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Marburg, Donnerstag, 6. Februar 1879

XIV Jahrgang

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Original-Novelle von F.'R. G.

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TsgeSdericht.

mReichsanzeiger" publicirt einen am 11. Oktober zu Wien zwischen dem deutschen Botschafter Prinzen und dem Grafen Andrassy vereinbarten, zwei Artikel senden Vertrag über Art. V. des Prager Friedens, imgange desselben heißt es: Nachdem die im Art. V.

fönnen wir wieder sprechen" meinte der Jurist als das Kloster hinter ihnen lag wissen Sie alten Fuchs so schmiegsam machte?"

sagw Franz;ich muß gestehen, ich hatte ^achl, daß wir unser Ziel so rasch erreichen würden, schreiben Sie es zu?"

*8 mit dröNchen Tode des Pater Laurent, der dem d-5'.^lls die 100,000 Frcs. in die eigene Tasche ^vtat, denn das bin ich bereit zu beschwören, daß ?^il die Summe für sich behalten St. Antoine davon erhalten."

Mögen Sie recht haben", stimmte Franz lebhaft 196 deßhalh scheute er auch das Aufsehen der

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durchgeführten Quarantäne will Redner nicht bestreiten, doch sei dadurch eine absolute Sicherheit unter keinen Um­ständen zu erzielen. Die Verbesserung der sanitären Ver­hältnisse sei der beste Schutz.

Bei der Stadtverordneten-Versammlung in Berlin ist eine Resolution beantragt worden, in der die Versammlung die bestimmte Erwartung ausspricht, daß der Reichstag jeden Versuch, unentbehrliche Nahrungsmittel des Volkes durch irgendwelchen Zoll zu verlheuern, aufs Entschiedenste zurückwcisen wird. Es wird beantragt, diese Resolution den anderen Stadtvertretungen mit dem Ersuchen mitzu- theilen, sich derselben anzuschließen und dieselbe demnächst dem Reichstage zugehen zu lassen. Unterzeichnet ist-ber Antrag: Ludwig, Löwe, Langerhans, Zimmermann, Hermes, Stryck, Solon.

DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Zu Generalgouverneuren wurden ernannt: Mahmud Nedim in Mossul, Achmed Vefik in Brussa, Hamdi in Bagdad, Server Pascha in Smyrna und Reuf Pascha in Adrianopel. Edhem Pascha wurde zum Botschafter in Wien ernannt. Die Pforte hat beglaubigte Informationen erhalten, nach welchen die Russen fortsahren, bedeutende Truppen­massen bei Adrianopel zu concentriren und letztere Stadt stark zu befestigen. Gestern hat nach einer Conserenz zwi­schen dem Grafen Zichy und Karatheodori Pascha eine neue Zusammenkunft der russischen und türkischen Friedens­bevollmächtigten stattgefunden. Der Abschluß des Friedens wird noch immer durch Detailfragen verzögert. Der Frie­densvertrag wird den officiellen Titel führen:Vertrag, welcher die dnrch den Berliner Vertrag nicht erledigten Fragen regelt". Die Pforte entsandte den Quarantäne­arzt Gobiadis zur Berichterstattung nach Astrachan. Die Beschlüsse der Wiener Commission wurden der Pforte amt­lich mirgetheilt. Auch die serbische Regierung hat bereits Schritte gethan, sich den vereinbarten Maßregeln anzu­schließen.

Bestellungen

auf die

Mrhessische Zeitung

und deren Gratis-Beilage stustrirtes Sonntagsblatt chen von sämmtlichen Postanstalten (auf dem ll>e von den Landpostboten) angenommen.

.Nit einer Flasche und Gläser trug. Der Prior selbst ' x n- " -

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b Franz, nachdem die Papiere ihm Tte und vernichtet waren, nicht länger mehr in ^ttoine; er besuchte noch das Grab von Else's Vater bann mit seinem Begleiter davon der Prior ihnen glückliche Reise.

»Mit nimmt entgegen: D^edition d.Blatte-, »dÄimoncen-Bureaux , Ä- Dietrich & Co. in Irl und Hannover; Th. Win Frankfurt a.M.; ijaiftein & Vogler in -tert o. M., Berlin, M, Köln ic.; Rudolf fe in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

n _ cidli jjion nördlicher Districte Schleswigs an Dänemark itäts« miragsmäßigen Durchführung noch nicht gelangt sei; alb bitt an der deutsche Kaiser und König von Preußen den er uni $ $u erkennen gegeben, den er auf Beseitigung dieser )ie eitö nitit legt; nachdem anderseits der Kaiser von Oester- n grai de Schwierigkeiten würdige, welche sich der Durch- Flechd mg des i jenem Artikel niedergelegten Princips ent­

stellen und einen Beweis seines Wunsches zu geben Ns sei, die zwischen beiden Mächten bestehenden freund- ttichen Bande noch enger zu schließen, so hätten die Nhenten übereinstimmend als nothwendig erkannt, eine ßon des gedachten Artikels eintreten zu lassen und den pl Reuß und den Grafen Andrassy zu ihren Ver- at ernannt. Der erste Artikel des neuen Vertrages HU: Die Vereinbarung des Prager Friedens, wonach «tbertragung der durch den Wiener Frieden erwor- t Rechte des österreichischen Kaisers auf die Herzog- v Holstein und Schleswig an den König von Preu- toe Modalität hinzugefügt ist, wird hierdurch auf- Bt, sodaß die Worte des Artikels V. des Prager Frie- mit der Maßgabe, daß die Bevölkerungen der nörd- l Distrikte Schleswigs, wenn sie durch freie Abstimmung Tausch zu erkennen geben, mit Dänemark vereinigt m>en, an Dänemark abgetreten werden sollen, außer ijteit gesetzt werden. Der zweite Artikel setzt die 9tati=

dieses Vertrages in Wien binnen drei Monaten ihn Schluffe heißt es: Dieser Vertrag ist von dem frt Kaiser und Könige von Preußen und von dem 1 von Oesterreich und König von Ungarn ratificirt !®b die Ratificationen ausgetauscht.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhaudl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

In Verfolg seiner Aeußerungen im Abgeordnetenhause hat Minister Falk eine Verfügung an die Provinzial- Schulkollegien erlassen, ihm ein Verzeichniß aller in den höheren Lehranstalten eingeführten Lehrbücher einzureichen.

Die Commission für Schutzmaßregeln gegen die Pest hat Montag Abend ihre Berathungen über den nächsten Theil ihrer Aufgabe abgeschlossen, d. h. über die Maßre­geln bei dem jetzigen Stande der Epidemie, wohin gehören die Anstalten an der Grenze für Desinfection rc. Die Commission sprach ausserdem den Wunsch aus, daß von Seiten der Regierung allgemeine sanitäre Maßregeln zur Sicherung und Pflege des Gesundheitszustandes der Ein­wohner an der russischen Grenze getroffen werden. Die Commissionsprotokolle sollen demnächst veröffentlicht werden, um dem Publikum Einsicht in Character und Zweck der Maßregeln zu gewähren. Die Subcommisstonen arbeiten noch fort und berathen Schutzmaßregeln für weitere Even­tualitäten, bei deren Eintritt die Fragen wegen der Grenz­sperre und der Einrichtung einer Quarantäne praktisch weroen könnten. Professor v. Pettenkofer ist gestern früh nach ^München abgereist.

In Bestätigung der vorstehenden Meldungen über die Ergebnisse der Berathungen der Pest-Commission sagt der Reichsanzeiger": Die Maßnahmen, welche zu ergreifen sind, bestehen vornehmlich in der aus Einladung Rußlands bevorstehenden Entsendung einer Commission in die von der Pest ergriffenen und derselben verdächtigen Gebietsthclle Rußlands und in den durch die kais. Verordnungen vom 29. Jan. und 2. Febr. und in den Bekanntmachungen des Reichskanzlers vom 3. d. vorgesehenen Beschränkungen des Personen- und Sachen-Verkehrs aus Rußland, sowie in der Anordnung der sanitären Inspektion der aus rus­sischen und anderen verdächtigen Häfen eingehenden Schiffe und der darauf befindlichen Personen und Waaren Wei­tere Maßregeln sind erst im Falle einer wesentlichen Stei­gerung der Gefahr in Aussicht genommen. Dahin gehören besonders die Beschränkung des Verkehrs aus Rußland nach Deutschland auf bestimmte Einbruchsstationen und an letzter stelle eine Grenzsperre unter Errichtung von Quaran­täne-Anstalten. Auch oiese eventuellen Maßregeln sind in ihren Grundzügen von der Commission festgestellt.

In oer gestrigen Versammlung der Berliner Aerzte hielt Professor Hirsch einen Vortrag über die Pestepidemie und betonte den Einfluß der Witterung und Bodenbe­schaffenheit auf die Kontagiosilät der Krankheit. Dafür, daß die indische Pest im Wolgathale herrsche, sprächen die gemeldeten Lungenerscheinungen. Eine Leichensettion habe bis jetzt dort nicht stattgefunden. Den Nutzen einer scharf Spruch des Gerichtes auf Wiedererstattung der Versiche­rungssumme würde ihn allein getroffen haben."

Als sich Franz von seinem Begleiter in Cöln trennte, gab ihm dieser das feste Versprechen, sich zu seiner Hoch­zeit einzufinden, denn er gestand lächelnd, daß es ihn doch interessire, die unbekannte Clientm, deren Sache er so glücklich geführt, kennen zu lernen.

Else die schon brieflich von dem Resultate der Reise benachrichtigt war, empfing Franz jubelnd und mit über­strömender Zärtlichkeit, sie war wieder ganz die Else von früher und Franz konnte sich an ihr nicht satt sehen. Am Abend vor der Hochzeit bat Else ih«n Verlobten, ihre Trauung nur vom protestantischen Geistlichen einsegnen zu lassen, sie habe eine unüberwindliche Scheu vor den Die­nern ihrer Kircheund wenn es Dir recht ist, Franz", schloß sie scheu und schmiegte sich in seine Arme,so mache ich die Absicht meines Vaters zur Wahrheit und bekenne mich zum protestantifchen Glauben, wir wollen auch hier Eins sein!"

Am nächsten Tag feierte man in dem Hause, das den beiden Brautleuten zur zweiten Heimath geworden war, ein fröhliches Hochzeitsfest und der Sonnenglanz der Ge­genwart und der Zukunft verscheuchte die trüben Schatten der Vergangenheit.

Literarisches.

Kassel seit siebzig Jahren, zugleich auch Hessen unter vier Regierungen, die westfälische mit inbegriffen. Geschildert auf Grund eigener Erlebnisse von Fr. Müller. Zweiter Band. Kassel. Verlag der E. Hühnschen Buch­handlung. 1879. (VIIL und 339 S. 8. Preis brosch. 3 M; geb. 4 M.)

Auch dieser, von vielen mit Ungeduld erwartete zweite Band bietet eine reiche Fülle intereffanten, zum Theil neuen

Deutsches Reich.

»* Berlin, 4 Februar. Der Reichsanzeiger bringt heute Abend den Vertrag mit Oesterreich-Ungarn wegen des Art. V. des Prager Friedens. Aus dem Datum des Abschlusses wie der Ratifikation dieses neuen Vertrages wird sich übrigens ergeben, daß der Vertrag schon vor mehreren Monaten, sogar noch unter der stellvertretenden Regierung des Kronprinzen abgeschlossen und bald nach der Rückkehr des Kaisers zu den Geschäften ratifizirt worden ist. Hier- dnrch wird durchaus die Auslegung ausgeschlossen, welche Materials, und zwar in derselben objectiven, tendenrloseit Haltung, die wir schon dem ersten Bande nachrühmen durf­ten. Der vorliegende Theil enthält nun die Schilderung der Ereignisse von 1832 (dem ersten Ministerium Hassen­pflug) an bis zur Annectirung des KurstaateS durch Preußen (1866), bezw. bis zum 6. Januar 1875, dem Todestage des letzten Kurfürsten; die letzten Zeiten nur in flüchtigen Umrissen. Als Probe, wie des Verfaffers Erzählungen nicht nur innerhalb des ehemaligen Kurhessens, sondern auch tn wettern, namentlich altpreußischen Kreisen Interesse beanspruchen dürfen, theilen wir das über Tod und Be­stattung der allverehrtcn Kurfürstin Auguste, Schwester Königs Friedrich Wilhelm III., (f 19. Februar 1841) Ge­sagte auszugsweise mit (S. 175 ff.): Die Kunde davon erfüllte die ganze Bevölkerung mit tiefster Trauer, wie es bei der der hohen Verblichenen stets gewidmeten Liebe und Verehrung nicht anders zu erwarten gewesen Die Einfachheit ihrer Sinnesart bewährte sie auch in den Weisungen, die sie in Bcttachi ihrer Bestattung hinter lassen. Ihr Leichnam sollte weder geöffnet noch einbal- samirt, auch nicht zur Schau gestellt, sondern im einfachen Morgenkleide in der Frühe, begleitet von einem Prediger den Cavalreren und der männlichen Hofdienerschaft den letzten Weg geführt und nach einem kurzen Gebet neben dem Mausoleum ihrer Schwiegermutter (Gemahlin Wil­helms I.) so einfach als möglich infreier Erde" be­stattet werden. Demgemäß wurde dann auch schon am drit­ten Tage ihres Ablebens dazu geschritten. Der Sarg war mit der auf rothsammtnem Kissen liegenden Königskrone und dem preußischen Louisenorden geschmückt. Hinter dem von der Leibdienerschaft umgebenen Trauerwagen folgte in einem achtspännigen Wagen der Kurprinz mit dem Herzog von Meiningen, und in einem sechsspännigen die Prinzen Karl und Ernst von Hessen-Philippsthal, an den sich noch

*WeilJPreis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageIllustrtrteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdrucker«») bezogen 2, Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark »0 Pfg. (ejcl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf« Ittr m der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

rjt (Schluß statt Fortsetzung.)

lör * schritt in das Nebengemach, um die besprochenen ß ; kre zu holen und Franz trat zu seinem Begleiter und «ihm dankbar die Hand.Ich hätte nicht gedacht, j-j so leichten Kaufs wegkommen würden!" flüsterte ;u 5 halblaut zu; der Jurist aber machte eine abweh- .Handbewegung und bat ihn, alle Bemerkungen hier, ** Wände jedenfalls Ohren hätten, zu' unterlassen.

darauf trat der Prior wieder ein, gefolgt von bienenden Bruder, welcher ein silbernes Präsentir-