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7/ Unstern & Logler in r eint *7^ a- M., Berlin, bamit »m, Cöln ic.; Rudolf in Berlin, Frank-

Marburg, Sonnabend, 15. Februar 1879

xiv. Jahrgang

lifilirlW Z kitmg.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatt»-, s owie d. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Duchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

ifat,

tzrscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JüuftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2$ Mart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreficn werden 25 Pfg. berechnet.

Tagesbericht.

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Die „Nordd. A. Z." schreibt: Die mannigfachen An-

Hatt,

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1879.

i Reichstag zugegangen. Der Reichstagsabgeordnete SMN brachte den Antrag auf Vorlegung eines Gesetzent- kss betr. die Einfühnmg obligatorischer, nach dem Mu-

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Kontrakt, dessen Gültigkeit Ende Juli 1879 abläuft, Q,” die Hebung bis dahin nicht beendigt ist, ist dem Un- *7 chmer, welcher ohne alle Entschädigung von 45,000

Der Geh. Medizinalrath Professor Dr. Hirsch von s im und die ihn begleitenden Aerztc haben in Warschan

der Knappschaftsvereine einzurichtender Altersversor- uud ^nvaliden-Kassen für alle Fabrikarbeiter wie- L ein.

Der Schwerpunkt der diesmaligen Thronrede zur Er- Mg des Reichstags liegt anerkanntermaßen überwiegend den die Handels- und Zollpolitik des deutschen Reiches irssenden Stellen. Alles, was die Thronrede sonst noch uif be« r äußere und innere Politik sagt, tritt dagegen zurück, [innern hrhaft erhebend und ergreifend waren die Worte, mit auf st tzm der Kaiser am Anfang und am Schluß seiner Rede yrance : den schmerzlichen Prüfungen sprach, die ihm im vori- g erill iZahre auferlegt waren, und auf das Friedens-Programm, [418 dessen Dienst die große Macht, welche Deutschland durch “77 k Einigung gewonnen hat, verwendet werden soll, soweit ’p ? in des Kaisers Hand gelegt ist. — Bei allen Nöthen i Kämpfen der Zeit wird Jedermann Trost und Muth ®cit J ffen im Hinblick auf die Macht und Größe unseres end- . geeinigten Vaterlandes, über dem Kaiser Wilhelm mit . tschem Herzen und starker Hand wacht.

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Wegm Hebung bei verunglückten Panzerfregaüe „Gro- a hads gurfürft" ist bekanntlich mit einem in London wohn- 77. len Unternehmer Kontrakt geschlossen wordm. Durch

lta jin! en über stürmische Vorgänge in der letzten Sitzung des niethe» ^Ministeriums sind, wie bestimmt verlautet, absolut MOI mbcn. Die Sitzung verlief in der ruhigsten Weise. ----- ch innerlich liegt nicht der mindeste Anhalt für jene Be­it 91111 «

lärz i 'Die Vorlage über die Strafgewalt des Reichstages ist

.„L ihrer Durchreise nach den Pestgebieten die zuvorkom- [[|( idste Aufnahme gefunden. Der General-Gouverneur .. s Kotzebue hat dieselben zu einer von ihm am 10. d.

L gegebenen Ballfestlichkeit eingeladen und ihnen für prt i Tags darauf erfolgte Weiterreise nach Moskau einen u ’ nen durchgehenden Wagen unentgeltlich zur Verfügung

ert. nnsl.).

Harte Kämpfe.*)

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1879.

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'und das tolle, wahnsinnige Treiben eines hart ge­lten und endlich alle Fesseln sprengenden Volkes den Uen Abscheu und zuletzt den hartnäckigen Widerstand

^hon nach den ersten gewaltigen Stürmen, die in ^reich das Oberste zu Unterst kehrten und in Paris

Novelle von Ludwig Habicht.

Die Bretagne ist ein eigenthümliches Land, das mit

mit zäher Ausdauer an dem Alten festhält uud dessen ll entfesselte Leidenschaften durch nichts zu zügeln sind. "7*1 diesen Thälern und Bergschluchten, bei diesen wil- istgensinnigen Menschen war es auch, wo der stürmische Seiteruf der ersten französischen Revolution kein Echo

m Bewohnern gegen das übrige Frankreich seltsam ab- i. An den von steilen, felsigen Buchten und Klippen Witterten Küsten wogt und brandet in ungeheuren hn eine stürmische See und schickt ihre Nebel über das ! tiefen Schluchten und Spalten zerissene Innere, so 1 bie über magere Bergterrassen emporragenden Kämme Gipfel noch düsterer uud unheimlicher auf die Thäler Jpioi Schauen. Und so wild und düster wie das Land sind * 1 Bewohner, in deren Charakter und Geschichte sich die 01 i W M ihrer Heimath wiederspiegclt.

97 gl Der Bretagner ist schweigsam wie seine Felsen, traurig <ü 1 Melancholisch wie die einsamen Wälder, die zu seinen 31? lit Aern rauschen, rauh wie die Stürme, die über die weite 'i k dahinbrausen, uud die Abgeschlossenheit, die fast un- ? Eiche Färbung seines Landes hat seine Einbildungskraft jj st und ihn zum finstern Träumer gemacht, der fernab ff den Andern, stolz und einsilbig seine eigenen Wege

! Rachdruck verboten.

Pfund Sterling, falls Thürme des Schiffes und Geschütze mit geborgen werden, andernfalls nur von 40,000 Pfund Sterling zugesprochen worden, es müßle sich dann die Ma- rinevcrwaltung mit Rücksicht auf den Zustand, in welchem das geborgene Schiff sich befindet, für den Verkauf dessel­ben entscheiden, in welchem Falle der Unternehmer die Hälfte des Reinerlöses erhalten soll. Im Falle des Mißlingens der Hebung des Schiffskörpers hat der Unternehmer, wie in dem Kontrakt gleichzeitig vorgesehen ist, keinerlei Ent­schädigungsansprüche, doch soll ihm für die von ihm hcr- aufgeschafften einzelnen Werthobjekte die Hälfte des Ver­kaufserlöses bezw. ihres durch Sachverständige ermittelten Werthes als Bergelohn gezahlt werden. Zur Bezahlung des Unternehmens, wenn die Hebung gelingt, sowie zur Heimschaffung der WrakS werden hiernach zusammen etwa 1,000,000 M. erforderlich sein, welcher Betrag in den Reichshaushalts-Etat eingestellt ist.

Der „Polit. Corresp." wird aus Bukarest vom 13. d. gemeldet: Von einem akuten Charakter der Arab-Tabia- Frage ist keine Rede. Rumänien weist die Anschuldigung, als involvire die Besetzung von Arab-Tabia eine Beleidi­gung für die russische Armee, zurück, da dasselbe von den Russen nicht besetzt, war, als die rumänischen Truppen einzogen. Neuestens hat übrigens Rußland die Initiative zu einem Ausgleiche ergriffen, indem es Rumänien vor­schlug, die Truppen bis auf 2 Kilometer von Silistria zurückzuziehen, bis die Berliner Signatarmachte die Frage entschieden haben.

Deutsches Reich.

** Berlin 13. Februar. Neuerdings gehen wieder Gerüchte durch die Presse über die Besetzung des Ober- prästdentcupostens in der Provinz Brandenburg; dieselben sind, wie uns versichert wird, in ihren Annahmen voll­ständig irrig, namentlich auch in den an die Wiederbesetzung der eventuell vakant werdenden Posten geknüpften Ver- muthungen. — Die Zeitungen melden, daß der Cultus- minister, um die große Ungleichheit der auf die Ferien der Volksschulen bezüglichen Bestimmungen zu beseitigen, eine neue Ferienordnung für Volksschulen erlassen habe. Zur Ergänzung dieser Mittheilung kann dienen, daß die ge- sammte Ferienzeit auf 63 Tage bemessen werden soll. — Die Enquetekommission zur Berathung der Frage, in wie weit Spiritus zu gewerblichen Zwecken Steuerfrei abgelassen werden soll, hat sich auf 14 Tage vertagt. Es werden in dieser Zeit die chemischen Mitglieder der Kommission sich schlüssig machen, welche Art der Donaturirung vorzuschreiven sei; sobald die Einigung hierüber erreicht, wird die Kom-

alles immer toller und phantastischer durcheinander wirbel­ten, begannen die Bretagner zu grollen; aber nach den Septembergräueln, der Verfolgung der Geistlichkeit, nach der Hinrichtung des Königs steigerte sich die Erbitterung und als die Republikaner von 1793 eine Massenerhebung dekretirten, um den von allen Seiten heranstürmenden Feind aus dem Lande zu treiben, kam es im Westen Frankreichs zum offenen Aufruhr.

Hier hatte die sociale Kluft, welche vor 1789 den dritten Stand von Adel und Klerus trennte, nie bestanden. Wäh­rend die übrigen Provinzen mehr oder weniger der neuen Staatseinrichtung zujauchzten, wandte sich die Dendee mit Entsetzen und Abscheu davon ab. Der Aufstand beschränkte sich nicht auf das heutige Departement gleichen Namens, sondern breitete sich über jenen ganzen, in seinen natür­lichen wie politischen Verhältnissen gleichen Küstenstreich aus und in diesem Sinne rechnet man noch heut zur Vendee einen größeren Thcil des alten Poiton, einen Thell von Anjou und von der Bretagne.

Kein Monat war vergangen, so war das Land im Hellen Aufruhr gegen die eine, untheilbare Republik. In allen Gegenden bildeten sich Insurgenten - Colonnen und bekämpften glücklich die ihnen entgegengeschicklen Truppen.

Wohl waren die Häupter der Grenzrevolution wenig kriegs­geübt, ihre Untergebenen schlecht bekleidet und bewaffnet, ihnen kamen jedoch die Kenntniß des Terrains und alle Vortheile des Volkskrieges gegen die ebenfalls noch unge­übten Konventionstruppen zu gute und durch das Auftre­ten Henri de Larcchejacqnelin's, der im Verein mit Andern die Siege bei Fontenay und Thouarö erfocht, erhielt die Insurrektion einen noch höheren Aufschwung. Bei Fonte­nay hatte man viele Gewehre, fünfzig Kanonen und große Summen Geldes erbeutet und die Vendeer konnten sich nun förmlich bewaffnen.

Mission ihre Arbeiten wieder aufnehmen. Andere Angaben, die sich auf die Wirksamkeit der Kommission beziehen, sind als falsch zu bezeichnen. — Das statistische Amt hat eine vorläufige Uebersicht des Betrages der jetzt zu erhebenden Tabakösteuer für das Rechnungsjahr 1878/79 ausgestellt. Danach stellt sich die Solleinnahme für Preußen aus 338,253 M., für Baiern auf 288,130 M., für Sachsen auf 29 M., für Württemberg auf 5,584 M., für Baden auf 364,584 M., für Hessen auf 43,474 M., für Mecklen­burg aus 9,454 M., für Thüringen auf 10,762 M, für Braunschweig auf 1,637 M., für Anhalt auf 7,035 M., für Elsaß-Lothringen auf 154,082 M., in Summa auf 1,223,024 M. Im Vorjahr betrug die Gesammtemnahme 1,229,402, es ergiebt sich mithin eine Abnahme von 6,378 M. — Der deutsche Beamtenverein, der seine erfolgreiche Thätigkeit am 7. December 1871 begonnen hat, hat durch Allerhöchste Cabinetsordre vom 15. Januar die Rechte einer juristischen Person erhalten. Der Verein hat sich die Auf­gabe gestellt, die wirthschaftlichen Interessen des Beamten- ftandes namentlich zu fördern. Er besitzt bei einer Zahl von 500 Mitgliedern durch die Einzahlungen derselben eine Summe von 15,000 M., die Darlehenskasse erreichte einen Umsatz von 7000 M., auch erfreut sich die vor einiger Zeit errichtete Sparkasse zahlreicher Theilnahme. Es liegt nunmehr in der Absicht, auch eine Pensions-, Wittwen- und Waisenkasse für Mitglieder des Vereins einzurichtcn.

Hannover, 12. Febr. In der Angelegenheit des Welfenfonds ist hier bei allen Parteien das Urtheil fast dasselbe. Unser sonst sehr gesinnungstüchtiger „Courier" schreibt: Diese Confiscation von Privateigenthum würde nach unserer Auffassung durch keinerlei Rechtögründe zu motiviren sein, so daß wir hoffen, der Landtag werde sie nicht genehmigen, und wenn sie doch erfolgte, würde sie unseres Erachtens das Ansehen Preußens in Deutschland und Europa schädigen. — In der heutigen Nummer führt das Blatt eingehend aus, daß der Welfenfonds durch den 1866 genehmigten Vertrag „zu so unantastbarem Privat­vermögen geworden ist, wie Privatvermögen überhaupt nur unantastbar sein kann," und daß man durch eine Einziehung desselben „sehr wirksam für die Zukunft vor jeder Vereinbarung eines Dritten mit dem Staate Preußen warnen würde."

Braunschweig, 13. Febr. Der Bericht der Regent­schaftsgesetz-Commission hebt ferner hervor, die Laudesver- sammluug habe der Weigerung des Herzogs von Cumber­land, die deutsche Bundesverfassung anzuerkennen, die Folge beigelegt, daß der Herzog von Cumberland sich damit für für die Thronfolge in einem deutschen Bundesstaate un­möglich gemacht habe. Daß die Landesregierung diesen Gesetzentwurf vorgelegt, sei als völlig genügender Beweis

In diesem wildentbrannten Kampfe gehörte die größte Vorsicht und Klugheit dazu, um nicht von einer der Par­teien zermalmt zu werten. Frau von Brevelay hatte diese Eigenschaften bewiesen, denn während ringsum schon Brand und Zerstörung wütheten, war ihre Besitzung verschont geblieben. Wohl war sie durch ihren Adel allein den Re­publikanern verdächtig, dennoch hatte sie nicht den mindesten Anlaß gegeben, der irgend eine Feindseligkeit rechtfertigen konnte, ja, um zu beweisen, daß sie mit der neuen Ord­nung der Dinge vollständig einverstanden sei, hatte sie ihren einzigen Sohn in die Schule geschickt, die das Gouverne­ment in dem nahen Nantes aus der klug berechneten Ab­sicht errichtet, auch die Heranwachsende Jugend in ächt re­publikanischen Grundsätzen zu erziehen. Wie schwer dieser Schrllt der bretagnischen Edelfrau geworden, das wußte freilich Niemand; aber sie halte ihn zu ihrer und der Ihrigen Rettung für nolhwendig gehalten und ihn mit

Entschlossenheit ausgeführt, die ihr eigenthümlich war.

Das Knegsgetümmel näherte sich immer mehr und mehr der stillen, friedlichen Besitzung der Frau von Brevelay und die Herrin des Schlosses wie seine Bewohner geriethen in eine immer größere Aufregung. Trotzdem gewährte dieser reitzende Landsitz noch ein Bild des tiefsten Friedens. In dem wettläufigen Garten waren die Arbeiter bemüht, zu pflanzen und zu jähten, als ob der wilde Sturm niemals über diese Mauern dringen und Alles zerstören könne.

Auf einer Leiter stand ein alter Mann, damit beschäf­tigt, die wilden Schößlinge des Pfirsichs zu beseitigen und zu gleicher Zeit Sie Zweige des alten Baumes wieder so zu biegen, daß, wie früher, in klargezogenen Buchstaben der Name „Marion" hervortrat, den zugleich eine Menge künstlicher Arabesken umgaben.

Der Alte stieg jetzt von der Leiter herunter und musterte sein Werk.