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Marburg, Freitag, 7. März 1879

S6

xiv. Jahrgang

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taftein & -Vogler in Shirt a- M., Berlin, u, Cöln rc.; Rudolf 7 in Berlin, Krank- furi a. ’DL rc.

iif^ltÄnnoncen-iÖureauf '3 ''DU. Dietrich & (So. in and Hannover; Th.

Anzeigen nimmt entgegen: die Ejchteditton d. Blatte», s owie d. Annoncen-Bureaux von G. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

scheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrtrteS SountagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (ejcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Psg. berechnet.

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Tagesbericht.

)ie „Provinzial-Corresp." schreibt: „Unser Kaiser ist dem neulichen leichten Katarrh vollständig wiederher- [t und konnte sich fortgesetzt den Regierungsgeschäften liier Ausdehnung widmen."

sinern beim auswärtigen Amt in Berlin eingegangenen

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Fassung des Art. 1, wonach der Meistbetrag für den

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Nicht ganz besaß.

e kühne Bretagnerin war überall; fie sorgte für die Bewaffnung der Leute, wußte sie an den rechten zu stellen, sie für die Dertheidigung ihrer Herrin zu men und hatte trotzdem immer noch einen zärtlichen «nd ein freundliches Wort für Hippolyt übrig. „Es

achzutragen. In Betreff der Briefe mit Werthan- war deutscherseits vorgeschlagen worden, daß in Be­ruf die Höhe der Werthangabe eine Beschränkung nicht solle. Dieser Vorschlag stieß indeß bei mehreren sverwaltungen auf erhebliche Bedenken, namentlich

heil der Tarife für den inneren, wie für den intet» (den Verkehr der einzelnen Länder vorerst noch nicht eichen war, so sind für jetzt zwei Taxen vereinbart: r angrenzende Länder, eine zweite für die übrigen ; in beiden Fällen bei etwaiger Seebeförderung unter echnung einer entsprechenden Seeversicherungsgebühr, ndverstcherungsgebühr, welche außer der Taxe für Einschreibbrief von gleichem Gewicht zu erheben ist, für angrenzende Länder 10 Centimen, für die übrigen

25 Centimen für je 100 Frks. betragen. Diese utscherseits als zu hoch bekämpft worden; schließlich gelungen, die Sätze von 10 bez. 25 Centimen für

Frks. in Annahme zu bringen. Aehnlich wie dies

Harte Kämpfe.

Novelle von Ludwig Habicht.

(Fortsetzung.)

® uen Brief von jeder Verwaltung auf 5000 Franken .£ । setzt werden kann, wird indeß kein Hinderniß bilden, 5* (wischen Deutschland und denjenigen Ländern, in deren fettigen Verkehr eine unbeschränkte Werthangabe zu- ist, diese Vergünstigung beibehalten wird. Am schwie- * ll war die Regelung der Taxen für Briefe mit Werth-

n traf nun mit der ihr eigenen Umsicht und Ener- fle Maßregeln zur Vertheidigung des Schlosses. Sie jetzt in ihrem Elemente und Hippolyt fand sie niemals er als in dieser verhängnißvollen Stunde, wo sie mit -enden Augen Befehle ertheilte und auf ihrem Antlitz wilde Kampfeslust sich leuchtete. Er wurde davon ll( Bewunderung hingerissen, gerade weil er dunkel em« i, daß er diese männlichen Eigenschaften nicht besaß, e Eitelkeit duldete es wenigstens nicht, von ihr völlig —- shatten gestellt zu werden; er hielt sich deshalb wacker er Seite und zeigte einen Kampfesmuth, bett sein

[> eiDchle aus St. Thomas vom 4. d. zufolge ist der Bürger­in Venezuela als beendigt anzusehen.

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— denjenigen, welche eine Staatsfahrpost nicht besitzen.

s Leben Ihrer theuern Mutter, und wir müssen un- | tzenes einsetzen," flüsterte sie ihm zu.

-- ' dankte ihr nur mit einem Händedruck seiner fieber» 1 ^Hand.

Ei? können wohl die Stunde des Kampfes nicht er» lg$ V setzte sie lachend hinzu, seine Unruhe in frennd- ^Cinne deutend. „Nur Geduld, diese Jaeobiner wer- ichon kommen, aber wir wollen ihnen wenigstens einen ^tn Empfang bereiten."

V-s in altgothischem Styl gebaute Schloß war zur ^-Ottbigung gegen ben Handstreich eines tleinen feinb« r Trupps wohl geeignet Die vorspringendm Erker,

inft )te Manöverkostm des Jahres 1877 78 habm ben auch um 63,890,12 M. überstiegen. Die Ernte konnte tti ich wegen der im Spätsommer andauernden regnen« nee Witterung verhältnißmäßig erst spät eingebracht wer- edet in Folge dessen standen z. Z. der Herbstübungen noch tll herlei Früchte auf den Feldern, die anderen Falls be- [36f geborgen gewesen wären. Da es unthunlich blieb >wa»a»ch nicht im finanziellen Jntereffe gelegen hätte, die en zu verschieben, so waren außergewöhnlich hohe sitzetIhäbigungen für Flurschäden nicht zu umgehen.

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len.Bn Bezug auf den Pariser Postcongreß ist noch Folgen-

s. Z. im Berner Vertrage geschehen ist, hat bezügl. der Versicherungsgebühr eine Uebergangsmaßregel getroffen werden müssen, wonach andere Sätze als die vorbezeichneten erhoben werden dürfen, vorausgesetzt, daß dieselben i/2 Pro­zent des angegebenen Werths nicht übersteigen. Es ist diese Bestimmung auf Verlangen Rußlands in den Ver­trag aufgenommen worden, dessen ausgedehntes, für die Postverbindungen zum Theil besondere Schwierigkeiten darbictendes Postterritorium die Zweckmäßigkeit einer Uebergangsstufe ausreichend begründet.

Meldungen der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel, 4. d. Eine 500 Mann starke griechische Freischaarenbande ist (wie bereits gemeldet) in Thessalien eingefallen: da die Grenzgegend stark mit türkischen Truppen besetzt ist, so ist ein weiteres Umsichgreifen der Jnsurrettion kaum zu be­sorgen. — Aus Rustschuk, 3. d.: Mehrfache Danktelegramme an den Kaiser von Rußland und Jgnatieff betonen den unabänderlichen Willen der Bulgaren, die Vereinigung der ganzen Ration anzuftreben.

Das „Bureau Hirsch" bringt folgende Depesche:

Conftantinopel, 4. März. Haratheodory Pascha, der Minister des Auswärtigen, hat, wie in hiesigen diplo­matischen Kreisen verlautet, dem österreichischen Botschafter, Grafen Zychi, die Mittheilung gemacht, daß der Sultan neuerdings erklärt habe, daß für die Türkei Vortheile durch den Abschluß einer Occupationsconvention mit Oesterreich nicht zu erblicken seien.

Deutsches Reich.

** Berlin, 5. März. Der Entwurf des Tabak­steuergesetzes wird nunmehr in Kurzem dem Bundesrath als preußischer Antrag zugehen und daselbst eine beschleu­nigte Berathung finden, so daß die Einbringung im Reichs­tag schon vor Ostern erfolgen fürste. Da in 2Vz Wochen auch die Zolltarifkommission ihre Berathungen zum Ab­schluß zu bringen hofft und die auf Grund der Vorschläge der Kommission auszuarbeitenden Vorlagen ebenfalls mit möglichster Beschleunigung festgcstellt werden sollen, so dürste auch in Bezug auf diese der Bundesrath noch vor Ostern sich schlüssig machen und die Einbringung im Reichstag bald nach Ostern erfolgen können. Die Besetzung der Stelle des Unterstaatssekretärs im Reichsfinanzamt dürfte, wie wir hören, noch vor Berathung der Steuervorlagen im Reichstag erfolgen. — Rach den in Gemäßheit des 156 des Reglements über die Naturalverpflegung im Frie­den dem Kriegsministerium zugegangenen Berichte der Ge­neralkommandos sind im vorigen Jahr im Ganzen 35 ter ziemlich hohe Thurm boten für gute Schützen hin­reichende Gelegenheit, den anrückenden Feind warm zu em­pfangen und die alte Rüstkammer des Schlosses lieferte Waffen genug, denn der verstorbene Herr von Brevelay hatte ihr seine besondere Sorgfalt zugewandt, und da im vorigen Jahrhundert die Vervollkommnung der Feuerwaffe nicht so überraschende und sprunghafte Fortschritte gemacht, ließen sich die zwar etwas verrosteten, aber noch immer vortrefflichen Gewehre leicht handhaben und konnten auch heute noch vollständig ihren Zweck erfüllen. Auch an Leu­ten fehlte es nicht; die gesamrnte Dimerschaft war sofort bereit, ihre geliebte Herrin bis auf's Aeußerfte zu ver- theivigen und schien vor Begier zu brpnnen, den verhaßtm Jaeobinem schonungslos die Wege zu weisen. Der alte Gärtner besonders brannte vor Eifer, ben Königsmördern einen Denkzettel zu geben. Seitdem sein Neffe sich unter diese wilde Rotte gemischt, haßte er sie noch ingrimmiger, als je vorher.

Am ruhigsten verhielt sich der alte Cadoudal; er sprach kaum wenige Worte und machte sich eifrig mit feinem Ge­wehr zu schaffen, aber er hatte sich heimlich geschworen, daß die Jaeobinem nur über seine Leiche hinweg zu seiner angebeteten Herrin bringen sollten, unb sein festes, unbe­wegliches Gesicht bürgte dafür, daß er Mann genug war dies sich selbst gegebene Wort zu halten.

Kaum waren alle Vorbereitungen zur Abwehr getrof­fen, da kam schon ein Haufen Republikaner lärmend und tobend vor dem Schlöffe an. Der Anführer, ein baum­langer Kerl, dessen rothe Jacobinermütze ihn noch riesen­hafter erscheinen ließ, forderte schon von Weitem mit Sten­torstimme Einlaß und Uebergabe des alten Räubersitzes. Er schwor, sonst das adelige Nest dem Erdboden gleich zu machen, und schwang drohend seinen Degen. Mit wil= dem Geschrei begleiteten seine Leute die pathettsche Rede

Beschwerden über die Beschaffenheit der an die Truppen vertheilten Naturalien erhoben worden, davon die größte Anzahl, je 5, beim 10. und 11. Armeekorps. Von diesen Beschwerden wurden 24 für begründet erachtet, es ist in diesen Fällen der Ersatz in gutem Material erfolgt. Das Kriegsministerium nimmt Veranlassung die Corpö- intenbanturen anzuweisen, bie Lieferanten zur genauen Inne­haltung der kontraktlich übernommenen Verpflichtungen gründlich anzuhalten. Es wurde in 4 Fällen Geldstrafe verfügt, in 5 Fällen die Lieferung in andere Hände gelegt, 2 Proviantämter und 1 Depotmagazin verwarnt. — Nach der deutschen Wehrordnung vom 28. September 1875 haben diejenigen Civilbehörden, welche zur Ertheilung von Unabkömmlichkeitsattesten berechtigt stnd, die Listen der un­abkömmlichen Beamten im Dezember und die Nachtrags­listen bis zum 1. Juni den Generalkommandos einzu­reichen. In Bezug auf die Unabkömmlichkeit der noch im Militärverbande stehenden Volksschullehrer hat derCultus- minister angeordnet, daß diese Listen vor Ablauf des Mo­nats April Seitens der Provinzialbehörden eingereicht wer­den sollen. — Der Vorsitzende des deutschen Lehrervereins richtet an die Zweigvereine desselben eine Ansprache, daß der geschäftsführende Ausschuß es für seine Pflicht hält, den Gedanken anzuregen, zur Feier der goldenen Hochzeit des Kaiserpaars Sammlungen zur Gründung von Wil­helm- refp Augusta-Stiftungen in den einzelnen Provinzial- und Landesvereinen zu veranstalten. Die Sammlungen sollen dazu dienen, die Roth der Emeriten und der Hinterbliebe­nen von Lehrern zu lindem. Die Delegirtenversammlung wird vom 14. bis 16. April nach Berlin berufen werden. — Die 6. ordentliche Generalversammlung der Lebensversicherungs­anstalt für Armee und Marine ist auf den 22 April an- beraumt worden. Anschließend an dieselbe soll eine außer­ordentliche Generalversammlung eine Umarbeitung der -Statuten berathen. — Der Regierungsrath Mollier bei der Regierung zu Wiesbaden ist zum Oberregiemngsrath und Dirigenten der Abtheilung des Jnnem bei derselben Regierung ernannt worden.

Haimover, 3. März. Endlich zeigt sich auch bei uns in erfreulicher Weise eine Besserung der politischen Gesin­nungen. Es haben sich in richtiger Ueberzeugung, daß es auf dem bisherigen Wege nicht weiter gehen könne, hier eine Anzahl Männer zu einer deutsch-conservativen Ver­einigung zusammengethan und diese werden von jetzt an auch eine Zeitung, als das Organ der Conservattven in der ganzen Provinz, unter dem Namen „Hannoversche Post" erscheinen lassen. Der vormalige Redakteur der „Neuen Erfurter Zeitung" ist als Redakteur dieser neuen konservattven Zeitung gewonnen. Wünschen wir dem Blatt zu seinen Bestrebungen einen guten Erfolg.

ihres Anführers, der bet seiner Aufforderung eine sehr theatralische Haltung angenommen hatte.

Jede andere Exekutionstruppe würde sogleich versucht haben, ohne Weiters bis zum Schloßthsre vvrzudringen; aber auch diese wilden Jacvbiner konnten ihr Talent für die Bühne nicht verleugnen; sie mußten erst Stellung neh­men und der Sache den nöthigen Effekt geben. War doch die ganze französische Revolution nur um deshalb ein so tolles, blutiges Drama, weil Jeder, der Befähigste, wie der Unbefähigste, sich hervordrängte, darin eine Rolle zu spielen.

Da die Anffordemng ohne Antwort blieb und dem An­führer das alte Schloß sehr verdächtig vorkam, sein scharfes Auge noch dazu auf dem Thurme Bewaffnete bemerkt hatte, fo versammelte er seine Leute zu einem Kriegsrathe. Die Republik, die Allen gleiche Rechte einzuräumen suchte, hatte auch hier die Fesseln der Disciplin gelöst; Jeder suchte nach Kräften seine Meinung geltend zu machen und die ohnehin stark erhitzten Geister prallten erst heftig aufeinan­der, ehe sie sich einigen konnten. Die Vorsichtigen riethen zu einer regelrechten Belagerung und wünschten deshalb, daß aus Nantes Kanonen herbeigeholt würden: aber die Mehrzahl mochte von dieser Verzögerung nichts wissen unb sah barin eine Feigheit. Mit biesen paar Royalisten werbe man schon fertig werden und das ganze Nest müsse man sofort niederbrennen, war ihre Meinung. Einige Verwe­gene erboten sich, sogleich von hinten durch den Park zu schleichen unb bi enächst erreichbaren Wirthschaftsgebäube in Brand zu stecken. Mit bem tollen Fanatismus, mit bem diese wilden Söhne der Freiheit sich jedem Feinde ent­gegen stürzten, wagten sie auch jetzt ben Angriff gegen baö Schloß.

Die Damen hatten in furchtbarer Spannung ben Feinb erwartet. Jetzt stürmte er mit xu-irs-Geheul in rasender