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Marburg, Dienstag, 11. Februar 1879

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XIV. Jahrgang

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antwortete die belgische Regierung, das wollte sie fein

ich 600,000 FrcS. ein und wenn sie diese Zölle auf-

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, dann würde ihre eigene Eisenindustrie von der eng-

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«der fertig bringen können, seine collossalen Schulden »lcher Weise abzutragen, wie es in den letzten Jahren Wehen ist? ES widerspricht ja auch aller GeschäftSer-

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treibe bei uns eingeführt würden, so müßten wir, wenn 50 Pf. Zoll vom Centner erheben, netto 13'/, Mill. 6t aus unserer Tasche mehr zahlen, als wenn wir dm I nicht erheben.

Wenn das wirklich so wäre, so brauchtm die Händler das importirende Ausland sich wahrlich wenig Sorgen

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Marienburg und Marburg.

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durch den Zuzug tüchtiger Land-Leute aus Sachsen, Hol­land, Jülich, Gelderland werden sollte, deren Familien­namen sich gleichfalls nochjetzt in der deutschen Bevölkerung von Preußen, Kurland und Liefland vorfinden. Wie bei den übrigen größeren Niederlassungen des deutschen Ordens war man insbesondere bei der Erbauung von Marienburg bestrebt, das den ersten Baumeistern vor schwebende Ideal einer rechten Gralburg zu verwirklichen, einer von heiligen Wächtem zu bewohnenden Stadt mit dem des Sanktissimum bergenden, Tempel, der auf's feinste auszuschmückenden Kirche, mit den Wohnungen des Hochmeisters und der Ritter, mit dem Meisters-Remtor, dem edlen Rittersaale nach den Vorbildern im Marburger Schlosse, in der Wartburg und der Schweinsberger Burg. Von dort warm die in solcher Bauweise geübten Meister mit ihren Protektoren, den Rittern, nach Preußen über- gestedelt, um dm Ordenstraditionen gemäß die neuen Werke kunstgerecht auszuführen. Daß die neue Hochmeister­stadt der heiligen Jungfrau geweiht werde, war schon in dem Namen ausgedrückk, wurde aber auch noch beson­ders dadurch bekundet, daß in einer weithin sichtbaren Nische des OstchorS der Ordenskirche das in venetianischer Glas-Mosaik ausgeführte collossale Bild der Schutzpatronin angebracht war. Der idale tief religiöse Zug, welcher das ganze Wesen des deutschen Ordens von seiner Stiftung her bestimmte, kam hier wie in allen übrigen preußischen Ordensburgen zum vollen Ausdruck und deutet darauf hin, worin eigentlich die geheime Kraft dieser edlen deutschen Verbrüderung zu suchen ist. Namentlich tritt dies auch in den Bauwerken von Marienwerder hervor, dessen schöne Kirche von der genialen Auffassung der dem Orden affi- lirtm Meister zeugt. Der Bau von Marienburg fällt übrigens in dieselbe Zeit, in welcher der hohe Chor der Aisabethkirche zu Marburg und die feine Kapelle neben

m ganz erdrückt und die Engländer könnten ihnen dann Hisenprcise in beliebiger Höhe biedren. Wenn die Zölle Ländern nichts nützen, wie hätte dann Amerika das

fahrung, daß die auf einer Waare liegenden Unkosten der Konsument allein zu tragen hätte. Nein, der Händler macht sich für die an der Grenze zu zahlenden Zölle für die auswärtige Waare schon im Auslande bei Einkauf der Waare bezahlt. Der Producent hat den größten Thcil davon zu tragen, einen anderen muß der Händler tragen und nur den kleinsten trägt der Consument. Sorgen wir nur dafür, daß wir Deutsche Geld haben, dann brauchen wir uns von dem Auslande die Preise nicht dictiren zu lassen. Wollm wir aber Gelb haben, dann müssen wir es verdienen durch redliche Arbeit. Allein dann muß vor Allem auch Arbeit da sein. Daran aber fehlt's jetzt. Die Leute haben keine Arbeit, auch wenn sie gerne arbeiten wollten. Viele Fabriken stehen still, während die Auslän­der Unmassen ihrer Produkte bei uns einführen. Unsere Bauern können die paar Centner Getteide, welche sie zu verkaufen haben, kaum los werden, während wir 27 Mil­lionen Centner aus dem Auslande einsahren.

(Fortsetzung.)

Hermann von Salza zog inzwischen mit Kaiser Fried­lins heilige Land,, wohnte dem Einzuge in Jerusalem Md befestigte dadurch seinen Einfluß bei dem Kaiser * dem Papste. Er bewirkte sodann die Vereinigung putschen Ordens mit den Schwertrittern von Liefland ' hatte die große Genugthuuug, durch seine persönlichen Mungen und Verdienste den Orden von geringem An- * zu mächtigem Ansehen gebracht zu haben. Bei seinem Mm Jahre 1239 gehörten bereits mehr als 2000 dem Orden an, welche ein mächtiges Kreuzfahrerheer

^ermann6 Nachfolger wurde der schon oben genannte Aras Conrad von Thüringen, welcher in dem Marbur- . Steife zu einem sehr würdigen Ordensritter herange- war und schon 1240 durch den Erzbischof von Cöln, die Bischöfe von Worrnö, Münster und Osnabrück L^net wichtigen Mission zur Vermittelung des zwischen und Papst wieder ausgebrochenen Streites als Ver- Mmann nach Rom gesendet wurde, wo er aber 1241 Mnb verordnete, daß seine Leiche nach Marburg ge- M und in der von ihm gegründeten Elisabethkirche bei- v werde.

$nter seinem Nachfolger Malberg wurde von dem Papste grüßen, Estland und Liefland ein Erzbischof und 4 Bischöfe Mlvi, Pomeranirn, Ennland u. Samland eingesetzt, wo-

Das Zollprogramm -es Reichskauzers. I.

Je näher der Zusammentritt des Reichstages heran- , desto lauter beginnen -ie Freihändler ihren Kampf das Zollprogramm des Reichskanzlers. Die großen

bte faßen Resolutionen und reichen sie beim Reichstag Der freihändlerische Exminister Delbrück hat eine üre geschrieben, in welcher er nachzuweisen sucht, daß und Getreidezölle den Nothstanden der Landwirth- st nicht abhelfen, er hat aber vergessen zu sagen, waö helfen kann. Es würde das gerade dem Herrn Del- sehr gut anstehen, da die Nothstände herangewachsm , während er am Steuer der deutschen Wirtsschaftspo- saß. Uns zu sagen, was nicht helfen könne, dazu en wir keinen Delbrück. Der Bruder des Exministers, Commerzimrath Delbrück, hat als Präsident des Han­ges die Handelskammern zu einer Conferenz nach in berufen, und nebenher geht der tägliche Kampf der indlerischen Presse. Sie gründet ihre Ausführungen auf den nach unserer Ueberzeugung unrichtigen Satz, alle Zölle von den Consumenten getragen werden müß-

also von uns Deutschen, wenn wir ausländische Pro- islau, it, die bei uns eingeführt werden, verzollen. So rechnet ;rakt t Delbrück uns vor, da alljäahrlich 27 Mill. Centner

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ath- tn lassen, die Eisenzölle trügen ihrem kleinen Lande

de« solche Zölle zu machen, und der englische Botschafter Don e neulich seinen Brief an seinen Londoner Chef sparen ei« im, in welchem er mit so großer Besorgniß für die t ra= ische Eisen-Industrie sprach, wenn Deutschland die Eisen- Jch i wieder einführte. Wenn Deutschland diese Zölle allein Hali m müßte, dann könnten die Engländer unö ja Zölle peil ien lassen, so viel wir wolltm. Wozu hätte dann die Ise«, ische Regierung der belgischen den Wunsch auszuspre- ctcbei i brauchen, sie möge die Eisenzölle aufheben. Bekannt-

besondere bei ddr Herstellung von Bahnhofsgebäuden, Dienstwohnungen rc. jeden kostspieligen Luxus und jede über das Bedürsniß hinausgehende Anlage zu vermeiden. 3) Die Staatsregierung aufzufordern 1) vom Ankauf von Vollbahnen unter den gegenwärtigen finanziellen und wirth- schaftlichen Verhältnissen Abstand zu nehmen. 2) Dagegen eingehende Untersuchungen darüber anzustellen, in wie weit der Bau von localen Anschlußbahnen niederer Ordnung geeignet ist, die Rentabilität der vorhandenen Bahnen, be­sonders der Staatsbahnen zu heben und den Absatz von land- wirthschaftlichen Erzeugniffen und sonstigen Rohprodukten zu erleichtern. 5) Dem Landtage in der nächsten Session eine Darlegung zu machen in wie weit die Interessenten bei dem Bau solcher Localbahnen, durch Maßregeln der Gesetzgebung und Verwaltung beziehungsweise durch Staats­mittel unterstützt werden können. 6) Zu erklären: Im Interesse einer geordneten Finauzwirthschaft ist es geboten, das Gesetz vom 25. Mai 1873 betreffend die Classen- und Einkommensteuer dahin abzuändern, daß es möglich wäre, in dem Staatshaushaltsetat jährlich soviel an Classen- und Einkommensteuer in Ansatz zu bringen als zur Deckung des jeweiligen Ausgabebedarfs erforderlich ist. 7) Zu er­klären: Die im Interesse des deutschen Reiches und Preu­ßens angestrebte Verwaltung der eigenen Einnahmen des Reichs liegt nur dann im preußischen 'Staatsinteresse, wen udie volle Gewähr gegeben wird, daß der hier­durch, sei es durch Herabminderung der Matricular- beiträge unter den im Etat 1879,80 vorgesehenen Satz, sei es durch direkte Ueberweisung verfügbarer Einnahmen vom Reich für Preußen disponibel werdende Betrag in soweit über dieselben nicht mit Zustimmung der Landes­vertretung im Etat eine anderweitige Verfügung getroffen ist, jährlich unverkürzt zur Herabminderung der Classen- und classtficirten Einkommensteuer verwendet werde. 8) Dahin zu wirken, daß in Zukunft das Etatsgesetz für das deutsche Reich vor dem Etatsgesetz für Preußen festgestellt werde.

DiePolit. Corresp." meldet aus Konstanopel: Die Frage des Kostenersatzes für die türkischen Kriegsgefangenen wurde dahin entschieden, daß die Pforte an Erhaltungskosten bis zur Unterzeichnung des Berliner Vertrags vergütet, wogegen ein entsprechender Betrag für die von den Gefan­genen in Rußland geleisteten Arbeiten abgezogen wird. Die Ratificationsfrist des Friedensvertrages wird auf 14 Tage festgesetzt. Die officiellen Kreise bestreiten nach Telegrammen aus Salonichi auf das Entschiedenste, daß es sich bei den in Xanthi vorgekommenen Krankheitsfällen um die Pest handle. Es sei positiv lediglich der Fleck­typhus.

menhana von Marburg und Marieudurg, des deut- li, «Ritterordens und des preutzischeu »önigthums. Vom 9 »Punkte eines Prcutzischen Baumeisters angesehen. Äe- - 'm im Verein für GeschichtS- und Atterihumskunde zu Wiesbaden

zeigen nimmt entgegen: Apedition d.BlatteS, ^d-Ännoncen-Bureau" wßiA , ii), Dietrich & Co. i

und Hannover ; Th ilfti« »ich in Frankfurt a.M.

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Srfchemt täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS SouutagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei» bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa.

Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

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Bremen.

Tagesbericht.

DerReichsanzeiger" meldet: Nachdem die Regierung der Samoa-Inseln durch die vorläufige Uebereinfunft vom 3. Juli 1877 sich dazu verpflichtet, Deutschland die Rechte der^ meistbegünstigten Nation einzuränrnen, ist am 24. Jan. 1879 ein definitiver Meistbegünstigungs - Vertrag zwischen dem deutschen Reich und den Samoa-Inseln unterzeichnet worden. Die Negierung der Samoa-Inseln hat diesen Vertrag bereits ratificirt. DerReichsanzeiger" fügt hinzu: Sollte aus den Samoa-Inseln ein Bürgerkrieg wirklich zum Ausbruch kommen, so wird dieAriadne" und der Albatros" zum Schutze der dortigen Deutschen und deren Rechte und Interessen zweifelsohne ausreichen.

Die Meldung derNationalzeitung", der Justizausschuß des Bundeörathes habe sich bereits über die Vorschläge zur Berufung von Neichsgerichtsmitgliedern schlüssig gemacht, wird von derNordd. Allg. Ztg." für vollständig erfunden bezeichnet.

Die Budget-Commission hat am Schluffe des durch den Abg. Rickert vorgelegten Generalberichts folgende Einträge gestellt: 1) Die Staatsregierung zu ersuchen, in Zukunft auf Ersparnisse bei den laufenden Ausgaben der Staats­verwaltung, insbesondere durch Vereinbarung des Geschäfts­ganges eine Verminderung der Zahl der Beamten Bedacht zu nehmen. 2) Die Staatsregierung aufzufordern, mit Rücksicht auf die gegenwärtige Finanzlage von kostbaren, nicht unumgänglich nothwendigen Neubauten Abstand zu nehmen und bei den beschlossenen Bauausführungen, ins- durch die Verhältnisse des neu erworbenen Ordenslandes we­sentlich befestigt wurden. Gleichzeitig erfolgte in der Schlacht bei Gaza gegen den Sultan von Egypten am 17. und 18. October 1244 die gänzliche Niederlage des Kreuzheeres im Orient, bei welcher die Templer und Johanniter ihren Großmeister verloren und von 400 deutschen Rittern nur drei Brüder enttarnen. Unter dem nun folgenden Hoch­meister Heinrich von Hohenlohe, welcher als besonderer Günst­ling des Kaisers Friedrich II. denselben auf dem Concil von Egon certrat, entstand große Verwirrung in Deutsch­land nachdem der Pabst den Kaiser des Thron's verlustig erklärt hatte; dagegen erregte das muthige Auftreten des deutschen Ordens in Preußen gerade jetzt so allgemeine Theilnahme, daß König Ottokar von Böhmen, Markgraf Otto von Brandenburg und Rudolph von Habsurg mit 6080000 Mann dem Ordensmeister Poppo zu Hülfe kamen und in wenigen Wochen ganz Samland bezwin­gen halfen, worauf unter Ottokar's Leitung die Stadt Königsberg gegründet wurde. Nach diesem Erfolge mehrte sich der Zuzug junger Ritter, besonders als allen An­hängern des Hauses Hohenstaufen Ablaß gewährt wurde, wenn sie dem Orden beitreten wollten. In den Namens- liften des Ordens finden wir seit jener Zeit die vor­nehmsten Geschlechter des deutschen Adels vrtrelen, deren Nachkommen sich durch die ganzen Ostseeprovinzen verbreitet haben und größtentheils noch jetzt dort ansäßig sind.

Der Hochmeister Anno von Sangerhausen, welcher von 12571274 regierte und unter welchem die Verhält­nisse des Ordenslandes weiter geregelt wurden, bekundete seine Anhänglichkeit an Marburg dadurch, daß er sich hier wie Meister Conrad begraben ließ. Sein Nachfolger Hartmann von Heldrangen gründete 1275 Marienburg, der nachmalige Sitz des Hochmeisters, welches der Mittel­punkt der deutschen Colouffation von Preußen besonders