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JRatßurg, Sonntag, 2. März 1879.
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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, s owie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a- M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W- ThiencS in Elberfeld: C. Schlotte in
Bremen-
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tSaiich äü&tt an de» Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JSustrirteS Sonntagsblatt" durch die Erpedition (K o ch'sche Bu ch druck erei^ bezogen U Mark, durch di. Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (ejcl. Bestellgebühr). - Jnsertwnsgebühr für d.e gespaltene Zeile 10 Pfg.
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^Dietrich 4 Co. in itei Hannover; LH. Wo Frankfurt a.M>; ■"jein & Bögler in nt a- M., Berlin, ■ Köln:c; Rudolf i# Berlin, Krank
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hatte krampfhaft ihre Hände erfaßt.
Es wäre undankbar gewesen, wenn Myon dennoch ihren Plan verwirklicht. Die arme Frau schien so hilflos, so sehr ihres Beistandes, ihres Trostes zu bedürfen, und noch mehr als diese Theilnahme hielt sie ein anderes Gefühl zurück. Schon ihr erste» Zusammentreffen mit Hyppolyt war für ihr Herz entcheidend gewesen. Als sie die Augen deS jungen Menschen so zärtlich aus sich gerichtet sah, da jauchzte es in ihrem Innern und sie hätte ihrem Lebensretter voll inniger Dankbarkeit an die Brust sinken mögen. Trotzdem sie bereits die erste Jugendblüte hinter sich hatte, war ihr die Liebe völlig unbekannt geblieben. Die jungen Burschen im Dorfe waren wenig nach ihrem Gefchmack gewesen, sie hatte all' ihre Zärtlichkeit ihrem Bruder gewidmet. Er war tobt — und nun trat ihr plötzlich ein Anderer entgegen, der willig den reichen Liebesschatz ihres Herzens hinnahm, den sie ihm bot.
Am Krankenbett der Mutter trafen sich die Beiden wieder, saßen sie stundenlang zusammen. Hippolyt mußte die Treue und Hingebung bewundern, mit der Myon der Kranken jeden Wunsch ablauschte und für sie sorgte. Da war sie zart und liebevoll und ganz anders, wie damals, als er sie zum ersten Male traf. Er sprach seine vollste An-
aus der bereits gutgeheißenen Okkupation resultirt. Dagegen wird einerseits die Civllverwaltung der okkupirten Länder einen Angelpunkt bieten, an welchem die Opposition versuchen wird, ihre Hebel anzusetzen; andererseits wird man es kaum versäumen, an den Grafen Andrassy mit der Anfrage herauszutreten, ob und wie weit die Okkupation im künftigen Sommer ausgedehnt werden solle, und wie er es überhaupt mit dem Sandschakate Novibazar zu halten gedenke.
Was die Beziehungen Oesterreichs zur Türkei betrifft, so sind dieselben z. Z. weiter als je davon entfernt, die Aussicht auf ein Uebereinkommen zu bieten Nachdem sich die Pforte mit Rußland auseinandergesetzt hat, scheint sie in Bezug auf die übrigen Interessenten ein desto langsameres Tempo anschlagen zu wollen. Auch die Verhandlungen mit Griechenland sind weiter nichts als eine Kette von Vexationen.
Der ganze Reiz der Neuheit umgiebt die Notabeln- Versammlung in Tirnowa. Dem Telegraphen mag der Name lange nicht so geläufig gewesen sein, wie jetzt. Vorläufig lassen sich indeß wirklich wichtige Nachrichten nicht verzeichnen.
allein duldete sie um sich, von ihr allein ließ sie sich pflegen und die kühne Vendeerin, die kurz vorher sich mit männlicher Entschlossenheit in das dickste Kampfgewühl gestürzt, unterzog sich jetzt der Sorgen für die Kranke mit einer Aufopferung und weiblichen Zartheit, die man in ihr nimmermehr gesucht hätte.
Von ihrer raschen Entfernung aus dem Schlosse und ihrem Vorhaben, den Tod des Bruders zu rächen, war unter diesen Umständen keine Rede. Das erste Wort von
erkennung aus und sie nahm sein Lob für eine wärmere Empfindung. Wie von selbst entstand zwischen ihnen ein trauliches Verhältniß, und noch ehe Hippolyt eine Ahnung hatte, was in ihr vorging, führte ihr heißes Herz die Entscheidung herbei. Sie liebte ihn mit stürmischer Gluth und sah deshalb nirgend ein Hinderniß, eine Schranke, ja sie hatte nicht einmal Zeit und Ruhe, das Herz des Geliebten zu prüfen, sich von seiner Gegenliebe zu überzeugen. DaS leiseste Anzeichen genügte ihr und sie deutete es zu ihren Gunsten. Sein Sttllschweigen, sein jugendliches Er- röthen bei ihrem Flammenblick entzückte sie und gab ihr die Gewißheit, daß in seinem Herzen die tiefste und glühendste Liebe für sie erwacht. Er zeigte sich für all' ihre Aufmerksamkeiten so dankbar! Fra« von Brevelay hatte seit ihrer Krankheit Myon sogleich ein grenzenloses Vertrauen geschenkt, ihr die Herrschaft über Küche und Keller eingeräumt, und nun konnte sie für das Behagen des Geliebten in jeder Weise sorgen.
Hippolyt hatte es noch nie so gut gehabt, obwohl er stets der verwöhnte Sohn des Hauses gewesen. Diese glühende Patriotin, die noch vor Kurzem die Muskete getragen, erschöpfte sich jetzt in Aufmerksamkeiten für den geliebten Jüngling. Und er ließ sich ihre Sorgen, ihre Zärtlichkeit gern gefallen, stets war er dankbar für ihre liebevollen Bemühungen. Das allein würde ihr genügt haben. Sie brauchte Jemand, für Den sie sorgen, dem sie Alles sein konnte, und sie würde Hippolyt schon geliebt haben, weil er sich lieben ließ.
Hippolyt war noch so jung — er konnte ihrem zärtlichen Anstürmen keinen Widerstand leisten. Vielleicht schmeichelte es seiner Eitelkeit, daß dieses feurige Mädchen so offen und rückhaltlos ihre Empfindungen für ihn an den Tag legte, vielleicht fühlte er auch, daß in seinem Innern doch
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Tagesbericht.
Die Reichstagsabgeordneten Thilenius, Mendal, Löwe und Zinn haben, von zahlreichen Mitgliedern aller Frac- tionen unterstützt, die Interpellation eingebracht: ob die Reichsregierung dem Reichstage Mitlheilung machen wolle über die gegenwärtige Verbreitung der Pest sowie über die bisher ergriffenen und etwa noch zu ergreifenden Maßnahmen zur Verhütung der Einschleppung der Seuche nach Deutschland.
Heute ober morgen findet eine Sitzung der Commission zur Berathung von Schutzmaßregeln gegen die Einschleppung der Pest statt. In Ausführung der am 4. v. von dieser Commission gefaßten Beschlüsse sind derselben vom Kultusministerium Vorlagen zugegangen betreffs Quarantäne und Desinficirungsmaßregeln, wie solche beim jetzigen Stand die Epidemie schon Anfang des Monats in Aussicht genommen waren. Man vermuthet, daß nur für größere Häfen Quarantäneanstalten errichtet werden und die nach kleineren Häfen bestimmten Schiffe ebenfalls diese Quarantäneanstalten anzulaufen haben.
Der Verband selbstständiger Handwerker und Fabrikanten Deutschlands hat eine Eingabe an den deutschen Reichstag abgesandt, welche Aenderungen der Bestimmungen des Tit. VII. der Novelle zur Gewerbeordnung vom 17. Jul.
Harte Kämpfe.
Novelle von Ludwig Habicht.
(Fortsetzung.)
Auch in Frankreich beginnt man jetzt nach „autodi- daetischen Experimenten" zu schreien. Das Zollsystem Frankreichs gewährt bekanntlich der Industrie einen sehr wirksamen Schutz, während die Landwirthschaft vollständig sich selbst überlassen ist. Die Wirkung hiervon zeigt sich in der französischen Haudelsstatistik, welche einen gewaltigen Anwachs der Einfuhr von Cerealien nachweist. Inzwischen beginnen sich die Landwirthe zu regen; die landwirthschast- liche Gesellschaft in Frankreich hat sich jüngst dahin geeinigt, „daß die Landwirthschaft künftig im Zolltarif eben so behandelt werde, wie die Industrie, daß dieser Tarif Ausgleichuugszölle (. droits compensateurs) zu ihren Gunsten enthalten müsse und daß keine Handelsverträge ober- nur Verträge auf Grundlage der Reciprocität abgeschlossen werden." Das Organ dieser Gesellschaft schreibt: „Es können nur zwei Systeme verfolgt werden, um das Gleichgewicht herzustellen. Entweder muß der Landbau geschützt werden, gleich der anderen Industrien, welche ihm Konkurrenz machen auf dem Arbeits- und Kapitalmärkte, oder man muß, da der Landbau nicht geschützt ist, auch die anderen Industrien nicht schützen und wenigstens dahin trachten, die Schutzzölle der Reihe nach zu erniedrigen. Wie wird sich aber danach die allgemeine Lage gestalten? Bei verallgemeinertem Schutzzölle werden wir einen abgeschlossenen nationalen Markt haben; wir werden nur durch uns und für uns proouciren. Alles wird theurer werden. Tritt aber der Fall ein, daß wir überproduciren und ausführen wollen, so werden wir überflügelt und nicht mehr konkurrenzfähig sein auf dem Weltmärkte". DaS heißt also im Princip wollen wir den Freihandel. — Nach Erledigung der Amnestiefrage geht nunmehr die politische Welt zur Diskussion über Anklageacte gegen das Mnisterium vom 16. Mai über. Das Ministerium Waddington wird sich entschieden dagegen aussprechen, das Ministerium in den Anklagezustand zu versetzen.
Die Regierung deS Kanton» Aargau hat an die Diöce- saustände des früheren BisthumS Basel das wiederholte Ersuchen gerichtet, eine Diöcesan-Conferenz zu veranlassen, um die Bisthumsfrage definitiv zu erledigen. Die Aargauer Regierung wird von den Römisch-Katholischen bedrängt und ist zur Einsicht gelangt, daß der bisherige Zustand im Jn- tereffe des KantonS nicht weiter dauern dürfe. Es handelt sich nicht um die Wiederaufrichtung deS BisthumS, sondern um die Erlaubniß für alle Katholiken des alten Verbandes, sich einem bestehenden BisthumS anzuschließen.
In Budapest sind am 27. Februar die Delegationen wieder zusammen getreten, um nach einer Unterbrechung von zwei Monaten das Budget für 1879 zu Ende zu be- rathen. Das BerathungSmaterial wird im Wesentlichen aus den Ziffern des Militär-ErforderniffeS bestehen, welches
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Frau von Brevelay, als sie aus ihrer Erstarrung erwachte, „Du wirst mich nicht verlassen, Myon!" und sie
t den Monat März werden von allen Post- mstalten Bestellungen auf die berhessische Zeitung mit deren Gratisbeilage
striktes Sonntagsblatt
nommen.
Die Exped. d. Obeh. Zeitung.
Mir ahnte es," murmelte sie vor sich hin, dann e sie eine schwache Handbewegung, Hippolyt möge entfernen. Kaum hatte er das Zimmer verlassen, da e sie sich gewaltsam auf. Alle Leiden schienen ver- , in fieberhafter Hast kleidete sie sich selbst an und eilte sie in daS Zimmer ihrer Tochter. Ein Blick ihr, um alles zu verrathen. Marion war ent- . . . Sicher hatte sie das Beispiel der Päch- er mit fortgerissen: Und dieser tolle Schritt mit Folgen einer unauslöschlichen Schmach trat vor die seele der Mutter: eine Brevelay verließ das Eltern- um sich in die gefährlichen Abenteuer zu stürzen! es sah Marion ähnlich, in ihrer leidenschaftlichen hatten längst die verwegensten Entschlüffe geschlum- , es hatte nur des zündenden Funkens bedurft, um abenteuerlichen Sinn zur Hellen Flamme anzufachen, von Brevelay war keines Wortes fähig, nur ein U et Schmerzensschrei entrang sich ihrer Brust, dann rj 18^ sie wie gelähmt völlig zusammen.
Dieser einzige Schlag war auch für das Schicksal der verhängnißvoll. Frau von Brevelay verfiel in -^flTfatoere Krankheit und erholte sich nur langsam. Schon •”* H die furchtbare Erkältung an jenem Morgen war der .... (T dlkheitsstoff in sie gelegt, der jetzt zum Ausbruch kam. Nb tyntang schwebte sie zwischen Tod und Leben und als endlich außer Gefahr gekommen, blieb doch ihre Ge- tytit zerrüttet. Sie war auf einer Sette völlig gelähmt. Seltsam genug hatte sie gleich beim Beginn ihrer vikheit für Myon eine große Zuneigung gefaßt, diese
: Herr» -
-dieD» - Politische Wochen-Ueberstcht.
kr Reichstag ist am Freitag, am letzten Februar, in lei«. »6 Berathung des Reichshaushalts-Etats eingetreten. ----- Möglichkeit, den Etat bis Ende März zum Abschluß
ringen ist selbstverständlich ausgeschlossen. Der Hanerttag mit Oesterreich-Ungarn ist unter wiederholten efechten definitiv erledigt. Die Besprechung der Jn- ation Hertling über die Ausdehnung des Hastpflicht- ü hat wenigstens schätzbares Material geliefert, wäh- ber Antrag Stumm bett, die Unterstützungskaffen
Itfam weiter. Die Fortschrittspartei eröffnet neuer« I eine Subscriptton auf „Bauernbriefe". Die „Pari. * dieser Partei bezeichnet eö als dringend wünschens- , daß alle Petitionen in wirthschaftlichen Angelegen- nicht an den Reichskanzler, sondern birect an den rischen Reichstag" in Berlin abgesandt werden. Es 3-fi m noch weitere Direktiven für die Herstellung der s1"! Ionen gegeben. Was der Erfolg dieses Appells sein TTgj bleibt lediglich abzuwarten.
§« « bie Reihe der Männer, deren Namen neben BrS- und Mvltke nicht vergessen werden dürfen, hat der AZ, wiederum eine Lücke gerissen. Der große Organisator »51 »arschall Graf Roon ist am 23. Februar gestorben. "" <n Kämpfen der letzten Jahre war Roon in den tgrunb getreten, dennoch wirb ber Verlust dieses neS allgemein und tief empfunden.
-s iekanntlich hat der Reichskanzler schon im vorigen phre im Einverständnisse mit dem Kronprinzen sich -----ift für den Gedanken einer größeren Selbstständigkeit >mLaM-Lothringens intereffirt. In der letzten Zeit hat der aus j Schneegans mehrfache Besprechungen mit dem Kron- Expck m und dem Fürsten Bismarck gehabt. In den letzten Tagen [5 h [st von dem genannten Abgeordneten ein Antrag Fm* bracht worden, welcher den Reichskanzler veranlassen ™ , sich öffentlich über die Frage auszusprechen. Bei . X7 : Gelegenheit wird sich dann zeigen, wie wett bte d?n Ä e S-diehen ist.