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JRarßurg, Dienstag, ll, März 1879

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Zn den nächsten Tagen werden die Geschicke der

Bleibt die Landwirthschaft auch ferner das Slief-

und Capitalkrast, Klima u. s. to.

wir können die

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M »rrenz mit ihm nicht aushalten und müssen im „Kampf

Dasein" zu Grunde gehen, wenn unsere Produktion

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chrftliche Produkte die Lebensmitteln einseitig ver-

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auch nicht, daß das Ausland und das internationale ihändlerthum aus unserer Haut Riemen schneiden. Dollen, daß die gesammte vaterländische Arbeit in der

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ein äußerst waghalsiges Unternehmen, denn jetzt, wo die Chouanerie schon zu erlöschen drohte, in der Nähe von Nantes einen Haufen Republikauer anzugreifen, dazu ge­hörte die Tollkühnheit eines Georg Cadoudal, dem feine Leute selbst zum sichern Untergange willig folgten. Jean Cotterau oder Chouan, wie er gewöhnlich genannt wurde, der erste tapfere und gefürchtete Anführer der Insurgenten, war mit seiner Bande von den Republikanern umzingelt worden und nach hartnäckiger Gegenwehr gefallen. Wohl war es noch dem Obergeneral der ChouanS, Marquis Puifaye, gelungen, bald darauf neue Kräfte um sich zu versammeln und bis zum Walde von Rennes durchzudringen: er hatte die Absicht, das in dieser Stgdt liegende Haupt­quartier der republikanischen Armee aufzuheben, und nur sein Zögern verhinderte die Ausführung deö kühnen An­schlags. Nach diesem Schrecken hatte der Wohlfahrtsaus­schuß das letzte Mittel ergriffen, den ganzen Westen in Belagerungszustand erklärt und dem General Hoche das Obercommando über die vier daselbst befindlichen Armee­corps ertheilt, um die Jnsurrection endlich zu unterdrücken. Puisaye, derwohlerkannte,daß ereinersolchenMachtmitseinen geringen Mitteln nicht widerstehen konnte, war nach England ge­gangen, um Pitt zu wirksamer Unterstützung und die Emigran­ten zur Theilnahme am Aufftande zu vermögen. Das Gene- ralcommando über die Banden war von ihm an den Aben­teurer Desoteux abgegeben worden, der jedoch mehr Ehrgeiz als Fähigketten besaß und den Krieg nun nach seiner Will­kür fvrtsetzte. Georg kannte wohl das Verzweifelte seiner Lage und dennoch war er fest entschlossen, den Kampf selbst auf eigene Hand fortzusetzen, auch wenn der neue Ober­general die Waffen strecken sollte, denn man munkelte bereits davon, daß dieser mit den Republiakancrn in Friedensun­terhandlungen stehe. Zu dem jungen Cadoudal, der mit seinen Leuten auf dem andern Ufer der Loire noch immer

theuern, beruht fast durchweg auf böswilliger Verdrehung und doctrinärem Unverstände; das eine Beispiel des Bieres beweist das Gegentheil; das Bier ist in Deutschland durch einen hohen Zoll geschützt, die Biersteuer in Baiern ist die höchste in Deutschland und doch ist dort das Bier das wohlfettfte und beste von allen Ländern der Welt. Was nützt es dem Arbeiter, wenn das Brot noch so wenig kostet, er aber nicht so viel verdient, um selbst das billige Brot zu kaufen? Nicht billiges Brot und Hungerlöhne der Arbeiter, sondern hohe Löhne für jegliche Arbeit und theure Preise der landwirthschaftlichen Produkte sind das Zeichen fortge­schrittener Cultur und des Wohlstandes der Völker. Jetzt oder nie müssen wir mit unseren Wünschen hervortteten, die Nation seufzt und windet sich unter der Geißel des Nothstandes, sie sehnt sich nach grundlegenden Umgestal­tungen des seitherigen falschen wirthschaftlichen Systems; der gewaltige Lenker unseres Staatsschiffes, unser großer Kanzler, ist der Landwirthschaft freundlich gesinnt, er hat zu wiederholten Malm es öffentlich ausgesprochen. Er hat durch seine ganze Vergangenheit und die glänzenden Thaten seiner Politik bewiesen, daß das Wohl deö Ganzen ihm am Herzen liegt, daß alle Erwerbsklassen gleich vor ihm gelten; darum kann und soll ihm Jeder vertrauen, daß er es auch diesmal wohl meint mit dem ganzen Volke, daß er nicht einen Stand vor dem anbeten begünstigen will, sondern das große Ganze im Auge hat. Aber er muß sich auf die Wünsche der Landwirthe stützen können, er muß die Gewißheit haben, daß die ganze deutsche Land- wirthschast hinter ihm steht in dem Kampfe gegen die An­griffe des Auslandes, des Großhändler- und Speculanten- thums und seiner Vertreter im Parlamente. Deshalb ist es nothwendig, daß wir ihm durch Tausende und aber Tausende von Unterschriften unfern Willen und Wunsch kundgeben, und dazu sind die landwirthschaftlichen Vereine und alle Landwirthe berufen und verpflichtet, die ein Herz haben für die Roth ihrer Berussgenossen und eS wohl meinen mit dem deutschen Volke. Der unterzeichnete Aus­schuß richtet deshalb an dieselben die dringende Bitte, in thunlichster Bälde Petttiouen mit so viel Unterschriften ver­sehen als möglich, sowohl direct „an Se. Durchlaucht den Kanzler des deutschen Reichs Herrn Fürsten Bismarck in Berlin", als auch an die Vertreter ihrer Wahlkreise im Reichstage zu senden, damit auch diese über das, was die Landwirthe ihres Kreises wünschen und wollen, informirt werden. Wir erachten unser Vorgehen schon deshalb für geboten, da der Verein für „Freihandel" sich vor längerer Zeit direct an sämmtliche landwirthfchaftliche Vereine ge­wendet hat.

[in der Ordnung der wirthschaftlichen Fragen, fährt । fort, die landwirthschaftlichen Erzeugnisse des Aus- steuer- und zollfrei, außerdem mit Differentialtarifen Refacten zu uns hereinftrömen zu lassen, so gehen wir völligen Verarmung unausbleiblich entgegen. Das £mb ist uns vielfach überlegen in Bezug auf Boden-

ie Aufmerksamkeit der kleinen Genevieve war Anfangs to der plötzlichen Erscheinung Marion's in Anspruch worden. Wie tief fühlte sich ihr Herz davon rt Sie hatte wohl flüstern hören, daß die Tochter rrin wahrscheinlich zu den Chouans gegangen sei,

itere neugierige Fragen hatte ihr Vater kurzweg ilten. Wie wunderbar, daß Marion, die sie sofort , in solchem Aufzuge wieder auf dem Schlosse er- Snd noch dazu in dieser Stunde! Da blickte sie auf "x und mit einem lauten Freudenruf flog sie ihrem entgegen und an seine Brust.

Frau von Brevelay erwachte davon aus ihrer ng. Sie schaute aus und erblickte die neue Er- Wohl, erkannte sie Georg sofort, aber nicht das Zucken in ihrem Antlitz verrieth, was in ihr Vor­rechte. Wie hatte sich der junge Mann in der Zeit verändert. Er schien noch höher und stattlicher

Harte Kämpfe.

Novelle von Ludwig Habicht.

(Fortsetzung.)

Vor- ■ Pri- chlagk r'schen

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u 187*

»Ns und nicht für das Ausland arbeiten. Wir ver- ne s keine Bevorzugung irgend welcher Art, wir wollen

eine gerechte Ausgleichung erfährt. Wir verlangen - 1 Ungerechtes wir wollen leben lassen, aber auch selbst

iinl , wir wollen für uns, unsere Familien und Arbeiter ^Auskömmliches menschenwürdiges Dasein, wir wollen

üntiW11 Landwirthschaft in der Zolltarifkommission resp. caitdt ^undesrath entschieden. Es handelt sich hierbei um «7 Gichtigsten Fragen unserer Existenz und unserer Zu-

a .wenn wir darben, darbt das ganze Volk mit uns, EnX “ ^schichte aller Länder und Völker und der augen- ul.L f herrschende' Nothstand unwiderleglich beweist. Die ptnng der Gegner, daß Zölle auf Getreide und land-

mch [ Susschutz des Eougresses deutscher Landwirthe

syn, tut die Landwirthe und landwirthschaftlichen Vereine «schlands ein Circular gerichtet, in welchem er Folgendes

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§ort« »lrthschaft, dem Handwerk und der Industrie gleich- ielaae » geschützt werde, damit die ehrliche Arbeit, der redliche vieia c& wieder allenthalben seinen gedeihlichen Nahrungs- fqq findet. Wir wollen ferner daß die in den auslän- ffdil * 1 Produkten enthaltene Arbeit auf unserem Markte günstiger gestellt werde, als die eigene, wir wollen, ttaw Ausland für die Erlaubniß, die von unserem Gelde rbui Renen, mit unserem Gelde geschützten und erhaltenen zu » le aufsuchen zu dürfen, das Gleiche an Steuern ent- Bl« i soll, was wir selbst für die Erhaltung unseres

[6 les an Abgaben zu entrichten haben; wir wollen nach rr . Richtung mit einem Worte „Steuerausgleichszölle". •ll "rthschast, Handwerk und Industrie machen mit den 1 9*1 hnen beschäftigten Arbeitern, deren Existenz mit der s tl> m eng verknüpft ist, 4 5 des deutschen Volkes aus; as । es uns wohlergeht, dann befindet das ganze Volk sich

tin der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Ad«ff-nw°rden25 Pf«berechnet -elpaltene 10 Pf«.

v jld.Ännvncen-Dureaux

T xh. Dietrich & Co. in

zu sein, und hätte nicht die Edeldame den tiefsten gen diesen Menschen empfunden, so würde er auf bedeutendsten Eindruck gemacht haben. Es lag seiner ganzen Persönlichkeit, das über die Menge

i frßte. Georg Cadoudal gehörte unstreitig zu jenen __’ die zum Herrschen geboren waren; er chatte auch Lgjg. I in den letzten Kämpfen schon eine hervorragende gespiett und durch seine Klugheit, seine Energie man- gjlittj yvlg errungen. Alle seine Leute waren dem jungen blind ergeben und setzten auf ihn unbedingtes

"to; wie verstand er es aber auch, sie mit sich ^Ben und zu den kühnsten, verwegensten Abenteuern -—' Heln! Auch dieser heute auögeführte Streich war

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

z be- ä und Hannover; Th. nd) in Frankfurt o M.; »nfkin -1 Vogler in Jfurt a 9)1., Berlin, jg, Cöln ic.; Rudolf t in Berlin, Frank»

♦ fort a. M. ic

Tagesbericht.

Uebet einen Se. Mas. dem Kaiser zugestoßenen Un­fall meldet der „Reichsanzeiger": Der Kaiser ist Freitag Abend, als er mit der Kaiserin in den oberen Sälen des Palais auf und ab ging, auf dem glatten Parquet auöge- glitten und mit der rechten Körperseite auf den Boden ge­fallen und hat sich hierdurch eine Quetschung zugezogen. Der rechte Arm erlitt keinen Schaden. Das allgemeine Befinden des Kaisers blieb ungestört. Die Schmerzen an dm gequetschten Stellen sind heute geringer als in den gestrigen späten Abendstunden. Der Kaiser hat heute Vor­mittag die täglichen Vorträge entgegengenommen und den Prinzen Karl empfangen.

Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntma­chung des Reichskanzlers, welche die Rinderpest im ge­jammten Reichsgebiete für erloschen erklärt.

In den Reichstagsverhandlungen ist kürzlich mehrmals die Rede gewesen von der Finanzlage Amerikas. Um zu zeigen, daß die Amerikaner in dieser Beziehung mit einem gewissen Stolz auf uns herabblicken, citiren wir folgende Aeußerung der „California Staatsztg." „Der Credit der Vereinigten Staaten kann jetzt einen sehr vortheilhaften Vergleich mit dem preußischen aushalten. Die preußische Regierung ist gegenwärtig bemüht, eine vierprocentige An­leihe von 53 Millionen Mark unterzubringen und bietet dieselbe 94 Prozent aus, doch sind die Zeichnungen ver- hältmäßig gering. Die Regierung der Vereinigten Staaten verkauft ihre vierprocentigen Bonds nur zu pari.

Die „Polit. Corresp." meldet aus Athen: In Folge eingelangter wichttger Mittheilungen des griechischen Ge­sandten in Konstantinopel trat gestern der Ministerconseil zusammen. KonduriotiS theilte die letzten türkischen Be­dingungen mit. Mukhtar Pascha wäre angewiesen, ein aus thessalischem und epirotischem Gebiete combinirtes Stück Landes den griechischen Delegirten anzubieten, welches mit Ausschluß der Golfe von Volo und Arta, links vom Nezero- See über Pharsala bis, einschließlich Trikale sich erstrecke und von da den Pintus übersetzend bis Piro reiche und längs der Abdachung des Pintus, das Aspropotamo-Thal in sich schließend, zwischen Synteker und Agrapha endige. Im Falle der Bestätigung dieser Version, was kaum zweifel­haft fein dürfte, wird die Abberufung der griechischen Com­mission aus Prevesa schon in den nächsten Tagen erfolgen. Der Appell Griechenlands an die Signatarmächte gilt als unvermeidlich. — Dasselbe Blatt meldet aus Pest, daß in den letzten Tagen die Eisenbahn-Conventton zwischen Ru- seine kühnen Streifzüge machte, war das Gerücht gedrungen, daß die erbitterten Jacobiner sich dafür an seinem Vater rächen wollten, und obgleich ihm auf der andern Seite tausend Gefahren drohten, hatte er sogleich mit seinen Leu­ten über den Fluß gesetzt, um ihm zu Hilfe zu ellen. Er kam zu spat, beim er fanb bereits die Mühle als rauchenden Trümmerhaufen; aber es galt kein langes Besinnen, das nahe Geweherfeuer belehrte ihn, daß jetzt auch das Schloß einen Angriff der Jacobiner bestehen hatte und zum Glück erschien er wenigstens hier noch im letzten, entscheidenden Augenblick.

Als Marion sah, daß ihre Mutter in ihrer starren, ablehnenden Haltung verblieb, sprang sie auf, und den Ge­liebten herbeiziehend, rief sie leidenschaftlich erregt:

„Georg, so sage doch der Mutter, daß Du tausend Ge­fahren muthig getrotzt hast, um sie vor Tod und Verderben zu retten, und daß sie Alle verloren waren, wenn Du mcht^zu Hilfe kamst. Sollte dann nicht in ihrem Herzen ein tfunfn von Dankbarkeit erwachen? und ihre Augen schweiften von Georg wieder zu ihrer Mutter hinüber, und als diese nur kalt nnd verächtlich das Haupt zur Sette wandte und eine schwache Bewegung mit der Hand machte, Äs wolle sie die unerwartet Eingedrungenen wieder von ihrer Schwelle weisen, wallte Marion's Herz noch ttefer und schmerzlicher auf. Sie hätte laut aufschreihen mögen im namenlosen Weh über die unerhörte Härte der Mutter; ihr leidenschaftliches Blut drängte sie, sich förmlich mit stürmischer Gewalt die verlorene Liebe derselben wieder zu erobern; aber sie wußte schon, wie wenig sie mit ihrer heftigen Gluth über diese Frau vermochte, und unter her- vorstürzmden Thränen begann sie von Neuem:

„Mutter, sei nicht so grausam, urtheile nicht zu hart. Diese große, gewattige Zeit hat Alles aus den Fugen ge­rissen, Du barfft an meinen damaligen Schritt nicht den