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JHatßurg, Dienstag, 18. Februar 1879

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Die Thronrede

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urrenz mit dem Auslande aushalten zu können. Es

5 1 zugleich darauf hingewiesen,daß das Ausland, mit hem wir verkehren, seiner Production vielleicht über das

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§ galten. Der alte Cadondal war mit der traurigen s £ i rf1 uus's schloß gekommen, daß sein Sohn wirklich ^publikaner in die Hände gefallen sei.

M ^?non hatte aller Selbstbeherrschung bedurft, um nicht nSKy 32a^ri^t Iaut aufzuschreien; sie halte es nicht

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wer auszuhalten vermocht und war in den Garten

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Wirthschaftspolitik gebrochen werden soll. Das Kaiserwort weht uns wie Frühlingsluft hoffnungsvoll an. Gewiß werden von ftcihändlcrischer Seite noch manche Hagelwetter drcinsausen, wenn die Sachen im Reichstage zur Behand­lung kommen; aber es muß doch Frühling werden. Nach­dem der Kaiser unter Zustimmung des Reichskanzlers und des Bundesraths die Parole ausgegeben hat, kann nickt mehr davon abgegangen werden. Und wenn je, so hat der deutsche Reichskanzler hierin die große Mehrheit des producirenden deutschen Volkes für sich. Möchte er sich die Sache nur nicht zum Compromiß verderben lassen.

Mm ihren schmerzlichen Gedanken in tiefster Einsam- ^chzuhängen. Wohl kam auch jetzt nicht ein Ton der k über ihre festgeschloffenen Lippen, aber namenlose g* durchwühlte um so gewaltiger ihre Brust. Nur Erstellung trat klar und deutlich vor ihre Seele pöt ihn befreien und mit der ganzen Schwärmerei

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Kaisers zur Eröffnung des Reichstags ist von der -größesten Bedeutung, denn sie kündigt nichts Geringe- 6, als einen Bruch mit der seit 1865 herrschend gewese- it Zoll- und Wirthschaftspolitik an. Der Kaiser spricht als Seine Meinung aus,daß unsere wirthschaftliche tf -»sttigkeit in ihrem gesammten Umfange (also die Land- ' ^Wnhschaft sowohl als die Industrie) auf diejenige Unter- A oMung ihren vollen Anspruch hat, welche die Gesetzgebung Steuern und Zölle ihr zu gewähren vermag und die den Ländern, mit denen wir verkehren, vielleicht über I Bedürfniß hinaus gewährt wird." In diesen Worten cd es also bestimmt als die Aufgabe der Zoll- und tmergesetzgebung bezeichnet, nicht bloß das Geld da zu men, wo sie es am leichtesten finden kann, sondern die Le und Steuern so einzurichten, daß sie gleichzeitig der indischen Production den nothwendigen Schutz oder Un- tützung gewähren kann, welche sie nöthig hat, um die

m Prodctionin soweit erhalten werde, als dies mit unserem immtinteresse verträglich ist und daß demgemäß unsere Gesetzgebung den bewährten Grundsätzen wiederum näher t auf welchen die gedeihliche Wirksamkeit des Zollver- 1 fast ein halbes Jahrhundert beruht hat und welche in rer Handelspolitik seit dem Jahre 1865 in wesentlichen lm verlassen worden sind."Ich vermag nicht zu er- m, daß thatsächliche Erfolge dieser Wendung unserer Politik zur Seite gestanden haben " Auch diese Worte Kaisers sind von der höchsten Bedeutung und enthal- rine Rückkehr zu der gesunden Wirthschaftspolitik, wie » den besten erfolgreichsten Perioden der preußischen ichte geherrscht hat und die man nie hätte verlassen i. Was kann richtiger und wichtiger sein als der Grund- der vaterländischen Production, d. h. unseren Laud- hen, Handwerkern und Industriellen den deutschen Markt rhalten, damit sie nicht durch die zollfrei hereingefahreneu tot des Auslandes davon verdrängt werden! Es ist Unnatur, wenn der Engländer aus dem deutschen Markte steife der Industrie, der Ungar und Russe die Preise Landwirthschaft macht. Wie will ein Land bestehen, » es den Ausländern ihre Maaren abkauft, wenn dann das Geld aus dem Lande schleppen und wir nichts verdienen, weil unsere Produktion darnieder

Monate vergingen in namenloser Angst und Unruhe, Marion hörte von Georg nichts mehr; nur das « Gerücht drang zu ihr, daß der Unglückliche in Ge­schäft gerathen sei Heute endlich hatte sie Gewiß- ult af i«.. am K. rr* _ l. _ i <. . .

mfniß hinaus einen solchen Schutz gewähre." Damit 'dem Freihandelsshstem der Abschied gegeben. Ferner itt der Kaiser,daß er es für seine Pflicht erkenne, in zu wirken, daß wenigstens der deutsche Markt der natio-

4 Harte Kämpfe.

T Novelle von Ludwig Habicht.

| (Fortsetzung.)

M«nahe wortlos, ohne Schwüre und Thränen, waren Mn einander geschieden und doch wußten sie Beide, wie M ihren Herzen stand, daß sie sich liebten, tief, leiben- Mich, ewig; t- aber sie waren beide Bretagner und ^gewöhnt, ihren Empfindungm einen lebhaften Aus- L$u geben; um so fester wühlten sic sich in das Innere. Erst als ihr Geotg Lebewohl gesagt und er nun hin- ksteten war in eine Zukunft, die noch dunkler vor W, als die Schluchten und Berge, denen er zueilte, verkam sie der wilde Schmerz und die Verzweiflung; 'm wie gebrochen zur Erde und schickte heiße Gebete Himmel, daß er den geliebten schützen möge in aller

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhondl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

zeigen nimmt emgegen: KSrptdition d.Blatte», iflgie d.Annoncen-Bureaux ,'ca LH. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Kstnich in Frankfurt a.M.;

aiienftein & Vogler in t a- M., Berlin, Cöln rc.; Rudolf Me in Berlin, Frank- furt a. M. rc.

Tage-vericht.

Eine Kaiserkrone als Ehrengabe des deutschen Volkes". Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht dieSchles. Ztg " folgende Zuschrift aus Dresden: Seit einigen Tagen be­schäftigt mau «sich in patriotischeu Kreisen unserer Stadt mit der Frage, ob in der deutschen Nation der Gedanke nicht zündend wirken würde, ihrem geliebten Kaiser, der Sich zu seinem bevorstehenden Ehejubiläum alle persön­lichen Geschenke verbeten hat, zur Feier dieses Tages eine Seines Hauptes würdige Kaiserkrone als Ehrengabe dar- zubringen. In einem solchen auf ewige Zeiten dem Kaiser­hause und dem Reiche verbleibenden Kleinod würden die Gesinnungen, welche die Nation ihrem erhabenen Monarchen entgegenttägt, unstreitig den schönsten, historisch bedeut­samsten Ausdruck finden. Deutschland hegt zweifellos den Wunsch, daß es eine Kaiserkrone nicht nur in bildlichem Sinne, sondern in Wirklichkeit gebe, auf sinnigere und weihevollere Weise aber könnte sie wahrlich nicht geschaffen werden als durch eine gemeinsame Festesgabe des deutschen Volkes an den großen, allverehrten Monarchen, der das Deutsche Reich wieder aufgerichtet hat, herrlicher und mäch­tiger denn es je gewesen. Wer legt zuerst Hand an's Werk! DieScklesische Zeitung" macht den Vorschlag, die Mittel durch eine ähnliche Sammlung, wie zur Wilhelms- spende, aber mit dem Maximalsatze von 50 Pfg. aufzu­bringen und es den deutschen regierenden Fürsten und dem ehemals reichsunmittelbaren Adel zu überlassen, zum Schmuck der Krone Juwelen in natura zu spenden, wozu dieselben ja wohl mit Freuden bereit sein würden.

Eine Deputation aus Haderöleben ist in Berlin einge- ttoffen, um anläßlich der Aufhebung des Artikels 5 des Prager Friedens dem Kaiser eine Dankadresse zu über­reichen. Die Deputation wird morgen um 1 Uhr vom Kaiser in Audienz empfangen.

DieNordd. Allg. Ztg." hebt hervor, daß in dem stehen Sie plötzlich vor mir und mir ist eS wie ein Traum."

Du hast für mich gebetet, Du hast mich befreien wollen? O, nun weiß ich, daß Du mich liebst!" jauchzte Georg hervor und schloß sie leidenschaftlich in seine Arme.

Sie wehrte ihn nicht ab und fragte lächelnd:

Weißt Du es erst heute? Hat es Dir uicht längst Dein Herz gesagt, daß ich Dich liebe und jeder Athemzua nur Dir gehört?"

. »Ja, Marion, ich wußte e8," sagte Georg und zog sie auf die Bank nieder, um an seiner Seite Platz zu nehmen; aber Du stehst so hoch über mir, wie durfte ich wagen, zu Dir den Blick zu erheben?"

Hatje die Liebe darnach gefragt?" flüsterte sie zurück, und wirst Du nicht auch Dich emporarbeiten und Dir eine «Stellung in der Welt erringen!"

Ja, das will ich, Marion" sagte er mit leuchtenden Augen.Mit dem Bewußtsein, vaß Du mich liebst, erreiche ich jedes Ziel!"

So höre ich dich gern. Ja, Du wirst höher steigeu, als sie ahnen, und mag meine Mutter mich immer drängen, einem der jungen Nachbarn meine Hand zu reichen, um eine Stütze in dieser stürmischen Zeit zu haben: ich brauche sie nicht, Dir allein gehört mein Herz, und ich werde mu- thig ausharren bis ans Ende."

Meine Marion!" er hauchte den ersten Kuß auf ihre Lippen.

Dein auf ewig!" flüsterte sie, und trotz der Dämme­rung konnte er bemerken, wie ihre dunklen Augen im selt­samsten Feuer erglänzten.

Ein schwaches Geräusch, wie das Abbrechen eines Blattes, drang zu dem scharfen, geübten Ohr des jungen Mannes.

Was war das? Man belaucht uns!" rief er sogleich

liegt? Man verweist wohl unsere Industrie auf den Ex­port ihrer Waare. ins Ausland. Allein wie will dieselbe dort mit der ausländischen Production concurricren, wenn sie es hier in der Heimath nicht kann? Wenn unsere Production am Boden liegt und wir nichts verdienen, aber Hunderte von Millionen ins Ausland schicken für ausländische Waaren: Wie wollen wir da bestehen? Da müßte auch das geldreichste Land verarmen! Bis zum Jahre 1865 genoß die deutsche Production eines mäßigen Zollschutzes gegen das Ausland und sie hat sich in dieser Zeit zu großer Blüthe erhoben. Seit 1865 ist diese Politik in wesentlichen Punkten verlassen worden; man ist immer freihändlerischer geworden. Zwar hat nach 1865, namentlich in Folge der Gewerbefreiheit und Actienfreiheit die Industrie einen fabelhaften Aufschwung genommen, allein die Erfahrung hat gelehrt, daß derselbe nicht auf solider Grundlage ruhte. Dem kurzen Aufschwung ist ein eben so jäher Niedergang gefolgt. Mit künstlichen Geld­mitteln (Banknoten und Aktien) hat man gewirthschaftet, und das baare Geld ging in ungeheurer Masse für einge­führte Waaren in's Ausland, so daß uns schließlich die werthlosen Papierzeichen blieben und der Krach war da und ist noch immer nicht zu Ende. Namentlich ist zu fürchten, daß auch die überlastete Landwirthschaft zusam­menbricht, wenn ihr nicht geholfen wird. Man hat die Ursache von äußeren Umständen herlciten wollen. Bald war es der orientalische Krieg; allein die Noth war da, ehe dieser Krieg kam und sie ist noch da, nachdem er zu Ende ist. Man hat auch auf die social-demokratische Agitationen hingewiescn, allein die Gründcrei hat dieselben wie nichts anderes gefördert und die Nolhstände dauern fort, obgleich die Agitationen selbst stillgestelll sind. Sonst waren die äußeren Umstände so günstig wie möglich. Wir haben in diesen letzten 10 Jahren keine Mißernten, sondern meist ziemlich gute Ernten gehabt, wir haben keine verheerenden Krankheiten gehabt, wir haben 5 Milliarden Geld ins Land gefahren. Hätten wir keine wirthschaftlichen Fehler gemacht, so müßte unsere Production blühend sein. Aber die Fehler, welche gemacht wurden, hätten in dem Umfange nicht gemacht werden können, wenn unsere neue Wirthschastsgesetzgebung den Gründerschwindel nicht so sehr erleichtert hätte. Soll's besser werden, so müssen wir unsere Wirthschaftspolitik ändern; daß ist unbestreitbar. Und es ist von der höchsten Bedeutung, daß das vom Thron herab klar bestimmt ausgesprochen worden ist. Im Lande wird man wie auf ein sehnlich erwartetes Ercigniß das Kaiserwort mit einem das Gemüth von Sorgen be­freienden mit Hoffnung erfüllenden:Endlich!" begrüßen. Endlich ist das Wort gesagt, auf welches man so lange gewartet hat, das Wort, daß mit dem großen Jrrthum der liberalen

der Jugend entwarf sie bereits ihre Pläne, ihn aus den Händen der Republikaner zu erlösen. Vielleicht war er schon ihrer Wmh zum Opfer gefallen? Der Gedanke machte ihr Herz erstarren. Nein, nein, er lebt noch und ihr mußte es gelingen, ihn zu retten.

In tiefes Sinnen verloren, beachtete Marion nicht, daß die Sonne inzwischen untergegangen war. Für sie schien die Außenwelt ohnehin gestorben, sie hatte dem herrlichen Schauspiel deö Sonnenunterganges nicht einen Blick ge­schenkt und doch hatte die ganze Landschaft in Gold und Purpur geschimmert.

Plötzlich wurde sie durch ein leises Geräusch aufge- schreckt; sie hob die Augen, mit dein einzigen Ausruf: Georg!" sank sie dem Enuretenden an die Brust.

Der junge Mann konnte vor tief innerer Bewegung kein Wort hervorbringen; wohl hatte er geahnt, daß ihn Marion liebe, aber das Fräulein von Brevelay stand doch so hoch über ihm, daß er niemals hoffen durfte, sie würde ihre Gefühle rückhaltlos an den Tagen legen, und nun zeigte sie ihm offen, was ihr Herz bewegte.

Georg, Sie leben, Sie sind wieder frei, o das ist ein namenloses Glück!" flüsterte sie und suchte ihm prüfend in's Antlitz zu scheu. Jetzt erst schien sie sich bewußt zu werden, daß sie sich von ihren Gefühlen hatte zu mächtig hinreißen lassen; sie ließ die Arme sinken und trat einen Schritt zurück.

Marion, wie unendlich selig machen Sie mich!" rief Georg, ergriff ihre Hände und preßte sie an seine Lippen.

So hat die heilige Jungfrau mein Gebet erhört und Sie vor allen Gefahren geschützt," fuhr Marion fort. »Zu uns drang die -Nachricht, daß Sie in Gefangenschaft gerathen und heute brachte Ihr Vater die Bestätigung. Nun sann ich schon, wie ich Sie retten könnte, und da