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ZNarkurg, Mittwoch, 5. März 1879

XIV. Jahrgang

18.

Wilton

große

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, s owie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerffche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer an den Werkragen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jlluftrirtes SonntaaShlatt" durch die Ervebition rffnA’f*# «uchdruckereU bezogen Mark durch d.e Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Ufo. (efclSkfteHÄ)?-SXnSfteb" gesA-ne Se 10 Pfo 8ur u> der Expediiion zu ertberlende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfo. berechnet. ° "*”*

-eigen nimmt emgegen: , Expedition d.BlattrS, ^e d-Annoncen-Bureaux , Th. Dietrich & Eo. io et und Hannover; Th. zrich in Frankfurt a.M.; gienftein & Bögler in mtfurt a M., Berlin, E^ij, Cöln ic.; Rudolf

i in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

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Tagesbericht.

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»thematischer Typhus constatirt sein. Laut Bericht aus

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lenen deutschen Blättern, auch der „Köln. Ztg." an- irt seien, da das Verfahren dieser Bureaus auf Geld- rrei hinauslaufe. — Der „Reichsanzeiger" meldet ferner:

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»ar durchaus nicht schön, — dem vom Wind und gebräunten Antlitz fehlte jede Regelmäßigkeit, da- nde Kinn, der scharfgeschnittene Mund deuteten auf harten energischen Charakter, aber sie hatte in ihren , zuweilen so unruhig blitzenden Augen etwas, das konnte und das besonders auf das romantische Hippolyt's seinen Eindruck nicht verfehlte. Ehe >ge Mensch es ahnte, hatte sie sich eine unbedingte ast über feinen Geist erworben und ihn zu ihren ungen gezogen.

res Abends, als Hippolyt, wir so oft, müßig in Zimmer saß und sich allerhand Träumereien über- rzte Myon in ungewöhnlicher Hast herein.

men Sie, Hippolyt," sagte sie gehrimnißvoll, und er Macht, die sie bereits über ihn besaß, zog sie t wider seinen Willen mit sich fort. Sie hatte bis- e den Versuch gemacht, ihn politisch zu bekehren und ilen etwas überlegen vor sich hin gelächelt, wenn

ie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Tendenz Gegner der Regierung sei augenscheinlich we- auf direkte Bekämpfung als auf Verschleppung der evision gerichtet. Nachdem die Hoffnung, daß es gelingen werde, noch im Laufe der jetzigen Session rif-Frage an den Bundeörath und Reichstag zu , geschwunden sei, scheine man jetzt den Plan zu en, die Tarifreviston durch Verweisung an eine per- e Reichstagskommission ab CalendaS Graecas zu en; die Bundesregierungen würden sich jedoch nicht einlaffen. Auch die Nation verlange eine rasche 'ge Erledigung der Frage. Die „Nordd. Allgem. nicht zu irren in der Annahme, daß jeder Versuch dilatorischen Behandlung oder Theilung der Tarifre- von Seiten der Regierung als deren Ablehnung angesehen werden.

Harte Kämpfe.

Novelle von Ludwig Habicht- (Fortsetzung.)

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ie konservativen Fraktionen werden, da die National­en, das Centrum und die Fortschrittspartei das tags-Disciplinargesetz a limine ablehnen dürften,

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auch i m Tangerog (Tanganrog?) gleichzeitig vorgekommene ächtige Todesfälle sollen nach amtlichem Bericht als

Das Staatsministerium hielt Montag Mittag 1 Uhr ’ r Sitzung. — Der „Reichsanzeiger" schreibt: die Zei- , Meldung, daß der Generalkonsul Blau in Odessa __einem Anfall von Schwermuth seinem Leben selbst 1 Ende gemacht habe, bestätige sich leider. Wenn fT ische Blätter diesen traurigen Vorgang, der das aus- rtige Amt eines tüchtigen und bewährten Beamten be-

is war bis zum 22. Februar im ganzen kaukasischen eben ß «haltereibezirk kein einziger Erkrankungsfall an Pest zvoll [ einer verwandten Krankheit vorgekommen. Längs 0 angrenzenden Don'schen Kosaken-GebieteS und längs Gouvernements Astrachan ist ein Cavallerie-Grenzcordon gen. Außerdem sind am kaukasischen User des kaspi- it Meeres bei den hauptsächlichsten Landungsplätzen 1 antäne-Stationen errichtet.

X günstige Urtheil, das die Mutter über ihre aufmerk- § Pflegerin fällte, erhöhte noch die Schwärmerei des ffngs, er sah in Myon alle großen und guten Eigen- ■* kn einer Frau vereinigt, wie sie in dieser Fülle ge- leinig«1 nicht zum zweiten Male vorhanden wären. Und je HM sie selbst sich ihm gegenüber in dm nöthigen Schran- n ?elt, je mehr entflammte sie fein junges Herz; er war ’en v0 ich, wenn er nur in ihrer Nähe weilen konnte und al. uh >lb leistete er gern seiner Mutter Gesellschaft; war er sZPann mit der Geliebten zusammen, deren feste, beinahe che Züge für ihn einen höheren Reiz gewannen.

m fett, mit einem Verweis in Verbindung brachten, den 155 General-Consnl erhalten, so sei dies gänzlich unwahr; 1 selben sei kein Verweis ertheilt worden; ein Anlaß __1 habe überhaupt nicht vorgelegen. — Der „Reichsan- Her warnt vor Pariser Placementsbureaus, die in ver-

alsbald nach der Ablehnung Anttäge auf Aenderung der Geschäftsordnung einbringen.

, Seit unserer letzten dieß bezüglichen. Mittheilung sind beim Reichstag weiter 306 Petitionen eingegangen. Eine große Zahl derselben betrifft die schwebende handelspolitische Frage. Petitionen von Magistraten in Fürth, Thorn, Apenrade, Elbing, Insterburg und Stolp sprechen sich gegen die allgemeine Zollpflicht aus, während 93 Petitionen aus landwirthschaftlichen Kreisen, einfach beantragen den Reform- Plänen des Fürsten Reichskanzlers auf dem Gebiete der Zoll- und Steuergesetzgebung zuzustimmen. 130 Kredit­vereine, Volksbanken rc. petitioniren um die Aufrechterhal­tung der allgemeinen Wechselfähigkeit.

Ucber die Besoldungen der demnächstigen höheren Justiz­beamten bestimmt der Nachtragsetat mit den dazu gefaßten Beschlüssen des Landtags im Wesentlichen Folgendes: I. Bei den Oberlandesgerichten erhalten: a) die Präsidenten, außer einer Miethsentschädigung im Betrage von 1800— 3000 M. je 14000 M.; b) die Senatspräsidenten und Oberstaatsanwälte 7500—9900 M.; im Durchschnitt 8700 M. in Abstufungen von 600 M.; c) die Oberlandesgerichts- räthe 4800—6600 M., im Durchschnitt 5700 M., in Ab­stufungen von 600 M. II. Bei den Landgerichten erhalten: a) der Präsident des Landgerichts Berlins I. 10,500 M., die übrigen 90 Präsidenten 7500—9900 M., im Durch­schnitt 8700 M.; in Abstufungen von 600 M.; b) die Direktoren und die ersten Staatsanwälte 4800—6600 M.; im Durchschnitt 5700 M., in Abstufungen von 600 M.; c) die Landrichter 2400—6000 M., im Durchschnitt 4200 M., in Abstufungen von 300 M. d) die Staatsan­wälte und ebenso die 9 Staatsanwälte bei den Oberlan­desgerichten 2400—4800 M., im Durchschnitt 3600 M., in Abstufungen von 300 M. III. Bei den Amtsgerichten erhalten die Amtsrichter ebenso wie die Landrichter 2400 M., im Durchschnitt 4200 M., in Abstufungen von 300 M.

Im lOten sächsischen Wahlkreise (Döbeln) ist der freie konservative Herr von König mit 6623 (Stimmen zum Reichstagsabgeordneten gewählt. Der Kandidat der So­zialdemokraten hatte 4322 Stimmen erhalten.

Bei den Wahlen von 1878 hatte der Kandidat der Fortschrittspartei 6444 Stimmen, der Kandidat der Sozial­demokraten 5028 Stimmen erhalten. Dieses Ergebniß ist in mehrfacher Beziehung von hohem Interesse.

Meldungen der „Poltt. Corr.": Aus Bukarest vom 2. d. Das Fort Arab-Tabia ist, wie verlautet, bereits er ihr gegenüber sein Herz öffnete und mit jugendlicher Begeisterung von der großen Aufgabe der Republik sprach, die allein das Vaterland retten könne.

„Was wollen Sie, Myon?" fragte er gutrnüthig. „Hat der alte Narr, der Gärtner, irgend eine seltsame Blume zum Aufblühen gebracht? Sie wissen ich bin nicht für die Botanik eingenommen."

„O, was hier aufblüht, wird Ihr Staunen schon er­regen," sagte sie mit bitterem Lächeln und führte ihn auf den kleinen Hügeln des Parkes, der eine Aussicht über die Gegend in die unfern vorbeirauschenden Loire gestattete. Der Vollmond verbreitete fast Tageshelle über die stille Winterlandschaft.

Myon wies mit der Hand auf den Fluß, aus dessen glitzernden Flulhen nackte Gestalten deutlich hervorragten. Hier ein voller Arm, dort ein Kopf mit angstverzerrten Zügen. Das Mondlicht ließ Alles noch unheimlicher erscheinen.

„Mein Gott das sind Leichen!" rief Hippolyt entsetzt und starrte todtenbleich auf das grauenhafte Schauspiel, denn die Fluht trieb immer neue Opfer unaufhaltsam vorüber.

„Es ist der wilde Carrier, der seine Feinde zum Meere schickt," sagte Myon und heftete unverwandt ihr Auge auf das bewegliche Antlitz des jungen Menschen. „Das sind die Freunde der Freiheit," fuhr sie fort, „denen die Guillotine zu langsam arbeitet und die unfern schönen Strom brauchen, um all die Unglücklichen darin zu ver­senken, die nicht ihre Meinung theilen."

Hippolyt antwortete nicht, aber Myon konnte deutlich gewahren, was in seinem jungen Herzen vorging; er war empört über die unerhörte Grausamkeit, die jeder Be­schreibung spottete. Nun glaubte er doch daß die Mutter recht habe, wenn sie behauptete, die Republik sei eine

vollständig demolirt. — Aus Adrianopel, 2. b. Ein De­monstrationsversuch bewaffneter Bulgaren vor dem britt- schen Consulat wurde durch russisches Militär vereitelt. Durch ein Telegramm des Kaisers von Rußland wird dem General Totleben Befehl zu exemplarischer Bestrafung der Personen ertheilt, welche sich des Attentats gegen den griechischen Erzbischof schuldig machten; 16 Betheiligte wurden verhaftet.

Deatsches Reich.

•*. Berit«, 3. März. In Bezug auf die Haltung beS Reichstags gegenüber der Zoll- und Steuerreform scheint sich die erst gemachte Erfahrung zu wiederholen, daß man aus dev°Haltung der Parteipreffe keinen sichern Schluß auf die Stimmung der Partei im Parlamente machen kann. Wenn man auch nicht vorhcrsehen kann, wie die parlamen­tarischen Parteien sich schließlich zu den formulirten wirth- schaftlichen Vorlagen verhalten werden, so ist doch seit dem Zusammentritt des Reichstags immer deutlicher der Wunsch nach einer positiven Verständigung hervorgetreten. Die nationalliberale Partei scheidet sich unverkennbar von der verneinenden Haltung der Fortschrittspartei und die erste Berathung des Reichshaushaltes darf in ihrem Verlauf in­sofern als günstig bezeichnet werden als für den Anhalts­punkt einer positiven Politik die Reichstagsmehrheit hat an den Tag kommen lassen. Empfehlenswerth für fortschritt­liche Zeitungen sind übrigens die Bemerkungen der Franks. Ztg. über die in der fortschrittlichen parlamentarischen Cor- respondenz aufgestellte Rechnung, daß die Fortschrittspartei im Fall der Reichstagsauflösung ungefähr 60 Stimmen erringen, welche ihren jetzigen Bestand um 48 Mitglieder vermehren werde. — Gegenüber den Mittheilungen über die Arbeiten der Zolltarifkommission muß darauf hinge­wiesen werden, daß die Amtsverschwiegenheit, welche die Kommission sich auferlegt hat, nur in Bezug auf die Be­schlüsse über Vieh- und Getreidezölle aufgehoben war, seit­dem aber wieder in volle Kraft gesetzt worden ist. Nichts­bestoweniger bringt bie Weserztg. Mittheilungen, welche an« scheinend von einer mit den Arbeiten der Kommission in enger Berührung stehenden Seite vermittelt worden. Eine neuliche Mittheilung des Berliner Correspondenteu der Weserztg. lautet folgendermaßen: „Während die Kommission sich mit Erfolg bemühte einen Theil ihrer Arbeiten zu er­ledigen, sind ihr Seitens des Reichskanzlers auf Grund eines Beschlusses des Bundesraths vom 15. Febr. auch die Finanzzollartikel Petroleum, Wein, Kaffee, Thee, Südfrüchte überwiesen worden." Wir sind nicht in der Lage, diese ans dem Kreis derjenigen Angelegenheiten der Kommission, über welche sich der Schleier des Amtsgeheimnisses breiten soll, Tigerin, die nur nach Blut lechze und das Vaterland verwüste, aber nicht retten könne

»Und Niemand fischt die Leichen auf, um sie wenigstens der Erbe anzuvertrauen?" fragte er nach einer langen Pause.

»Wer sollte es wagen? Er würde gewiß seine Kühn­heit mit dem Leben büßen. Diese Henkersknechte Marat's haben kein Erbarmen," war ihre Antwort.

Hippolyt sagte nichts mehr. Er blieb in finsteres Schauen versunken stehen, bis die kalte Fluth mit der letz­ten Leiche vorübergerauscht, dann verließ er schweigend den Platz und auch Myon sprach kein Wort weiter; aber seit dieser Stunde war seine Schwärmerei für die Republik erloschen, die alten Gedanken und Darstellungen tauchten wieder in ihm auf, die früh in ihm niedergelegt worden. Er war wieoer Royalist — ohne seinen Gesinnungswechsel sogleich zu offenbaren. Eine jugendliche Scham über die raschen Wandlungen, die er durchmachte, hielt ihn davon zurück.

Die Schreckensherrschaft dehnte sich immer weiter über das Land aus und die Woge des Verderbens wälzte sich immer näher und drohte nun auch die Bewohner des Schlosses Brevelay zu verschlingen, die bisher, vielleicht nur durch einen glücklichen Zufall, verschont worden. Aber bald

Eines Tages, als Frau von Brevelay zum Fenster hinausschaute, sah sie in der Nähe eine gewaltige Rauch­säule aufwirkelu.

„Das ist die Besitzung Cadoudal's!" rief sie erschrocken.

Auch Hippolyt war derselben Meinung und wollte so­gleich fortstürmen, um sich Gewißheit zu verschaffen. Seine Mutter hinderte ihn nicht daran. Auf dem Hofe traf er schon einen Müllerburschen, der angstvoll, mit fliegendem Athem erzählte, daß die Jacobiucr heute in bie Mühle ge­kommen, um ben Meister zu verhaften, unb da sie ihn nicht gefunden, hätten sie vor der Hand bie Mühle in