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lieber die Beziehungen Deutschlands zu Dänemark sind toieberunt einige sensationelle Gerüchte in Umlauf gesetzt, für deren Verbreitung insbesondere der bekannte Correspon- dent der Londoner Pall Mall Gazette gesorgt hat. Nach diesen Gerüchten sei der deutsche Reichskanzler ernstlich da­rauf bedacht, Dänemark dem deutschen Zollverein einzuver­leiben. Der Nord bemerkt dazu sehr richtig, daß diese Art, einen Sieg auszubeuten, thatsächlich gleichbedeutend wäre mit dem Aufgeben der erlangten Resultate. Daran ist nicht zu zweifeln, daß die dänische Negierung sich in Folge der Abmachungen zwischen Deutschland und Oesterreich über die nordschleöwig'sche Klausel dem Kabinet von Kopen­hagen Anlaß gegeben hat, die deutsche Reichsregierung um Erklärungen zu ersuchen. Ein Kopenhager Blatt das „Dagens Nyheder" will bereits die Antwort der deutschen Regierung auf das dänische Ansinnen kennen. Wenn das Blatt richtig informirt ist, würde die Antwort dahin lauten, daß Deutschland die Nordschleswig'sche Frage durch den Staatsvertrag vom 11. October als endgültig erledigt an­sehe. Jedenfalls entspricht diese Angabe vollständig der in Deutschland allgemein herrschenden Volksmeinung. Hieran schließen sich einige Gerüchte über den dänischen Schwieger­sohn, den Herzog von Cumberland, nach einem Telegramm, welches das „B. H." aus Wien erhalten hat, soll die Königin von England ihren persönlichen Einfluß zu Gunsten desselben geltend gemacht haben. Diesen Einflüssen soll es zuzuschreiben sein, daß die preußische Regierung darauf verzichtet hat, dem Reichstage eine Vorlage über die Auf­lösung des Weifenfonds zugehen zu lassen. Wir können dieser Meldung nicht das geringste Vertrauen entgegen bringen.

Deutsches Reich.

** Berlin, 19. März. Das Befinden des Prinzen Karl giebt seit gestern zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Der Prinz, welcher am 28. Juni sein 80. Jahr vollendet, erfreute sich bisher immer noch einer sehr kräftigen Ge­sundheit. — Neuerdings werden Mittheilungen angeblich aus Braunschweig verbreitet über ein bevorstehendes Ar­rangement mit dem Herzog von Cumberland. Wie uns versichert wird, sind dieselben völlig grundlos. — Die Bildung des neuen Handelsministeriums, welches nunmehr durch den Reichskanzler wirklich verkündet ist, veranlaßt die Magdeb. Ztg. zu der Mittheilung, es würden dadurch Rangerhöhungen derjenigen höheren Beamten, welche in das neue Ministerium übertreten, herbeigeführt. Wir hören jedoch, daß daS nicht der Fall ist. — lieber die weitere Behandlung des Gesetzes zur Tabakbesteuerung sind in dm letzten Tagen mehrfach irrige Mittheilungen gemacht wor­den. Bei der Berathung dieser Materie durch die Aus­schüsse für Zoll- und Steuerwesen, für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen wurde durch die preußischen Be­vollmächtigten das Anerbieten gemacht, nachdem sich die Majorität für Tabaksbesteuening »ach dem Gewicht erklärt hatte, einen in diesem Sinne bearbeiteten Entwurf vorzu­legen. Diesem Versprechen sind die preußischen Bevoll­mächtigten nachgekommen, indem sie einen in 2 Abheilungen zerfallenden Entwurf, der im ersten Abschnitt die Besteue­rung, im zweiten die Nachbesteuerung regelt, den genannten Ausschüssen überreicht haben. Es erscheint aber dieser Ent­wurf nicht, wie schon früher erwähnt, als Antrag Preußens im Bundesrathe. — Der Finanzminister hat in Bezug auf beschädigte und unbrauchbar getootbeue Reichskasfeuscheiue eine Bekanntmachung erlassen, welche vom Bundesrath er­lassene Bestimmungen weiter präcisirt. Darnach sollen sämmtliche Reichs- und Lanbcskassen die bei Zahlungen ihnen angebotenen beschädigten ober sonst unbrauchbar ge­wordenen Reichskassenscheine, bereit Umlaufsfähigkeit jedoch noch zweifellos ist, anzunehmen aber nicht wieder auSzu- geben, sondern an folgmde Sammelstellen abzuführen haben: ReichSbanptkasse, Oberpostkasse, Generalstaatskasse, Regie- rnngshauptkassen. Dieselben werden an diesen Kassen um­getauscht gegen umlaufsfähige Scheine. Anträge auf Ersatz für Reichskassenscheine von zweifelhafter Umlaufsfähigkeit sind an die Reichsschuldenverwaltung zu richten. — Auf Grund der nunmehr in Wirksamkeit tretenden Institution des Reichsschatzamtes und der dadurch herbeigeführten Ab­trennung der Finanzabtheilung vom Reichskanzleramt wer­den Personalveränderungen in derselben vorausgesetzt, welche die Magdeb. Ztg bereits als vollzogen meldet. Es mag dahin kommen, daß solche Personalveränderungen ei »treten, bis jetzt ist aber von feststehenden Anordnungen in dieser Beziehung keine Rede. — Um die durch Allerhöchste Ca- binetsordre vom 30. April 1878 den Unteroffizieren beim

Ausscheiden bewilligte einmalige Beihülfe von 165 M. zu erhalten, müssen nach einer Verfügung des Kriegsministers vom 10. März die betreffenden Unteroffiziere 12 Jahre gedient haben, wobei jedoch die Kriegsjahre nicht doppelt in Anrechnung kommen.

Gietzeu, 18. März. Heute fand hier in „Wenzel's Garten" eine zahlreich besuchte konservative Versammlung statt zur Besprechung des Kanzlerbriefes vom 15. Dec. v. I. Den Vorsitz führte Seine Erlaucht Herr Graf zu Solms-Laubach, welcher die Versammlung mit einer kurzen Ansprache eröffnete und sodann Herrn Dr. Per rot aus Frankfurt a. M. das Wort ertheilte zu einem Vor­trage über das neue Wirthschaftsprogramm des Reichs­kanzlers. Am Schlüsse seines Vortrages schlug der Herr Referent vor, eine Zustimmungsadresse an den Fürste n- Reichskanzler zu senden, und diesen „Bauernbrief" so­fort in der Versammlung zu unterzeichnen. Der Text der von Dr. Perrot vorgeschlagenen Adresse stimmt mit der in dieser Zeitung bereits mitgetheilten, wie sie auf der Versammlung in Hähnlein bei Darmstadt beschlossen worben, überein, und wurde nur auf Anregung des Herrn Grafen zu Solms-Laubach ein Zusatz angenommen, dahin lautend: „Wenn man die Znstimmungsadressen an Ew. Durchlaucht als „Bauernbriefe" bezeichnet hat, so sind wir stolz daraus, zu den Bauern und nicht zu den Zer­störern zu rechnen". Die Versammlung erhob sich fast einstimmig für die Adresse, welche sofort mit zahlreichen Unterschriften bedeckt wurde. Auch wurde beschlossen, die­selbe in weiteren Exemplaren zur Unterschrift circuürcu zu lassen. Herr Graf zu Solms-Laubach, welcher auch seinerseits mit trefflichen Erläuterungen für das Programm des Reichskanzlers eintrat, schloß die Versammlung nachdem eine weitere Diskussion nicht gewünscht worden. (D.R.-P.)

Allslaad.

Pest, 19. März. Im Abgeordnetenhause sprach sich der Ministerpräsident Tisza gegen die eingebrachten An­träge behufs der Einsetzung von Reichstagsausschüssen hin­sichtlich der Katastrophe in Szegedin aus, da das Erforder­liche rasch verfügt werden müsse. Die Regierung werde nach Anhörung ausländischer Experten dem Hause Vor­schläge unterbreiten. DaS HauS lehnte hierauf alle dies­bezüglich eingebrachten Anträge ab.

Bern, 19. März. Entgegen dem Anträge die Be­rathung der Vorlage wegen Wiedereinführung der Todes­strafe zu verschieben, beschloß der Ständerath mit 25 gegen 16 Stimmen, sofort in die Debatte einzutreten. Dieser Beschluß ist den Anhängern der Todesstrafe günstig. — Nach dem „Bund" treten Ende des Monats die an der Gotthardtbahn beteiligten Staaten zur Prüfung des Fi­nanzausweises der Gotthardtbahn-Unternehmung zu einer Conserenz zusammen.

Paris, 19. März. DaS amtliche Journal veröffent­licht ein Dekret, welches jenes Dekret wieder in Kraft setzt, welches die Ein- und Durchfuhr von Rindvieh und Schafen aus Deutschland und Luxemburg untersagte. — Die Com­mission für die Berathung der Zolltarife hat beschlossen, am 23. d. M. der Kammer die Aufrechterhaltung des Re­gimes der Handelsverträge zu empfehlen. Die Commission wird die Ziffern des Generaltarifs für verschiedene Kate­gorien von Produkten vorbereiten.

Madrid, 19. März. Die Regierung hat beschlossen, für die bevorstehende Wahlperiode über die baskischen Pro­vinzen den Belagerungszustand zu verhängen.

Kopenhagen, 19. März. „Dagens Nyheder" zufolge antwortete die deutsche Regierung auf eine Anfrage der dänischen Regierung, Deutschland betrachte die nordschles­wig'sche Frage durch den Traktat vom 11. Oktober 1878 für definitiv erledigt.

Petersburg, 19. März. Die Meldung des Londoner Blattes „Standard", die russische Negierung habe beschlofsen, die Coupons der inneren und äußeren Schuld zu besteuern, ist vollständig erfunden. Es bleibt ein unumstößlicher Grundsatz für die russische Finanzverwaltung, nirgends den russischen Staatsgläubigern durch Steuern oder auf in­direktem Wege Beneficien zu entziehen, welche bei dem Geben des Credits zugesagt wurden.

Moskau, 19. März. Von den deutschen Delegirten zur Untersuchung der Pest-Epidemie verließen Profeffor Hirsch und Dr. Küssen am 18. d. Wetlianka, um sich zu­nächst in SamianowSkaja der Quarantäne zu unterziehen, während Dr. Sommerdrodt noch in Wetlianka verbleibt.

Tiruowa, 19. März. Eine Adresse an den Czaren, worin die Wichtigkeit der Mission zur Organisation Bul­gariens gewürdigt, dem Czaren gedankt und der pekäre

t. 68.

Marburg, Freitag, 21. März 1879

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Mj Tb- Dietrich & To. in K und Hannover; Th.

düngen nimmt entgegen: j-Expedition d.vlatte», jjne d Annoncen-Bureaux

tantfurt a. M., Berlin, apzig, Cöln ic.; Rudolf iifie in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

GkchksMk jcitimii.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, s owie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerffche Buchhand! ung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidcndank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

F rrschemt täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllüftrtrteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen Mark, durch bie Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. «excl. Bestellgebühr). - Jnsertionsgebübr für die gespaltene Zeile 10 ®fg Für in der Expedition zu eUdeilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

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Men. Wir machen besonders daraus aufmerksam, ? I aß ohne vorherige Bestellung von der Post Zei-

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lgen nicht geliefert werden. — Auf dem Lande ,men die Postboten Bestellungen an.

Die Exped. d. Obeh. Zeitung.

Tagesbericht.

Am Geburtstage Sr. Maj. des Kaisers unterbleibt die ist übliche größere Gratnlations Cour, da die Aerzte dem aser noch Schonung auempfchlen, Se. Majestät daher sßere Austregungen vermeidet. Sonach werden nur um

j knsere verehrten auswärtigen Abonnenten er- * * suchen wir baldigst bei der Post ihre Bestel- \ engen aus das zweite Onartal erneuern zu

— 2 Uhr Mittags die in Berlin anwesenden Mitglieder der E iönigl. Familie und die zur Gratulation eingetroffencn mnteit Fürstlichkeiten empfangen. Nachmittags findet bei ibrt tm Kronprinzen Familientafel und Abends im kaiserlichen

lalais musikalische Soiree statt.

Ein Leitartikel der „Provinzial-Correspondenz" feiert

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9.

79.

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gehaltenen Delegirten-Confercuz von Handelskammern in rtttff der Nichtaufnahme des Artikels „Petroleum" in das Ur rsetz über den Verkehr mit Nahrungsmitteln re.

■> ■ bevorstehende Gcburtsfest Sr. Diaj. des Kaisers und La tbenft dabei der Schmerzenstage des verflossenen Jahres, n8 dessen Erschütterungen eine hocherfreuliche Frucht her- »rgcgangeu sei — die Stärkung und Vertiefung des mo- u lichtscheu Sinnes und Bewußlseinö im ganzen Volke. Der ttikel hebt ferner hervor, daß der Kaiser als Hort des rieben« für ganz Europa inmitten der Schmerzenstage des oha ergangenen Jahres neue Erfolge errungen habe und daß e. - ls immer mehr gesicherte und befestigte Gelingen des Ber- tour ner Friedenswerkes der Ausgangspunkt einer Zeit erneu- irejg r friedlicher Zuversicht, wieder erwachenden Vertrauens,

Der Reichstagsabgeordnete Witte (Rostock) brachte im fral eichrtage die Interpellation ein, ob die Rcichöregierung r-( lbsichtige, die Betheiligung der deutschen Industrie an L n in diesem Jahre zu Sidney und im nächsten Jahr zu H elbourne projectirten Ausstellungen durch Absendung eines llschen Cornmissars oder in sonst geeigneter Weise zu

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ige sherigen Vorlagen bis zum Beginn der Ferien am 5. möglichst erledigen. Die Zoll- und Steuervorlagen II« ürben bis zur Wiederaufnahme der Reichstagssitzungen

Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ist für die dies­ige Indienststellung der kaiserl. Marine die Ver- sigung der Panzerfregatten „Friedrich Karl", „Kron- V, „Friedrich der Große" und „Preußen" zu einem bergarigsgeschwader ungeordnet.. Der Tag oeö Zusammen- t 2 äs des Geschwaders wird später bestimmt. Als Corn- nbant des Geschwaders wird Contre-Aemiral Kinderling, Stabschef Corvetten Capitän Zembsch fungiren.

[251 der letzten Woche des April im Bundesrath so weit — «bereitet fein, daß sie dem Reichstage unverweilt zugehen M« unten.

Die „Provinz. Corresp." weist auf die veränderten in- d bi ren Verhältnisse Frankreichs hin, wo die entscheidende >e ® rast jetzt in dem Kreise der alten demokratischen Repu- ikaner liege. Es sei fraglich, ob eS Waddington gelingen 11,81 erbe, auf seinem Posten zu bleiben, waS des Vertrauens h8^ egen, daS Waddington in ganz Europa genieße, wünschens- "" crth wäre.

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apft ’b wieder erblühender Wohlfahrt sein werde. — Dieselbe vrrespondenz schreibt nach Rekapitnlirung der Reichstags- ’pel 'beiten der letzten Woche: Der Reichstag wolle die Elats- .rathung vor dem 1. April beendigen und die übrigen

tat Aus der Provinz Hessen-Nassau sind dem Reichstage ht d verdings folgende Petitionen zugegangen: von Gymnasial- )het> teftor Münscher und Genossen zu Marburg eine solche, n d treffend die Bitte, dahin zu wirken: „daß ein gesetzliches [73 insmaximum wieder eingeführt und die passive Wechsel- higkcit auf die in das Handelsregister eingetragenen Per- »kn beschränkt werde": von der Handelskammer zu Kassel

f» Gesuch: „bei dem bisherigen System der Pauschquanta 1 Prozeßgebühren zu verbleiben und jegliche Bestimmung *r Ehrenhonorar abzulehnen;" und von derselben Stelle: Zustimmungserklärung zu der Petition der in Bremen

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