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BOt nimmt entgegen: Kebttion b.Blattet, Mnnoncen-Bureaur jj). Dietrich & Co. in
Ihirt a M.. Berlin, i«, Köln ic.; Rudolf *in Berlin, Frankfurt a. M- ic.
JRarBurg, Sonntag, 9. März 1879
XIV. I-Hrgmtg
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatter, f owie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'fche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Invalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
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srfdteint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen- Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JLuftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckereil bezogen 2» Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 4 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
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Politische Woche«-Ueberficht.
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Harte Kämpfe.
Novelle von L u d w i g H a b i ch t.
(Fortsetzung.)
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Der deutsche Reichstag hat den Gesetzentwurf, betr. die tzewalt des Reichstags über seine Mitglieder in der M tu Berathung abgelehnt. Es schien eine Zeit lang, Me die erste Berathung zu einer Präsidialkrise führen; hat Herr von Forckenbeck sich dazu bestimmen lassen, beabsichtigte Niederlegung seines Amtes nicht auszu- tn. Die „Kreuzztg." schreibt hierüber.
,Der Zwischenfall Forckenbeck darf als erledigt ange- : werden. Allerdings hatte, wie man hört, der Pxä-
dem Innern Afrika« hervorbrechen, mit denen das Spiel von vorne begonnen werden muß, so drängen schon an der Grenze des Transwaul-Landes die Ma- i heran, denen gleiche kriegerische Tüchtigkeit nachge- 1 it wird, wie den ZuluS. Im Innern der Colonien , ; steht den ca. 500,000 Colonisten eine viermal so starke \ ♦ edornen-Bevölkerung gegenüber, die noch nicht völlig ml ist. Das Land hat alle Nachtheile tropischer Coll n, aber nicht deren Vortheile, es kann nämlich bei m nicht die Kosten aufbringen, die durch autzergewöhn- Ausgaben verursacht werden. Nicht so sehr der Krieg —7 wpportun und lhöricht rasch, wen« nicht gar un- iK'* ht, er auch unternommen sein möge, als die Politik, t ihn herbeigesührl, ist es, die beunruhigt. Der jin z werde gewonnen werden und die Opfer an Geld
Menschenleben nur allzu bald vergessen sein. Allein tehe eine größere Schwierigkeit bevor; nämlich die Gierigkeit Südafrika zu regieren, ohne eine Last zu nehmen, welche, für ein Land ohne Conscription, sich zu schwer erweisen dürfte. Das Land müsse, wie
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t des Reichstages zufolge der vorgestrigen Rede des J-81 tn von Bismarck die Absicht, sein Amt niederzulegen; Ul ist es seinen politischen Freunden gelungen, ihn zum
3 leiben zu bewegen. Man hielt Hrn. v. Forckenbeck ' er würde sofort durch Acclamation wiedergewählt 5 m, und deshalb möchte er aus dem Präsidium über- j j nicht scheide». Auch Mitglieder der konservativen ti interessieren sich für den Verzicht des Präsidenten tine Absicht, und dies dürste ihn mitbestimmt haben, "Meinem Vorsatz nicht zu beharren." Man hat denn Ma« in der zweiten Berathung deö Strafgewalt-GesetzcS f jeder Kritik der Präsidialleitung abgesehen.
Wie Mißerfolge in Südafrika haben in England die Itflt entst h'en lassen, waö mit dieser Colonie eigentlich angen sei. So schreibt der „Spectator." „Die fein i yjerigkeiten, denen die englische Colonialpotitik dort zu pett hat, sind auch in Friedenszeiten, selbst wenn die , « kaffem unterworfen fein werden, nicht gering, um so ln als von Norden her immer neue kriegerische Stämme
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«liß ihres Herzen«.
Als der Kammerdiener sie beruhigt hatte, setzte sie mit
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. 630 Hippolyt hatte einen Stich in die Brust erhalten, auch Fuß zeigte mehrere Verletzungen. Die erste Wunde Ht nicht gefährlich zu sein, denn das Bajonnet hatte ind-> i edlen Thcile verletzt, wie der Kammerdiener erklärte, ibctu sich ein wenig auf die Heilkunde verstand. Dennoch ud d der junge Herr von dem starken Blutverlust bewußt- [ Beworben und mußte jetzt sorgfältig auf sein Zimmer cun>i tzen werden. Die Wunden Myon'« waren schon be- — licher, die Bajomtete der erbitterten Jakobiner hatten Aermsten arg mitgespielt und mehrere Stiche in den kn solche Verletzungen herbeigeführt, die für ihr Leben Schlimmste fürchten ließen. Trotz ihrer schweren Vereng zeigte sie das vollste Bewußtsein.
.Ist er gerettet? lebt er noch?" flüsterte sie und ihre Wn Augen blickten voll Besorgniß auf den Geliebten, p ersten Mal verrieth sie auch den Andern das Ge-
p hinzu:
gJv^agt der gnädigen Frau, daß Hippolyt am Fuße ver- U^Wet und deshalb nicht sogleich vor ihr erscheinen könne 18'’y sorgt für ihn, um mich hat es keine Noth —"
L^ann ließ sie das todtenbleiche Haupt zurückstnken und ebenfalls von den inzwischen herbeigeeilten Mägden [gflOpte oberen Gemächer getragen werden.
Mau von Brcvelay hatte mit wachsender Angst ge- 5jww; konnte et nicht dem Leben ihres lheuren einzigen . # V>es ein Ende machen? Und sie war an ihr Zimmer
West — sie muhte hilflos erwarten, was geschah, wie sie alle daö Verderben hereinbrach! Niemals war ihr
Indien garnisonirt werden und weise keine Einkünfte zur Deckung der hieraus erwachsenden Unkosten auf; während andererseits die regierende Klasse so wenig von einer Reichscontrole wissen wolle, als irgend ein Land, das auf eigenen Füßen stehe und keines Schutzes bedürfe.
Den Freunden einer streng parlamentarischen Regierung bietet sich z. Z. in Frankreich ein erfreuliches Schauspiel. Die Republikaner, welche nunmehr in beiden Kammern den Ton angeben, haben sich seit Herstellung ihrer unbeschränkten Herrschaft bereits ein Staatsoberhaupt und ein zu gemäßigtes Ministerium eingeschlachtet. Am 2. Februar wurde das Ministerium Waddington installirt, — am 2. März war ein wichtiges Mitglied desselben der Minister des Innern Marköre bereits gestürzt und von seinen Collegen fallen gelasfen. Der einzige Grund, der das Vorgehen der Radikalen mit denen die Monarchisten Hand in Hand gingen, zu erklären vermag, besteht in den Hetzereien der „Lanterne" Ohne Zweifel wird in kurzer Zeit der Sturm auf die übrigen Mitglieder des Ministeriums begonnen werden. Schon jetzt verlangen die Organe der radikalen Partei eine vollständige Neubildung des Ministeriums, d. h. Entfernung aller gemäßigten Persönlichkeiten, unter denen Herr Waddington, Herr Löon Say und sodann auch Herr von Freycinet zu verstehen sind. Die „Lanterne" droht, daß sofort gegen Herrn Leon Say in energischer Weise vorgegangen werden solle. Der Finanzminister wird sicherlich seinem Schicksale nicht entgehen, nur dürfte es noch fraglich sein, ob es Herrn Waddington möglich fein wird, sich und seine Kollegen auch von Herrn Leon Say zu „isoliren." Der neue aus dem Ministerium der Laudwirthschast in das Ministerium des Innern übergesiedelte Minister Lepere gehört der republikanischen Vereinigung, also der Fraktion Gambetta's an.
Auch in Spanien ist eine Ministerkrisis eingetreten. Hr. Canovasdel Castillo hat dem Könige das Demissionsgesuch des Gesammtkabinets überreicht. Dieselbe wurde angenommen und der Ministerpräsident gleichzeitig mit der Bildung eines neuen Kabinels beauftragt. In das neue Ministerium ist der General Martinez CampoS als Kriegsminister eingetreten.
Tie letzte Rede des Papstes Leo XHL hat in die Kreise der Optimisten wie eine Bombe eingeschlagen. Man betrachtet diese Rede als eine Kriegserklärung an Italien und sucht die energische Sprache deS Papstes auf äußere Einflüße zurückzuführen, insbesondere auf finanzielle Rücksichten.
In der westlichen Hälfte der Türkei, in Nord- und Südalbanien sind in der letzten Zeit Bewegungen von Truppenabtheilungen bemerkt worden, die allgemein für Vor ereitungen zu kriegerischen Akttonen angesehen werden. Was Südalbanien betrifft so liegt es auf der Hand, daß
es sich um Rüstungen gegen Griechenland handelt, für den Fall, daß dieses nach eigenem Ermessen seine Grenze recti« stciren sollte. Die Griechen fangen an, des Ränkespiels Mukthar Paschas überdrüssig zu werden und an Selbsthilfe zu denken. Wie der Gouverneur von Thessalien nach Konstantinopel am 3. März gemeldet haben 500 Griechen die Grenze überschritten und ein Dorf zerstört. In Nordalbanien ist es unklarer, welchem Zweck die militärischen Vorbereitungen dienen sollen. Die Einen halten dafür, daß die türkische Regierung an keinen Vertrag mit Oesterreich denke und Novibazar gegen eine österreichische Okkupation vertheidigen will. Gewiß ist, daß sie alle Städte des Paschalik Novibazar befestigen läßt, daß überall die türkischen Garnisonen verstärkt werden, und daß Nazich Pascha im Auftrage der Pforte mit dem Chef der albanischen Liga, wegen des Volksaufgebots unterhandelt. Daß die Befestigungen auf einen österreichischen Angriff berechnet sind, steht wohl außer Frage; die projekttrte albanische Volkserhebung aber hat gewiß ein anderes Ziel. Die Türken fürchten, daß die Bulgaren in Ostrumelien mit der Drohung Ernst machen, sie werden sofort nach dem Abzüge der Russen einen allgemeinen Ausstand, und, wenn dies nicht möglich sein sollte, wenigstens einen andauernden Guerillakrieg in den Gebirgen ins Leben rufen. Um diesen Aufstand in Sicht bewältigen zu können, hat die Pforte neuerdings an die albanesische Liga appellirt. Der Erfolg ist noch unbekannt.
Schir Alis Tod wird durch die von den verschiedensten Seiten kommenden Nachrichten bestätigt und kann daher als unzweifelhaft konstatirt gelten. Jakub Khan, der that- sächlich schon seit der Abreise seines Vaters die Zügel der Regierung handhabte, ist zur Succession legitimirt, und mit Erfolg bemüht, seiner Autorität, zunächst innerhalb des eigenen Landes, den erforderlichen Rückhalt zu sichern. Nach London gelangte Depeschen aus Teheran melden, daß es den von Jalub Khan nach Herat abgeschickten Truppen gelungen ist, den in dieser Stadt ausgebrochene Aufstand zu. unterdrücken, worauf dort ein Enkel Schir Alis, Safer Khan als Statthalter eingesetzt wurde. Die indische Regierung knüpft an die Thronbesteigung Jakub Khans Hoffnungen auf Beilegung des kriegerischen Konflikts, wobei sie von der an und für sich nicht unzutreffenden Erwägung auögeht, daß der Nachfolger Schir Alis durch die Politik seines Vaters, die er nicht veranlaßt habe, auch nicht gebunden, sondern freier Herr seiner Entschlüsse sei. — Während man sich am Hoflager des Vicekönigs von Indien, über einen höflichen Brief Jakub Khans höchlichst freute und schon in den Hoffnungen eines baldigen Friedensschlusses schwelgte, wurde von der Kolonne des Generals Biddulph gekämpft, und zwar bildeten die Afghanen den angreifenden Thell.
das Unglückliche ihrer Lage so bewußt geworden, wie in diesem Augenblick. Mit ihrer feurigen, kühnen Seele in einen gelähmten Körper gebannt zu sein, das was entsetzlich und erpreßte ihr heute Thränen ohnmächtiger Wuth. Deshalb hatte sie auch weiter Niemand um sich geduldet, ala die kleine Geneviöve. Sie wollte ihre weibliche Dienerschaft nicht verrathen, was Alles in ihr auf- und nieder- ftürmte, und deshalb alle ihre Leute fortgefchickt. Nur die Tochter Cadoudal's blieb bei ihr und da die Kleine sich äußerst beherzt zeigte, trotzdem sie die Ahnung hatte, daß eine große Gefahr im Anzug sei, gestattete sie dem Kinde den Aufenthalt in ihrem eigenen Zimmer.
Geneviöve lauschte wohl auf jeden Schuh, auf jedes Geräusch, aber sie verhielt sich ganz still; sie hatte sich zu den Füßen der Edeldame gekauert, uhb nur ihre klugen, blauen Augen rollten manchmal forschend auf dem Antlitz der gnädigen Frau, als könne sie davon die nächste Zukunft ablesen.
Frau von Brevelay fuhr zuweilen mit ihrer gesunden Hand über das Haar des Kindes. „Fürchte nichts, die Heiligen werden uns nicht verlassen," sagte sie leise, als wolle sie die Unruhe der Kleinen beschwichtigen, während ihr eigenes Herz eine namenlose Angst durchwühlte, für die sie vergeblich nach Befreiung rang. Je deutlicher sich daS Gewehrfeuer des Feindes hörm ließ, je größeres Entsetzen weckte es in ihrer Seele. Nun wurden die Schüsse schon dicht in der Nähe des Schlosses gewechselt, bann dröhnten die ersten Kolbenschläge an das Thor. Sie wollte aufspringen und hinauseilen, aber wie gebrochen sank sie in ihren Sessel zurück, daS Blut in ihren Adern begann zu erstarren. In wenigen Augenblicken mußten die wilden Jaeobiner Herren des Schlosses sein, und bann ... Sie hatte keine Sorge um sich — mochte man sie auf der Stelle tödten, oder zur Guillotine schleppen — seitdem die
Edelsten und Besten das Schicksal getheilt, lag darin nichts Schimpfliches mehr; aber ihr armer Sohn, ihr einziger Hippolyt, den sie mit in’« Verderben gerissen gerade durch ihre ängstliche Vorsicht! Hätte sie ihn ruhig in Nantes gelassen, mitten unter den Republikanern, bann war sein Leben gesichert, währenb er jetzt ebenfalls zum Opfer fiel. Vielleicht hatte ihn schon eine feindliche Kugel getroffen, ober jetzt stieß man ihn nieber — benn sie hörte einen fürchterlichen Krach — das Thor war zertrümmert — ihr war es, als zerbräche bei biesem Geräusch auch ihr Herz — nun verblutete gewiß schon ihr armes Kind unter den Händen dieser Mörder! Ihre aufgeregte Phantasie sah Alles und der Gedanke brachte sie fast zum Wahnsinn, baß sie nicht an seiner Seite ben Tod finden konnte, baß sie hilf- und rettungslos, eine arme gelähmte Frau, ihr Schicksal erwarten sollte.
„Sei ruhig, Kind!" wandte sie sich zu Geneviöve, als sie sah, baß bie Kleine doch zu zittern begann, da die Gefahr immer näher heranrückte. „Wir haben nur ein Leben zu verlieren und Du stirbst in guter Gesellschaft!"
Nun kam wieder einmal, selbst in diesem verhängniß- vollen Augenblicke, ihr aristokratischer Hochmuth, den sie sonst ziemlich zu verschleiern wußte, deutlich zum Vorschein.
„Werden sie uns alle tödten?" fragte Gcneviöve, „ich denke, die Jacobiner haben es nur auf die Aristokraten abgesehen und ich bin ja nur ein Müllerskind."
Trotz ihrer verzweifelten Lage flog doch bei dem naiven Bekenntmß der Kleinen ein bittere« Lächeln um das blaffe feine Antlitz der alten Edeldame.
„Das Schicksal hat Dich aber in ein Schloß geführt und deshalb —" sie vollendete nicht, sondern setzte nach einem tiefen Athemzuge hinzu: „Ich glaube, Euch schützen zu können und nun reiße ich Euch mit in’8 Verderben. Ja, wir Aristokraten sind ohnmächtige Leute geworden und