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JRarfiurg, Sonnabend, 23. März 1879
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gingen nimmt entgegen: ^Krprdttion d.Blatte-, jjie d-Annoncen-Bureaux :rl LH. Dietrich & To. in ,ffel und Hannover; Th. icttich in Frankfurt a.M.; ttfenftein & Vogler in tantfurt a. M., Berlin, ujjig, Cöln ic.; Rudolf bfft in Berlin, Frankfurt a. M- ic.
(Olirrlirffifdjr Jritintg.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition 6. Blattes, sowie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene- in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen-
Kaiser Wilhelms
Geburtstag
ber-
I ollen
ter.
*
Geheime Gaben Wald und Au'n! Des Winters Herrschaft ist beendet Die Herzen hebt ein froh Vertrauen! Und nach der nachterfüllten Ferne Vergangner Stunden bang und schwer Schwebt dieser Tag gleich einem Sterne Vor unsrer Hoffnung licht und hehr!
er Frühling kommt mit seinen Kräften , Zurück auf Wiesen, Flur und Rain;
Es regt sich in des Baumes Säften junge Knospen treibt der Hain, wie im Reich der Welten draußen —
nicht des Frevlers eitler Wille heut dies seltne Fest geraubt.
22. März I27Y-
Und mild verklärt führt nach den Leiden Dies Jahr den Tag zum greisen Held, Der ihn auf immer hat vor Zeiten Einst in den schönsten Bund gestellt. Was er gehofft im Jugendstreben Versank nicht in der Stürme Tanz — Und nach dem Lorbeer darf ihm geben Das Volk der Liebe güldnen Kranz.
Der Frühling kommt, der Frühling spendet
Ein schweres Jahr ist nun vergangen; Manch' Unglück liegt bekämpft und fern; Und nach der Nacht mit heit'rem Prangen Glänzt dieser Tag, ein lichter Stern. — Ein lichter Stern, der auf der Wolke Des alten Leides freundlich thront Und so dem Kaiser wie dem Volke Der Treue reinste Hoffnung lohnt! —
Von diesem Tag mit freud'gem Sehnen Sieht unser Volk noch fort und fort Sich weit des Lebens Kreise dehnen, Des für sein Heil ein starker Hort. Vorüber, ja vorüber schwinden Wird auch des Leidens letzte Spur, Bei all der Frühlingsluft, der linden, Im Volkesherz und auf der Flur!
Nor- ttete Stüd Dicke e 40 Ltück Dicke et zu rben. .879.
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-ip^)es alten Kaisers würd'ges Haupt,
tippe -nb nd
—R Hrt auch des Lenzes heitres Glück
1 bi* Irotz manchem wildbewegten Brausen ns heut ein schönes Fest zurück.
All Deutschland von des Nordmeers Strande imw^ an der Donau blaue Fluth, "ll Deutschland freudig heut erkannte: in guter Geist hielt treue Huth. —
ergei in guter Geist umschwebte stille
_i Gründung entbehrend bezeichnet.
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er, ck, brecht
Harte Kämpfe.
Novelle von Ludwig Habicht.
(Fortsetzung.)
Der „Nordd. Allg. Ztg." werden die neuerlich ver-
Tagesbericht.
Aus Berlin wird vom 20. d. gemeldet: Im kaiserlichen
«lais findet heute Abend eine musikalische Soiree statt, ; welcher die Mitglieder der königlichen Familie, die zur sittlichen Geburtstagsfeier bereits eingetroffenen Fürstlich- einige Minister, der französische Botschafter Graf ' >t Ballier, der französische Botschafter in Petersburg ’ toeral Chanzy, sämmttiche Militärbevollmächtigte und ’t0 u ibtre hochgestellte Personen eingeladen sind. Se. Maj.
r Kaiser wird die Soiree nicht besuchen.
Deshalb war für den alten Cadoudal eine Bekannt- y ast sehr angenehm, die er vor Kurzem gemacht hatte, öhlich war nämlich ein junger Mensch im nächsten Dorf
^leiteten Mittheilungen über ein bevorstehendes der prenßi- :Ukl ien Regierung mit dem Herzog von Cumberland zu tffendes Arrangement von glaubwürdiger Seite als jeder
Bti. Obwohl sie damals noch ein Kind gewesen, hatte 1 schon von Myon nicht den besten. Eindruck empfangen aßkW ihr Bruder hatte dieselben unheimlich funkelnden ,9 Men, die ihr ein wahres Grauen einflößten.
Agi Eines Abends hatte sich Charles wieder eingefunden; u ' konnte nicht auf der Stelle das Zimmer verlassen, denn ! k Vater forderte sie auf, etwas zu singen, sein junger ___kund wolle sie einmal hören. „Trage doch das Lied ). k, dzg der junge gnädige Herr so gern hörte!"
। „Hippolyt?" fragte Charles sogleich. „O mit dem ;8Ä ®9en Herrn habe ich noch eine^ kleine Rechnung abzu- ^chen," setzte er mit finsterm Sttrnrunzeln hinzu, und ch ehe der Alte etwas erwidern konnte, fuhr er in -lei- ychaftlicher Erregung fort: „Er hat meine arme Schwester $ falschen Liebesschwüren bethört, sie dann schändlich
o-- schienen, hatte sich Charles Blondet genannt, der damals n Tode glücklich' entronnen, und schon die große Aehn- leit mit Myon bestätigte die Wahrheit seiner Angaben.
—" *t ehemalige Chouan wußte viel zu erzählen und sich in 6 besondere Gunst des alten Cadoudal zu setzen, während rtH ktievieve gegen den finstern, blassen Menschen eine uner- ttliche Abneigung empfand und ihm so viel wie möglich Hvich, um so mehr, als sie bald bemerken konnte, daß Hl- für sie ein lebhaftes Interesse an den Tag zn legen be-
Bon russischen Blättern wird die Reise des Grafen Schuwaloff nach St. Petersburg mit dem Conferenz-Projecte in Verbindung gebracht. Für die „Now. Wr." steht es bereits fest, daß die Conferenz bestimmt zu Stande kommen und die Mission des Grafen schuwaloff nicht besonders schwierig sein werde. Das Blatt sagt dann weiter: „WaS die Stellung anlangt, welche die Großmächte zur Frage der Conferenz einnehmen werden, so ist zunächst zu beachten daß die Abberufung der Lord Loftus und Layard ein deutliches Zeichen dafür ist, daß England es in diesem Augenblick für inopportun hält, seine Rußland feindliche Politik noch weiter zu verfolg n. Dem englischen Cabinet ist jetzt mehr denn je um die Freundschaft Rußlands zu thun, es will durch dieselbe auf die Gemüther der Asiaten, der Afghanen wie der Türkei einwirken, um in Konstantinopel und Kabul jetzt wenigstens auf diesem Wege einen Theil davon zu erreichen, waö eS während unseres Türkenkrieges
verlassen und sie ist vor Verzweiflung hierüber in'S Kloster gegangen."
„Das ist nicht möglich!" rief der alte Cadoudal, während Genevieve, auf den Tod erbleichend, keines Wortes mächtig war.
Charles wußte nun eine Menge Beweise für die Treulosigkeit Hippolyt's beizubringen und sie in's grellste Licht zu setzen. Ter alte Cadoudal konnte an der Wahrheit dieser Mittheilungen nicht zweifeln; er schüttelte bedenklich den Kopf. Es that ihm leid, daß der gnädige junge Herr sich nicht anders erwiesen, als die meisten jungen Edelleute, die es mit solchen LiebeSschwüreN nicht genau nehmen. Genevieve's Herz zuckte krampfhaft zusammen. Sollte sie wirklich das Schicksal Myons's theilen, die Hippolyt mit HeirathSversprcchungen hingehalten und bethört! Auch ihr hatte er noch vor Kurzem aus Nizza geschrieben, daß er mit der Mutter noch nicht gesprochen habe, weil sie augenblicklich so leidend sei, daß er sie nicht aufregen dürfe; aber sobald sie nur ein wenig wohltt sei, werde er ihr Alles bekennen, und er wisse bereits in Voraus, daß sie dem Glück ihres einzigen, geliebten Sohnes nicht hindernd in den Weg treten werde.
Der alte Cadoudal und Charles sprachen nun noch lange über tiefen Gegenstand und je mehr der Letztere die Schändlichkeit Hippolyt's klar bewiesen, je größere Qualen empfand Genevieve; sie vermochte ihre Thränen nicht länger zurückzuhalten und verließ rasch das Zimmer. Ihr Vater blickte ihr verwundert nach. „Hm, was ihr nur eigentlich fehlt, daß sie gar nicht mehr singen mag?" murmelte er vor sich hin.
Charles hatte eS doch gehört.
„War nicht Herr von Brevelay in diesem Frühling hier?" fragte er nach einer Pause, und auf das erstaunte
durch leere Demonstrationen erreichen zu können meinte. Jede Vereinbarung setzt gegenseitige Concessionen voraus. So wird denn auch Lord Beaeonsfield gern seine Zustimmung zu einer Verschmelzung von Ostrumelien und Bulgarien geben, wenn sich ihm die russische Politik in Bezug auf Afghanistan, wo es den Engländern jetzt nicht zum Besten ergeht, gefällig erzeigen will. Fürst Bismarck gehört bekanntlich auch zu Denjenigen, die sich gern auf Compromipe einlaffen, wenn sich um diesen Preis ein materieller Erfolg erzielen läßt. Er wird der Verschmelzung Bulgariens und Ostrumeliens beistimmen, sich aber für Deutschland gewisse Erleichterungen des gegenwärtigen russischen Zollsystems ausbedingen. Andrassy wird vielleicht Ansprüche auf Makedonien machen — vielleicht werden Frankreich und Italien mit Prätensionen hervortreten. Zu großen Concessionen wird sich jedoch Graf Schuwaloff schwerlich bereit finden lassen, denn den wesentlichen Dienst
„Wamm?" des Alten fuhr er mit boshaftem Lächeln fort: „Ich meine nur, daß der junge Herr vielleicht hier das- fel e Spiel getrieben, das meine Schwester so unglücklich gemacht hat," und ein lauernder Blick streifte zu dem An- bern hinüber.
In dem Kopfe des alten Cadoudal tauchte ein Gedanke auf; wohl schwieg er klüglich; aber als sein junger Freund gegangen war, suchte er Genevieve auf und nach einigem Drängen erfuhr er von ihr das Geheimniß ihres Herzens. Er war davon nicht wenig betroffen. Sie zeigte ihm Hippolyt's Briefe und nachdem sie der Vater sorgfältig durch- studirt, sagte er mit traurigem Kopfschütteln:
„Armes Kind! da siehst Du, daß er schon Viele getäuscht haben muß, weil er eine solche Hebung darin hat. Ja, in Paris lernen die jungen Herren solche Künste. Du würdest nur das Schicksal Myon's theilen. Ein Glück, daß Charles hierher gekommen und uns aufgeklärt hat. Und Genevieve, Du glaubtest wirklich an seine Versprechungen, Du liebst ihn?"
Ein Thränenstrom der Tochter war ihm Antwort genug.
„Genevieve, Du mußt tieruünftig fein und ihn vergessen lernen," ermahnte der Alte und fuhr mit feiner rauhen Hand über ihr blondes Haar. „Hast Du nie daran gedacht, daß wir arm geworden und er ein so vornehmer, reicher Herr ist?"
„Und hat nicht Marion auch meinen Bruder geheirathet?" warf Genevieve endlich ein, die noch immer nicht den Gedanken fasten konnte, daß sie den Geliebten aufgeben sollte.
„Hm, eine Frau bereut weit weniger ein solches Opfer, wenn sie den Mann wicklich liebt,“ entgegnete der alte Cadoudal, dem es aus seiner früheren Stellung nicht an Weltkenutuiß gebrach; „aber ich hab'S immer gefunden,