Marburg, Donnerstag, 6. März 1879
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den russisch-türkischen Krieg verursachten Theuerung ulage von 25 pCt. ihres Diensteinkommens gewährt, üd 801,81 M. Mehrkosten erforderte. Der Kaufmann nd in Rom hat dem deutschen Reiche daS Serpen- rundstück geschenkt. Die Kosten der Uebernahme der Unterhaltung machten einen Betrag von 1359,86
. — Die Haus- und Gebäudesteuer des sranzöst- und des russischen Botschaftshütels in Berlin werden zusammen 1442 M. vom Auswärtigen Amte getragen, ie während des Aufenthalts Sr. Majestät des Kai- im Auslande (Gastein) beförderten Depeschen kosteten 5 M.
, sowie für den Reichökricgshasen an der Jade, Fahrwasser durch den Untergang der Insel leiden Diese Gemeinsamkeit Der Interessen des Reichs
und der Weseruferstaaten hat bereits im Jahre 1870 gelegentlich der Verhandlungen wegen gemeinschaftlicher Unterhaltung der Schifffahrtszeichen auf der Unterweser zu einem prinzipiellen Einverständniß zwischen der Königlich preußischen, der Großherzoglich oldenburgischen und der bremischen Regierung dahin geführt, daß die Maßnahmen zur Sicherung der Insel nur unter Mitwirkung des Norddeutschen Bundes bez. des Deutschen Reichs und unter Betheiligung desselben an der Ausbringung der dazu erforderlichen Geldmittel zu treffen seien; eine vollständige Einigung ist jedoch damals nicht erreicht, weil sich in Bezug auf den Maßstab für die Vertheilunz der Kosten Differenzen herausstellten. Nachdem die Gefahr umfassenderer Zerstörungen, insbesondere nach den heftigen Sturmfluthen des Jahres 1873 und des Winters und Frühjahrs 1874, so drohend geworden war, daß bei weiterem Aufschub der allerseits als noth- wendig erkannten Abwehr schwere, vielleicht unersetzliche Verluste befürchtet werden mußten, sind vorbehaltlich eines Uebereinkommens zwischen den betheiligten Bundesstaaten unter Leitung der Kaiserlichen Admiralität die zur Sicherung des Kirchthurms und des Leuchtthurmes unentbehrlichen Strandbefestigungen im Sommer 1874 mit den bereits erwähnten Mitteln in Angriff genommen worden. Wenngleich damals schon auzunehmen war, daß diese Mittel zur Ausführung der erforderlichen Sicherungsbauten nicht ausreichen würden, so mußte doch von der Einbringung eines Antrages auf Bewilligung weiterer Mittel abgesehen werden, weil vor Beendigung der betagten Verhandlungen die Höhe des auf das Reich entfallenden Theils der Kosten dieser Befestigungen nicht übersehen werden konnte. Diese Verhandlungen sind, nachdem der Bundesrath sich vorher mit der Uebernahme der entsprechenden Lasten auf das Reich einverstanden erklärt hatte, am 6. März 1876 durch den Abschluß eines Vertrages zwischen den bereits geannten drei Staaten beendigt, inhaltsdessen die letzteren unter der Voraussetzung, daß das Reich die Unterhaltung des Leuchtthurms und Leuchtfeuers auf der Insel Wangeroog auf alleinige Kosten übernimmt, auch daselbst zur Verhütung des Abbruches Strandbefestigungen anlegt, dieselben nebst dem dortigen alten Kirchthurm unterhält und die desfallsigen Anlage- und Unterhaltungskosten, soweit sie nicht den vertragenden Staaten zur Last fallen, bestreitet, die Verpflichtung übernommen haben, die Hälfte der Anlagekosten der Strandbefestigungen bis zum Höchstbetrage von 583,250 M. und die Hälfte der Unterhaltungskosten derselben und des alten Kirchthurms bis zum Höchstbetrage von jährlich 10,000 M. in der Weise zu tragen, daß Preußen 3 g, Oldenburg 1 e und Bremen 2/e beisteuert. Dieser Vertrag ist im Mai 1877 ratifizirt.
Die für die Sicherungsbauten aufgewendeten Kosten
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„Mögen sie kommen, wir fürchten sie nicht", entgegnete Hippolyt mit flammendem Antlitz, dessen ungeprüfter Jugendmuth vor keiner Gefahr zurückscheute. „Und Mama will es, ich soll Sie augenblicklich mitbringen."
Der junge Mensch übertrieb absichtlich, um sich vor den herumstehenden Leuten ein größeres Ansehen zu geben.
„Dann werde ich gehorchen", sagte der alte Cadoudal mit jener Höflichkeit, die selbst der französische Bauer niemals ganz verleugnen kann.
Aus den rauchenden Trümmern war nichts mehr zu retten, der Müller warf noch einen letzten Blick auf die Brandstätte, dann folgte er mit seinem Töchterchen an der Hand, dem jungen Herrn.
In dem gelähmten Körper der'Frau von Brevelay schienen die anstürmenden Gefahren die alte Energie zu wecken. Vergeblich beschwor sie der Müller, ihn weiter ziehen zu lassen, damit sie sich nicht dem Haß der Jacobiner aussetze, sie ließ sich von den Vorstelkungen des alten Mannes nicht erschüttern und erklärte mit großer Bestimmtheit:
„Ich habe Ihnen mein Wort gegeben, daß ich Ihren Dienst vergelten will, und Lchloß Brevelay wird Ihnen eine Zufluchtsstätte sein, mag daraus entstehen, was da wolle."
Die Augen der kranken Frau blitzten und Ton und Inhalt ihrer Worte bekundeten nur zu gut, daß sie keinen Widerspruch dulde.
Der alte Cadoudal beugte sein thränenfeuchtes Antlitz auf ihre weiße Hand, zog sein Töchterchen herbei uud flüsterte ihm zu: „Knie nieder, Geneviöve, und danke unserer gnädigen Herrin, ich kann es nicht."
Die Kleine kam dem Wunsche des Vaters mit solcher Anmuth nach, daß Frau von Brevelay's Blicke mit Wohlgefallen auf ihr ruhten und sie freundlich sagte, indem sie
Harte Kämpfe.
Novelle von Ludwig Habicht.
(Fortsetzung.)
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scheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS LonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (excl. Bestellgebühr». — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa
Für in der Expedition zu ectbeilenbe Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.
haben bis zum Schluffe des Etatsjahres 1877/78 1300612,37 M. betragen, von denen auf Unterhaltungskosten 87712,09 M. entfallen, welche für Reparatur der durch die Sturmfluth am 30./31. Januar 1876 beschädigten Uferwerke verausgabt sind.
Das „B. H." bringt folgende interessante Depesche:
Wien, 3. März Eine ausdrücklich als offiziell bezeichnete Nachricht der „Politischen Korrespondenz" meldet, daß Frankreich von der Türkei die Insel Rhodus erworben habe.
Nach dem „Courrier d'Jtalie" sei es außer Zweifel, daß die letzten Auslassungen des Papstes Leo XIII. über die weltliche Gewalt, großcntheils dem Einflüße des Erzbischofs von Westminster, Cardinal Manning, zuzuschreiben seien. Derselbe soll zu verstehen gegeben haben, daß ohne einige Wörilein in Bezug auf die weltliche Gewalt, auf die Einkünfte des Peterpfenmgs in Europa nicht mehr gerechnet werden könnte.
ch HZch thue nur [meine Pflicht," lächelte die Ehefrau, gegen den alten Cadoudal habe ich noch dazu eine der Dankbarkeit abzutragen. Er hat Dich aus
jchft zu erwarten.
ie dem Reichstage vorgelcgte Rechnungsübersicht pro /78, ein dickleibiger Band von 445 Seiten, enthält interessante Notizen, die man eine Ergänzung der schichte nennen kann. Eine dem italienischen General ini, als außerordentlichem Botschafter zur Notificirung hronbesteigung S. Ni. des Königs Humbert, ver- t Porträtoose mit Brillanten kostete 9000 M. Die rdentliche Gesandschaft an den Hof des Sultans von cco in Faß hat 33322,06 M. gekostet. — Sämmt- Beamten der Konsulate in Bukarest, Galatz, Jassy Serajevo und den Bureau- und Unterbeamten der
ig den Kops; aber als jetzt Hippolyt aus ihn zu- ihm das großmüthige Anerbieten verkündete leuch- irine dunklen Augen auf. Er schien Anfangs bereit, e enzunehmen, dann besann er sich: „Nein, ich darf t", sagte er nach kurzem Nachsinnen, „ich würde oa- meiner gnädigen Herrin die Jacobiner auf den
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ftti fcilben Kriegsgetümmel herausgeholt, in dem Äugen- wo das Schicksal seines eigenen Sohnes auf dem lt stand; also beeile Dich und bringe den Alten und gsh Töchterchen mit." Kaum war Hippolyt auf der । (b Hätte angekomnwn, da erschien auch der Müller — kr Hand sein blondes Töchterchen. Mit einem Blick tr das ganze Unglück übersehen — hier war nichts ■** zu retten, die Flammen leckten nur noch gefräßig an untersten Stockwerk des Hauses. Die Mühle selbst lag itt Asche. Der alte Mann sprach kein Wort, wäh- sein Töchterchen halb neugierig, halb erschreckt das che Schauspiel betrachtete — da eS der Vater so »nsnahm, glaubte sie auch zum Jammern und Klagen besonderes Recht zu haben. Einige Nachbarn um- den Müller und sprachen tröstend oder auch vor- ll auf ihn ein. „Das habt Ihr Eurem Sohne anken", sprach der Eine; „die Jacobiner wissen, daß ert F kühnste Anführer der Royalisten ist, und da sie ihn die Hände bekommen können, müßt Ihr es bezahlen."
6tr alte Mann antwortete nichts, sondern senkte nur
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Danbe & Co. in Frankfurt a. M; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
teils durch jdie Etats der Marinenverwaltung für und 1874 ist für Sicherungsbauten auf der Insel roog eine Summe von 300,000 M. zur Verfügung t und damit allseitig das Interesse anerkannt, welches eich neben den Weseruferstaaten an der Erhaltung Insel hat. Der alte Kirchthurm auf der Insel roog und der dorttge Leuchtthurm sind für die der Kaiserlichen Marine gleichwie für die Kauf- chiffe als die einzigen weit sichtbaren Seezeichen vor Zade- und Wesermündung von hervorragender Bedeu-
Ebenso wichtig wie für den Seeverkehr ist der Be- eO dieser an dem WestranDe in Folge der zerstörenden
Tagesbericht.
” fcem Vernehmen nach steht die Ernennung des Herrn ritt Emsthausen, Bezirkopräsidenien für Ober-Elsaß zu tar, zum Oberpräsiventen der Provinz Westpreußen
ceniOirkung der Sturmfluthen bereits durch beträchtlichen geschädigten Insel für den Küstenschutz, den sie Üwerk dem oldenburgischen Lande und dessen Deichen
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Deutsches Reich.
** Berlin, 4. März. Die heutigen Aeußerungen verschiedener nationalliberaler Blätter und der Magdeburger Zeitung befürworten sehr deutlich und lebhaft eine Verständigung zwischen Reichstag und Rcichsregierung über die Zoll- und Steuerfrage. Diese sehr erfreuliche Wendung würde natürlich dadurch vereitelt, wenn das vorläufig als Fühler ausgeworfene Manöver Anklang fände, die gesamm- ten Zoll- und Steuervorlagen an eine Zwischenkommission zu verweisen, welche diese Angelegenheit bis zur nächsten Reichstagssesston, wenn nicht gar bis zum Schluß der Legislatur verschleppen könnte. Daß die Regierung nicht im mindesten gesonnen ist, die dringliche Entscheidung durch ein solches Manöver verschleppen zu lassen, zeigt der vfficielle autoritative Artikel in der gestrigen Abendnummer der Nordd. Allg. Ztg., welcher rundweg erklärt, die Regierung werde den Versuch einer solchen Verschleppung als Ablehnung betrachten. — Im Reichseisenbahnamte haben vom 25. bis 27. Februar Verhandlungen zur endgültigen Feststellung eines Normalbuchungsformulars für die Eisenbahnen Deutschlands stattgefunden. Letztere waren mit wenigen Ausnahmen durch dieselben Delegirten vertreten, welche im April v. I. zu gleichem Zwecke hier versammelt waren. Als Commissare des Reichskanzleramts fungirten die Geh. Räthe Härtner und Streckert. Wie wir hören, hatten sämmtliche Regierungen und Verwaltungen dem früheren Entwurf im Wesentlichen zugestimmt. Es handelt sich nur darum, einzelne seitens der Betheiligten gemachte Einwendungen zu prüfen und die Dchlußredaktion vorzunehmen.
mit der gelähmten Linken über ihr blondes, üppiges Haar hinwegstrich: „Du bist ein liebes Kind und wirst einmal der Stolz Deines Vaters werden." Dann wandte sie sich rasch ab und ihr Antlitz verfinsterte sich. Der alte Cadoudal merkte wohl, was in dem Innern der gnädigen Frau vorgehen mochte und fühlte sich tief erschüttert. Sie dachte gewiß an ihre eigene Tochter, die durch die Liebe zu seinem Sohn in die größten Gefahren und Abenteuer gelockt worden, und anstatt ihm zu zürnen, bot sie jetzt dem Vater des ihr gewiß tief verhaßten Menschen ein Asyl. Er empfand die ganze Größe des Eoelmuthes, und obwohl er schon immer seine frühere Herrin verehrt hatte, jetzt mußte er zu ihr wie zu einer Heiligen emporschauen, und er schwur sich dafür, seinen letzten Blutstropfen für sie zu opfern. Leise zog er sich mit seiner Tochter zurück.
Von den verschiedenartigsten Empfindungen bewegt, hatten Myon und Hippolyt dem ganzen Auftritt beigewohnt. Der junge Mann war heute stolzer als je auf seine Mutter die ihm als das echte Vorbild einer Edeldame erschien, auch Myon's hochfliegender Geist hatte für ein solches Benehmen daS vollste Verständniß, aber als Frau von Brevelay die Schönheit Genevisve's rühmte, da schoß ein verstohlener Blick aus ihren Augen auf Hippolyt und sie war erst etwas beruhigt, als sie sah, wie kühl und gleichgültig er daS Kind betrachtete — dennoch konnte sie sich eines gewissen Unbehagens nicht erwehren und sie wurde die Ahnung nicht los, daß ihr von dieser blonden Kleinen irgend eine Gefahr drohe.
Wohl war Genevisve jetzt noch ein unreifes Mädchen, aber in ein, zwei Jahren konnte sie sich völlig entwickelt haben und dann — eine Falte zog sich über ihre Stirne zusammen. Ja, wenn sie es noch nicht gewußt hätte, jetzt war es ihr völlig klar, sie liebte Hippolyt Hlühend, leidenschaftlich und sie mußte allein ihn
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