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Marburg, Donnerstag, 13. März 1879

XIV Jahrgang

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Hälen, sten. chaft nach- esigen Dpfer 5sung. n da- 'aaten besser

«eigen nimmt emgegen: I Expedition d.Blatte», eie dÄnnoncen-Bureaux w Th. Dietrich & Co. in ifel und Hannover; Th. jelrich in Frankfurt a.M.; yfenftein & Bögler in gntfurt a M., Berlin, jsiig, Cöln ic.; Rudolf taffe in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

OttthesMe ZkitN«.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, s owie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W- Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

Erscheint tügltch außer an den Wecktagen nach «onn. und Feiertagen. Pre,S für da« Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrtrteS SonntagSblatt" durch die Expedition («och'sche Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. <excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa W W Fiir in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg berechnet.

t. Tagesbericht.

2" Telegraphisch wird auS Berlin gemeldet: Der Kaiser inikd: I gut geschlafen. Sein Befinden ist befriedigend!

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Minzen, Höchstdenselben in ganzer Figur inmitten einer Sommerlandschaft darstellend, gemalt von Dielitz, in

iburg-Schwerin schon am Tage der Abreise des Feld- lrschalls demselben durch einen Flügeladjutanten Höchst- «sprechend ähnliche Bronzebüste von Hiützsch mit einem mhändigrn Schreiben übersandt hatte, in welchem er in

Iber ttt prächtigen Goldrahmen. Es muß hier eingeschaltet rden, daß Se. königl. Hoheit der Großherzog von Meck-

lkden, — schließend mit den eigenhändig geschriebenen orten: „Ihr stets dankbarer König Wilhelm." Demnächst schönes sinniges Geschenk Ihrer Majestät der Kaiserin

regen* Glückwunsch-Schreiben Ällerhöchstderselben. Ein wohl- eizehjtroffenc6 Qelporträt Sr. kaiserl.^und königl. Hoheit des

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Zum Moltke-Jubiläum meldet die „N. Pr. Ztg." Fol- -ücki »H^r (in Berlin) erwarteten den Herrn Feldmar- ir du »ll fast zahllose Beweise der Berehmng und Theilnahme,

**L zlichen, warmen Worten der Verehrung Seinen „Lands- L"2 im" anspricht. Es folgen eine künstlerisch ausgeführte )aulcn mglifte des Kolbergschen Grenadier - Regiments, abschlie-

ten des großen Generalstabes und der Landesaufnahme, dre, gezeichnet von dem Lithographen-Jnspektor Keßler, d diejenige des Magistrats und der Stadtverordneten von nbau En müssen ganz besonders als kunstvolle Leistungen NEchnrt werden. Die Stadt Leipzig hat der Adresie ein f'uj hlgelungrneS Modell einer Reiterstatuette des Feldmar-

Königin zur Aufbewahrung von Briefschaften, enthal- ssersi U das Bildniß der Allerhöchsten Geberin in Silber und

Vgz ib, mit dem JubiläumStage, ein Zeichen der Verehrung harll 1 Regiments für seinen hohen Chef, und in derselben 3 - nse ausgeführte Glückswunsch-Adressen derjenigen Städte, mt Ehrenbürger der Feldmarschall ist, so wie der Be-

e gi- ■ Liebe und Dankbarkeit in Form von eigenhändigen mdschreiben, bezw. Telegrammen Allerhöchster und Höch- ?r niit r Fürstlichkeiten, der General-Feldmarschälle, des KriegS- r_.nisters, der kommandircnden Generale und Inspekteure, ! Fürsten Reichskanzlers, der deutsch-konservativen Fraktion Speise- । Reichstage, vieler anderer Militär- und Civilpersonen, ' »porationen und Vereine, des nrsstschen berühmten Re- '*a . mente« Rjasan, dessen Chef der Herr Feldmarschall ist, Mil* innen- und Lorberspenden re. rc. Allen voran die Aller- J hste Cabinetsordre, durch welche dem Jubilar in den ippefr ^vollsten zum Herzen dringenden Worten das Kreuz s i... it dem Stern des Ordens pour le merite, enthaltend i Bild Friedrichs des Großen, und die prachtvolle Reiter-

- Eier- tuette Sr. Majestät des Kaisers und Königs verliehen

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Stuben; aber kaum hatten sie die Thore der Hauptstadt iit »cht, drang ihnen ein laute« Jubelgeschrei entgegen, ein

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Frau von Brevelay jo wenig wie Hippolyt und !°n wagten Anfangs an die Wahrheit des Gerüchtes

z Dantonö's: „Ich ziehe Robespierre nach" — auch letzte dämonische Erscheinung der Revolution sank in Abgrund.

? saj^Als sich die Flüchtlinge Paris näherten, drang ihnen die Kunde entgegen: RobeSpierrr ist endlich gestürzt und das furchtbare Raubthier wird heute hinge-

Hett und zur echten Republik der Tugend führen. Schon zesuch cht vor seiner brütenden Seele das selige Ufer eines [65 hen Meeres von aristokratischem Blute auf. Rur noch —<• ch eine einzige letzte Welle, durch das Blut verdorbener •e£ at ^Eulottisten, verrätherischer oder halbverrätherischer Con- ird9 iiivnsmitglieder — da erfüllte sich bereits die Prophe-

^lgeschrei, das sich nicht nur über Paris erstreckte, ^rn über ganz Europa. DaS Haupt des Advokaten . ’ Arras war soeben unter demselben Beil gefallen, dem * 80,8 V viele Opfer zugeführt.

Frau von Brevelay athmetr tief auf. „Dann sind 'wir gerettet, sagte sie und mit weit leichterem Herzen, ste gedacht, fuhr sie in Paris ein.

Ihre Ahnung, die von Millionen getheilt wurde, sollte

Feste deS etre supreme geheilt werden, und so mmkOch Ströme von Blut zur wahren Gleichheit, Glückselig-

Harte Kämpfe.

Novelle von Ludwig Habicht.

(Fortsetzung.)

Wohl träumt RobeSpierrr von einem glücklichen Sans-

1 ottismuS, der zum Landeigenthümer wird, von Frieden, durch Blut erkauft werden muß, von Wunden, die

schalls von Siemering zugefügt, so wie dieselbe später als Relief an dem in Leipzig zu errichtenden Siegesdenkmal zu ersehen sein wird. DaS Gypsmodell soll später gegen Bronzestatuette ausgetauscht werden. — Die Ehrengabe der Offiziere des Generalstabes besteht in Folgendem: „Vor dem Schlosse des Grafen Moltke zu Kreisau stehen die bei­den reich ornamentirten Geschütze, welche Se. Majestät der Kaiser dem General-Feldmarschall zum Geschenk gemacht hat. Vor diesen auf Emplacements befindlichen Kanonen dehnt sich ein Rasenplatz aus, welcher jetzt Gebüsche als Staffage erhalten soll, damit die auf hohem Granitposta­ment — wahrscheinlich Obelisk — ruhende Kaiserbüste (nach Pohlmann), welche die Offiziere des Generalstabs dem Gra­fen Moltke schenken wollen, stch desto besser abhebt. Die Aufstellung würde so erfolgen, daß der Kaiser auf die Ka­nonen herabblickt. Das Granitpostament soll, wenn möglich, auf einen „Findling" geformt werden und die Inschrift er­halten: „Sr. Excellenz dem General-Feldmarschall Grafen Moltke zum sechzigjährigen Dienstjubiläum. Der deutsche Ge­neralstab." Mit der Ausführung des Monumentalwerkes ist die bekannte hiesige Firma des Hoflieferanten Bellair betraut." Diese Widmung hat nach der „R. P. Ztg." noch einen weiteren Werth dadurch erlangt, daß die Generalstäbe der königlich bairischen, sächsischen und württembergischen Armee- kontingente sogleich ihre kamradschastliche Betheiligung an­boten, als sie von dem Projekte hörten. Dem entsprechend sind auch bei der heutigen Uebergabe des Modells die sämmt- lichen bei dem großen Generalstabe kommandirten Mitglieder der außerpreußischen Generalstäbe, so wie die betreffenden den letzteren angehörigen Militärbevollmächtigten, königlich bairischer Oberst Ritter v. Lylander und königlich sächsi­scher Major Edler v. d. Planitz, zugegen gewesen. Heute gedenkt der Jubilar eine Deputation des Eisenl ahnregiments zu empfangen. Letzteres wird bei dieser Gelegenheit seinem höchsten Ressortchef eine Reihe photographischer Abbildun­gen seiner Dienstlokale und verschiedener während seines Bestehens auögeführter besonders schwieriger Arbeiten im Terain verehren.

Die „Rordd. Allg. Ztg." veröffentlicht ein Dankschrei­ben des General-Feldmarschalls Grafen Moltke für die vielen anläßlich seines Dienstjubiläums ihm zugegangenen Beweise herzlicher Theilnahme und Wohlwollens. — Die „Rordd. Allg. Ztg.:" erklärt die Meldung mehrerer Zeitungen, daß bezüglich der angeregten Wiedereinführung der Erbpacht eine ablehnende Entscheidung der Staatsregierung zu er­warten sei, für unrichtig und bemerk, die bezüglichen Vor­arbeiten seien noch lange nicht abgeschlossen. Die Entschei­dung werde vermuthlich zustimmend ausfallen; ebenso sei alle Aussicht vorhanden, daß das Gesetz über Waldtheilungen sie nicht täuschen. Mit dem Tode RobcSpierre's hatte der Sanskulottismus seine Seele ausgehauchl, stillere Tage be­gannen; der Schuldige wie der Unschuldige brauchte nicht mehr vor der nächsten Stunde zu zittern. Roch einige letzte wilde Zuckungen und der Abgrund der Revolution schloß sich allmählich, um dem ehrgeizigen Corsen zu ge­statten, nicht lange darauf an seiner Stelle seinen Thron aufzuschlagen.

Paris bot selbst für Aristokraten keine Gefahr mehr. Schon nach einigen Monaten konnte Frau von Brevelay ohne Bedenken einen jener stillen alten Paläste ankaufen, von denen so viele jetzt ben Besitzer gewechselt. Wohl wäre sie am liebsten wieder sobald als möglich auf ihr Schloß zurückgekehrt; aber Hippolyt mochte davon nichts wissen. Für ihn begann das neu erwachende Leben der Hauptstadt seinen unwiderstehlichen Reiz auszuüben, und da die Mutter ihr Besitzthum in den Händen des alten Cadoudal wußte, ließ sie sich von ihrem Sohne leicht über­reden um so mehr, als die lange Reise doch für die ge­lähmte Frau ihre großen Beschwerden hatte.

Die Republikaner in Nantes hatten, seltsam genug, nicht sogleich einen Rachezug gegen Schloß Brevelay aus­geführt und seitdem war nichts mehr von ihnen zu fürch­ten. Der General Hoche suchte durch andere Mittel als der fanalische Rossignol die Vendee zu beruhigen. Seiner Gerechtigkeit und Klugheit, wie seiner Umsicht gelang es wirklich, das Feuer der Gegenrevolutton zu ersticken, das so lange wild und verheerend aufgeloden. Die Unter­würfigen erhielten Verzeihung und die Widersetzlichen wur­den vertrieben oder vernichtet. Mit den Hauptanführern der royalistischen Bewegung wußte er geschickt zu unter­handeln und Desoteux wie Charette streckten die Waffen. Rur Georg Cadoudal widerstand allen glänzenden Aner­bietungen und behauptete trotz aller Schwierigkeiten allein

dem nächsten Landtage werde vorgelegt werden. Die Wahl- prüfungS-Commisston deS Reichstages beschloß einstimmig, die Wahl Hammachers für Lauenburg zu beanstanden. Gegencandidat HammacherS war Graf Herbert Bismarck. — Schutzzöllnerische Mitglieder des Reichstages hatten gestern unter dem Vorsitz von Löwe-Calbe eine Besprechung und beschlossen, gegen die in der Besprechung der Fort­schrittspartei beabsichtigte Jnterpellatton über Getreidezölle zu stimmen.

Die Gerüchte wegen bevorstehender neuer Auflösung deS Reichstages wollen nicht verstummen und sind jeden­falls ein Zeichen der parlamentarischen Lage. Wie man hört, wird die Regierung aber dieser Frage erst näher treten, wenn der Reichstag in bestimmten Beschlüssen feine Stellung zu den einzubringenden Zollvorlagen der Regie­rung dargethan hat; bis jetzt hat es stch nur erst um die Reden der Parteiführer gehandelt; allein es muß doch ab­wartet werden, inwieweit diese ein wirklicher Ausdruck der Parteien sind. Erst dann ist die Frage, ob Auflösung oder nicht, spruchreif. — Man gewinnt immer mehr den Ein­druck, daß der Parlamentarismus so ziemlich abgewirth- schastet hat. Die Völker sind, wie selbst liberale Blätter zugeben, der vielen Wahlen, Agitationen, Krisen und Reden überdrüssig, lästig und langweilig und verlangen nach einer ruhigen, stetigen, weisen Regierung..

Von den 170 größeren Kommunen der preußischen Monarchie waren am Schluffe des Jahres 1876 118 im Besitz von Gemeinde-Sparkassen. Die Einlagen dieser Kassen, welche zwar keineswegs ausschließlich, jedoch zum größeren Theile von Eingeseffenen dieser Gemeinden cinge- zahlt zu sein pflegen, sind von sehr erheblichem Umfange; in 17 Gemeinden betragen dieselben mehr als 5 Millionen Mark.

Für den erledigten Postm des General-Consuls in Budapest ist dem Vernehmen nach der Geh. Legalionörath Dr. Busch ausersehen. Derselbe ist nicht zu verwechseln mit dem Verfasser der bekannten Jndiscrettonen.

Die Gerüchte über eine Botschaster-Conferenz, so be­stimmt sie auch austreten, werden immer noch mit Vorsicht aufzunehmen sein. Wir erfahren aus unterrichteter Quelle daß die englische Regierung unter allen Umständen an den Berliner Abmachungen, deren Verdienst sie sich beimißt, festhalten wird. In London wird man schwerlich zustimmen, fall« die Aufforderung zu der Conferenz zu dem fraglichen Zweck ergehen sollte. Vorläufig läßt sich noch nicht mit noch das Feld. Jetzt, seitdem Frau von Brevelay mit ihrer Tochter ausgesöhnt war, drückte sie nur noch ein Kummer, die Sorge um Marion und Georg. Wie kühn und ritterlich hatte sich der junge Held bei jeder Gelegen­heit gezeigt! Trotzdem tausend Gefahren ihn bedrohten, hatte er ihnen noch meilenweit das Gelett gegeben, dann war doch endlich die Stunde de« Scheidens gekommen. Mit keinem Wort weiter hatte Fran von Brevelay versucht, Marion zurückzuhalten; sie wußte schon, daß all' ihre Vor­stellungen vergeblich seien und sie unbedingt dem Geliebten wieder überall hin folgen würde. Es war ein schmerzlicher Augenblick, als Marion sich noch einmal an ihre Brust lehnte und ihr dann Lebewohl sagte, vielleicht auf immer. . . .

Mit welcher Ungeduld erwartete dann Frau von Bre­velay Nachrichten von ihrer Tochter! Endlich trafen sie ein. Marion berichtete begeistert von den Heldenthaten ihres Mannes, besten kühne Seele kein Mißerfolg zu entmuthi- 8en vermochte unb bet jetzt allein noch bie Hoffnung der Königlichen war. Georg hatte sich jetzt an bie Spitze ber gefürchteten Banden gestellt, mit den Royalisten in Eng­land stch in Verbindung gesetzt, und wenn auch die Lan­dung von Quiberon mißglückt war, hatte er doch die Trüm­mer des royalistischen Heeres mit den Chouans zu ver­einigen gewußt, um mit unerschütterlichem Muth den har­ten Kamps für Gott und König fortzusetzen. Der Name des unerschütterlichm Cadoudal wurde ffetzt von Freund und Feind mit derselben Bewunderung genannt.

»Du siehst wenigstens," schloß Marion ihre begeisterte Schilderung, „daß die Tapferkeit und Kühnheit Georg'ö bereits die Anerkennung finden, die sie verdienen und daß ich mit Stolz ihn den Meinen nennen kann."

Nachdem das liebende Paar die Einwilligung der Mut­ter erhalten, hatte es nicht gezögert, dem Bund ihrer Her­zen durch die Kirche die letzte Weihe zu geben.