal's r kffvnlichkeit war so groß, daß er überall Anhänger fand, 4 er auftrat, und bald hatte er den Brand von Neuem tsacht. Sein kühner Anschlag auf Brest und Belle-Jsle 1 llde jedoch von den Republikanern entdeckt und vereitelt.
Georg erkannte jetzt mit raschem Scharfblick in dem Consul Bonaparte den gefährlichsten Feind der alten Dynastie, und all' seine Gedanken richteten sich nun darauf, gerade diesen Mann aus dem Wege zu schaffen. Die gegen das Leben des ersten Consuls gerichtete Höllenmaschine verfehlte zwar ihren Zweck und die öffentliche Meinung bezeichnete den verwegenen Chouanführer wohl nicht mit Unrecht als Urheber dieses Anschlags.
Georg lebte seitdem mit seiner Frau theils in London theilö hielt er sich heimlich auf der Besitzung seines Schwagers auf. Vergeblich waren all dessen Vorstellungen, sich endlich in die neue Ordnung zu finden, da alles Ankämpfen vergeblich sei. „Nimmermehr!" war dann Georg's Antwort. „Ich habe nur noch einen Gegner auf's Korn zu nehmen, fuhr er mit flammenden Augen fort, „das ist dieser Bonaparte und einer von uns Beiden muß in diesem Kampfe unterliegen. »
Hippolyt schüttelte dann traurig den Kopf. „Du wirft 'gegen diesen Titanen nichts ausrichten! Warum willst Du nicht endlich Dir ein HauS gründen und glücklich fein, wie wir cs sind?" Und der junge Mann blickte mit zufriedenem Lächeln auf seine schöne Frau und die beiden reizenden Kinder, die sie ihm geschentt.
„Was Dir das höchste Glück dünkt, wäre mir der Tod, entgegnete Georg und feine Augen verriethen das verzehrende Feuer, das in ihm lebte. „Und wie glücklich bin ich, daß Marion diefe Vorliebe für Sturm und Kamps mit mir theilt!" Er schlang voll alter hingebender Zärtlichkeit seinen Arm um die theure Lebensgefährtin, die in aller Noth und Gefahr nicht von seiner Seite gewichen, ja für die längst dies Dasein voll Kampf und Entbehrung den höchsten Reiz gewonnen, so daß sie es hätte mit keinem andem vertauschen mögen.
Und Georg Cadoudal hiett Wort. Er zettelte Verschwörungen an, wußte eine Menge alter Offiziere, unter denm sich auch Pichegru befand, für sich zu gewinnen, ging im Winter 1803 heimlich nach Paris und eS gelang
ihm, sich mit feinen Verschworenen unter allerhand Verkleidungen dort aufzuhalten. Sein kühner Plan war, Bonaparte in der Mitte seiner Garden zu ermorden. Aber die Verschwörung wurde entdeckt und Pichegru mit einigen seiner Genossen im Februar 1804 verhaftet. Wenige Wochen später gelang es, auch Cadoudal festzunehmen. Er wurde zum Tode verurtheilt. Ahnte 9iapoleon, daß in diesem Manne ein Geist lebte, der mit dem seinen verwandt war, und wollte er ihn deshalb schonen? — Er that noch jetzt Schritte, den kühnen Chouanführer für sich zu gewinnen; aber George wies alle Anerbietungen stolz zurück. Der starrköpfige Bretagner mochte nicht einmal um Gnade bitten, und so fiel am 10. Juni 1804 sein stolzes Haupt, während alle seine Mitverschworenen auf ihr Ansuchen begnadigt wurden.
Ueber Marion's Seele warf dies düstere Ereigniß einen ewigen Schatten; sie konnte den Verlust ihres einzigen, angebeteten Mannes nicht verschmerzen, obwohl sie hätte in ihren zwei aufblühenden Knaben einen Ersatz finden können, die versprachen, ganz das Ebenbild des Vaters zu werden. Marion zog mit ihren Kindern nach Brevelay.
Bald nach der Restauration wurden die Nachkommen Georg Cadoudal's in den Adelstand erhoben. Zu Marion's Schmerz hatte sie nicht die Genugthuung, daß ihre Mutter dies noch erlebte, sie war kurz vorher sanft verschieden; dagegen hatte der alte Cadoudal noch diese Freude, und was sein ehrliches Herz mit noch größerer Befriedigung erfüllte, war, daß der Herr von Brevelay all feine damaligen Befürchtungen glänzend widerlegte. Er hatte noch niemals ein Paar gesehen das eine so friedliche, glückliche Ehe geführt.
Ja, friedlich und glücklich verlief das Leben Hippolyt'S und Genevisve's. Von blühenden Kindern umgeben, im weitesten Umkreise geliebt und geachtet, bot ihnen daS Dasein Tage des tiefsten Friedens und der reichsten Seligkeit.